{"id":4323,"date":"2022-06-23T00:35:52","date_gmt":"2022-06-22T22:35:52","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4323"},"modified":"2022-06-23T00:35:52","modified_gmt":"2022-06-22T22:35:52","slug":"ivan-nahem-ex-tension-crawling-through-grass-arguably-records-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/ivan-nahem-ex-tension-crawling-through-grass-arguably-records-2022\/","title":{"rendered":"Ivan Nahem + ex->tension \u2013 Crawling Through Grass \u2013 Arguably Records 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Ivan-Nahem-Crawling-Through-Grass.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"112\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Ivan-Nahem-Crawling-Through-Grass.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4324\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (22.06.2022)<br><br>Wenn Noiserocker andere Stecker einst\u00f6pseln: Das neue Solo-Album von Ivan Nahem aus New York, der seit Ende der Siebziger in diversen Bands und Projekten von Ritual Tension, Carnival Crash bis Swans die stromgitarrenbefeuerte L\u00e4rmmusik mitgestaltet, f\u00f6rdert eine \u00fcberraschende andere Seite des Yoga-Lehrers zutage: \u201eCrawling Through Grass\u201c ist Ambient, und wer Ambient weitgefasst kennt, wei\u00df, dass diese chillige musikalische Spielart auch L\u00e4rm beinhalten kann, nur sanfter, gern als Drone getarnt, mit Field Recordings und Improvisationen versetzt, mitnichten ein langweiliger Soundteppich mithin, und genau so verh\u00e4lt es sich bei diesem Album. So richtig solo ist es auch nicht, Nahem holte sich teilweise via Internet satte zwei Handvoll G\u00e4ste dazu, die mit ihm durchs Gras krabbeln. Und wie sch\u00f6n es dort ist!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich, im Er\u00f6ffnungsst\u00fcck ist ein Pfeifen zu h\u00f6ren, und noch besser: Es nervt nicht. Der Rest drumherum ist n\u00e4mlich unfassbar chillig, und doch f\u00e4llt diese pfiffige Einlage nicht unangenehm auf. Ein bemerkenswerter Einstand. Die sieben Tracks fu\u00dfen allesamt auf Synthie-Effekten sowie auf klaren bis verfremdeten Instrumenten wie Gitarre und Harmonica, Bass und Percussion, alles vornehmlich auf Fl\u00e4che ausgelegt, auf Pulsieren, zum Teil auf Wiederholung, ganz klar auf Atmosph\u00e4re. Klangschalen erklingen, Ger\u00e4usche wie vom Regenmacher, was man halt so von Yoga-Mucke kennt, und auch Keyboardsounds wie aus der alten Berliner Schule sowie gesampelte Stimmen, teils von Google, teils von Freunden aus aller Welt.<br><br>Aber nicht nur: \u201eShikantaza\u201c \u00fcberrascht mit klaren Gitarrenanschl\u00e4gen, \u201eThe Sea, The Beach, The Jungle\u201c hat die artifizielle Anmutung orientalischer Musik und ist noch das fig\u00fcrlichste St\u00fcck des Albums, \u201eWheels Within Wheels\u201c zeichnet ein akustisches Bild einer Stra\u00dfenszene irgendwo, vermutlich in New York, bis es in Akustikgitarre mit dunklem Gesang m\u00fcndet. H\u00f6hepunkt und Abschluss ist \u201e51st St \u015aavasana\u201c, mit neun Minuten Dauer das l\u00e4ngste St\u00fcck des Albums, in dem es verhalten klimpert, klickert, zischt, murmelt, in dem befremdliche Ger\u00e4usche einander abwechseln, in dem verhallte Instrumente wie von Ferne her\u00fcbergeweht kommen, mit dem man sich auf eine Reise begibt, von der man eigentlich gar nicht wieder zur\u00fcckkehren mag. H\u00f6rt man das Album halt noch einmal.<br><br>Also, das reine Synthie-Plucker-Melodie-Ambient nach Moby-Art bekommt man hier gottlob nicht, daf\u00fcr ist Nahem viel zu experimentell. Nicht ganz so wild wie auf dem Vorg\u00e4nger \u201eThe Kiss\u201c, das Nahem 2017 bereits unter seinem Alias ex->tension herausbrachte. An \u201eCrawling Through Grass\u201c sind unz\u00e4hlige Freunde beteiligt, allen voran Bruder Andrew Nahem an der Gitarre und am Album-Design sowie Allrounder Gregg Bielski, der bereits ma\u00dfgeblich \u201eThe Kiss\u201c mitgestaltete und hier Samples beisteuert. Ebenfalls dort wie hier zu h\u00f6ren war Nahems Ritual-Tension-Mitmusiker Michael Chockley an den Congas. Mit an Bord ist hier auch Gitarrist Norman Westberg, mit dem Nahen bereits seit Carnival Crash und den Swans zusammenarbeitet. Die polnischen Wortbeitr\u00e4ge stammen von Jadwiga Taba von Nac\/Hut Report, und da muss der gl\u00fcckliche Rezensent einmal kurz aus dem Schatten treten: Den Kontakt verdanken die beiden ihm. Weitere Mitmusiker sind Jon Fried (The Cucumbers) an Banjo und Bass, der seine Gattin Deena Shoshkes gleich f\u00fcr den Mix mitbrachte, Helen Nulty mit ihrer Stimme sowie Keyboarder Marc C (Live Skull). Auch am Artwork sind Freunde beteiligt, das Cover stammt von Jane Magdalena Bauman und das Foto auf der R\u00fcckseite von Richard Dweck. So etwas nennt er also solo!<br><br>Vom Sound alter Noiserock- und Postpunk-Helden wie Ritual Tension und Carnival Crash ist \u201eCrawling Through Grass\u201c also meilenweit entfernt, doch Nahem k\u00fcndigt an, dass dies ein einmaliger Umweg gewesen sein soll und dass er bereits an neuer Musik arbeitet, die alte Musik aus seiner langen k\u00fcnstlerischen Laufbahn aufgreift. Ob man nun das vorliegende Album tats\u00e4chlich als Grundlage f\u00fcr Yoga-\u00dcbungen verwenden kann, sollten Yogis beantworten; alle andere k\u00f6nnen gesichert eine abwechslungsreiche Reise durch den eigenen Geist antreten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (22.06.2022) Wenn Noiserocker andere Stecker einst\u00f6pseln: Das neue Solo-Album von Ivan Nahem aus New York, der seit Ende der Siebziger in diversen Bands und Projekten von Ritual Tension, Carnival Crash bis Swans die stromgitarrenbefeuerte L\u00e4rmmusik mitgestaltet, f\u00f6rdert &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/ivan-nahem-ex-tension-crawling-through-grass-arguably-records-2022\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-4323","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4323","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4323"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4323\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4325,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4323\/revisions\/4325"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4323"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4323"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4323"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}