{"id":4364,"date":"2022-07-29T16:29:31","date_gmt":"2022-07-29T14:29:31","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4364"},"modified":"2022-07-29T16:29:31","modified_gmt":"2022-07-29T14:29:31","slug":"iron-maiden-live-im-frankfurter-waldstadion-26-juli-2022-support-airbourne-und-powerwolf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/iron-maiden-live-im-frankfurter-waldstadion-26-juli-2022-support-airbourne-und-powerwolf\/","title":{"rendered":"Iron Maiden live im Frankfurter Waldstadion, 26. Juli 2022 (Support: Airbourne und Powerwolf)"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-thumbnail\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Guido-Doerheide-Airbourne_Joel_O-Keeffe-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Guido-Doerheide-Airbourne_Joel_O-Keeffe-150x150.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4365\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-thumbnail\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Guido-Doerheide-Powerwolf.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Guido-Doerheide-Powerwolf-150x150.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4366\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-thumbnail\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Guido-Doerheide-Maiden01-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Guido-Doerheide-Maiden01-150x150.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4367\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-thumbnail\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Guido-Doerheide-Maiden03_Icarus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Guido-Doerheide-Maiden03_Icarus-150x150.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4368\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-thumbnail\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Guido-Doerheide-Maiden04_Trooper01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Guido-Doerheide-Maiden04_Trooper01-150x150.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4369\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-thumbnail\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Guido-Doerheide-Maiden05_Trooper_Schland-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Guido-Doerheide-Maiden05_Trooper_Schland-150x150.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4370\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-thumbnail\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Guido-Doerheide-Maiden06_Run_to_the_Hills-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Guido-Doerheide-Maiden06_Run_to_the_Hills-150x150.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4371\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-thumbnail\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Guido-Doerheide-Maiden07_Aces_high.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Guido-Doerheide-Maiden07_Aces_high-150x150.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4372\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (27.07.2022)<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwann vor Weihnachten sprach mich Kollege und Freund Christof darauf an, dass Iron Maiden 2022 in Frankfurt am Main auftreten w\u00fcrden und ob wir nicht vielleicht zusammen dahin gehen wollen w\u00fcrden. Christof hat manchmal ziemlich gute Ideen, zum Beispiel dieses Mal, ich sagte voller Begeisterung zu und wenige Tage sp\u00e4ter lag eine erheblich preisreduzierte Maiden-Karte (\u201emit sch\u00f6nen Gr\u00fc\u00dfen vom Weihnachtsmann\u201c) bei mir auf dem Schreibtisch. Ich habe die Karte seitdem wie meinen Augapfel (Christof ist Hesse \u2013 Augapfel, Ebbelwoi, ei gude) geh\u00fctet und bereits am Vorabend der Abfahrt nach FFM im kleinen roten Auto deponiert, um ja nicht ohne Ticket vor der Deutsche Bank Arena (formerly known as Waldstadion) zu stehen. Hat sich auch alles ausgegangen \u2013 ich stand mehr oder weniger p\u00fcnktlich (also sagen wir mal p\u00fcnktlich) samt Ticket und voll geladenem Smartphoneakku auf dem Parkplatz der Luftfahrt-Bundesamt-Au\u00dfenstelle Frankfurt in Raunheim und los ging es mit der S-Bahn zum Stadion.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Wir waren zu fr\u00fch da \u2013 zum Gl\u00fcck, denn wir standen ganz vorne und durften p\u00fcnktlich bei Einlass (eine gute Stunde sp\u00e4ter als scheduled) so ziemlich als erste aufs Gel\u00e4nde. Dank Christofs umsichtiger Planung hatten wir Innenraumtickets, die uns dank eines roten Handgelenkb\u00e4ndchens dazu erm\u00e4chtigten, uns im gesamten Waldstadion frei zu bewegen. Also haben wir uns als erstes mal ein sch\u00f6nes Pl\u00e4tzchen mittig vor der B\u00fchne gesichert und harrten der Dinge, die da kommen. Als erstes kam ein mit der Durchf\u00fchrung des Soundchecks beauftragter Roadie \u2013 vollb\u00e4rtig und voller Humor, der erstmal alle Mikros checkte und dabei sichtlich seinen Spa\u00df hatte. Ein totaler Sympath \u2013 der Jubel des Publikums war ihm gewiss und ich glaube, er hat jedes einzelne Mikro \u00f6fter gecheckt, als es auf seinem Zettel stand, einfach weil die Stimmung so toll war.<br><br>Dann betrat die erste von zwei Vorbands die B\u00fchne \u2013 Airbourne aus Australien. Vier Mann in der klassischen g, b, dr und v\/g-Besetzung, die das Stadion im Sturm einnahmen und den Rock\u2018n\u2018Roll zelebrierten, als h\u00e4tten sie ihn \u2013 beispielsweise gemeinsam mit Bon Scott \u2013 miterfunden. Diese Band profitiert klar von der Erfindung des kabellos mit dem Verst\u00e4rker verbundenen Saiteninstruments, denn Gitarrist und Bassist wechselten alle paar Songs laufenderweise die Position, spielten dabei weiter und waren sich stets der Sympathie des Publikums gewiss. S\u00e4nger und Leadgitarrist Joel O\u2018Keeffe ist au\u00dferdem sehr geschickt, halb gef\u00fcllte Bierbecher ins Publikum zu werfen, die dann \u2013 teilweise ohne einen Tropfen zu versch\u00fctten \u2013 aufgefangen und in der daraus resultierenden Freude \u00fcber die sch\u00f6ne Interaktion ungetrunken verplempert werden. Dazu wird harter, guter Rock\u2018n\u2018Roll gespielt \u2013 kurz gesagt, es bleiben eigentlich keine W\u00fcnsche an eine gute erste Vorgruppenperformance offen \u2013 dann erklimmt O\u2018Keeffe den R\u00fccken eines Security-Mitarbeiters und l\u00e4sst sich von dem durch die ersten Reihen des Publikums tragen, klampft dank zuvor schon besungener Wireless-Technik unger\u00fchrt weiter und singt dazu. Am Ende des Airbourne-Auftritts l\u00e4sst sich O\u2018Keeffe dann nochmal sehr lobend \u00fcber die Maiden-Roadcrew aus, die bei diesem Event mit drei Bands nacheinander wahre H\u00f6chstleistungen vollbringt, und schmei\u00dft zielsicher einige noch weitere Kaltgetr\u00e4nke ins Publikum \u2013 ein sehr sympathischer Abgang einer sehr sympathischen und \u00fcber alle Ma\u00dfen unterhaltsamen Vorband.<\/p>\n\n\n\n<p>Als n\u00e4chstes dann \u201eDie heilige Heavy-Metal-Messe von Powerwolf\u201c. Ich muss zugeben, \u00fcber die mit ihrer vermeintlich rum\u00e4nisch\/ungarischen Herkunft kokettierenden Saarl\u00e4nder schon viel, aber noch nichts von ihnen geh\u00f6rt zu haben, geschweige denn, sie auftreten zu sehen gehabt zu haben. Seit Dienstag habe ich sie gesehen und geh\u00f6rt, und ich kann verstehen, warum Attila Dorn, Falk Maria Schlegel, die Greywolf-Brothers Charles und Matthew sowie Drummer Roel van Helden (hihi, ausgerechnet diese Ausnahmebetitelung ist als einzige kein K\u00fcnstlername \u2013 typisch de Nederlands mal wieder) f\u00fcr derartige Begeisterungsst\u00fcrme sorgen, wie sie es immer wieder tun. Erstmal die Optik \u2013 Fields Of The Nephilim Anno 1987 treffen Goth-Metal, und dann das ganze Gehabe auf der B\u00fchne: Da sitzt jede einzelne Geste, diese Band feiert ihr Publikum und wird von diesem dann als Dank gefeiert \u2013 nicht, weil sie irgendwelche G\u00f6tter oder Hohepriester sind, sondern einfach, weil sie eine so tolle Unterhaltung bieten, dass man sie daf\u00fcr am Ende sehr gerne feiert. \u201ePowerwolf sind mit Euch! Seid Ihr mit uns?\u201c Jemandem, der sein Publikum so begr\u00fc\u00dft, kann man doch nicht b\u00f6se sein, oder?<br><br>Attila Dorn geht w\u00e4hrend der Show immer mal zum hinteren B\u00fchnenrand und gie\u00dft sich aus einem metallenen Beh\u00e4ltnis ein \u2013 wie ich denke \u2013 isotonisches Sportgetr\u00e4nk in einen ebenfalls metallenen Kelch und trinkt daraus, bevor er \u2013 mit einer absolut beeindruckenden Stimme \u2013 weitersingt, ich denke an Airbourne und hoffe, dass er nicht ebenfalls sein Getr\u00e4nkebeh\u00e4ltnis ins Publikum wirft. Er tut es zum Gl\u00fcck auch nicht. Attila Dorn hat \u00fcbrigens gleich zu Anfang des Powerwolf-Auftritts alle meine Sympathien auf meiner Seite: Er gibt sich redlich M\u00fche \u2013 und macht das auch saum\u00e4\u00dfig authentisch \u2013, den ungarisch\/rum\u00e4nischen native speaker zu mimen, und redet dabei wie mein Gro\u00dfonkel Gerd aus Bochum \u2013 seines Zeichens masurischer native speaker \u2013 mit rollendem \u201eR\u201c und leichtem Lispeln. Damit hat er mich sofort, die Musik ist catchy as hell und wird kompetent performt \u2013 einzig, wo die den grollenden Basssound (hey Schepper, Deine Zunft hat nun auch endlich eine Vokabel mit Tripel-S) hernehmen, wo sie nur mit zwei Gitarristen (hihi \u2013 mit Flying Vs im Mittelalter-Retro-Design, als w\u00e4ren sie in Grabstein gemei\u00dfelt) auf der B\u00fchne stehen. Falk Maria Schlegel am Keyboard ist es jedenfalls nicht, denn der hat alle H\u00e4nde voll zu tun, alle Naselang hinter seinem Keyboard hervorzuspringen und Attila Dorn beim Unterhalten des Publikums zu unterst\u00fctzen \u2013 und die beiden sind ein tolles Team. Somit vermute ich, dass eine der Gitarren um einige Oktaven heruntergestimmt ist, wenn jemand n\u00e4here Informationen dazu hat, dann immer her damit. Sehr sch\u00f6n bei Powerwolf ist die immerw\u00e4hrende Einbeziehung des Publikums. Zun\u00e4chst wird gemeinsam gesungen \u2013 erst alle, dann die Frauen, dann die M\u00e4nner, dann teilen sich Schlegel und Dorn das Publikum h\u00e4lftig auf und alle haben Spa\u00df \u2013 quasi die Gotthilf Fischers des Powermetal. Und am Ende ruft Dorn doch tats\u00e4chlich dazu auf, \u201emit ihm zu springen\u201c und das Publikum springt begeistert auf und ab. Gemeinschaftlicher Chorgesang mit anschlie\u00dfendem Workout \u2013 Powerwolf bem\u00fchen sich wahrhaft um die Publikumsgesundheit. Eins, zwei, drei, Power \u2013 als reichte das nicht an Beweisen, dass da Erzsympathen auf der B\u00fchne stehen, ruft Attila Dorn am Ende des Sets das Publikum dazu auf, rhythmisch in die H\u00e4nde zu klatschen und \u201eBlut\u201c zu rufen. OK, das klingt jetzt allein noch nicht sympathisch, aber Dorn f\u00fcgt hinzu, Bruce [Dickinson, Anm. d.Schr.d.Z.] h\u00e4tte vorhin mit ihm gesprochen, und \u201ewenn die nicht laut sind, haut er mir auf Hinterkopf!\u201c Und da waren wir laut, aber sowas von.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann folgt die n\u00e4chste Umbaupause, noch einmal durchatmen, das Publikum jubelt, sobald der Maiden-B\u00fchnenaufbau f\u00fcr die ersten St\u00fccke im Hintergrund zu sehen ist. Japanische Samurai-Romantik, passend zum aktuellen Maiden-Album \u201eSenjutsu\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann l\u00e4uft \u201eDoctor Doctor\u201c von U.F.O. vom Band \u2013 seit Jahrzehnten die Ank\u00fcndigung, dass in unmittelbarem Anschluss Steve Harris und seine Bandkollegen die B\u00fchne betreten werden, was sie auch tun, und somit beginnt der Auftritt von Iron Maiden. Das B\u00fchnenbild wie immer perfekt \u2013 japanische Pagoden auf Leinwand, darunter echte Pagodend\u00e4cher und dazwischen ist irgendwo mittig das Drumkit von Nicko McBrain platziert \u2013 das einzige Schlagzeug, das man vom Weltall aus sehen kann, und der mittlerweile 70j\u00e4hrige McBrain benutzt auch jedes einzelne Bestandteil davon und wei\u00df, was er dabei tut.<br><br>Bruce Dickinson hat seine Haarfrisur \u2013 seitdem er aufgrund der Age-60-Regelung nicht mehr als Verkehrspilot t\u00e4tig sein darf, l\u00e4sst er die mittlerweile w\u00fcrdevoll ergrauten Haare wieder wachsen \u2013 nach Samurai-Art mit einem Dutt am Hinterkopf hochgebunden, tr\u00e4gt eine schwarze Lederhose und ein ebenfalls schwarzes Langarmshirt und er\u00f6ffnet das Set mit dem Titelst\u00fcck von \u201eSenjutsu\u201c. Das hei\u00dft, eigentlich er\u00f6ffnet Nicko McBrain, denn dieses St\u00fcck beginnt mit einigen Trommelschl\u00e4gen, die dann von den Gitarren untermalt werden, dass man beim Zuh\u00f6ren denkt, wie es denn jetzt noch eindringlicher werden k\u00f6nnte. Und dann setzt Dickinsons Gesang ein \u2013 Hammer, der Typ ist 63 Jahre alt und ist dabei bei Stimme, als h\u00e4tte er die 40 noch lange nicht \u00fcberschritten. Seinen Gesang untermalt er mit beschw\u00f6renden Gesten und mir als langj\u00e4hrigem Fan treten die Tr\u00e4nen in die Augen. Dickinson hat eine kaum zu \u00fcberbietende B\u00fchnenpr\u00e4senz, und dazu spielt eine bestens aufeinander eingespielte Band eine Art von Musik \u2013 nat\u00fcrlich Rock\u2018n\u2018Roll \u2013 aber so Maiden-typisch, wie sie nur noch von Maiden kommen kann.<br><br>Mit \u201eSenjutsu\u201c, \u201eStratego\u201c und \u201eThe Writings On The Wall\u201c beginnen die sechs Briten gleich mit einer knappen halben Stunde Material von aktuellen Album, anschlie\u00dfend werden dann \u2013 wie der Tour-Titel \u201eLegacy Of The Beast\u201c schon ahnen lie\u00df \u2013 die guten alten Zeiten hochgehalten. Ich w\u00e4re nicht der n\u00fcchtern-sachliche Zahlenfreak, der ich bin, h\u00e4tte ich nicht die Setlist akribisch analysiert: Die besagten drei St\u00fccke vom aktuellen Album, anschlie\u00dfend folgt mit \u201eBlood Brothers\u201c vom Dickinson\/Smith-Comeback-Album \u201eBrave New World\u201c das einzige maiden-neuzeitliche St\u00fcck mit Ausnahme der drei Opener \u2013 sehr sch\u00f6n sentimental von Dickinson angesagt mit \u201eIt\u2018s not just tickets \u2013 it\u2018s people\u2026 fans\u2026 Br\u00fcder!\u201c Dann folgen, hier nicht in chronologischer Reihenfolge aufgez\u00e4hlt: Je ein Song von den beiden Blaze-Bayley-Alben (\u201eSign Of The Cross\u201c und \u201eThe Clansman\u201c \u2013 beide meines Erachtens mit Dickinson weit besser als im Original), je dreimal \u201eNumber Of The Beast\u201c (das Titelst\u00fcck sowie \u201eHallowed Be Thy Name\u201c \u2013 hier ert\u00f6nt zum ersten Mal Dickinsons charakteristische Aufforderung ans Publikum \u201eSCREAM FOR ME, FANKFUUUUURT!!!\u201c \u2013 und \u201eRun To The Hills\u201c) und \u201ePiece Of Mind\u201c (\u201eRevelations\u201c, \u201eFlight Of Icarus\u201c, \u201eThe Trooper\u201c), nat\u00fcrlich \u201eFear Of The Dark\u201c als einziges St\u00fcck vom gleichnamigen Album und einmal \u201ePowerslave\u201c \u2013 selbstverst\u00e4ndlich \u201eAces High\u201c (eins der besten ersten St\u00fccke auf einem Album) mit der obligatorischen Churchill-Rede zu Beginn. Ach ja, und selbstverst\u00e4ndlich das Titelst\u00fcck des selbstbetitelten Deb\u00fctalbums als einziger Bezug zur Paul-di-Anno-\u00c4ra.<br><br>Zu diesem Feuerwerk an Hits (Maiden k\u00f6nnen locker ein gut zweist\u00fcndiges Hit-Set spielen, ohne auch nur einmal auf die an Hits nicht eben armen 1980er Meisterwerke \u201eSomewhere In Time\u201c und \u201eSeventh Son Of A Seventh Son\u201c sowie auf die allesamt hervorragenden Alben aus den 2000ern zur\u00fcckgreifen zu m\u00fcssen) variiert das B\u00fchnenbild beinahe von Song zu Song. Das funktioniert eindrucksvoll mit wechselnden, wie B\u00fchnenvorh\u00e4nge zur Seite gezogenen Leinw\u00e4nden, auf denen zun\u00e4chst in Form eines Mosaik-Kirchenfensters die Cover von \u201eSeventh Son\u201c und \u201eNumber Of The Beast\u201c, das Single-Cover von \u201eThe Trooper\u201c sowie ein Motiv aus \u201ePowerslave\u201c zu sehen sind. Dann werden unter anderem Ikarus sowie der Geh\u00f6rnte und noch einmal der Trooper gezeigt. Am Ende schwebt schlie\u00dflich zu \u201eAces High\u201c eine knetgummiartige Supermarine Spitfire samt drehendem Propeller von der Hallendecke auf die Musiker herab. Im Gegensatz zu fr\u00fcheren Shows gibt es keinen \u00fcberdimensionalen Eddie, der zum Ende von hinten \u00fcber die B\u00fchne kriecht \u2013 diese Rolle wird aber von einem knapp drei Meter hohen Eddie, der bei einigen Songs zwischen die Musiker tritt und diese mit immer anderen Waffen bedroht, ebenso effektvoll ausgef\u00fcllt.<br><br>Die seit 20 Jahren sechsk\u00f6pfige Band ist wahrlich gut gealtert: Alle Musiker haben immer noch lange Haare, die keine Anstalten des Sch\u00fctterwerdens unternehmen, und sind wie eh und je von sportlicher Figur und modisch up to date: Dickinson wechselt nicht mehr von Song zu Song das Kost\u00fcm \u2013 die schwarzen Lakritzleggings l\u00e4sst er sogar selbst dann noch an, wenn zu \u201eThe Trooper\u201c mit der obligatorischen Uniformjacke der Light Brigade der einzige Klamottenwechsel ansteht \u2013 und macht nicht nur eine exzellente Figur, sondern tobt sich wie eh und je auf der B\u00fchne aus, dass es einem beim Zusehen schwindlig wird. Dave Murray und Janick Gers tragen Maiden-Fanshirts, Adrian Smith seit Jahren Stirnband und wuscheligen Kinnbart, Bassist und Bandchef Steve Harris wie immer knielange Hose und dunkle Heavy-M\u00e4hne (mit seinem furiosen B\u00fchnengesichtsausdruck wird er im Alter auch Mille von Kreator immer \u00e4hnlicher) und Nicko McBrain zeigt, wenn er zwischendurch mal hinter seinem Schlagzeug-Unget\u00fcm hervorgestiegen kommt, dass man ihm die 70 keinesfalls ansieht.<br><br>\u00dcberaus sehenswert ist auch, wie unterschiedlich die Performance der sechs Musiker ausf\u00e4llt: Smith wirkt wie der coole Hippie-Rocker aus der CCR-Coverband von nebenan, Murray spielt fast immer leicht nach hinten geneigt mit geschlossenen Augen (nicht umsonst gilt \u2013 wenn es richtig sch\u00f6n gef\u00fchlvoll g\u00e4nsehautm\u00e4\u00dfig werden soll, dann muss ein Solo von Murray her), Gers f\u00fchrt sein typisches Ein-Mann-Gitarrenballett auf, dass es Wunder nimmt, dass er sich dabei nicht mit dem Verst\u00e4rkerkabel stranguliert oder \u00fcber dasselbe stolpert, oft legt er ein Bein im 90-Grad-Winkel abgespreizt auf eine Monitorbox, w\u00e4hrend er die Gitarre um seinen kompletten K\u00f6rper kreisen l\u00e4sst und dabei meistens sogar weiterspielt. Und er ist nicht nur f\u00fcrs Ballett und Posing zust\u00e4ndig, sondern h\u00e4lt oft das rhythmische Ger\u00fcst der Maidenschen \u00fcber jeden Zweifel erhabenen Gitarrenarbeit am Laufen, w\u00e4hrend sich Murray und Smith mit ihren virtuosen Soli das Griffbrett in die Hand geben, spielt aber selbst auch ab und an ein Solo, das sich gewaschen hat. Harris ist ebenfalls ein entschiedener Bef\u00fcrworter der Monitorbox: Sehr oft hat er das linke Bein auf der Box stehen, richtet den auf dem Oberschenkel aufgest\u00fctzten Bass wie eine Waffe in die Tiefe des Raumes, blickt furios ins Publikum und entlockt dem Instrument diese galoppierenden L\u00e4ufe, an die man nicht glauben w\u00fcrde, s\u00e4he man nicht mit eigenen Augen, dass man sowas tats\u00e4chlich spielen kann, ohne sich die Finger zu brechen oder an den dicken Saiten zumindest zu verstauchen.<br><br>Was bei Maiden trotz aller Professionalit\u00e4t und trotz des Ikonenstatus\u2018 als wahrhaft beste (Metal-)Band auf dem Planeten nie zu kurz kommt, ist der Humor. Mitten im Song \u201eThe Clansman\u201c pirscht sich Dave Murray an Janick Gers heran und tippt ihn an. Gers f\u00e4hrt vor Schreck zusammen und spielt dann ein megapr\u00e4zises Solo, die\/der Zuschauende denkt \u201ezum Gl\u00fcck hat Dave ihn dran erinnert\u201c, das Solo geht flie\u00dfend in das von Murray \u00fcber und am Ende \u00fcbernimmt Smith. Ganz ganz gro\u00dfe Mannschaftsleistung. Wenn man zun\u00e4chst dachte, \u201ewarum brauchen Maiden drei Gitarristen?\u201c und dann zu \u201ewie zum Teufel kriegt man drei Gitarristen gewinnbringend unter einen Hut?\u201c \u00fcbergegangen ist, stellt man am Ende fest, dass man keinen der drei missen m\u00f6chte und jeder sein nicht unbeachtliches Scherflein zum seit 2000 aktuellen Maiden-Sound und zum kom\u00f6diantischen Aspekt des Heavy Metal beitr\u00e4gt.<br><br>\u00c0 propos \u201eThe Clansman\u201c: Gegen Ende br\u00fcllt Dickinson auf einmal \u201eAnd now in Deutsch!!!\u201c \u2013 und l\u00e4sst das Publikum \u201eOoooh, Ohoohoohooohoooooo\u2026.\u201c singen. Klasse! Und am Ende von \u201eRun To The Hills\u201c l\u00e4uft er vor immer neuen, direkt hinter ihm explodierenden Pyrotechnik-Items davon und sprengt am Ende dann selber die B\u00fchne in die Luft. Die dennoch stehen bleibt, schlie\u00dflich will am Ende ja noch \u201eAces High\u201c zelebriert werden. Und wie. Adrian Smith bearbeitet gegen Ende des St\u00fccks seine Gitarrensaiten mit einem Fisch. Jawohl, mit einem Fisch, meine Damen und Herren. Dann Auftritt Supermarine Spitfire, dann l\u00e4uft \u201eAlways Look On The Bright Side Of Life\u201c vom Band \u2013 das hei\u00dft also, mehr Zugaben gibt es nicht- und ein denkw\u00fcrdiger Abend geht seinem Ende entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende fallen mir keine besseren Worte ein als die, die Attila Dorn w\u00e4hrend und am Ende des Powerwolf-Auftritts immer w\u00e4hlte: \u201eVielen Dankesch\u00f6n, Freunde!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und vielen Dankesch\u00f6n auch an die unbekannte Konzertbesucherin f\u00fcr das inspirierende Gespr\u00e4ch zum Thema \u201eDie Fender Strat im Heavy Metal\u201c (in der Tat spielen nicht nur Murray, Smith und Gers dieses Instrument, auch Harris\u2018 Bass ist ein Fender Precision \u2013 mit Westham-United-Logo vorne drauf) auf dem R\u00fcckweg vom Waldstadion zur S-Bahn-Station!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (27.07.2022) Irgendwann vor Weihnachten sprach mich Kollege und Freund Christof darauf an, dass Iron Maiden 2022 in Frankfurt am Main auftreten w\u00fcrden und ob wir nicht vielleicht zusammen dahin gehen wollen w\u00fcrden. Christof hat manchmal ziemlich gute &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/iron-maiden-live-im-frankfurter-waldstadion-26-juli-2022-support-airbourne-und-powerwolf\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-4364","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-konzert"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4364","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4364"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4364\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4373,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4364\/revisions\/4373"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4364"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4364"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4364"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}