{"id":4637,"date":"2022-10-16T21:28:16","date_gmt":"2022-10-16T19:28:16","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4637"},"modified":"2022-10-16T21:28:16","modified_gmt":"2022-10-16T19:28:16","slug":"the-cult-under-the-midnight-sun-black-hill-records-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-cult-under-the-midnight-sun-black-hill-records-2022\/","title":{"rendered":"The Cult \u2013 Under The Midnight Sun \u2013 Black Hill Records 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/The-Cult-Under-The-Midnight-Sun.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/The-Cult-Under-The-Midnight-Sun.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4638\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (15.10.2022)<\/p>\n\n\n\n<p>Mochte ich The Cult h\u00f6ren, griff ich meistens zu der Singles-Zusammenstellung \u201ePure Cult\u201c aus dem Jahr 2000, die die Schaffensperiode von 1985 bis 1995 abdeckt. Und auf der kann man prima nachh\u00f6ren, wie sich The Cult ab \u201eSonic Temple\u201c (1989) vom anf\u00e4nglichen Gothic Rock mit den wundervollen Melodien, von Ian Astbury immer mit einer Bandbreite von melancholisch-d\u00fcster bis hin zu ekstatisch-hysterisch vorgetragen, mehr in Richtung d\u00fcsterem Hardrock bis hin zu immer noch tollen, aber doch sehr stadionkompatiblem Rock entwickelt hat. Den H\u00f6hepunkt davon markiert f\u00fcr mich das 2013er-Album \u201eElectric Peace\u201c. Bereits mit der 2016er-Ver\u00f6ffentlichung \u201eHidden City\u201c bewegten sich The Cult wieder mehr in Richtung Gothic Rock, und heuer geht es mit \u201eUnder The Midnight Sun\u201c noch ein weiteres St\u00fcck zur\u00fcck in die Anfangstage.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Und wer h\u00e4tte das gedacht? Ian Astburys Gesang war \u00fcber die Jahrzehnte immer umwerfend und der Nicht-Wiedererkennung unverd\u00e4chtig, aber lange nicht The Cults einziges Alleinstellungsmerkmal. Um sich dessen zu vergegenw\u00e4rtigen, muss man nur mal \u201eShe Sells Sanctuary\u201c abspielen, vorzugsweise in der \u201eLong Version\u201c: Ian Astbury singt sich die Seele aus dem Leib und Billy Duffy quetscht dazu quietschend alles aus der Gitarre heraus, was vorher nicht mal drin war.<br><br>Und dann? Astbury kreischte weniger, Duffy h\u00e4ngte die Gitarre tiefer, am Ende (auf \u201eElectric Peace\u201c, sehense oben) so sehr auf Knieh\u00f6he, dass sie sich nur noch sehr breitbeinig spielen lie\u00df. Und ich \u2013 und mit mir vermutlich der Rest der Menschheit \u2013 heulte: The Cult haben der Welt so viele Welthits beschert: \u201eShe Sells Sanctuary\u201c, \u201eLove Removal Machine\u201c (Welch 1 Titel! Welch 1 Text!), \u201eFire Woman\u201c, \u201eSpiritwalker\u201c, \u201eSweet Soul Sister\u201c und nicht zuletzt, sondern zuallererst \u201eEdie (Ciao Baby)\u201c \u2013 DER Heulsong aller Zeiten \u00fcberhaupt. Und jetzt nur noch Stadionrock mit Bratzgitarre? Hallo? Und The Cult erh\u00f6rten unser Heulen: \u201eHidden City\u201c von 2016 war schon mal eine Abkehr vom bisher eingeschlagenen Kurs, der Sound wurde wieder d\u00fcsterer. Die Lichter im Stadion wurden sozusagen gedimmt. Der FC (welchen, d\u00fcrfen Sie sich aussuchen) oder 1860 statt Bayern M\u00fcnchen oder BVB.<br><br>Mit \u201eUnder The Midnight Sun\u201c sind The Cult jetzt also wieder \u2013 wie ich hoffe \u2013 endg\u00fcltig zum Gothic Rock zur\u00fcckgekehrt \u2013 und wie: Das Album ist nur 35 Minuten lang und enth\u00e4lt exakt Null Minuten an F\u00fcllmaterial. Ich habe nachgez\u00e4hlt, zweimal.<br><br>Und das ist das Geheimrezept bei \u201eUnder The Midnight Sun\u201c: Einmal h\u00f6ren, und es klingt sehr sch\u00f6n, zweimal h\u00f6ren, und es haut einen um. \u00dcber Ian Astbury hatte ich mich ja schon lobend ausgelassen, er liefert auch hier begeisternd ab, aber vor allem Billy Duffy ist wieder der Billy Duffy, wie wir ihn h\u00f6ren wollen! Was er auf der Gitarre abliefert, jault sch\u00f6n cultig vor sich hin wie fr\u00fcher \u2013 ganz fr\u00fcher \u2013, und unterst\u00fctzt Astburys Gesang auf das Vortrefflichste. Dazu sichern Charlie Jones am Bass und Ian Matthews am Schlagzeug nach unten ab und sorgen daf\u00fcr, dass s\u00e4mtliche Songs mit \u00e4u\u00dferster Vehemenz nach vorne treiben. Es war \u00fcbrigens f\u00fcr mich eine \u00dcberraschung, dass nicht der ehemalige Testament-Drummer John Tempesta, sondern Ian Matthews von Kasabian auf dem aktuellen Album das Schlagzeug bedient, aber das passt wunderbar.<br><br>\u201eMirror\u201c stimmt sehr sch\u00f6n auf das Album ein, Duffy l\u00e4sst seine Gitarre gently jodeln, dann nehmen sich alle Instrumente zur\u00fcck und \u00fcberlassen Astbury die B\u00fchne und dieser macht deutlich, dass sein Gesang immer noch einzigartig ist, und sobald die Instrumente lauter werden, tut es auch Astbury und begeistert dabei. \u201eA Cut Inside\u201c beginnt dann schon ein wenig h\u00e4rter als der Opener, l\u00e4sst sich aber auch Zeit, sich vollends zu entwickeln. Und sobald der Song das getan hat, ballert es richtig sch\u00f6n los \u2013 aber melodisch, kurz vor Ende wird es ruhiger, dann ein Gitarrensolo und etwas Gesang, und dann brettern The Cult auf einmal richtig vorw\u00e4rts, nach wenigen Sekunden ist das St\u00fcck zuende und \u201ePure Cult\u201c r\u00fcckt einen Platz weiter nach hinten in der Playlist auf dem mp3-Player im kleinen roten Auto.<br><br>\u201eVendetta X\u201c ist nett und h\u00f6renswert und gibt vor allem Ian Astbury nochmal die Gelegenheit, seine Stimme so richtig bis zum Anschlag zu drehen. Und bevor ich es vergesse \u2013 die Produktion des Albums ist Wahnsinn: Jedes Instrument kommt so zur Geltung, wie es besser nicht ginge, und die Stimmung der Songs k\u00f6nnte nicht besser r\u00fcberkommen. Mit \u201eGive Me Mercy\u201c g\u00f6nnen The Cult dann zun\u00e4chst der\/dem H\u00f6renden etwas Ruhe und lassen dann nochmal alles raus, was The Cult immer ausgemacht hat. Genauso geht es weiter auf \u201eOuter Heaven\u201c, und anschlie\u00dfend wird mit \u201eKnife Through Butterfly Heart\u201c die erste Ballade auf dem Album erreicht. Akustikgitarre und sanfter Gesang leiten das St\u00fcck ein und ab Minute 2 wird es lauter, aber nicht schneller. Sehr stimmungsvoll und sehr sch\u00f6n. Und auch hier wird es gitarrenm\u00e4\u00dfig niemals breitbeinigrockig, sondern es bleibt immer weiter sehr sch\u00f6n stimmungsvoll d\u00fcster. Danach folgt \u201eImpermanence\u201c \u2013 was wieder mal toll an die 80er-Jahre-Gothic-Rock-Zeit von The Cult erinnert, und dann folgt der Titelsong. Er baut sich langsam auf, wird von wirklich guten Synthies getragen, Astbury singt unglaublich stimmungsvoll, der Song gewinnt nach und nach an Schmackes, Astbury muss gegen immer mehr Instrumente ansingen und beh\u00e4lt letztlich die Oberhand. F\u00fcrwahr ein tolles Finale.<br><br>The Cult waren zun\u00e4chst umwerfend, wurden dann gr\u00f6\u00dfer und gr\u00f6\u00dfer, wurden langweilig, berappelten sich und sind jetzt wieder relevant. Und Hammer, es gibt sie schon etwa 40 Jahre. Also auf die n\u00e4chsten 40! Ach ja \u2013 inzwischen greife ich nicht mehr immer zu \u201ePure Cult\u201c, sondern immer \u00f6fter auch zu \u201eUnder The Midnight Sun\u201c, wenn ich The Cult h\u00f6ren m\u00f6chte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (15.10.2022) Mochte ich The Cult h\u00f6ren, griff ich meistens zu der Singles-Zusammenstellung \u201ePure Cult\u201c aus dem Jahr 2000, die die Schaffensperiode von 1985 bis 1995 abdeckt. 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