{"id":4317,"date":"2022-06-19T20:38:35","date_gmt":"2022-06-19T18:38:35","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4317"},"modified":"2022-06-19T20:38:35","modified_gmt":"2022-06-19T18:38:35","slug":"the-waterboys-all-souls-hill-cooking-vinyl-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-waterboys-all-souls-hill-cooking-vinyl-2022\/","title":{"rendered":"The Waterboys \u2013 All Souls Hill \u2013 Cooking Vinyl 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/The-Waterboys-All-Souls-Hill.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/The-Waterboys-All-Souls-Hill.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4318\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (18.06.2022)<\/p>\n\n\n\n<p>Remember Mike Scott? Der eine und einzige Mike Scott, der auf den fr\u00fcheren Waterboys-Albumcovers immer so aussah, als k\u00f6nnte er auch bei Echo und den Bunnymen mitmachen? Ich erinnere mich noch genau an \u201eA Pagan Place\u201c, mit Mike Scott vorne drauf, damals, in Gifhorn in der \u201ePlattenkiste\u201c, und Mike Scott sah einfach toll darauf aus. Genau dieser Mike Scott hat ein neues Album drau\u00dfen (das macht Mike Scott sehr oft, ich wei\u00df), und es ist ebenfalls apselut toll.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Wenn Mike Scott auf mich h\u00f6ren w\u00fcrde, ich w\u00fcrde ihm raten, seine Alben nicht unter dem Namen \u201eThe Waterboys\u201c herauszubringen, sondern als \u201eThe Mike Scott Band\u201c oder als \u201eMike Scott &amp; Friends\u201c oder einfach nur als \u201eMike Scott\u201c, \u201eMike Scott Fest\u201c, \u201eLadies Love Mike Scott\u201c oder \u201eMike Scott &amp; The Scots\u201c Aber Mike Scott h\u00f6rt nicht nur nicht auf mich, Mike Scott kennt mich nicht einmal.<br><br>Also bleibt es bei \u201eThe Waterboys\u201c. Seit \u201eFisherman\u2018s Blues\u201c, dem unglaublichen Once-in-a-Lifetime-Weltkulturerbejahrtausendmeisterwerk aus dem Jahr 1988, ist nicht mehr Mike Scott vorne auf dem Cover drauf, aber seit einigen Jahren ist, wenn vorne \u201eWaterboys\u201c draufsteht, drinnen gr\u00f6\u00dftenteils Mike Scott drin. Was nicht schlecht ist, sondern durchaus gut. Sehr gut sogar.<br><br>So \u2013 jetzt zur\u00fccklehnen und die Musik von \u201eAll Souls Hill\u201c genie\u00dfen, immerhin habe ich schon bestimmt mehrere Male \u201eMike Scott\u201c geschrieben (habe ich?), ohne auch nur ein einziges Mal die Musik auf dem aktuellen \u201eThe Waterboys\u201c-Album, also dem Album der schottischen Band, die von Mike Scott geleitet wird und deren S\u00e4nger Mike Scott ist, auch nur ansatzweise erw\u00e4hnt zu haben.<br><br>Und Mike Scott gibt uns auch auf dem neuen Album wieder mannigfaltige Gr\u00fcnde, Mike Scott zu feiern. Weil er n\u00e4mlich alles richtig macht, angefangen bei einem f\u00fcr einen Schotten wahrhaft w\u00fcrdigen Nachnamen, er ist aber auch ein wirklich guter S\u00e4nger und ein begnadeter Songwriter und niemand sonst kann eine Drum Machine so konsequent einsetzen und gleichzeitig nie auch nur den winzigen Hauch eines Zweifels hinterlassen, dass es sich hier um 100% handgemachte Musik, also quasi Folk, ja \u2013 zugegebenerma\u00dfen Mike-Scott-Folk der Marke Mike Scott \u2013 handelt.<br><br>Aber Mike Scott w\u00e4re nicht Mike Scott, wenn er sich nur auf seine eigene Kompetenz verlassen w\u00fcrde. Auf \u201eAll Souls Hill\u201c versichert sich Mike Scott der Kontribution einiger teils namhafter und zugleich virtuoser Unterst\u00fctzer \u2013 allen voran des unsterblichen, \u00fcbergro\u00dfen, leider j\u00fcngst verstorbenen Alfred \u201ePee Wee\u201c Ellis am Saxofon. Der schon (unter anderem) bei James Brown und Maceo Parker gespielt hat und der mit ihn ihm seinen Saxofonspiel \u201eHollywood Blues\u201c, das eh schon toll ist, zu etwas noch Tollerem adelt.<br><br>Alle Songs auf dem Album wurden von Mike Scott geschrieben oder co-geschrieben (vor allem Co-Produzent Simon Dine, der schon unter anderem und vor allem mit Paul Weller zusammengearbeitet hat, hat am Songwriting kongenial mitgewerkelt), mit Ausnahme von \u201eOnce Were Brothers\u201c \u2013 klar, das ist von Robbie Robertson von The Band (hihi \u2013 \u201eMike Scott &amp; The Band\u201c). Und wahrlich, als die Band Dixie spielte, kam Mike Scott reinmarschiert und machte sich dieses wunderbare St\u00fcck zu eigen. Direkt vor dieser Coverversion kommt allerdings noch \u201eIn My Dreams\u201c \u2013 ein Spoken-Word-Teil mit sch\u00f6n psychedelisch-schleppender Musik, in dem sich der Waterboys-Frontmann mit dem schwer zu merkenden Namen an seinen verstorbenen Held:innen aus dem Musikbusiness abarbeitet. Und nein \u2013 die Rede ist nicht von Richard Hell und Tom Verlaine (die au\u00dferdem beide noch leben \u2013 ebenso wie Jim Osterberg aus Michigan, der es trotzdem in den Song geschafft hat \u2013 die Zeile \u201eJesus, this is Iggy\u201c kriegt da auf einmal eine ganz andere Haptik) \u2013 Ian MacDonald von King Crimson, David Bowie, Sly Stone, Amy Winehouse und Marc Bolan werden hier unter anderem genannt. Aber beginnen wir zun\u00e4chst mal am Anfang: Diesen macht das Titelst\u00fcck \u201eAll Souls Hill\u201c, das hypnotisch vorantreibt, Scott raunt mehr als dass er singt, diese Er\u00f6ffnung macht Lust auf mehr. Mit \u201eThe Liar\u201c geht es dann auch gleich furios weiter: Das St\u00fcck handelt von einem namentlich nicht genannten Superschurken, und jede Strophe endet mit den Worten \u201eWhen the liar was impeached.\u201c Anstelle den Liar zu impeachen, hat man ihn einfach nicht mehr re-elected, aber die Art und Weise, wie Scott hier mit Donald Trump abrechnet, hat etwas Befreiendes, Reinigendes.<br><br>Das folgende \u201eThe Southern Moon\u201c lebt von Mike Scotts Stimme und des Wehklagens seiner Darbietung. Man k\u00f6nnte hier ewig weiter zuh\u00f6ren. Muss man aber nicht: Auf \u201eBlackberry Girl\u201c zieht Scott das Tempo an, der Song treibt voran und erinnert an irgendwas, auf das ich gerade nicht komme, auf jeden Fall an was richtig Gutes. \u201eHollywood Blues\u201c, \u201eIn My Dreams\u201c und \u201eOnce Were Brothers\u201c hatte ich oben schon abgehandelt, auf Letzeres folgt \u201eHere We Go Again\u201c, das in sch\u00f6n repetitiven Strukturen vor sich hin swingt und wieder Scotts Stimme eine angemessene B\u00fchne bietet, die ziemlich d\u00fcsteres Zeug singt, was sich aber auf die gute Laune des Rezensenten wie durch ein Wunder dennoch nicht auswirkt.<br><br>\u201eAll Souls Hill\u201c hat keine Tiefpunkte oder Unn\u00f6tigkeiten, verst\u00f6rt bisweilen, rei\u00dft mit, macht Spa\u00df und erf\u00fcllt die\/den H\u00f6renden vor allem mit Freude ob der Tatsache, dass Mike Scott auch viele Jahre nach der gro\u00dfen Musik, dem ganzen Mond und dem Katzenjammer der Fischer weiterhin relevant, kreativ und ganz hervorragend bei Stimme bleibt. Den Abschluss dieses wie ich denke nicht weniger als gro\u00dfartigen Albums bildet das knapp \u00fcber neunmin\u00fctige \u201ePassing Through\u201c, das in seiner unnachahmlichen Eint\u00f6nig- und Langweiligkeit, die einen nicht kalt l\u00e4sst und nach weiteren 20 Minuten dieses Songs schreit, einen wahnwitzigen Bogen von Adam (den aus der Bibel, nicht den von den Beastie Boys), \u00fcber Kain, Jesus (der aus dem Neuen Testament und nicht der aus dem Bowling-Center), Shakespeare, Sitting Bull und Martin Luther King schlie\u00dflich zu George Floyd schl\u00e4gt. Und sp\u00e4testens bei der Erw\u00e4hnung des Letztgenannten weicht die vermeintliche Langweilig- und Eint\u00f6nigkeitsanmutung des St\u00fccks einer amtlichen G\u00e4nsehaut. Wow, Hammer, Mike Scott!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (18.06.2022) Remember Mike Scott? 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