{"id":4553,"date":"2022-10-01T20:06:50","date_gmt":"2022-10-01T18:06:50","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4553"},"modified":"2022-10-01T20:06:50","modified_gmt":"2022-10-01T18:06:50","slug":"teen-prime-no-4-schneider-collaborations-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/teen-prime-no-4-schneider-collaborations-2022\/","title":{"rendered":"Teen Prime \u2013 No. 4 \u2013 Schneider Collaborations 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Teen-Prime-No.-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Teen-Prime-No.-4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4554\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (01.10.2022)<br><br>Gitarre und Schlagzeug, das klingt doch erstmal nach irgendeiner Art von Rock\u2018n\u2018Roll, oder? Nicht f\u00fcr Teen Prime: Das Duo zerlegt den Rock\u2018n\u2018Roll und macht auf dem irritierender- und erkl\u00e4rbarerweise \u201eNo. 4\u201c betitelten Deb\u00fctalbum aus den Tr\u00fcmmern ein abstraktes Mosaik. Ganz frei von Harmonien ist das nun doch nicht, was Sebastian F\u00e4th und J\u00f6rg A. Schneider hier improvisieren \u2013 auch ohne konkreten Rhythmus oder mitsummbare Melodien bekommt man auf dieser Schallplatte eine Musik, die man angenehm goutieren kann. Und kurz vor Schluss sogar mit Piano dazwischen, dann dr\u00e4ngt sich sp\u00e4testens noch mehr der Gedanke an ein anderes Genre auf: Jazz, und das sicherlich nicht zu Unrecht.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das Sch\u00f6ne tr\u00e4gt eher F\u00e4th bei, indem er auf seiner unverzerrten elektrischen Gitarre zun\u00e4chst angenehm unaufgeregt herumgniedelt, w\u00e4hrend Schneider seinem intuitiv und irrwitzig schnell \u00fcber sein gesamtes Kit gespielten Schlagzeug freien Lauf l\u00e4sst und jede Idee von Takt vom Balkon wirft. Was daran so erstaunt, ist die Tatsache, dass das zusammen als Musik funktioniert. Es ist nicht so destruktiv, dass dabei grunds\u00e4tzlich unh\u00f6rbarer L\u00e4rm oder avantgardistischer Rumpelrock entsteht. Das k\u00f6nnen die beiden indes auch, und immer dann, wenn F\u00e4ths Instrumente knarzen, dr\u00f6hnen, zirpen, wirkt Schneiders Schlagzeug weniger unstrukturiert \u2013 ein sch\u00f6ner Effekt, weil er \u00fcberrascht.<br><br>Die Tracks nun k\u00f6nnten Songs sein, sind es aber nicht. Teen Prime verzichten auf alles Herk\u00f6mmliche, zerlegen vertraute Strukturen, machen alles anders, als man es kennt, als man es erwartet, schieben die Elemente zerlegt und zerdreht neu zusammen und kreieren so ihre komplett eigene Idee von Musik. Die definitiv eine ist. Dennoch gestattet sie sich auch mal loopartige Sequenzen, in denen etwa F\u00e4th ein Motiv auf der Gitarre kontinuierlich wiederholt; das erweckt fast den Eindruck von Samples. Die gibt es auf dem Album auch, aber anders eingesetzt, n\u00e4mlich etwa als Chor im Fade-Out eines St\u00fcckes. Zu Drums und Gitarren gesellen die beiden Koryph\u00e4en kurz vor Schluss noch ganz unerwartet ein Piano \u2013 und g\u00f6nnen sich und den H\u00f6renden noch ein St\u00fcck Sch\u00f6nheit. Und untermauern den Gedanken, es vielmehr mit Jazz als mit Noiserock zu tun zu haben.<br><br>Teen Prime sind ein Duo der R\u00e4tsel, nicht? \u201eNo. 4\u201c als Titel des Deb\u00fcts, das erinnert an \u201eVol. 3\u201c als Titel f\u00fcr das zweite Album der Traveling Wilburys oder \u201e3\u201c als Titel f\u00fcr das vierte Album der Violent Femmes. Oder gleich an Black Sabbath, wie Krautnick-Autor Guido D\u00f6rheide einwirft. Der Hintergrund ist, dass dem Album drei Singles vorangingen, deren Titel sich nun selbst erkl\u00e4ren sollten. Zwei davon, \u201eNo. 1\u201c und \u201eNo. 3\u201c, gab es mit haptischen Boni als 7\u201c, \u201eNo. 2\u201c ausschlie\u00dflich digital. Und nicht alle insgesamt sechs Songs sind auf \u201eNo. 4\u201c auch enthalten; daf\u00fcr gibt es das St\u00fcck \u201eTeen Prime\u201c gleich dreimal. Schick ist dazu \u00fcberdies auch das Artwork: Die Cover sehen aus wie R\u00fcckseiten.<br><br>Schneider muss man nicht weiter vorstellen, der enigmatische Schlagzeuger kommt aus dem Noiserock von Les Hommes Qui Wear Espandrillos und ver\u00f6ffentlicht seit einigen Jahren im Wochentakt neue Alben, auf denen er entweder mit Freunden improvisiert oder bei anderen Ensembles als Gast auftritt, etwa j\u00fcngst bei Glimmen. Ein Freund der ersten Kategorie ist F\u00e4th, der als malender und zeichnender K\u00fcnstler unterwegs ist sowie diverse Bands in seiner Biografie stehen hat, darunter Awes, Maw, Kalm\u00e4user, Amigo Tropical, Sheets und Leaf Kickers. Bei letzteren spielte er mit Jens Berger, mit dem wiederum Schneider auch das Jealousy Mountain Duo und Gaffa betrieb. N\u00e4chstes R\u00e4tsel ist, dass Teen Prime laut Info im Februar 2022 gegr\u00fcndet, die Gitarren f\u00fcr \u201eNo. 4\u201c teilweise aber bereits 2020 aufgenommen wurden. Macht doch nicht solche Sachen mit uns! Oder \u2013 doch, macht!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (01.10.2022) Gitarre und Schlagzeug, das klingt doch erstmal nach irgendeiner Art von Rock\u2018n\u2018Roll, oder? 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