{"id":4679,"date":"2022-11-02T21:29:59","date_gmt":"2022-11-02T20:29:59","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4679"},"modified":"2022-11-02T21:29:59","modified_gmt":"2022-11-02T20:29:59","slug":"monovoth-monovoth-trepanation-recordings-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/monovoth-monovoth-trepanation-recordings-2022\/","title":{"rendered":"Monovoth \u2013 Monovoth \u2013 Trepanation Recordings 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Monovoth-Monovoth.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Monovoth-Monovoth.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4680\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (02.11.2022)<br><br>Als Monovoth allein Mucke macht Multitalent Lucas Wyssbrod, um von Buenos Aires aus seine Version von Doom in ein selbstbetiteltes Album zu gie\u00dfen. Der Gie\u00dfvorgang dauert, seine Musik flie\u00dft z\u00e4h, dunkel, sie quillt, unerbittlich, dicht, warm, dick, emotionsgeladen, zerst\u00f6rerisch, langsam, bedrohlich, leer. Wyssbrod beherrscht vielz\u00e4hlige Stile rund um Doom und er spielt sie allesamt aus. Nicht ganz so allein, wie man es bei einem Ein-Personen-Projekt erwarten w\u00fcrde: Viele Freunde steuerten Details bei, darunter die Covermalerin. Zu dieser metallischen Schw\u00e4rze kann man bestens entspannen und auf Alptraumreise gehen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eMonovoth\u201c ist \u2013 bis auf eine Lesung \u2013 rein instrumental gehalten, Emotionen \u2013 also alles ab Melancholie abw\u00e4rts \u2013 transportiert die Musik auch ohne Texte bestens. Denn Wyssbrod schl\u00e4gt ebenso einfach nur die Gitarre sp\u00e4rlich an, wie er das volle Orchester auff\u00e4hrt, und dazwischen ist alles m\u00f6glich \u2013 und geschieht auch. Aus der Leere der Depression heraus ert\u00f6nt die einsame tiefergestimmte Gitarre und bereitet einem Bandsound den Weg, in dem auf fuzzy Riffs gebettete repetetive, fragmentarische Melodien die D\u00fcsternis nur schw\u00e4rzer erscheinen lassen. Im Hintergrund generiert Wyssbrod dabei gelegentlich eine Wucht, die man von einer Einzelperson nicht erwartet h\u00e4tte: Er selbst ist sich (weitgehend) Band genug, um einen fetten Sound zu generieren. Beachtlich!<br><br>Und glasklar produziert, hier klingt jedes Instrument deutlich heraus, alles hat den Raum, den es braucht, nichts versinkt in Pappe. \u201eMonovoth\u201c ist weit weg von den klassischen Ein-Personen-Projekten, die ihre Musik am heimischen Vierspurger\u00e4t zusammenbauten. Beim Sound erhielt Wyssbrod Unterst\u00fctzung von Sebastian Barrionuevo, der in den zur\u00fcckliegenden Jahren diverse Bands rund um Buenos Aires im Sound veredelte. Weitere G\u00e4ste auf diesem Deb\u00fctalbum sind das ehemalige Sunless-Mitglied Andrew Notsch, der die besagten Spoken Words im Track \u201eHands\u201c beisteuerte sowie in \u201eThe Key\u201c Synthesizer spielt, Avernal- und The-Killing-Gitarrist Federico \u201eFede\u201c Ramos, der f\u00fcr \u201eTace Dolorem\u201c die akustischen und elektrischen Gitarrenparts komponierte und einspielte, der in diversen Bands wie Avernal, The Killing und FinDuMonde aktive und aktiv gewesene Seb\u00e1stian \u201eSeba\u201c Barrionuevo, der hier in \u201eLaesura\u201c Gitarre spielt, Franco Colautti, hier mit gleich drei Instrumenten, darunter Mandoline, im noch am ehesten an Folklore erinnernden Rausschmei\u00dfer \u201eCerro Sangre\u201c in Erscheinung tritt. Und K\u00fcnstlerin Andrea Navarro, deren Covergem\u00e4lde Wyssbrod zu diesem Album inspirierte.<br><br>Auf diesem Gem\u00e4lde nun macht Wyssbrod eine weibliche Gottheit aus, die von einem interstellaren Kult angerufen wird; diese katholizismuskritische Idee bildet eine Grundlage zu den sieben Tracks. Musikalisch erinnert sein Doom, Sludge, Drone, Dark Ambient, Post Metal an keine konkrete andere Band, er nimmt sich vielmehr, was ihm seine Geschichte am passendsten transportiert. Nat\u00fcrlich l\u00e4sst sich etwas Neurosis erahnen, aber auch Projekte wie The Black Yo)))ga Meditation Ensemble lassen sich heraush\u00f6ren. Doch bleibt Wyssbrod ganz bei sich, was nur f\u00fcr seine Musik spricht.<br><br>Zuvor betrieb Wyssbrod das Projekt Mostro, mit dem er seit 2020 vereinzelte Singles und EPs herausbrachte. Mit Monovoth kommt er zudem auf zwei Split-Ver\u00f6ffentlichungen, n\u00e4mlich \u201eOrbiter\/Lock\u201c mit Wtlnds aka Wetlands aus Toronto sowie \u201eAmbient Communion II\u201c mit Einsamkeit aus Costa Rica, Altum und Marishiten aus Frankreich \u2013 beides Compilations, die ausschlie\u00dflich Ein-Personen-Projekte repr\u00e4sentieren. \u201eMonovoth\u201c belegt, dass man auch allein Gro\u00dfes bewirken kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (02.11.2022) Als Monovoth allein Mucke macht Multitalent Lucas Wyssbrod, um von Buenos Aires aus seine Version von Doom in ein selbstbetiteltes Album zu gie\u00dfen. 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