{"id":4397,"date":"2022-08-04T21:25:26","date_gmt":"2022-08-04T19:25:26","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4397"},"modified":"2022-08-04T21:25:26","modified_gmt":"2022-08-04T19:25:26","slug":"the-smile-a-light-for-attracting-attention-xl-recordings-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-smile-a-light-for-attracting-attention-xl-recordings-2022\/","title":{"rendered":"The Smile \u2013 A Light For Attracting Attention \u2013 XL Recordings 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/The-Smile-A-Light-For-Attracting-Attention.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/The-Smile-A-Light-For-Attracting-Attention.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4398\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (04.08.2022)<br><br>Was machen Radiohead heute? Pause irgendwie, mit \u201eKid A Mnesia\u201c auch mal Resteverwertung, seit sechs Jahren oder so. Daf\u00fcr bauen S\u00e4nger Thom Yorke und Gitarrist Jonny Greenwood mit dem ausgeborgten Schlagzeuger Tom Skinner eben ein neues Projekt, um auch in der Pandemie ihre Version von progressiv-verschachtelter Electro-Rockmusik fortzusetzen. The Smile nennt sich das Trio und unterscheidet sich nicht so wesentlich vom Mutterschiff. Nach all den Jahren versteht man beim Durchh\u00f6ren von \u201eA Light For Attracting Attention\u201c auch diejenigen, die Radiohead wegen des Gejammers nicht ertragen: Yorke kann das aber auch sehr. So richtig wert ist The Smile das Bohei nicht, das darum gemacht wird. Solide Arbeit, die in Details anstrengt, weil sie nervt. Mehr Rock w\u00e4re sch\u00f6n gewesen, so ist es streckenweise erm\u00fcdend \u2013 leider.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ja, es gibt Ausbr\u00fcche. Die Vorab-Single \u201eYou Will Never Work In Television Again\u201c ist so einer, der rotzig shuffelt und nerv\u00f6s in der Garage vibriert. Solche aus dem Erwartbaren herausragenden St\u00fccke gab\u2019s auch bei Radiohead in den zur\u00fcckliegenden 22 Jahren immer mal wieder, ansonsten erinnert es eher an die Fr\u00fchphase der Band. Man muss Radiohead ja schw\u00e4rmstens zugutehalten, dass sie als eine der wenigen Bands auf diesem Globus nach einer Erfolgskarriere \u2013 hier mit dem Neunziger-MTV-Hit \u201eCreep\u201c \u2013 eine Neuerfindung hin zum Experimentellen wagten und damit auch noch Massen in die Stadien mobilisierten; Talk Talk waren \u00e4hnlich wagemutig und konsequent, nur nicht mehr so erfolgreich. Bei Radiohead kam mehr und mehr Elektronik in die Rockmusik, dazu wie bei Talk Talk auch mehr Jazz. Voll gut! Nur \u2013 h\u00f6rt man sich die Alben wieder und wieder an, \u00fcberwiegt irgendwann doch die anstrengend hohe Stimme Yorkes, die zum Wimmern neigt. So auch hier: Gleich der n\u00e4chste Song \u201ePana-Vision\u201c ist Geheul zum Piano. Den Eindruck, das schmerzvolle Weinen \u00fcberwiege auf diesem Album, wird man nach den 53 Minuten leider auch nicht mehr los.<br><br>Dabei liegt die Sch\u00f6nheit im Detail, in synthetisch anmutenden gebrochenen Beats, in funky Bassspielereien, h\u00fcbschen von Keyboard-Streichern unterlegten Melodien, verschachtelten Afrobeats, \u00fcberraschenden elektronischen Gimmicks, entspannten Akustikgitarrenpassagen, untr\u00f6tigen Tr\u00f6ten, sperrigen Strukturen. \u201eThin Thing\u201c etwa kombiniert Afrobeat mit Operette und hebt sich als n\u00e4chstes erst aus dem Fluss heraus. F\u00fcr die Polyrhythmen ist Skinner zust\u00e4ndig, der ansonsten bei den Sons Of Kemet trommelt, einer postmodernen Jazzband aus London. \u201eA Hairdryer\u201c ist das n\u00e4chste zappelige Jazz-Electro-St\u00fcck. \u201eWe Don\u2019t Know What Tomorrow Brings\u201c klingt mit dem zickigen Keyboard im Hintergrund, den Schrammelgitarre und dem Galopptempo nach Sp\u00e4tsiebziger-Wave-Postpunk, herrlich.<br><br>\u201eFree In The Knowledge\u201c h\u00e4tte sich als Rockballade auch gut 1995 auf \u201eThe Bends\u201c gemogelt haben k\u00f6nnen. Zwei echte Radiohead-St\u00fccke beinhaltet das Album \u00fcbrigens tats\u00e4chlich: \u201eSkrting On The Surface\u201c (hier echt ohne das i) und \u201eOpen The Floodgates\u201c spielte die Hauptband bereits mehrfach live; beide St\u00fccke erf\u00fcllen indes vielmehr den Tatbestand des Jammerns, nicht zuletzt, weil sie sogar urspr\u00fcnglich Live-Solo-Songs von Yorke waren. Parallel zu The Smile haut Yorke \u00fcbrigens noch die Electro-Ambient-Single \u201e5.17\/That\u2019s How Horses Are\u201c heraus. Mit Electro hat er\u2019s solo ja, seit \u201eThe Eraser\u201c brachte er immer wieder unrockige Alben heraus, ebenso mit seinem anderen Seitenarm Atoms For Peace, allesamt sehr nicht Indierock und richtig gut.<br><br>\u201eA Light For Attracting Attention\u201c hat also ganze f\u00fcnf Songs, die herausragen und f\u00fcr die man gern hinh\u00f6rt, der Rest ist anstrengend, weil Yorke es nun wirklich mit dem hohen Jammergesang \u00fcbertreibt. Eine EP h\u00e4tte gereicht. Jungs, die Pandemie hat uns allen zugesetzt, rei\u00dft euch mal zusammen und rockt! Heulen k\u00f6nnt ihr noch, wenn ihr alt seid. Man muss es leider sagen: Das zu Unrecht als Supergroup bezeichnete Nebenprojekt von Radiohead ist bei aller Kreativit\u00e4t und Experimentierfreude doch gr\u00f6\u00dftenteils langweilig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (04.08.2022) Was machen Radiohead heute? Pause irgendwie, mit \u201eKid A Mnesia\u201c auch mal Resteverwertung, seit sechs Jahren oder so. 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