{"id":4643,"date":"2022-10-17T21:16:46","date_gmt":"2022-10-17T19:16:46","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4643"},"modified":"2022-10-17T21:16:46","modified_gmt":"2022-10-17T19:16:46","slug":"%d0%b7%d0%b5%d0%bb%d1%91%d0%bd%d1%8b%d0%b9-%d0%b4%d1%8f%d0%b4%d1%8f-u-%d1%81%d1%91%d1%80%d1%84%d0%b5%d1%80%d1%8b-%d1%87%d1%91%d1%80%d0%bd%d0%be%d0%b9-%d0%b4%d1%8b%d1%80%d1%8b-%d0%b2%d0%be","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/%d0%b7%d0%b5%d0%bb%d1%91%d0%bd%d1%8b%d0%b9-%d0%b4%d1%8f%d0%b4%d1%8f-u-%d1%81%d1%91%d1%80%d1%84%d0%b5%d1%80%d1%8b-%d1%87%d1%91%d1%80%d0%bd%d0%be%d0%b9-%d0%b4%d1%8b%d1%80%d1%8b-%d0%b2%d0%be\/","title":{"rendered":"\u0437\u0435\u043b\u0451\u043d\u044b\u0439 \u0434\u044f\u0434\u044f u \u0441\u0451\u0440\u0444\u0435\u0440\u044b \u0447\u0451\u0440\u043d\u043e\u0439 \u0434\u044b\u0440\u044b \u2013 \u0412\u043e\u0441\u0442\u043e\u0440\u0433 \u043f\u043e \u043e\u043a\u0442\u0430\u0432\u0435 \u2013 Black Hole Surfers 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/\u0437\u0435\u043b\u0451\u043d\u044b\u0439-\u0434\u044f\u0434\u044f-u-\u0441\u0451\u0440\u0444\u0435\u0440\u044b-\u0447\u0451\u0440\u043d\u043e\u0439-\u0434\u044b\u0440\u044b-\u0412\u043e\u0441\u0442\u043e\u0440\u0433-\u043f\u043e-\u043e\u043a\u0442\u0430\u0432\u0435.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/\u0437\u0435\u043b\u0451\u043d\u044b\u0439-\u0434\u044f\u0434\u044f-u-\u0441\u0451\u0440\u0444\u0435\u0440\u044b-\u0447\u0451\u0440\u043d\u043e\u0439-\u0434\u044b\u0440\u044b-\u0412\u043e\u0441\u0442\u043e\u0440\u0433-\u043f\u043e-\u043e\u043a\u0442\u0430\u0432\u0435.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4644\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (17.10.2022)<br><br>Die Black Holes Surfers und der Gr\u00fcne Onkel haben \u201eFreude an der Oktave\u201c, zumindest bedeutet dies der Titel des Albums \u201e\u0412\u043e\u0441\u0442\u043e\u0440\u0433 \u043f\u043e \u043e\u043a\u0442\u0430\u0432\u0435\u201c von \u0437\u0435\u043b\u0451\u043d\u044b\u0439 \u0434\u044f\u0434\u044f u \u0441\u0451\u0440\u0444\u0435\u0440\u044b \u0447\u0451\u0440\u043d\u043e\u0439 \u0434\u044b\u0440\u044b. Das mit dem Surfen meinen die drei bis f\u00fcnf Musiker aus der russischen Millionenstadt \u041d\u0438\u0436\u043d\u0438\u0439 \u041d\u043e\u0432\u0433\u043e\u0440\u043e\u0434 (Nischni Nowgorod) tats\u00e4chlich ernst: Dem psychedelischen Potpourri alternativer Musikstile liegt der Geist des Sechziger-Surfrocks zugrunde. Die Musik mag so variantenreich wie die der Beach Boys sein, daf\u00fcr ist sie schwerer: In Zeiten des Krieges l\u00e4sst sich Unbeschwertheit nicht so einfach erhalten. Eine ungez\u00fcgelte Kreativit\u00e4t indes sehr wohl: \u201e\u0412\u043e\u0441\u0442\u043e\u0440\u0433 \u043f\u043e \u043e\u043a\u0442\u0430\u0432\u0435\u201c pl\u00e4ttet mit einer Vielzahl an Einf\u00e4llen, mit denen die Band ihre Songs Haken schlagen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Der Twang von Dick Dale ist die Welle, auf der \u0437\u0435\u043b\u0451\u043d\u044b\u0439 \u0434\u044f\u0434\u044f u \u0441\u0451\u0440\u0444\u0435\u0440\u044b \u0447\u0451\u0440\u043d\u043e\u0439 \u0434\u044b\u0440\u044b reiten und der der benannten Grundausrichtung Surf Rechnung tr\u00e4gt. Auf dem Board hingegen surfen Genres, die man dort eher nicht erwartet h\u00e4tte: die Gesangsmelodief\u00fchrung franz\u00f6sischer Chansons etwa, psychedelische Gitarrentrips, unendliche Rhythmusstrecken wie im Krautrock, spacige Keyboards, tiefergestimmter W\u00fcstenrock, Funk aus der Siebziger-Disco, Fuzz aus der Sechziger-Garage, dubbige Offbeats, Anleihen an orientalische Folklore, die Querfl\u00f6tent\u00f6ne eines Gheorghe Zamfir und immer wieder spacige Ausfl\u00fcge, egal ob im Uptempo oder im Donwbeat. So geht das, wenn einem eine ganze Welt und ein Universum obendrauf zur Verf\u00fcgung stehen: Man bedient sich bei allem, worauf man Bock hat, und macht aus Vertrautem etwas Neues, Eigenes.<br><br>Und das nicht nur mit Spielfreude, sondern technisch so versiert, dass man aus den musikalischen Trips immer wieder den Kopf heraushebt, um genauer hinzuh\u00f6ren. Wie das Schlagzeug hantiert, selbst in den chilligsten Sequenzen mit einem irrwitzigen Tempo, dabei ohne zu stressen. Gitarren flirren, spacen, rhythmen, rocken, was das Zeug h\u00e4lt, und mit dem Bass untermauert die Band bisweilen einen erheblichen Groove, sobald der mal durch die Soundwand dringt. Mit den Keyboards steuern die Musiker mal poppige, mal classicrockige Anteile bei, und dann erklingt zu allem eine fast melodielose, eindringliche Stimme, die \u2013 nat\u00fcrlich! \u2013 auf Russisch die Texte skandiert. Als Klammer um diese Wildwasserfahrt basteln die Musiker zwei Ambient-Tracks mit Spoken Word und Samples.<br><br>Verwirrend ist, dass sich die Black Hole Surfers immer noch als \u201ePower Trio\u201c bezeichnen, obwohl auf den Fotos vier Leute zu sehen sind und dieses Album f\u00fcnf Musiker auflistet: die Bandk\u00f6pfe Vova Sokolov (Gitarre, Bass, Gesang, Effekte) und Michael \u201eMisha\u201c Skryabin (Schlagzeug) waren bereits 2018 am Deb\u00fct-Jam beteiligt, als sie mit Sasha Kostin wirklich noch ein Trio bildeten. Bei den folgenden drei EPs wechselten die Keyboarder, das vorliegende Deb\u00fctalbum listet neben den beiden Hauptakteuern noch G\u00e4ste auf: Nikita Gorobtsovski war an drei Songtexten beteiligt, Anastasia Smorodinova (\u0410\u043d\u0430\u0441\u0442\u0430\u0441\u0438\u044f \u0421\u043c\u043e\u0440\u043e\u0434\u0438\u043d\u043e\u0432\u0430) an der Musik des dritten Tracks und Konstantin Korolev (von Magic Black, mit denen Sokolov auch schon zusammenarbeitete, sowie 7 H. Target, Pass\u00e9isme, Wombripper, Bureau Berlin und Paroxysm Unit \u2013 also Bands zwischen Free Jazz und Death Metal) mit dem Bass an Track sechs. Also eigentlich zwei Leute, aber hier zu f\u00fcnft, mithin weder Trio noch Quartett. Also Surf.<br><br>Wie so viele russische Menschen abseits der \u00f6ffentlichen Aufmerksamkeit positionieren sich auch \u0437\u0435\u043b\u0451\u043d\u044b\u0439 \u0434\u044f\u0434\u044f u \u0441\u0451\u0440\u0444\u0435\u0440\u044b \u0447\u0451\u0440\u043d\u043e\u0439 \u0434\u044b\u0440\u044b gegen den Krieg ihres Diktators. Unter dem sie in vielerlei Hinsicht zu leiden haben: Nicht nur, dass sie anders als die Querdenker in Deutschland tats\u00e4chlich zensiert und verfolgt werden, sind K\u00e4ufe \u00fcber Paypal derzeit nicht m\u00f6glich, weshalb die Band die Option anbietet, die Musik via Kreditkarte zu erwerben und als Datei zugemailt zu bekommen. Es gibt also immer einen Weg, die Guten zu unterst\u00fctzen. In diesem Fall sind nicht nur die Menschen gut, die Musik ist es ebenfalls!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (17.10.2022) Die Black Holes Surfers und der Gr\u00fcne Onkel haben \u201eFreude an der Oktave\u201c, zumindest bedeutet dies der Titel des Albums \u201e\u0412\u043e\u0441\u0442\u043e\u0440\u0433 \u043f\u043e \u043e\u043a\u0442\u0430\u0432\u0435\u201c von \u0437\u0435\u043b\u0451\u043d\u044b\u0439 \u0434\u044f\u0434\u044f u \u0441\u0451\u0440\u0444\u0435\u0440\u044b \u0447\u0451\u0440\u043d\u043e\u0439 \u0434\u044b\u0440\u044b. 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