{"id":4753,"date":"2022-11-24T22:22:57","date_gmt":"2022-11-24T21:22:57","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4753"},"modified":"2022-11-24T22:22:57","modified_gmt":"2022-11-24T21:22:57","slug":"a-ha-true-north-rca-sony-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/a-ha-true-north-rca-sony-2022\/","title":{"rendered":"a-ha \u2013 True North \u2013 RCA\/Sony 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/a-ha-True-North.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/a-ha-True-North.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4754\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (24.11.2022)<br><br>Ist es nicht erstaunlich, welche Achtziger-Pophelden 2022 noch existieren und munter Platten ver\u00f6ffentlichen? Die inzwischen dritte Reunion feiert das zerstrittene norwegische Trio a-ha mit dem Konzeptalbum mit dem bei den anderen Norwegern Borknagar geklauten Titel \u201eTrue North\u201c, das auf einem behutsam nachgedubbten Konzert mit Orchester und ausschlie\u00dflich neuen Songs basiert. Somit richtet sich das Album an die mitgewachsenen Fans, tappt nicht zwingend die Eigenkopie-Falle, biedert sich nicht bei aktuellen Trends an, bietet deutlich mehr Freude an substanziellen Kompositionen als der 2015er-Vorg\u00e4nger \u201eCast In Steel\u201c \u2013 und der Gesang endet nat\u00fcrlich almost always on a high note. Nett, im positiven Sinne.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das ist schon erstaunlich: Da haben a-ha ein Orchester im R\u00fccken, aber lassen es nicht den Sound der Songs dominieren, geschweige denn s\u00e4mtliche Lieder in einem Einheitsbrei versinken. Die drei Musiker setzen das Norwegian-Arctic-Philharmonic-Orchester nicht auf Effekt ein, sondern kunstvoll, nicht fortw\u00e4hrend auf Kleister, sondern oft punktuell additiv, denn a-ha lassen mehr extra ert\u00f6nen als nur das Orchester, n\u00e4mlich normal Gitarre, Bass, Schlagzeug sowie neben weiteren Percussion- und Schlagapparaturen auch Klavier, Synthies und andere Tasteninstrumente, je nachdem, was welcher Song gerade so vertr\u00e4gt, also nicht alles auf einmal. So ergeben sich unterschiedliche Stimmungen, Sounddichten, Auspr\u00e4gungen \u2013 das Dutzend Lieder differiert ausreichend, um das Album attraktiv und interessant zu halten.<br><br>Hier und da setzen a-ha auf Melodieb\u00f6gen und Harmonien, die einem Fan bekannt vorkommen m\u00f6gen, etwas \u201eHunting High And Low\u201c im Titelsong, etwas \u201eStay On These Roads\u201c an anderer Stelle (und \u201eYou Have What It Takes\u201c zitiert \u201eIn Bloom\u201c von Nirvana, nanu!), also die bereits opulenten Klassiker, nicht die wuchtig-d\u00fcsteren wie \u201eThe Sun Always Shines On TV\u201c oder die verspielten wie \u201eTouchy\u201c. Die experimentellen Elemente fuhren a-ha bereits in den fr\u00fchen Neunzigern mit der Abschiedsplatte der ersten Phase zur\u00fcck, als sie ihre Teenie-Star-Karriere hinter sich lie\u00dfen; hier lassen sie erstmals wieder dezidiert in Erscheinung treten, mit in den Fluss eingeworfenen Gitarrenriffs, einem Funk-Lick als Begleitung, unerwarteten Synthieeffekten, getupften Fl\u00f6tent\u00f6nen oder aufr\u00fcttelnden Schlagzeugfiguren. Die Songs selbst bleiben dabei vorrangig episch und von gro\u00dfer Geste, im Midtempo und latent pathetisch. So richtig eilig haben\u2019s die drei schon lang nicht mehr, eine gewisse Melancholie liegt Musik aus dem wahren Norden ohnehin stets inne. \u201eMake Me Understand\u201c in der Mitte d\u00fcrfte das repr\u00e4sentative Filtrat aus allen Songs des Albums sein, flott nach vorn und voller Details.<br><br>Seit nunmehr 40 Jahren machen Magne \u201eMags\u201c Furuholmen, Paul \u201eP\u00e5l\u201c Waaktaar-\u201eSavoy\u201c und Morten Harket als a-ha miteinander Musik, nachdem erstere beide sich bereits 1978 in der Rockband Bridges kennenlernten (und deren Drummer \u00d8ystein Jevanord gelegentlich f\u00fcr Eins\u00e4tze bei a-ha verpflichteten) und letzterer mit dem Bluesprojekt Souldier Blue in Oslos Clubs unterwegs war. Nachdem die gro\u00dfe Erfolgszeit Anfang der Neunziger endete, brachen a-ha ihre gemeinsame Arbeit mitten in der Entstehung eines neuen Albums ab, von dem lediglich die Single \u201eShapes That Go Together\u201c \u00fcbrigblieb. Ende der Neunziger versuchten die drei es erneut f\u00fcr zehn Jahre, Ende der Zehner ein zweites und nun mit \u201eTrue North\u201c ein drittes neues Mal.<br><br>\u201eTrue North\u201c ist konzipiert als eine Art Heimatalbum, angelehnt an \u201eWestern Stars\u201c von Bruce Springsteen, nur eben mit Norwegen drin. Die Aufnahmen dazu fanden mit ganzer Band und Bande in Bod\u00f8 statt und ein Filmteam begleitete das Prozedere; was mit dem Film wurde, ist irgendwie nicht Teil der Infos, die es zum Album gibt, lediglich, dass die Band die Idee verwarf, einfach die mitgeschnittenen Tonspuren als Album herauszubringen, und diese eben daf\u00fcr etwas anreicherte. Man h\u00e4tte den Film ja der CD als Bonus beiliegen k\u00f6nnen. Nicht zu verwechseln \u00fcbrigens mit der Doku \u201ea-ha: The Movie\u201c, die 2021 den Erfolg und die Zerrissenheit des Trios beleuchtet. Wie auch immer, \u201eTrue North\u201c ist ein angenehmes Altersalbum, das keine Jugendlichkeit vort\u00e4uscht, weder den Rock\u2019nRoll noch die Neoklassik neu erfindet und jederzeit angenehm zu h\u00f6ren ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (24.11.2022) Ist es nicht erstaunlich, welche Achtziger-Pophelden 2022 noch existieren und munter Platten ver\u00f6ffentlichen? 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