{"id":4432,"date":"2022-08-10T21:50:21","date_gmt":"2022-08-10T19:50:21","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4432"},"modified":"2022-08-10T21:54:36","modified_gmt":"2022-08-10T19:54:36","slug":"imperial-triumphant-spirit-of-ecstasy-century-media-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/imperial-triumphant-spirit-of-ecstasy-century-media-2022\/","title":{"rendered":"Imperial Triumphant \u2013 Spirit Of Ecstasy \u2013 Century Media 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Imperial-Triumphant-Spirit-Of-Ecstasy.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Imperial-Triumphant-Spirit-Of-Ecstasy.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4433\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (10.08.2022)<\/p>\n\n\n\n<p>Ich mag Metal, auch und vor allem Extreme Metal, und ich mag Jazz. Wen also nimmt es wunder, dass mich Imperial Triumphant seit einiger Zeit t\u00fcchtig in ihren Bann schlagen? Oder ziehen? Pr\u00fcgeln? Die Kolleg:innen von metalinjection.net bringen es auf jeden Fall auf den Punkt: Rockmusiker spielen vier Akkorde f\u00fcr viertausend Leute, w\u00e4hrend Jazzmusiker viertausend Akkorde f\u00fcr vier Leute spielen. Imperial Triumphant machen eigentlich dasselbe, nur umgekehrt und f\u00fcr beide Arten von Publikum. Wenn man nun erreichen will, dass Imperial Triumphant auch endlich die Massen erreichen, m\u00fcsste man nur die Gaststars aufz\u00e4hlen, die auf \u201eSpirit Of Ecstasy\u201c versammelt sind: Allen voran Kenny G am Saxophon auf \u201eMerkurius Gilded\u201c, von seinem Sohn Max Gorelick an der Gitarre begleitet, au\u00dferdem sind unter anderem Alex Skolnick von Testament, Trey Spruance (u.a. Mr. Bungle) und Snake von Voivod mit von der Partie. Trotzdem kommt da nichts Eing\u00e4ngiges oder Massenkompatibles bei raus, sonder eher Erschreckendes\/Verst\u00f6rendes \u2013 vor allem Gro\u00dfartiges.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Wenn man die Musik des Trios aus New York City in irgendeine Schublade pressen soll, dann w\u00e4re es Black Metal (wenngleich druckvoller produziert) Jazz Fusion Dingenskirchen. Zachary Ilya Ezrin singt, als gelte es, Fenriz von Darkthrone bei \u201eSing meinen Song\u201c gegen Quorthon von Bathory auszustechen, die Musik ist basslastig, dumpf, aber facettenreich, und rockt teilweise richtig los (Beispiel: Das Titelst\u00fcck \u201eChump Change\u201c ab ungef\u00e4hr Minute 5), wobei aber immer Harmonien verwendet werden, die an der Eing\u00e4ngigkeit mit der Stufe 4 auf der nach oben offenen Miles-Davis-Skala vorbeischrammen. Das zweite St\u00fcck \u201eMetrovertigo\u201c donnert anscheinend eing\u00e4ngig los, dann stellt die\/der H\u00f6rende fest: Donnert ja, eing\u00e4ngig nicht, trotzdem zieht einen der Song unweigerlich in seinen Bann, man w\u00e4re am Ende locker dazu bereit, im Nexus dazu zu tanzen. Beim dritten St\u00fcck \u201eTower Of Glory, City Of Shame\u201c kriegt man dann gelernt, was Imperial Triumphant eigentlich ausmacht: Eine Orgel, die wahrscheinlich ein kapuzenverh\u00fcllter Wahnsinniger mit mindestens drei H\u00e4nden bearbeitet, stoisch h\u00e4mmernde Drums, diverse vermutlich eigentlich ganz normale Ger\u00e4usche in be\u00e4ngstigender Verzerrung und dazu der d\u00fcster-donnernde Gesang Ezrins. Pandemonium at its best.<br><br>Interessanterweise klingt das Ganze nicht irgendwie chaotisch, sondern sch\u00f6n strukturiert und gut durchdacht. Und doch irgendwie chaotisch. Die wollen einen echt auf die Probe stellen, ob man noch alle Latten am Zaun hat, sich sowas anzuh\u00f6ren, h\u00e4tte ich jetzt fast geschrieben. \u201eSpirit Of Ecstasy\u201c ist eins der Alben, das sich einem erst erschlie\u00dft, wenn man es ganz leicht \u00fcber Zimmerlautst\u00e4rke abspielt. Dann aber daf\u00fcr so richtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischendurch ein paar Worte noch zum auf dem offiziellen Youtube-Kanal von Century Media abrufbaren Video zu \u201eMerkurius Gilded\u201c: Die Band ist maskiert \u2013 aber nicht, wie man es beispielsweise von Bands wie Ghost gew\u00f6hnt ist, sondern genau so, wie genau die Post-Black-Metal-Band aus Deinem schlimmsten Albtraum, die Dir nichts Gutes will, sondern die Dir vor Augen h\u00e4lt, dass Du durch eine aus Gutm\u00fctigkeit getroffene Entscheidung gerade die gesamten letzten Monate Deines Daseins weggeworfen hast \u2013 also genau solche Masken tr\u00e4gt diese Band und spielt dazu Musik. Eigentlich nicht wirklich Musik, sondern ein destruktives Requiem auf \u2013 ja, auf alles. Dazu f\u00e4hrt die Kamera zur\u00fcck und gibt immer mehr von der surrealen Szenerie preis. F\u00e4hrt zur\u00fcck und zur\u00fcck \u2013 irgendwann muss doch der Kameramann beim Zur\u00fcckfahren mit dem R\u00fccken gegen die Wand sto\u00dfen. Deine Mutter st\u00f6\u00dft beim Zur\u00fcckfahren gegen die Wand, der Kameramann hingegen nicht. Von rechts torkelt ein Mann mit Gasmaske ins Bild, in der Gasmaske steckt ein Sopran-Sax, der Mann spielt ein Solo, das einem das Blut in den Adern gefrieren l\u00e4sst. Aus Sicht der\/des Betrachtenden links von ihm spielt jemand sehr gut, wenn auch nicht sch\u00f6n Gitarre. Die beiden sind Kenny G und sein Sohn Max. Die Szenerie scheint eine barocke Party abzubilden, an der nicht teilgenommen haben zu m\u00fcssen man sich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen kann, die Kamera schwenkt \u00fcber die G\u00e4ste, die trinkend Karten spielen, und als Zuschauer:in will man vor allem eins: nur hier raus.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das Album von Imperial Triumphant, das dieses brillante St\u00fcck Musik (?) enth\u00e4lt, wieder und wieder abspielen, wie den Unfall auf der A2, an dem man gerade vorbeif\u00e4hrt und von dem man nicht wegschauen kann. Dem auf \u201eMerkurius Gilded\u201c folgendem St\u00fcck \u201eDeath On A Highway\u201c wohnt auch wieder genau dieser Zauber des Nicht-Wegschauen-K\u00f6nnens inne, \u201eIn The Pleasure Of Their Company\u201c quietscht zun\u00e4chst m\u00e4chtig los und hat dann sp\u00e4ter l\u00e4ssig groovende Passagen, die Bl\u00e4ser tun auf jeden Fall weh in den Ohren, aber auf eine angenehme Art. Jazz-H\u00f6rer k\u00f6nnen sich eventuell vorstellen, wie das geht. Das vorletzte St\u00fcck \u201eBezumnaya\u201c baut sich langsam auf und steigert sich dann in eine brachiale Kakophonie hinein, um dann seehr schr\u00e4g akustisch zu enden. Danach entlassen Imperial Triumphant die\/den H\u00f6renden mit \u201eMaximalist Scream\u201c in eine Welt, die vielleicht weniger schlimm ist als das soeben akustisch Durchlebte. Erst wird geschrien, dann d\u00fcster gegrowlt, das Schlagzeug versohlt einem die ganze Zeit den Hintern, dass es nur so splatattert, die Orgel orgelt ordentlich und irgendwann ist es vorbei. Un.glaub.lich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (10.08.2022) Ich mag Metal, auch und vor allem Extreme Metal, und ich mag Jazz. Wen also nimmt es wunder, dass mich Imperial Triumphant seit einiger Zeit t\u00fcchtig in ihren Bann schlagen? Oder ziehen? Pr\u00fcgeln? 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