{"id":4357,"date":"2022-07-25T21:10:13","date_gmt":"2022-07-25T19:10:13","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4357"},"modified":"2022-07-25T21:10:13","modified_gmt":"2022-07-25T19:10:13","slug":"spiritualized-everything-was-beautiful-fat-possum-bella-union-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spiritualized-everything-was-beautiful-fat-possum-bella-union-2022\/","title":{"rendered":"Spiritualized \u00ae \u2013 Everything Was Beautiful \u2013 Fat Possum\/Bella Union 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Spiritualized-Everything-Was-Beautiful.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Spiritualized-Everything-Was-Beautiful.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4358\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (25.07.2022)<br><br>Ab ins All mit Spiritualized! Der Treibstoff daf\u00fcr ist wie ehedem synthetisch und der Soundtrack einmal mehr wundervoll psychedelisch. Mit dem neunten Studioalbum \u201eEverything Was Beautiful\u201c setzt Jason Pierce aus Rugby nicht nur seinen in jeder Hinsicht dichten, dazu epischen, repetetiven, gospelartigen, chilligen, noisigen, warmen Drogenrock fort, sondern auch noch zwei Ankerpunkte zu fr\u00fcheren Alben: Der Titel bildet die erste H\u00e4lfte des Kurt-Vonnegut-Zitats, das das Vorg\u00e4ngeralbum \u201eAnd Nothing Hurt\u201c (2018) vervollst\u00e4ndigt \u2013 Zeitparadoxien sind m\u00f6glich \u2013, und das Cover erinnert an die Pillenpackung des Erfolgsalbums \u201eLadies And Gentlemen We Are Floating In Space\u201c (1997). Und das sind wir in der Tat immer noch.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Britische Drogenmusik ohne Beatleseinfluss gibt\u2019s nicht. In Harmonien und Rhythmen schimmern die Liverpooler hier stets durch, und Pierce verfeinert die erprobte Rezeptur auf seine Weise. Die sieht mehr Noise vor, den er zwischen die h\u00fcbsch anzuh\u00f6renden gitarrenlastigen Popsongs schiebt. Er l\u00e4sst Stimmen umeinanderschwirren, durchsetzt mit fr\u00f6hlich tr\u00f6tenden Blasinstrumenten. Er \u00fcbernimmt den von der Class of 2005 totgerittenen boogieartigen Britpoprhythmus und l\u00e4sst auf ihm die Walk\u00fcren in den Orbit reiten. Und wenn er sich verausgabt hat, tanzt er schwerf\u00e4llig zu Fl\u00f6ten, Saxophon und (echten!) Streichern auf einer verdunkelten Blumenwiese oder schwelgt mit einem cheesy Chor in seligen Retrozeiten. Im Countryrhythmus, wenn es sein muss.<br><br>Retro ist heute \u00fcberhaupt so gut wie alles an der Musik von Spiritualized, jedoch in einem Ma\u00dfe, das 1990 noch zukunftsweisend war, als Pierce, von den Spacemen 3 kommend, dieses neue Projekt aus der Taufe hob und aus den genannten Ingredienzien ebenjenes musikalische Konvolut erschuf, das es in dieser Art vor 30 Jahren noch nicht gegeben hatte. Verdienterma\u00dfen erhielt er 1997 die entsprechende Aufmerksamkeit: Das war bombastisch gut, was er da in die Pillenpackung presste. Fortan variierte Pierce die Zutaten, schob und dr\u00fcckte hier und dort an den Reglern, erg\u00e4nzte und verschlankte die Zutatenliste und landete zuletzt dann doch wieder bei dem Sound, in dem auch er selbst sich am besten fallen lassen konnte. Und den er nun auf \u201eEverything Was Beautiful\u201c fortsetzt, was heute indes eben zwangsl\u00e4ufig nicht mehr innovativ klingt, daf\u00fcr aber nach wie vor geil.<br><br>Einmal mehr gilt ein Album von Spiritualized eigentlich als Soloalbum vom Jason Pierce alias J. Spaceman, der hier laut Info 16 Instrumente selbst spielte; dieses Album zudem auch noch als nachgeschobener Vorl\u00e4ufer zu dem als Doppelalbum geplanten \u201eEverything Was Beautiful And Nothing Hurt\u201c, der ber\u00fchmten Zeile aus dem 1969 erschienenen Roman \u201eSlaughterhouse-Five\u201c (\u201eSchlachthof 5\u201c) von Kurt Vonnegut, die auch Leute wie Moby und Breakfast With Amy als Titel f\u00fcr ihre Alben verwendeten. Und doch sind hier mit allem Drum und Dran mehr Leute involviert, als in eine herk\u00f6mmliche Band passen. Zudem lud Pierce Singer-Songwriterin Nikki Lane in eines der gut ein Dutzend Studios, in denen er dieses Album zusammenbaute. Nicht zuletzt schart er seit 20 Jahren eine relativ stabile Band um sich, die indes wohl lediglich aus Erf\u00fcllungsgehilfen besteht.<br><br>Ja, \u201eEverything Was Beaufiful\u201c ist nicht innovativ, nicht brandneu, aber drauf geschissen, das Album ist gut in einer Folge nicht immer ganz so vollst\u00e4ndig \u00fcberzeugender Alben von Spiritualized und hat eine f\u00fcr sich genommen hohe musikalische Qualit\u00e4t. Kurz: Es ist wundersch\u00f6n. Und es ist eine R\u00fcckkehr zur alten Form des progressiven Psychedelikers, der man sich als Fan blind anvertrauen darf. Und das ist doch auch schon mal was.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (25.07.2022) Ab ins All mit Spiritualized! Der Treibstoff daf\u00fcr ist wie ehedem synthetisch und der Soundtrack einmal mehr wundervoll psychedelisch. 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