{"id":4413,"date":"2022-08-08T21:41:04","date_gmt":"2022-08-08T19:41:04","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4413"},"modified":"2022-08-08T21:41:04","modified_gmt":"2022-08-08T19:41:04","slug":"ghostwhale-echoone-p-o-g-o-records-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/ghostwhale-echoone-p-o-g-o-records-2022\/","title":{"rendered":"Ghost:Whale \u2013 Echo:One \u2013 P.O.G.O. Records 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Ghost-Whale-Echo-One.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"124\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Ghost-Whale-Echo-One.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4414\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (08.08.2022)<br><br>Das Album atmet langsam, aber es klingt angenehm ungesund: \u201eEcho:One\u201c ist das Deb\u00fct der frisch gegr\u00fcndeten belgischen Stoner-Doom-Band mit dem vergn\u00fcglichen Namen Ghost:Whale. Mit der Eigenschubladisierung nimmt es das Br\u00fcsseler Trio nicht so genau, das macht die Musik so interessant; mit einem Schlagzeug und zwei B\u00e4ssen, also ohne Gitarren, ist die Kategorisierung auch nicht so einfach, und viele der Einfl\u00fcsse auf diesem Album resultieren aus dem, was einige der Musiker mit ihren vorherigen Bands so trieben: Industrial, Punk, Sludge \u2013 und Noise. Wer in seinem trocken verfuzzten Gemalme ein Saxophon unterbringt, st\u00f6\u00dft sowieso auf offene Ohren. Monotonie, Wiederholung, Ger\u00e4usche \u2013 ein Tiefenrausch!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Melodien sollte man auf diesem einst\u00fcndigen Album nicht erwarten. Die f\u00fcnf Tracks malmen vor sich hin, stoisch, unbeirrt, ungebremst, und doch variantenreich. Wie Atem, entspannt, aber nicht bei bester Gesundheit, rasselnd, schleppend. Es kommt eben darauf an, wann welcher der Musiker mit dem Musizieren aussetzt oder wo er Breaks und Fills setzt, oder auch: Wo die Band \u2013 wie im letzten Track \u2013 das Tempo doch mal anzieht, nachdem sie sich ewig im Schlenderschritt bewegte. Nach vorn, das auf jeden Fall, die Bewegung ist schon ausgerichtet, nicht orientierungslos. Und die Musik ist staubtrocken, die B\u00e4sse fuzzy verzerrt, tief gestimmt, aber nicht heavy gespielt, und das Schlagzeug auf repetetive Dynamik ausgelegt, gelegentliche rhythmisch eingesetzte Samples sowie auf den Saiteninstrumenten erzeugte flirrende Sounds erweitern das Spektrum. Can trifft milde Swans trifft Leute aus der kalifornischen W\u00fcste, und es erstaunt, was auf diesem vermeintlich minimalistischen Album so alles los ist. Eine verspielte Bande, diese Band.<br><br>Daher passt der Doom als Genrebezeichnung auch nicht wirklich ins Bild: Die Musik ist, dem Einsatz zweier B\u00e4sse und keiner Gitarre geschuldet, rauh, aber nicht hart. So erinnert es zwar schon an die Genueser Mope, wenn im nach der Br\u00fcsseler Band benannten halbst\u00fcndigen Track pl\u00f6tzlich ein Saxophon ert\u00f6nt, aber Mope sind wesentlich h\u00e4rter und tats\u00e4chlich n\u00e4her am Doom, am Metal \u00fcberhaupt. Auch Morphine taugen als Band mit Bassdominanz und Saxophon nur marginal als Vergleich, die haben einen anderen Groove und \u00fcberhaupt Songstruktur. Hier greift das Saxophon beinahe den Walgesang auf, bevor es zu quieken beginnt, und diese musikalische Analogie zum Bandnamen l\u00e4sst den Kiffer noch breiter grinsen.<br><br>Wobei der Bandname unterschiedliche Interpretationen zul\u00e4sst. Er k\u00f6nnte \u2013 nicht zuletzt dem Cover entsprechend \u2013 angelehnt sein an Bake-kujira, einen skelettierten Wal der japanischen Mythologie, der sich nicht fangen l\u00e4sst und der als Ungl\u00fccksbote auftritt. Es k\u00f6nnte sich auch um eine Roboter-Figur aus dem Universum von Sonic The Hedgehog handeln, einen riesigen Wal, dessen Herz man viermal zerst\u00f6ren muss und sich auf dem Weg dahin in dessen Inneren von Raketen beschossen sieht, logisch. Der Londoner Craft-Beer-Shop hingegen kommt als Referenz eher weniger in Frage. Wom\u00f6glich ist es schlichtweg die von Dr. Salvatore Cerchio entdeckte und von ihm so benannte Walart Ghost Whale, die hier Pate stand \u2013 schlie\u00dflich ging diese Entdeckung der Bandgr\u00fcndung nur weniger Monate voraus, und sch\u00f6n spooky ist der Name ja.<br><br>Diese Bandgr\u00fcndung fand 2021 mitten in der Pandemie statt. Zur Grundausstattung geh\u00f6ren die beiden Bassisten Lionel Beyet (P.O.G.O.-Labelchef sowie von Industrial-, Noise- und Punk-Bands wie Missiles Of October, [P.U.T], Monsters Eaters und No Hope For All) und Yves Vranckx (von dem Punk\u2019n\u2019Roll-Projekt mit dem an Mel Brooks\u2018 \u201eFrankenstein Junior\u201c angelehnten Namen Frau Bl\u00fccher And The Dr\u00fcnken Horses, wo er konsequenterweise Vr\u00e4nckx hei\u00dft) und der Schlagzeuger Vincent Desantos, das Saxophon streut Bruno Nono ein. Das Album kommt \u00fcbrigens auf diversen Labels in unterschiedlichen physischen Editionen heraus. Und es lohn sich!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (08.08.2022) Das Album atmet langsam, aber es klingt angenehm ungesund: \u201eEcho:One\u201c ist das Deb\u00fct der frisch gegr\u00fcndeten belgischen Stoner-Doom-Band mit dem vergn\u00fcglichen Namen Ghost:Whale. 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