{"id":4693,"date":"2022-11-08T22:11:53","date_gmt":"2022-11-08T21:11:53","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4693"},"modified":"2022-11-08T22:12:11","modified_gmt":"2022-11-08T21:12:11","slug":"jomi-skrat-over-marken-glorious-records-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/jomi-skrat-over-marken-glorious-records-2022\/","title":{"rendered":"Jomi \u2013 Skr\u00e5t over marken \u2013 Glorious Records 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Jomi-Skrat-over-marken.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Jomi-Skrat-over-marken.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4694\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (08.11.2022)<br><br>So dynamisch, so energetisch: Nur ein Jahr nach ihrem letzten Solo-Album \u201eLyst\u201c \u00fcberrascht Jomi mit einem neuen Mini-Album, das es physisch ausschlie\u00dflich als 10\u201c gibt, mit Klappcover sogar. Sechs Songs mit Jazzgrundierung, die erste Seite mit knallenden Klein-Ch\u00f6ren, kraftvollen Bl\u00e4sern \u2013 und einem Noiserockhintergrund, den die Kopenhagenerin auch in einem eher rockuntypischen Gewand nicht verbergen kann. Die zweite Seite ist etwas ruhiger als die erste und ebenso bemerkenswert arrangiert; \u201eQuerfeldein\u201c also. \u201eSkr\u00e5t over marken\u201c sind sechs neue Lieblingslieder.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das a cappella startende Titelst\u00fcck saugt die H\u00f6renden f\u00f6rmlich in dieses Mini-Album ein, erst singt Jomi allein, dann kracht ein Chor dazu, zarte Ambient-Fl\u00e4chen bedecken den Hintergrund, zum Schluss schweben federleichte Bl\u00e4ser wie herbstbunte Bl\u00e4tter verwirbelt vom Baum herab. Wenn der zweite Song \u201eJordsl\u00e5et k\u00e6rlighed\u201c beginnt, f\u00fchlt man sich an die Brass-Version eines St\u00fccks von Rage Against The Machine erinnert: Die Bass-Saxophone dr\u00fccken rhythmisch, die Singenden singen ausgelassen, im Song sind dezidierte Breaks gesetzt, alles groovt, das hat Schmiss, Wucht, und das, obwohl es von \u201ezerst\u00f6rter Liebe\u201c erz\u00e4hlt, das muss bestimmt ein Befreiungsschlag gewesen sein.<br><br>So quasi-heavy sind die anderen f\u00fcnf St\u00fccke zwar nicht, aber nicht weniger dynamisch, was insbesondere an den Blasinstrumenten und den S\u00e4ngern liegt. Das psychedelische \u201eIgen &amp; igen\u201c etwa hat etwas von einem vertr\u00e4umten, sommerlichen Chanson der Sechziger, wenn die Bl\u00e4ser und die S\u00e4nger umeinanderflirren und Jomi repetetiv den Titel Wirklichkeit sein l\u00e4sst, \u201ewieder und wieder\u201c. Abermals psychedelisch setzt Jomi anschlie\u00dfend auch die Fl\u00f6ten in \u201eDet ukendte kender vi alle\u201c ein. Auf der zweiten Seite f\u00e4hrt Jomi zwar das Opulente herunter, beh\u00e4lt ihre Experimentierfreude aber bei.<br><br>Dieses halbe Dutzend Preziosen belegt, was f\u00fcr eine gro\u00dfartige Komponistin und Arrangeurin Jomi ist. Jedes dieser St\u00fccke hat eine schier unendliche Tiefe an Details, Stimmungen und Br\u00fcchen, und auch, wenn die ma\u00dfgebliche Instrumentierung als erstes an den Jazz denken l\u00e4sst, spielt fast immer eine Rockband mit. Und aus dem Rock, dem in D\u00e4nemark St\u00f8jrock genannten Noiserock gar, kommt Jomi ja nun, seit den Neunzigern bei Speaker Bite Me und mit ihren experimentellen Solo-Alben sowieso schon immer offen f\u00fcr Abseitiges.<br><br>Dieses Abseitige kanalisiert Jomi auf dieser 10\u201c auf eine eher harmonische Weise als fr\u00fcher, auch wenn sie Dissonanzen zul\u00e4sst, denn ohne diese Dissonanzen w\u00e4ren diese sechs Songs unvollst\u00e4ndig. So darf, nein: muss der Gesang im ansonsten zur\u00fcckhaltenden \u201eB\u00f8lgers buer\u201c etwa schr\u00e4g wirken, untermalt von assoziativ eingesetzten Trompeten. Mit einem wiederum kuschelig-watteweichen, also \u00fcberhaupt nicht dissonanten \u201eV\u00e6r alle \u00f8jne tro\u201c entl\u00e4sst Jomi die H\u00f6renden in den naturtr\u00fcben Alltag, da kann man gar nicht anders, als sich die 26 Minuten erneut anzuh\u00f6ren.<br><br>Einmal mehr verzichtet Jomi hier auf ihren Zusatz Massage, wie schon auf \u201eLyst\u201c. Eigentlich hei\u00dft sie ja Signe H\u00f8irup Wille-J\u00f8rgensen, und au\u00dfer S\u00e4ngerin ist sie noch viel mehr, Performancek\u00fcnstlerin etwa. Es lohnt sich zudem, ihren Backkatalog zu pl\u00fcndern, nicht nur mit ihrer Hit-Band Speaker Bite Me, auch die Solo-Alben und Kollaborationen, sowie die Projekte Murmur, Bows und \u2013 sofern man es irgendwo findet, dem Rezensenten gelang dies noch nicht \u2013 KonoKone. Jomi hat Kraft, in Musik und Gesang, und es ist eine Freude, diese Kraft auf sich wirken zu lassen. Igen og igen og igen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (08.11.2022) So dynamisch, so energetisch: Nur ein Jahr nach ihrem letzten Solo-Album \u201eLyst\u201c \u00fcberrascht Jomi mit einem neuen Mini-Album, das es physisch ausschlie\u00dflich als 10\u201c gibt, mit Klappcover sogar. 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