{"id":4297,"date":"2022-06-08T21:18:44","date_gmt":"2022-06-08T19:18:44","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4297"},"modified":"2022-06-08T21:18:44","modified_gmt":"2022-06-08T19:18:44","slug":"spezial-klangwirkstoff-separated-beats-teil-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spezial-klangwirkstoff-separated-beats-teil-4\/","title":{"rendered":"Spezial: Klangwirkstoff &#038; Separated Beats, Teil 4"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Klangwirkstoff.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Klangwirkstoff.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3693\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Matthias Bosenick (08.06.2022)<br><br>Drei sehr unterschiedliche neue Alben pr\u00e4sentiert Bert Olke auf seinen beiden Labels Klangwirkstoff Records und Separated Beats: Einmal das Best-Of-Neunziger-Electro-Retro-Querbeet-Miniaturen-Album \u201eSoul Kitchen\u201c von Tobi Morare, dann das dubbig-tanzbare Planeten-Frequenz-Album \u201e\u201cRoots Of Deliverance\u201c von Rainer Hartmann unter seinem neuen Alias Oriom sowie Olke selbst mit seinem als B. Ashra ver\u00f6ffentlichten \u201eFluffy Spirals\u201c zwischen Ambient und Psytrance.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/B.-Ashra-Fluffy-Spirals.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/B.-Ashra-Fluffy-Spirals.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4298\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>B. Ashra \u2013 Fluffy Spirals (Separated Beats)<\/strong><br><br>Hier ist der Titel sowas von Programm: Die Musik auf \u201eFluffy Spirals\u201c klingt genau so. Labelchef Bert Olke lotet auf diesem Album unter seinem Alias B. Ashra s\u00e4mtliche Tiefen des Ambient aus und erweitert sie um diverse elektronische Spielarten wie Downbeat-Techno, Trance, Chillout, Avantgarde. Wichtigster Baustein dieser elf langen Tracks ist die Wiederholung: Sequenzen, Effekte, Melodiefragmente laufen im Loop, wechseln sich ab und bedecken die Atmosph\u00e4ren, Sounds und gelegentlichen Beats. Auf diese Weise kann einfach kein Pop entstehen, obschon manche Elemente sich auch gut in einem Synthiepopsong machen w\u00fcrden. Doch so wollen die Tracks einfach nicht sein, nicht gef\u00e4llig und ohne Aufwand beim B\u00fcgeln konsumierbar. Man darf sich gern in ihnen fallen lassen, man darf sich zu einigen sogar in Trance tanzen, man darf auch genau hinh\u00f6ren und die Strukturen mit den besonderen Effekten begreifen, aber als schlichte Tapete eignen sie sich gottlob nicht.<br><br>Wie lang kann man etwa eine Zwei-Ton-Sequenz ertragen, ohne dass sie langweilig wird? Sehr: Wenn Olke Drumherum mit gesampelten Gitarren, r\u00fcckw\u00e4rts gespielten Elementen, jazzy Schlagzeug und unerwarteten Hintergrundsounds spannend h\u00e4lt, muss man sich schon darauf konzentrieren, um \u00fcberhaupt festzustellen, dass es sich bei der Sequenz tats\u00e4chlich um nur zwei T\u00f6ne handelt. Wie beatlastig darf Ambient sein, ohne seine Fluffykeit zu verlieren? Sehr: In Goa und Psytrance sind Beats sogar erforderlich, sie treiben den zu Hypnotisierenden voran, vertiefen im Tanz das Wegtreten. Wie energetisch, wie experimentell, wie harsch darf Ambient sein, um noch in diese Schublade zu passen? Sehr: Olke hat mehr als nur ein H\u00e4ndchen daf\u00fcr, das Protokoll einzuhalten und dennoch dem geneigten H\u00f6rer subliminal bis offenkundig die vertrauten Grenzen zu versetzen.<br><br>Es gibt eine Sache, auf die Olke hier verzichtet, die man andernorts durchaus von ihm aber kennt: Er generiert seine \u201eFluffy Spirals\u201c nicht auf Grundlage von esoterischen Ethnosounds und atmosph\u00e4rischen Kathedralen, sondern bleibt vielmehr im repetetiven Trackmodus. Seine Sequenzen sind nicht konkret, also etwa der Natur nachempfunden oder auf textlichen Inhalten basierend. Olke bleibt im Synthetischen, und darin bettet er nicht nur das Gebettete ein, sondern auch das Gehottete. Ein langes und vielseitiges Album voller lockerer Spiralen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Tobi-Morare-Soul-Kitchen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Tobi-Morare-Soul-Kitchen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4299\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Tobi Morare \u2013 Soul Kitchen (Separated Beats)<\/strong><br><br>Also, das ist ja mal eine Wundert\u00fcte: \u201eSoul Kitchen\u201c klingt wie ein Best-Of der elektronisch basierten Indie-Hit-Genres der Neunziger, ein Retro-Schatz f\u00fcr Leute, denen das Jahrzehnt einfach mal viel zu fr\u00fch endete. Tobi Morare beherrscht alles: Bigbeat, Hip Hop, Trip Hop, Jazz Hop, Lounge, Breakbeat, und er beherrscht all dies, als w\u00e4re er damals Teil der Sache gewesen, besser: Teil s\u00e4mtlicher Sachen. In seinen elf gut zweimin\u00fctigen Miniaturen zitiert er das Beste aus der Zeit wie jemand, der dabei war und sich noch besser erinnern kann als die Clubber von damals.<br><br>Retro ist ja immer schwierig, weil es all das ja schon gibt. Was Morare hier aber abliefert, ist ein Album, das es in der Zusammenstellung in den Neunzigern nicht gab, weil er sich bei allen bedient, die selbst nur ihre Nische besetzten. Sein \u201eSoul Kitchen\u201c ist also vielmehr eine Compilation als eine konkrete Genrekopie. Auch wenn man einzelne Elemente zu kennen meint: \u201eHey \u2013 Ho\u201c-Ch\u00f6re von Naughty By Nature, funky Chillout-Vibes von \u201eCaf\u00e9 del mar\u201c, den Basslauf von The Chemical Brothers, den Syntheffekt von Daft Punk, den gebrochenen Rhythmus von Music Instructor, den bekifften Beat von Cypress Hill, die Sample-Loops vom Wu Tang Clan, die verschleppten Bl\u00e4ser von Portishead, die Syntheffekte von Smoke City, um nur einige wenige zu nennen.<br><br>Morare, \u00fcber den das Internet \u00fcbrigens nicht sehr viel preisgibt, macht sich all dies zu eigen und erstellt Tracks im Sinne der Sache, nur ohne dabei konkrete Clubhits abzuwerfen: Seine St\u00fccke sind Erinnerungsst\u00fctzen, die wohl ausgefeilt in einem neuen Kontext einen Mordsspa\u00df machen; in einer Kneipe w\u00e4ren sie eine helle Hintergrundfreude, f\u00fcr den Club indes sind die zu skizzenhaft, sie ergeben keine neuen Hits, und das sollen sie ja auch nicht. Ein Knaller voller \u00dcberraschungen ist \u201eSoul Kitchen\u201c in jedem Fall.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Oriom-Roots-Of-Deliverance.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Oriom-Roots-Of-Deliverance.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4300\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Oriom \u2013 Roots Of Deliverance (Klangwirkstoff Records)<\/strong><br><br>Mit seinem Corona-Lockdown-Alias Oriom macht Rainer Hartmann alias Rainer von Vielen m\u00e4chtig Dampf: \u201eRoots Of Deliverance\u201c ist schon das zweite Album unter diesem Moniker. Ganz im Sinne des Klangwirkstoff-Labels basieren seine neuen Tracks auf der Kosmischen Oktave, hier auf den Frequenzen von Himmelsk\u00f6rpern, nur dass Hartmann diese Grundlagen nicht f\u00fcr die \u00fcblichen Trancefl\u00e4chen nutzt, sondern f\u00fcr die dubbige Tanzfl\u00e4che.<br><br>So viel Dampf liegt Hans-Cousto-Musik nur selten zugrunde: Hartmann l\u00e4sst die B\u00e4sse boomen, egal, ob der Grundrhythmus im dubbigen Offbeat oder in straighten Techno liegt. Hier geht die Party, auch wenn sie mal nur so im Downbeat geht, aber Party ist es, gute Laune, Fr\u00f6hlichkeit, gottlob nicht so plakativ wie auf den Balearen oder sonstwo, wo man viel merkw\u00fcrdiges Zeug konsumiert. Das ganze Album hat dennoch eine positive Ausstrahlung, und vermutlich ist es genau das, was man in diesen tr\u00fcben Zeiten braucht: Musik, die einen auf die Beine bringt.<br><br>Was hier nat\u00fcrlich nicht fehlt, ist Hartmanns Signatur-Stimme: Den Kehlkopf- und den Obertongesang arbeitet er in die Elektro-Tracks ein, aber nicht dominant, sondern zweckdienlich. Seine St\u00fccke sind vielschichtig und abwechslungsreich, er l\u00e4sst die Intensit\u00e4t an- und abschwellen, bedient sich bei seiner Sample-Datenbank von Ethno-Ges\u00e4ngen \u00fcber exotischen Instrumenten, Synthieeffekten aus Electro und Techno und dezenter Percussion bis Gitarren und l\u00e4sst seinen Sounds auch Raum f\u00fcr des Dubbes charakteristisches Echo. Kann man nicht anders sagen: Mit \u201eRoots Of Deliverance\u201c liefert Hartmann geil ab. Das knallt! Und im Herbst sogar auf Vinyl.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (08.06.2022) Drei sehr unterschiedliche neue Alben pr\u00e4sentiert Bert Olke auf seinen beiden Labels Klangwirkstoff Records und Separated Beats: Einmal das Best-Of-Neunziger-Electro-Retro-Querbeet-Miniaturen-Album \u201eSoul Kitchen\u201c von Tobi Morare, dann das dubbig-tanzbare Planeten-Frequenz-Album \u201e\u201cRoots Of Deliverance\u201c von Rainer Hartmann unter &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spezial-klangwirkstoff-separated-beats-teil-4\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,15],"tags":[],"class_list":["post-4297","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album","category-besonderes"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4297","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4297"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4297\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4301,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4297\/revisions\/4301"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4297"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4297"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4297"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}