{"id":4498,"date":"2022-08-28T21:03:25","date_gmt":"2022-08-28T19:03:25","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4498"},"modified":"2022-08-28T21:03:25","modified_gmt":"2022-08-28T19:03:25","slug":"boris-heavy-rocks-relapse-records-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/boris-heavy-rocks-relapse-records-2022\/","title":{"rendered":"Boris \u2013 Heavy Rocks \u2013 Relapse Records 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Boris-Heavy-Rocks.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Boris-Heavy-Rocks.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4499\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (19.08.2022)<\/p>\n\n\n\n<p>Handelt es sich bei \u201eHeavy Rocks (2022)\u201c wieder um so eine Rewiederneuver\u00f6ffentlichung eines alten Albums? Gar bereits um die zweite? Immerhin haben Boris aus Tokio schon 2002 und 2011 ein Album mit diesem Titel ver\u00f6ffentlicht. Aber weit gefehlt: Das legend\u00e4re, unvergleichliche, gutaussehende und \u00fcber alle Ma\u00dfen wundervolle Trio scheint sich auf die Fahne mit der aufgehenden Sonne geschrieben zu haben, ungef\u00e4hr alle zehn Jahre mit einer Fortsetzung des 2002er-Albums \u201eHeavy Rocks\u201c um die Ecke zu kommen: So erschien 2011 das Album \u201eHeavy Rocks\u201c und nunmehr, 20 Jahre nach \u201eHeavy Rocks\u201c, also \u201eHeavy Rocks\u201c.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das ist ein wenig so, als h\u00e4tten The Cure in den Jahren 1982, 1989 und 2000 jeweils ein Album mit dem Titel \u201ePornography\u201c herausgebracht. W\u00e4ren die dem Beispiel gefolgt, das Boris ihnen nur sehr wenig sp\u00e4ter geliefert haben, h\u00e4tten sie sich keine komplizierten Album-Titel wie \u201eDisintegration\u201c oder \u201eBloodflowers\u201c ausdenken m\u00fcssen. Andererseits wei\u00df man bei den unberechenbaren und immens gro\u00dfartigen Boris auch nicht, ob \u201eHeavy Rocks\u201c tats\u00e4chlich als Trilogie angelegt ist oder ob sagen wir mal 2031 ein Album mit dem Titel sagen wir mal \u201eHeavy Rocks\u201c erscheinen wird. Aber das ist Spekulation und das geh\u00f6rt nicht hierher. Und in der Zwischenzeit bringen Boris wahrscheinlich auch wieder jede Menge andere Alben mit anderen Titeln heraus. Seit \u201eHeavy Rocks (2002)\u201c z\u00e4hlt meine pers\u00f6nliche \u2013 h\u00f6chstwahrscheinlich nicht vollst\u00e4ndige \u2013 Boris-Sammlung allein 30 Ver\u00f6ffentlichungen, die nicht \u201eHeavy Rocks\u201c im Titel tragen. Und vor der ersten \u201eHeavy Rocks\u201c haben Boris schon \u2013 minnichstens \u2013 die Jahrtausendalben \u201eAbsolutego\u201c und \u201eAmplifier Worship\u201c auf den Weg gebracht. Da sich die\/der H\u00f6rende allein schon aufgrund der reinen Masse an Ver\u00f6ffentlichungen schnell und gr\u00fcndlich im Boris-Ver\u00f6ffentlichungs-Tsunami verirren mag, schreibe ich eingangs mal ein paar Gedanken zu den bisherigen \u201eHeavy Rocks\u201c nieder:<br><br>Das erste Album dieses Titels aus dem Jahr 2002 beginnt nach allen Regeln der Doomkirche und nimmt dann Fahrt auf. Noise, Stoner, irgendwo auch Punk sowie Psychedelic, und der Gesang liegt irgendwo grob zwischen Mastodon und den Melvins (nach deren gleichnamigem ersten St\u00fcck auf dem dritten Album \u2013 Bullhead \u2013 sich Boris benannt haben).<br><br>Die zweite Inkarnation von \u201eHeavy Rocks\u201c aus dem Jahr 2011 setzt irgendwo hier an und f\u00fcgt der ganzen Kakofonie noch 1 Msp. Postpunk\/-rock mit irgendwie trancig-n\u00f6ligem Gesang sowie alternativen Garagenrock hinzu.<br><br>Und jetzt also \u201eHeavy Rocks\u201c. Hm, nun, \u00e4\u00e4h, der Titel kommt mir bekannt vor. Also h\u00f6mmama rein: Ich hatte ja bereits in diesem Jahr \u00fcber \u201eW\u201c von Boris geschrieben. Ein eher komplentatives [ich hoffe sehr, dass das ein Zitat ist (Red.)] Werk, das in Teilen \u2013 und das sehr sehr sch\u00f6n \u2013 vom Gesang der Gitarristin Wata lebte \u2013 der leider auf \u201eHeavy Rocks\u201c fast komplett fehlt \u2013 daf\u00fcr entlockt Wata ihrer schwarzen Les Paul T\u00f6ne, die nicht nur ihresgleichen suchen, nein \u2013 die ihresgleichen f\u00fcrchten wie sammama Ingles weiland Toranaga-san.<br><br>\u201eHeavy Rocks\u201c im Jahre 2022 rockt wahrlich wahrlich heavy, l\u00e4sst auch nie locker, f\u00e4ngt garagenm\u00e4\u00dfig vom Sound an und wird dann immer dicker produziert, durchgehend auf japanisch gesungen und l\u00e4sst bei den ersten Songs nicht vermuten, dass diese Band mal im Drone Doom zu verorten war. \u201eShe Is Burning\u201c und \u201eCramper\u201c sowie auch \u201eMy Name Is Blank\u201c schrammeln ge-na-den-los los, sowohl die Gitarren als auch das Schlagzeug g\u00f6nnen sich gegenseitig nix und Atsuo schreit auf japanisch irgendwelche Dinge, die die\/dem\/der\/das Angeschriene in keinem guten Licht dastehen lassen. Derweil h\u00e4mmert er auf seine Drums ein, dass es eine wahre Freude ist, und Wata und Takeshi spielen sich auf den Gitarren (Wata auf der besagten schwarzen Les Paul und Takeshi auf einem der Teile seiner d\u00e4monischen doppelhalsigen, vom \u201eAkuma No Uta\u201c-Cover \u2013 jahaa, das, auf dem Takeshi dasitzt wie weiland Nick Drake auf \u201eBryter Later\u201c, nur eben nur mit einem Hals mehr an der Gitarre \u2013 bekannten Halb-E-Bass-halb-E-Gitarre) die B\u00e4lle zu. Kein Vergleich zu Boris\u2018 letztem, erst in diesem Jahr erschienenen, erst in diesem Jahr in dieser Stelle rezensiertem Album \u201eW\u201c, das ruhige Stellen nicht nur zulie\u00df, sondern geradezu ermunterte. Dagegen wirkt \u201eHeavy Rocks\u201c, als ob das Trio aus Tokio zu sich ins Wohnzimmer gegangen w\u00e4re, die Alben ihrer Plattensammlung aus den Regalen gerissen h\u00e4tte und sie singend durch die Gegend gepfeffert h\u00e4tte, w\u00e4hrend andere Leute dazu Gitarre gespielt und getrommelt h\u00e4tten.<br><br>Bis: Jahaaa \u2013 bis \u201eNosferatu\u201c: Da h\u00f6rt man einen engelsgleichen Gesang, der nur von Wata stammen kann, und die Saiteninstrumente lassen ein wunderwundersch\u00f6nes Dronedoomgedrone ert\u00f6nen, das nur von Atsuos Gesang wieder eingefangen werden kann, der wieder einmal mehr versucht, King Buzzo von den Melvins gesanglich zu erreichen und das auch schafft. Anschlie\u00dfend verz\u00fcckt wieder einmal mehr Wata die Zuh\u00f6renden, w\u00e4hrend sie gleichzeitig der Gitarre ein unmenschliches Quietschen entlockt, dann wieder Atsuo und immer so fort. \u201eNosferatu\u201c ist eventuell DER Song des Albums. Der Song, f\u00fcr den Earth gestorben w\u00e4ren\u2026 The Earth died screaming\u2026 oder wieauchimmer.<br><br>Gleich danach lassen Boris vergessen, dass sie auch nur ann\u00e4hernd etwas mit Drone Doom oder auch nur mit Doom zu tun h\u00e4tten: \u201eRuins\u201c schrammelt los wie nichts Gutes \u2013 mir f\u00e4llt tats\u00e4chlich nichts ein, was in \u00e4hnlicher Weise losschrammelt wie nichts Gutes \u2013 und der Gesang erinnert mich wieder einmal mehr an Mastodon auf \u2013 ja, auf was? Auf Mastodon, vermute ich. Der n\u00e4chste Song \u201eGhostly Imagination\u201c wird von einem wirklich nicht mehr sch\u00f6nen, sondern immens brutalen und dadurch umso sch\u00f6neren Drumgeballer Atsuos dominiert, tut weh an den Ohren (Watas Gitarre jault, als h\u00e4tte man sie ohne Fr\u00fchst\u00fcck ins Bett geschickt) und besticht dennoch durch eine Melodie, bei der man sich fragt: W\u00e4h?<br><br>Das n\u00e4chste St\u00fcck \u201eChained\u201c beginnt mit einem Kettengeklimper, bei dem man denkt, \u201eja nee is klar, \u201aChained\u2018, Kettengeklimper und so\u201c \u2013 aber nur wenige Takte sp\u00e4ter hauen einem Boris derma\u00dfen die F\u00fc\u00dfe weg, dass man sich w\u00fcnscht, diese w\u00e4ren in Ketten, was ist Rhythmusarbeit, was ist Solo? Alles verschwimmt zu einer Orgie an Brutalit\u00e4t, die nur durch das letzte St\u00fcck, \u201e(Not) Last Song\u201c wieder eingefangen werden kann: Hier ist der Name Programm, Klavier, Ruhe und \u2013 ja, genau \u2013 Atsuos \u00e4tzender, teils in gepresster Weise herausgepresster Gesang \u2013 dominieren das St\u00fcck, das auf einmal abbruchartig abbricht \u2013 und dieses Album endlich ein Ende findet! Ja Hammer! Schnell raus, eine rauchen, und \u201eHeavy Rocks\u201c noch einmal durchlaufen lassen!!!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (19.08.2022) Handelt es sich bei \u201eHeavy Rocks (2022)\u201c wieder um so eine Rewiederneuver\u00f6ffentlichung eines alten Albums? Gar bereits um die zweite? Immerhin haben Boris aus Tokio schon 2002 und 2011 ein Album mit diesem Titel ver\u00f6ffentlicht. 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