{"id":4550,"date":"2022-10-01T13:09:01","date_gmt":"2022-10-01T11:09:01","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4550"},"modified":"2022-10-01T21:00:06","modified_gmt":"2022-10-01T19:00:06","slug":"nikki-lane-denim-diamonds-new-west-records-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/nikki-lane-denim-diamonds-new-west-records-2022\/","title":{"rendered":"Nikki Lane \u2013 Denim &#038; Diamonds \u2013 New West Records 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Nikki-Liane-Denim-Diamonds.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Nikki-Liane-Denim-Diamonds.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4551\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (01.10.2022)<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht Queens Of The Stone Age h\u00f6re (die mit \u201eQotSA\u201c eine der absto\u00dfendsten Band-Abk\u00fcrzungen haben, nur noch getoppt von \u201eVery Wicked\u201c aus WOB, ich wei\u00df aber nicht, ob es die noch gibt [im Grunde nicht, aber S\u00e4nger Marco Schrieber gr\u00fcndete mit Lars Conrad das Duo FleshTric (Red.)]), aber mit der Musik von Joshua Homme werde ich nicht warm. Der musikverarbeitende Teil meines Hirns wird geflutet mit einem tief empfundenen Gef\u00fchl der Langeweile, sobald Meister Homme zur elektrischen Gitarre greift. Und wenn er dann spielt, wird es nicht besser. Also erging es mir mit dem hier rezensierten Werk \u2013 und jetzt kommen wir endlich zum Thema, n\u00e4mlich dem neuen Album der wundervollen Outlaw-Country-Singer\/Songwriterin Nicole Lane Frady aus South Carolina, die unter ihrem K\u00fcnstlernamen Nikki Lane mit \u201eDenim &amp; Diamonds\u201c ihr viertes Album seit 2011 ver\u00f6ffentlicht hat.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Alles f\u00e4ngt super an, an Schlagzeug und Bass habe ich nichts zu ben\u00f6rgeln, an der dann einsetzenden Stimme Nikki Lanes ohnehin nicht \u2013 sie macht bei den ersten Zeilen unmissverst\u00e4ndlich klar, dass man es hier mit einer Country-S\u00e4ngerin zu tun hat, hier wird nicht ges\u00e4uselt oder gehaucht, sondern das Anliegen unmissverst\u00e4ndlich sowie gleicherma\u00dfen \u00fcberlegen\/gelangweilt und hingebungsvoll in Worte gefasst: Lane denkt sich zur\u00fcck in die guten alten Tage von 1994 (\u00e4hem \u2013 da war sie 11, aber wurscht, ich bin einiges \u00e4lter und f\u00fchle mich mit 1994 durchaus an meine j\u00fcngeren Zeiten erinnert) und haut coole Zeilen raus wie \u201e501 blue jeans, tighter than goddamn Springsteen\u201c. Und dann betritt Joshua Homme die Szenerie und bratzt auf der Gitarre rum, als w\u00e4re es sammama 1971 und er w\u00e4re Keith Richards. Abgesehen davon, dass ich niemandem w\u00fcnsche, auch nur ansatzweise der Keith Richards der 70er Jahre zu sein, aber dieses brownsugarm\u00e4\u00dfige Gitarrengebratze klingt f\u00fcr meine Ohren auf diesem Album nur fehl am Platz und \u2013 ja, leider! \u2013 langweilig. Auf dem zweiten St\u00fcck, dem Titelsong, geht es musikalisch so weiter, aber Lanes Gesang vers\u00f6hnt auch hier wieder mit allem, ebenso die Lyrics: \u201eI can do whatever I wanna all by my lonesome, If that&#8217;s a problem, well, you can&#8217;t say shit. &#8218;Cause I&#8217;m going my way, livin&#8216; and dyin&#8216; And I can buy my own damn denim and diamonds.\u201c ist ein starker Refrain und toll vorgetragen allemal. Und die n\u00e4chsten Zeilen, in denen Lane von ihrem Chef am Telefon zusammengeschissen wird, daraufhin den Weg des geringsten Widerstandes berechnet, einfach auflegt und feststellt, dass das das letzte Mal gewesen ist, dass sie f\u00fcr etwas bezahlt wurde, das keinen Sinn ergibt, sind einfach klasse.<br><br>Bereits beim dritten Song f\u00e4ng das Album dann an, mich zu \u00fcberzeugen. \u201eFaded\u201c ist ruhiger als die beiden vorangegangenen St\u00fccke und besticht neben Lanes mit viel Hall aus der Tiefe des Raumes kommendem Gesang mit einer wundervoll klagenden Pedal Steel. Textlich gibt Frau Lane auch hier wieder alles, jede Zeile handelt von Schmerz, Tod und Zerst\u00f6rung (\u201eBut I&#8217;m faded, melting, d\u0435struction is running through my blood\u201c) und endet dann mit der Beteuerung, dass die Protagonistin von der Liebe desjenigen, an den sich der Song richtet, einfach nicht genug kriegen kann. Liebe, Schmerz, Zerst\u00f6rung, Verletzung \u2013 hier manifestiert sich auf eindrucksvolle Weise, dass wir es mit Country-Musik zu tun haben. An schmerzvollen Erfahrungen arbeitet sich Lane auch auf den folgenden Songs ab, aber sehr oft f\u00fchren diese Erfahrungen zu dem Ergebnis, dass es am besten ist, trotz allem sein eigenes Ding zu machen und bei sich selbst zu bleiben, so dass am Ende das Bild einer ziemlich angeschossenen, leicht kaputten, aber starken Person \u00fcbrig bleibt.<br><br>Und was bleibt von Joshua Hommes Versuchen, jedwede Stimmung durch langweiliges elektrisches Geklampfe im Ansatz zunichte zu machen? Das h\u00e4tte ich beim ersten H\u00f6ren von \u201eDenim &amp; Diamonds\u201c nicht gedacht: Zuerst singt Nikki Lane den Gitarrenspieler komplett an die Wand und l\u00e4sst sich ihre starken Songs von diesem nicht kaputtmachen, und sp\u00e4testens ab dem dritten Durchlauf erkennt der Rezensierende einen h\u00f6heren Plan hinter alledem und muss zugeben, dass Musik, Gesang und Texte sich aufs Wunderbarste zusammenf\u00fcgen, Hommes musikalische Untermalung ergibt auf einmal einen Sinn und das Album wird bei jedem erneuten H\u00f6ren besser und besser. Was ich deutlich besser finde, als Alben, die beim ersten H\u00f6ren supertoll sind und sich dann schnell abnutzen und die\/den H\u00f6renden erm\u00fcden und langweilen. Hier ist es anders. Hatte ich mir am Anfang noch die eher Alternative-\/Indie-m\u00e4\u00dfige Musik von Lanes fr\u00fcheren Alben zur\u00fcckgew\u00fcnscht, denke ich inzwischen, dass alles toll zusammenpasst und ich es hier mit einem nachhaltig tollem Werk zu tun habe. Und daher hoffe ich, dass es bis zum n\u00e4chsten Nikki-Lane-Album nicht wieder f\u00fcnf lange Jahre dauert.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende noch ein Anspieltipp, der neu hinzukommenden Rezipienten das Joshua-Homme-Schockmoment erspart: \u201eChimayo\u201c, das letzte St\u00fcck. Wundervoll hingebungsvoll vorgetragen und vorwiegend mit einer ganz hinrei\u00dfenden Akustikgitarre instrumentiert, inklusive stimmungsvoll h\u00f6rbarer Griffwechsel. Ein sch\u00f6ner Abschluss und ein Anlass, am Ende nach leider kurzen 33:11 Minuten erneut den Play-Button zu pressen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (01.10.2022) Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht Queens Of The Stone Age h\u00f6re (die mit \u201eQotSA\u201c eine der absto\u00dfendsten Band-Abk\u00fcrzungen haben, nur noch getoppt von \u201eVery Wicked\u201c aus WOB, ich wei\u00df aber nicht, ob es die &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/nikki-lane-denim-diamonds-new-west-records-2022\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-4550","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4550","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4550"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4550\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4556,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4550\/revisions\/4556"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4550"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4550"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4550"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}