{"id":4542,"date":"2022-09-26T22:41:39","date_gmt":"2022-09-26T20:41:39","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4542"},"modified":"2022-09-26T22:41:39","modified_gmt":"2022-09-26T20:41:39","slug":"moons-mallow-against-all-gods-long-lost-gioia-coppola-2021-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/moons-mallow-against-all-gods-long-lost-gioia-coppola-2021-2022\/","title":{"rendered":"Moon\u2018s Mallow \u2013 Against All Gods\/Long Lost \u2013 Gioia Coppola 2021\/2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Moons-Mallow-Against-All-Gods.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Moons-Mallow-Against-All-Gods.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4543\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Moons-Mallow-Long-Lost.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Moons-Mallow-Long-Lost.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4544\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (26.09.2022)<br><br>Indierock ohne breite Beine, kann man sagen, groovend, spr\u00f6de, gef\u00fchlvoll, gesangsstark, der volklosen Folklore so nah wie dem Anti-Britpop der Auteurs, mit einem Hauch Psychedelik: Moon\u2018s Mallow sind da, aus Bari ganz im S\u00fcden Italiens, wo sich Bandchef Gioia Coppola zun\u00e4chst mit den brasilianischen Musikern Leila Isaac und Lu\u00eds Marino sowie dem renommierten Bassisten Michele Rossiello zusammentat, um \u201eAgainst All Gods\u201c aufzunehmen. Nachdem die beiden Brasilianer das Land aus beruflichen Gr\u00fcnden verlie\u00dfen, holte sich Gioia als Ersatz Damiano Ceglie und Claudio Colaianni dazu, um \u201eLong Lost\u201c einzuspielen, das nicht wirklich den Eindruck erweckt, es zur H\u00e4lfte mit anderen Leuten zu tun zu haben. Moon\u2018s Mallow bleiben ohne Posen, eher im Dunkel der Nacht, nicht eben vor Fr\u00f6hlichkeit spr\u00fchend, also \u00fcberaus vortrefflich genie\u00dfbar. Und nun gibt\u2018s beide Alben auf Vinyl.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>So richtig Rock&#8217;n&#8217;Roll-Feuer machen Moon\u2018s Mallow trotz Coppolas zw\u00f6lfsaitiger Gitarre nicht, auch wenn der zweite Song des Deb\u00fcts, \u201eExtraversion\u201c, m\u00e4chtig Schub hat und die Band auch in \u201eMemories\u201c m\u00e4chtig ausbricht. Die Rockmusik des Quartetts verzichtet dennoch vornehmlich auf breitbeinige Fl\u00e4chgengitarren, sondern setzt sie eher zur\u00fcckhaltend rhythmisch ein, mit episch solierenden Zwischenspielen, nicht selten auch alternierend akustisch gehalten. Der Bass unter allem hingegen groovt wie Sau und das Schlagzeug hat eine durchdringende Wucht. Keyboards, Akkordeons, Geigen sind zugegen, eingestreut von den G\u00e4sten Davide Viterbo und eben Claudio Colaianni, der sp\u00e4ter festes Bandmitglied wird. Die zweite Stimme von Leila Isaac fehlt als einziges Merkmal auf dem zweiten Album. Ebenso die brasilianisch gef\u00e4rbte Percussion und die Flamencogitarre auf dem Abschlusssong \u201eInto Wild Roses\u201c, der nicht von Ungef\u00e4hr an das \u201eGirl From Ipanema\u201c angelehnt ist. Mit \u201eAin\u2018t No Sunshine\u201c von Billy Withers ist \u00fcbrigens ein gelungenes Cover auf dem Deb\u00fct enthalten.<br><br>Sobald Moon\u2018s Mallow mal ausbrechen, kann man sie sich gut in den sp\u00e4ten Siebzigern in einem englischen Pub vorstellen, vorpreschend, gr\u00f6lend, schunkelnd, \u201eLight Rain Of March\u201c vom Deb\u00fct oder \u201eMove On\u201c vom Nachfolger h\u00e4tte sich dort sicherlich gut gemacht. Wie ohnehin die St\u00fccke im Dreivierteltakt an britische Musik denken lassen, allen voran an die fabelhaften Auteurs, die \u00e4hnlich unkommerziell ihr Ding machten und die Welt wissen lie\u00dfen, was sie von ihr hielten. Was vielleicht auch daran liegt, dass der grooveges\u00e4ttigte Bassist Rossiello seit fast 20 Jahren von London aus psychedelische Rockmusik macht, mit der Band Atomic Workers n\u00e4mlich.<br><br>Wo doch psychedelische Rockmusik ohnehin bei vielen Bandmitgliedern im Blut steckt. Rossiello ist ein Langzeitkollege von Claudio Colaianni, mit ihm war er bereits bei den Psychedelik-Helden That\u2018s All Folks (in den Neunzigern zun\u00e4chst unter dem Alias Lupin III) sowie beim Interimsprojekt Colt38 aktiv, bevor er eben nach London verzog und Colaianni die grandiosen Anuseye aus der Taufe hob. So wundert es nicht, dass \u201eLong Lost\u201c tats\u00e4chlich mit noch mehr Wucht und Schwere startet. Das Verspielte des Deb\u00fct tritt ein Wenig zur Seite, Akkordeon und Cello fehlen hier, daf\u00fcr gibt\u2018s wieder Keyboards, dieses Mal von Govinda Gari, unter anderem vom Hocus_Pocus Improvisers Orchestra. Der Duktus bleibt auf Strecke gottlob erhalten, schon \u201eMorning Moon\u201c l\u00e4sst wieder die Auteurs durchschimmern, und doch l\u00e4sst sich der gesteigerte Hang zur Psychedelik nicht verleugnen. \u201eTuned\u201c ist ein fabelhaftes Beispiel daf\u00fcr.<br><br>Ein weiteres Pfund der Band ist Coppolas Stimme. Er singt vergleichsweise hoch, bleibt dabei aber immer kraftvoll, nicht qu\u00e4kig oder gar weinerlich. Man nimmt ihm deutlich ab, dass er etwas zu vermitteln hat, und entsprechend textlastig sind die St\u00fccke auch. Er begleitet das Gegniedel seiner Kumpanen nicht nur, h\u00e4ufig dominiert er es, treibt es voran, braucht es dringend f\u00fcr seine Botschaften, als Gewand f\u00fcr seine Worte, seine Werte. Beide Platten sind voller Hits, obwohl sie sich nie einer vordergr\u00fcndigen Eing\u00e4ngigkeit anbiedern, und daf\u00fcr sorgen s\u00e4mtliche beteiligten Musiker. \u201eButterfly\u201c etwa ist so eine Perle. Und \u2013 ach, alles!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (26.09.2022) Indierock ohne breite Beine, kann man sagen, groovend, spr\u00f6de, gef\u00fchlvoll, gesangsstark, der volklosen Folklore so nah wie dem Anti-Britpop der Auteurs, mit einem Hauch Psychedelik: Moon\u2018s Mallow sind da, aus Bari ganz im S\u00fcden Italiens, wo &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/moons-mallow-against-all-gods-long-lost-gioia-coppola-2021-2022\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,16],"tags":[],"class_list":["post-4542","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album","category-vinyl"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4542","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4542"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4542\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4545,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4542\/revisions\/4545"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4542"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4542"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4542"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}