{"id":4519,"date":"2022-09-05T22:36:00","date_gmt":"2022-09-05T20:36:00","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4519"},"modified":"2022-09-05T22:36:00","modified_gmt":"2022-09-05T20:36:00","slug":"anne-clark-with-ulla-van-daelen-justin-ciuche-borderland-found-music-for-a-lost-world-stockfish-records-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/anne-clark-with-ulla-van-daelen-justin-ciuche-borderland-found-music-for-a-lost-world-stockfish-records-2022\/","title":{"rendered":"Anne Clark with Ulla van Daelen &#038; Justin Ciuche \u2013 Borderland (Found Music For A Lost World) \u2013 Stockfish Records 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Anne-Clark-Borderland.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Anne-Clark-Borderland.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4520\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (05.09.2022)<br><br>Gott, ist das sch\u00f6n! Was f\u00fcr ein bewegendes, entspannendes, herzerfrischendes, zerbrechliches, behutsames, befreiendes, warmes, luftiges, stilles Album! Die fr\u00fchere Electro- und New-Wave-Poetin Anne Clark pfeift auf Erwartungen und l\u00e4sst auf \u201eBorderland\u201c die Harfenistin Ulla van Daelen und den Cellisten Justin Stefan Ciuche zu ihren Texten improvisieren. Unglaublich, was f\u00fcr ein harmonisches Ergebnis dabei herauskommt. Man h\u00f6rt allen drei Beteiligten herzensgern zu, Anne Clark beim Rezitieren und den Musikern beim Musizieren. Damit setzt die Dichterin den Weg fort, auf Alben eher auf klassische als auf Haudrauf-Begleitung zu setzen \u2013 wenngleich sie auf diese nicht grunds\u00e4tzlich verzichten mag. Musik von Anne Clark ist immer ein Gewinn, auch jenseits von Metropolis und Dunkelheit.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Da hat sie aber auch zwei Goldsch\u00e4tze an ihren Saiteninstrumenten gefunden, die Frau Clark! Ulla van Daelen spielt Konzertharfe und Keltische Harfe, Projekt-Initiator Justin Stefan Ciuche die f\u00fcnfsaitige Quinton-Violine. Man mag von Kammermusik sprechen, auch angesichts der L\u00fccken, die beide sich selbst und sich gegenseitig lassen, inmitten von Passagen, in denen sie ihrer Imaginationskraft freien Lauf lassen und ungez\u00fcgelt voranspielen, munter, lebhaft. Anteilig klingen die St\u00fccke nach Klassik, andere wieder eher nach Folklore, keinen von beiden Bereichen indes bedienen die Musizierenden genretreu, es sind Ausfl\u00fcge, Anspielungen, Erinnerungen, die in das einflie\u00dfen, was die beiden innig vertieft kreieren. Nat\u00fcrlich f\u00fchlt man sich angesichts von Harfe in einem solchen Kontext an Loreena McKennitt erinnert, an Andreas Vollenweider vielleicht, und die Violine weckt Assoziationen an \u201eAm Fenster\u201c von City oder \u201eVagabonds\u201c von New Model Army, nur ohne den Rock\u2019n\u2019Roll darin. Aber das sind nur Leitplanken, die sich f\u00fcr den Konsumenten ergeben, daf\u00fcr sind van Daelen und Ciuche viel zu eigen, um kopieren zu m\u00fcssen.<br><br>Dazu rezitiert Anne Clark ihre spontan auf Zetteln zusammengesuchten Texte, angemessen zur\u00fcckhaltend, warm, deutlich, milde. Sie f\u00e4hrt ihre aggressiven Anteile, die sie in den zur\u00fcckliegenden 40 Jahren nicht selten zum Ausbruch brachte, vollst\u00e4ndig zur\u00fcck. Es f\u00fcgen sich Stimme und Musik zu etwas Wundersch\u00f6nem zusammen. Allein ihre Aussprache, wie sie ihr Englisch \u00fcber ihre Zunge flie\u00dfen l\u00e4sst, das ist schon immer eine Wonne. Die W\u00e4rme ausstrahlt, und das, obwohl der Titel des Albums suggeriert, dass es ihr um eher d\u00fcstere Themen geht, was auch nicht ungew\u00f6hnlich ist f\u00fcr Anne Clark.<br><br>Ihr Personal rekrutierte die Engl\u00e4nderin einmal mehr in Deutschland. Harfenistin Ulla van Daelen ist Mitglied im K\u00f6lner WDR-Rundfunkorchester. Neben diversen Soloalben ist sie gern bei anderen zu Gast, sowohl in Jazz und Rock als auch als Begleiterin von Lesereisen; damit erarbeitete sie sich sicherlich beste Voraussetzungen, um an einem Album wie \u201eBorderland\u201c beteiligt zu sein. Violinist Justin Stefan Ciuche hat eine wilde Biografie: Der geb\u00fcrtige Transsilvanier siedelte zu Studienzwecken nach Arabien und in den fernen Osten um, um sich jetzt bei G\u00f6ttingen niederzulassen und seine Geigenkunst nicht nur bei Anne Clark im Liveensemble einzubringen, sondern etwa auch bei den Irish-Folk-Rockern Rauhbein und der Gothic-Indie-Band Tenegra. Auch an Anne Clarks Benefiz-St\u00fcck \u201eMriya \u2013 An Ode To Urkaine\u201c war er beteiligt.<br><br>F\u00fcr Anne Clark ist dies nicht das erste klassisch instrumentierte Album. \u201eThe Smallest Act Of Kindness\u201c war 2008 noch ein voll ausformuliertes Werk, das chillig begann und in Wucht und Wut ausrollte. Danach ver\u00f6ffentlichte sie das Piano-Album \u201eEnough\u201c mit Murat Parnak und das ebenfalls nicht laute elektronisch unterlegte Album \u201eHomage\u201c mit Thomas R\u00fcckoldt. Zwischen jenem und \u201eBorderland\u201c verfiel sie indes einmal mehr in die Lust auf Krawall und lie\u00df sich auf \u201eSynaesthesia\u201c ausgiebig remixen. Weitere weniger behutsam instrumentierte Ver\u00f6ffentlichungen der zur\u00fcckliegenden zehn Jahre waren \u201eFairytales From The Underground\u201c und \u201eLife Wires\u201c mit herrB, \u201eBetween Shadows And Lights\u201c mit Kuniyuki Takahashi sowie \u201eDonald Trumb Praesidend (Quack Quack)\u201c mit Ludwig London. Reduziert instrumentiert erschien Anne Clark indes bereits auf ihrem Deb\u00fct \u201eThe Sitting Room\u201c vor 40 Jahren, \u201eJust After Sunset\u201c mit Martyn Bates war 1998 auch schon ein sehr neofolkig-ruhiges Werk. Somit stellt \u201eBorderland\u201c lediglich in der Instrumentenauswahl und der Herangehensweise eine Besonderheit im Oeuvre der Poetin dar. Und in der Darreichungsform: Das Album erscheint auf einer Hybrid-Disk im Digibook.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (05.09.2022) Gott, ist das sch\u00f6n! Was f\u00fcr ein bewegendes, entspannendes, herzerfrischendes, zerbrechliches, behutsames, befreiendes, warmes, luftiges, stilles Album! 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