{"id":4350,"date":"2022-07-20T21:22:54","date_gmt":"2022-07-20T19:22:54","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4350"},"modified":"2022-07-20T21:22:54","modified_gmt":"2022-07-20T19:22:54","slug":"straight-shooter-4-alben-sky-records-sireena-1978-1983-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/straight-shooter-4-alben-sky-records-sireena-1978-1983-2022\/","title":{"rendered":"Straight Shooter \u2013 4 Alben \u2013 Sky Records\/Sireena 1978-1983\/2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Straight-Shooter-1-5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"124\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Straight-Shooter-1-5.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4351\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Straight-Shooter-3-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"124\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Straight-Shooter-3-4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4352\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (20.07.2022)<br><br>Was buddeln die Leute von Sireena denn jetzt wieder aus? Straight Shooter, eine Hardrockband aus D\u00fcsseldorf, die zwischen 1978 und 1984 aktiv war. Vier von f\u00fcnf Alben ver\u00f6ffentlichen die Bremer nun verteilt auf zwei CDs und lassen offen, warum das zweite Album nicht dabei ist. Man begleitet das wechseln besetzte Quin- bis Sextett chronologisch eigensinnig auf seinem Weg vom tighten Orgelrock zur Discofizierung und mithin zur Aufl\u00f6sung, weil sich dann doch nicht so viele Leute f\u00fcr diese Transformation begeistern konnten. Als Zeitdokument sind diese beiden CDs aufschlussreich und bergen so manche Perle, die offenbar sogar in lokalen Barfu\u00dftanzdiscos zu Clubhits wurden. Ah nee, der Song war ja auf dem zweiten Album. Dennoch: Es geht geil los mit ausufernd georgeltem Hardrock, der sich international gar nicht zu verstecken gebraucht h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Straight Shooter beginnen ihre Karriere mit einer Coverversion: Noch Jahre vor Gary Moore schnappen sie sich \u201eFriday On My Mind\u201c von den Easybeats, die sp\u00e4ter zu Flash And The Pan sowie den Produzenten von AC\/DC wurden, und machen daraus einen Orgelrocker mit Punkattit\u00fcde. Diese erste Single er\u00f6ffnet auch das Deb\u00fct \u201eGet Straight\u201c aus dem Jahr 1978, das in den folgenden Songs den seinerzeit auch in D\u00fcsseldorf grassierenden Punkgeist wieder zur\u00fcckschraubt und mehr \u2013 so will es Bandkopf Georg Buschmann \u2013 im melodischen Hardrock aus England wildert. Nicht umsonst gibt er nach seinem Ausstieg bei den Progrockern Streetmark seiner neuen Band den Titel von Band Companys 1975er-Album \u201eStraight Shooter\u201c als Namen. Als zweite Coverversion ist hier The Lovin\u2018 Spoonfuls \u201eSummer In The City\u201c enthalten, und was Straight Shooter daraus machen, ist nun wirklich nicht mehr mit dem Original vergleichbar: Entspannt chillt das St\u00fcck zun\u00e4chst vor sich hin, schleppt sich dann durch die ersten paar vertrauten Sequenzen und mutiert dann zum psychedelischen Rocker \u00e0 la \u201eRadar Love\u201c, sehr geil. Geiler als von Joe Cocker allemal.<br><br>Das von Conny Plank gemischte \u201eGet Straight\u201c nun hat vieles von dem zu bieten, was man vom Classic Rock noch so kennt: Kuhglockenanmutung, Orgel, teilweise zweistimmige Gitarrensoli, Drama, gro\u00dfe Geste, Progressivit\u00e4t (schlie\u00dflich brachte Buschmann die noch von Streetmark mit), Epik, schnellen harten Rock, langsamen weichen Rock, rauhen halbhohen R\u00f6hrgesang inklusive zeppelineskem \u201eUhuhuh\u201c, Melodien, Keyboardgegniedel, Experimente, also ein Potpourri an Zutaten, f\u00fcr die man seinerzeit als Hardrockfan in die Plattenl\u00e4den gerannt w\u00e4re. M\u00f6glicherweise gab es von dieser Art einfach zu viele Optionen, als dass sich Straight Shooter da ernsthaft \u00fcber den bundesweiten Status hinaus etablieren konnten. Ein Wiederh\u00f6ren indes lohnt sich. Lustige Geschichte am Rande: F\u00fcrs Coverfoto organisierte die Band damals einen realen L\u00f6wen mit dem TV-Namen Clarence, der sich jedoch unwillig zeigte, weshalb nun ein gezeichneter L\u00f6we abgebildet ist.<br><br>Erstaunlicherweise koppelt Sireena dieses Deb\u00fct auf CD mit dem letzten Album \u201e5\u201c, von dessen Titel man \u2013 anders als etwa bei den Traveling Wilburys oder den Violent Femmes \u2013 tats\u00e4chlich ablesen kann, dass es sich um das f\u00fcnfte handelt. Besetzung und Sound sind so weit weg vom Hardrock, dass der Zeitsprung das direkte H\u00f6ren in Folge ein wenig schmerzhaft macht. Es klingt nach New Wave, nach NDW, artifiziell. Der Anteil der Synthies nimmt enorm zu, obwohl die Basis der Songs noch Rockmusik ist, und auch die Drums klingen teilweise synthetisch, wie es zu der Zeit eben \u00fcblich war. An den mitrei\u00dfenden Sound von etwa Fischer-Z kommen Straight Shooter nicht heran, auch wenn es vereinzelte Offbeat-Experimente gibt. Dazu shoutet Buschmann ann\u00e4hernd wie ein Wiederg\u00e4nger von Bon Scott. \u201e5\u201c ist als Zeitdokument interessanter, als es trotz einiger spannender Passagen musikalisch tats\u00e4chlich ist. R\u00e4tselhaft \u00fcbrigens: Die 1984 nachgeschobene 12\u201c \u201eDeep In The Night\u201c und deren B-Seite \u201eBlue Collar\u201c fehlen in dieser Wiederver\u00f6ffentlichungsreihe ebenso wie das zweite Album \u201eMy Time \u2013 Your Time\u201c, dessen achtmin\u00fctiger Titeltrack offenbar der kleine Clubhit war.<br><br>Auf der zweiten CD finden sich nun also Album Nummer drei und vier, \u201eFlyin\u2018 Straight\u201c aus dem Jahr 1981 und \u201eRough \u2018n Tough\u201c aus dem Folgejahr. Den Bon Scott macht Buschmann auch hier schon, wenn man es bei Lichte betrachtet, nur ohne den AC\/DC-Groove dahinter, kombiniert mit etwas Robert Plant, und die Mucke entspricht noch viel mehr dem Urgedanken hinter Straight Shooter: progressiv-melodischer Hardrock mit Keyboardunterst\u00fctzung unter Auslassung der Orgelsounds. \u201eFlyin\u2018 Straight\u201c klingt ansatzweise schlechtgelaunt, eher r\u00e4udig, und das steht dem Sound gut. Der Witz mit dem Single-Titel \u201eStraight Fighting Man\u201c geht zwar nicht auf, weil man die Stones nicht heraush\u00f6rt, aber der Song ist ein guter Auftakt f\u00fcr ein Album, dem man anh\u00f6rt, dass da eine Band Bock aufeinander und auf die Mucke hat. Ein Boogie mit Klavier schlie\u00dft das Album schl\u00fcssig ab, und da dringen AC\/DC und Led Zeppelin dann noch ein bisschen mehr durch.<br><br>Der Nachfolger \u201eRough \u2018n Tough\u201c weist dann schon deutlich in Richtung \u201e5\u201c: synthetischer, zackiger, glatter geht es los, dann l\u00e4sst die Band doch wieder den Rock\u2019n\u2019Roll von der Leine, dieses Mal sogar wieder mit der Orgel. Hier funktioniert der Hybrid aus Led Zep und NDW noch \u00fcberzeugender als ein Jahr sp\u00e4ter, weniger cheesy und kitschig, mehr integrativ. Streckenweise gelingen dabei Songs, die auf einer Classic-Rock-Compilation den Altgedienten so manche Show stehlen w\u00fcrden. Man h\u00f6rt, wie routiniert kreativ die Musiker sind und wie offen daf\u00fcr, Neues ins Alte zu integrieren.<br><br>Damit ver\u00f6ffentlicht Sireena nun die Musik von Straight Shooter erstmals \u00fcberhaupt auf CD. In D\u00fcsseldorf gab\u2019s weiland also nicht nur Elektronik und Punk, wenngleich beides hier seine Sporen hinterl\u00e4sst und doch im Hardrock aufgeht. Bleiben nun die genannten L\u00fccken, \u00fcber die sich das Label ausschweigt. Noch? Buschmann kann man dazu nicht mehr befragen: Der Bandchef verstarb 2021.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (20.07.2022) Was buddeln die Leute von Sireena denn jetzt wieder aus? Straight Shooter, eine Hardrockband aus D\u00fcsseldorf, die zwischen 1978 und 1984 aktiv war. 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