{"id":4527,"date":"2022-09-07T21:35:18","date_gmt":"2022-09-07T19:35:18","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4527"},"modified":"2022-09-07T21:35:18","modified_gmt":"2022-09-07T19:35:18","slug":"machine-head-of-kingdom-and-crown-nuclear-blast-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/machine-head-of-kingdom-and-crown-nuclear-blast-2022\/","title":{"rendered":"Machine Head \u2013 \u00d8f Kingd\u00f8m And Cr\u00f8wn \u2013 Nuclear Blast 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Machine-Head-Of-Kingdom-And-Crown.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Machine-Head-Of-Kingdom-And-Crown.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4528\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (07.09.2022)<br><br>Mit ihrem Lettering schreien einen Machine Head auf ihrem neuen Album an, musikalisch vergehen einige Sekunden, bis sie es dem gleichtun, dann aber gewaltig. \u201e\u00d8F KINGD\u00d8M AND CR\u00d8WN\u201c nennen die Kalifornier ihr zehntes Studioalbum in 30 Jahren, und es bietet Thrash, wie man ihn von ihnen kennt, heavy groovend, brutal mostend, poppig-melodi\u00f6s kitschend, massentauglich h\u00fcpfbar, alles zu seiner Zeit und zum Gl\u00fcck mit einem \u00dcbergewicht der harten Waagschale gegen\u00fcber der unertr\u00e4glich anbiedernden. Aber irgendeinen Aspekt muss es ja geben, der Machine Head besonders und einzigartig macht, und dann sind das eben die Poppassagen inmitten des Infernos. So lang man sich noch hom\u00f6opathisch an \u201eBurn My Eyes\u201c erinnert f\u00fchlt, hat man es mit derselben Band zu tun, alles gut. Und immerhin sind s\u00e4mtliche Songtitel ebenfalls in Kapitalen mit dem d\u00e4nisch-norwegischen Heavy-Metal-Umlaut versehen. Das br\u00fcllt!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Glocken. Piano. Ch\u00f6re. Epische Gesten, weite Horizonte. Gleich der zehnmin\u00fctige Opener \u201eSlaughter The Martyr\u201c, auch als Single ver\u00f6ffentlicht, f\u00e4hrt das volle Festival-Gefallsucht-Gesch\u00fctz auf. Soll es doch. \u201eChoke On The Ashes Of Your Hate\u201c r\u00fcckt anschlie\u00dfend das Bild wieder gerade, hier dominieren Wut, Brutalit\u00e4t, Tempo, Aggression, Gebr\u00fcll, Riffs und Soli. Keine Kompromisse. In \u201eBecome The Firestorm\u201c mischt lediglich die metalcoreartig-poppig gesungene Stimme im Refrain das Thrashgewitter auf, irgendwann gesellt sich kurz ein fast lieblich-progressives Gitarrensolo dazu. \u201eOverdose\u201c ist dann ein Zwischenspiel, das einen Sterbenden an der Herzrhythmusapparatur begleitet.<br><br>Bereits vor zwei Jahren gaben Machine Head mit dem folgenden \u201eMy Hands Are Empty\u201c einen Vorgeschmack auf das Album, und das bietet ebenfalls Neunziger-Oldschool-Thrash mit melodischem Refrain inklusive Mitgr\u00f6l-Chorpassagen. Muss man wohl durch, geht im Gesamtgedr\u00f6hn auch eher unter, f\u00e4llt aber auf. Und stellt ja auch im Oeuvre der Band keine Novit\u00e4t dar, Anbiederungen an Massen und Zeitgeist gab es seit \u201eThe Burning Red\u201c 1999, als sie versuchten, den NuMetal-Rahm abzusch\u00f6pfen. Und gottlob zwei Alben weiter ab \u201eThrough The Ashes Of Empires\u201c einen ganz anderen Weg einschlugen: Prog-Metal mit Thrash kombiniert n\u00e4mlich. An \u201eMy Hands Are Empty\u201c wirkte \u00fcberdies mit Logan Mader der Gitarrist der ersten beiden Alben mit, auf dem Rest des Albums ist Wac\u0142aw Kie\u0142tyka sein nunmehr dritter Nachfolger.<br><br>Ebenso poppig ist \u201eUnhallowed\u201c, die vierte von f\u00fcnf Singles zum Album. Robby Flynn singt \u00fcberwiegend klar, im Refrain hoch, im Hintergrund gibt\u2019s angedeutete Riffs und Schrammeleien, aber insgesamt ist dies das gef\u00e4lligste St\u00fcck der Platte. Man muss Flynn zugutehalten, dass er eine angenehm h\u00f6rbare Stimme hat, die wandelbar genug ist, um in allen Varianten zu gefallen, ganz wie Mikael \u00c5kerfeldt oder Burton C. Bell. Und ganz ohne Moshen kommt auch dieser Song nicht aus: Als w\u00fcrden sie Kritikern eine Lehre erteilen wollen, unterbrechen sie das Gef\u00e4llige mit ihrem ureigenen Thrash. Kurz.<br><br>Mit \u201eAssimilate\u201c streuen Machine Head das n\u00e4chste kurze Zwischenst\u00fcck ein, das an einen Horrorfilm erinnert. Der Sound von \u201eKill Thy Enemies\u201c hat dann etwas von Siebziger-Hardrock, durchmischt mit Machine-Head-Thrash-Passagen; hier drosselt die Band erstmals \u00fcber l\u00e4ngere Strecken das Tempo. In \u201eNo Gods, No Masters\u201c probiert Flynn einmal mehr Mitgr\u00f6lch\u00f6re und melodischen Klargesang aus, es verwundert nicht, dass auch dieser Song eine Single ist. Der Refrain weckt unangenehme Erinnerungen an das uns\u00e4gliche \u201eThe Chant\u201c von Gojira, das St\u00fcck will wohl neben diesem Crowdpleaser auf gro\u00dfen Festivals heruml\u00fcmmeln.<br><br>\u201eBloodshot\u201c drischt wieder ordentlich druff und l\u00e4sst das Mitsingen vergessen. Die Gitarre jault wieder, wie sie das bei Machine Head von Anfang an gern tat, da f\u00fcgt sich Kie\u0142tyka sachdienlich ins Bild. Und das trotz seiner Biografie: Mit Decapitated, Lux Occulta und einigen Einspr\u00fcngen bei Vader sollte so jemand hinreichend eigene Handschrift haben, doch klingt er hier waschecht nach Machine Head.<br><br>Auch \u201eRotten\u201c mostet wieder, man mag das repetetive \u201eEverything is rotten tot he core\u201c gern mitbr\u00fcllen, \u201eTerminus\u201c ist wieder ein Horror-Zwischenspiel und das finale \u201eArrows In Words From The Sky\u201c die letzte von f\u00fcnf Singles, die einmal mehr Harmonien, Klargesang und fluffige Thin-Lizzy-Gitarren in den Orkan knotet. Bleibt also die Erkenntnis: Thrashh\u00f6rer sollten sich von den poppigen Singles nicht abschrecken lassen, das Album hat deutlich mehr gute als solche Momente. L\u00e4uft!<br><br>Die limited Edition bietet das Instrumental \u201eExteroception\u201c und die Akustik-Version des ohnehin am Strand auf der Akustikgitarre komponierten Abschlusstracks, die offenbart, welch gute Musiker Machine Head tats\u00e4chlich sind. Nun ist Flynn von jenen der letzte Mohikaner, der seit Beginn der Band an Bord ist. Logan Mader ging nach zwei Alben, Bassist Adam Duce fand vor neun Jahren im jetzigen Co-Songwriter Jared Mac Eachern seinen Ersatz \u2013 und so richtig kurios wird es auf dem Schlagzeugschemel: Dave McClain war seit dem zweiten Album \u201eThe More Things Change \u2026\u201c dabei, steht auch noch auf der H\u00fclle des neuen Albums, war aber nicht mehr im Studio, sondern Session-Drummer Navene Koperweis pr\u00fcgelt seit 2020 die St\u00fccke ein, so auch die Single \u201eCircle The Drain\u201c, die auf \u201eOf Kindom And Crown\u201c gar nicht enthalten ist. Offiziell gef\u00fchrt indes ist Matt Alston als neuer Schlagzeuger. Muss man nicht verstehen.<br><br>Bei \u201e\u00d8F KINGD\u00d8M AND CR\u00d8WN\u201c handelt es sich \u00fcbrigens um ein Konzeptalbum mit einer postapokalyptischen Geschichte um eine Blutfehde zwischen zwei Typen, die beide glauben, das Richtige zu tun, und doch nur Leute metzeln. Dazu soll wohl passen, dass die martialischen Titel in Kapitalen mit eingestrichenem O geschrieben sind; das sieht bei St\u00fccken wie \u201eBL\u00d8\u00d8DSH\u00d8T\u201c und \u201eR\u00d8TTEN\u201c nat\u00fcrlich angemessen brachial aus. Interessant auch, dass der Albumtitel mit der Metal-Tradition bricht, als \u201e[Irgendwas] Of [Irgendwas Anderes]\u201c strukturiert zu sein, sondern das \u201eOf\u201c gleich vorn hat. Dabei ist ein Laut wie \u201euff\u201c gar nicht angemessen, das Album ist im gehobenen Okay verortet und macht rund um die Poppassagen m\u00e4chtig Spa\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (07.09.2022) Mit ihrem Lettering schreien einen Machine Head auf ihrem neuen Album an, musikalisch vergehen einige Sekunden, bis sie es dem gleichtun, dann aber gewaltig. \u201e\u00d8F KINGD\u00d8M AND CR\u00d8WN\u201c nennen die Kalifornier ihr zehntes Studioalbum in 30 &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/machine-head-of-kingdom-and-crown-nuclear-blast-2022\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-4527","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4527","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4527"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4527\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4529,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4527\/revisions\/4529"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4527"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4527"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4527"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}