{"id":4557,"date":"2022-10-01T23:35:56","date_gmt":"2022-10-01T21:35:56","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4557"},"modified":"2022-10-01T23:35:56","modified_gmt":"2022-10-01T21:35:56","slug":"tankard-pavlovs-dawgs-reaper-entertainment-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/tankard-pavlovs-dawgs-reaper-entertainment-2022\/","title":{"rendered":"Tankard \u2013 Pavlov\u2018s Dawgs \u2013 Reaper Entertainment 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Tankard-Pavlovs-Dawgs.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Tankard-Pavlovs-Dawgs.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4558\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (01.10.2022)<\/p>\n\n\n\n<p>Ei gude, liebe Krautnick.de-Lesende! Deutscher Thrash Metal 2022: Erst Destruction, dann Kreator, auch das bereits 2020 erschienene neue Sodom-Album l\u00e4sst unsere Trommelfelle noch immer erzittern, und nun liefert auch die Nummer 4 der Big Four of Teutonic Thrash ein neues Album (nicht No. 4, sondern bereits Nr. 18 in ihrer seit 40 Jahren andauernden Karriere) ab: Pavlov\u2018s Dawgs. Mit dem Cover-Artwork machen Tankard aus Frankfurt am Main wieder einmal aufs Neue deutlich, dass sie mutma\u00dflich den \u201eAlcoholic [Thrash] Metal\u201c erfunden haben, auch der Refrain der Vorab-Single \u201eBeerbarians\u201c geht in diese Richtung: \u201eThey&#8217;re calling us Beerbarians \u2013 Spreading out around the globe \u2013 We&#8217;re Cosmoproletarians\u201c. Cosmoproletarians \u2013 sowelche Wortneusch\u00f6pfungen muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen, bzw. mit einem Pint Ebbelwoi runtersp\u00fclen. Den Konsum weingeisthaltiger Erfrischungsgetr\u00e4nke zu glorifizieren gei\u00dfele ich selbstredend als Teufelswerk und sowohl ich als auch Krautnick.de in seiner Gesamtheit lehnen sowas total ab \u2013 aber den wackeren Jungs um Andreas Fritz Johannes \u201eGerre\u201c Geremia nimmt man selbst den albernsten Bl\u00f6dsinn ab, ohne ihnen ernsthaft b\u00f6se sein zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Was seinen Grund nicht allein darin hat, dass Tankard eine durch und durch sympathische Band sind, die sich und dem Stil des unverf\u00e4lschten, sozusagen trven Thrash Metal immer die Treue gehalten haben, die seit \u00fcber anderthalb Jahrzehnten die Eintracht-Frankfurt-Hymne \u201eSchwarz-Wei\u00df wie Schnee\u201c im Waldstadion zu singen befugt sind und deren Grundsatz seit Jahren ist, trotz aller Sauftexte niemals alkoholisiert eine B\u00fchne zu betreten, weil die Fans schlie\u00dflich daf\u00fcr gezahlt haben, dass die K\u00fcnstler auf der B\u00fchne im Vollbesitz ihrer geistigen Kr\u00e4fte sind und f\u00fcr die Fans alles geben, was sie k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nein, ein Teil des Grundes liegt darin, dass Tankard musikalisch wirklich ernst machen und dem Thrash Metal, wie er sein sollte, ein Denkmal nach dem anderen setzen, und dass es auch die Texte in den nicht schankwirtschaftlich ausgerichteten Songs Wert sind, einmal genauer angeh\u00f6rt zu werden.<br><br>Aber von vorne: Mit rund 55 Minuten ist die Spielzeit f\u00fcr ein von mir rezensiert werdendes Album ungew\u00f6hnlich lang \u2013 ich bin es gew\u00f6hnt, nach knapp \u00fcber einer halben Stunde Musikh\u00f6rens meine Meinung zu dem eben Geh\u00f6rten in die Tastatur zu kloppen, aber f\u00fcr Tankard mache ich gerne eine Ausnahme: 7 der 10 Songs auf \u201ePavlov\u2018s Dawgs\u201c sind l\u00e4nger als 5 Minuten und machen Laune, ohne zu langweilen. Das albumstartende Titelst\u00fcck beginnt mit Bass und Schlagzeug, sehr langsam f\u00fcr Thrash-Verh\u00e4ltnisse, dann nimmt die Gitarre das Thema auf \u2013 beinahe doomig, und ab eine Minute zehn wird dann das Tempo angezogen, der Song rattert sehr sehr sch\u00f6n vor sich hin und Gerre beginnt zu singen. Und dieser Gesang klingt monoton-aggressiv und mir f\u00e4llt spontan keine andere Metal-Stimme ein, an die mich das erinnert \u2013 Gerre personifiziert definitiv eins von Tankards Alleinstellungsmerkmalen. Gitarrist Andreas Gutjahr ist seit einem knappen Vierteljahrhundert an Bord und pr\u00e4gt seitdem ebenfalls den f\u00fcr meine Ohren sch\u00f6n harten Tankard-Sound, Bassist Frank Thorwarth ist seit Anfang an dabei und Drummer Olaf Zissel haut ebenfalls schon seit 1994 auf die Trommeln. Tankard pr\u00e4sentieren somit ein \u00fcber Jahrzehnte konstantes Line-up, wie es sonst im Thrash Metal nur Metallica vorweisen k\u00f6nnen, und sie haben dennoch dabei niemals vergessen, die Snare Drum zu spannen.<br><br>\u201eSeit 40 Jahren dabei, aber immer noch informiert\u201c \u2013 daf\u00fcr steht aus meiner Sicht das St\u00fcck \u201eEx-Fluencer\u201c: Ich pers\u00f6nlich finde es ja immer schon schei\u00dfe, dass es mittlerweile eine Berufsbezeichnung gibt, die sich ausgesprochen so anh\u00f6rt wie die Grippe, aber bei ganz vielen Leuten total gut ankommt, und Tankard \u00e4u\u00dfern sich nun endlich mal recht profiliert dazu: \u201eEx-fluencer, then she ran. Being the victim of Instagram.\u201c Gef\u00e4llt mir pers\u00f6nlich gut.<br><br>Insgesamt stelle ich fest, dass das ganze Album hervorragend funktioniert: Gerres aggressiver, aber sich niemals aufdr\u00e4ngender Gesang, die innovativ herumdonnernden Saiteninstrumente und das immer pr\u00e4sente, sauschnelle Schlagzeug machen das Cover-Artwork schnell vergessen und verdeutlichen wieder einmal mehr, dass Tankard eine ganz, ganz wichtige Konstante im teutonischen Thrash Metal darstellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (01.10.2022) Ei gude, liebe Krautnick.de-Lesende! 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