{"id":4294,"date":"2022-06-02T22:13:03","date_gmt":"2022-06-02T20:13:03","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4294"},"modified":"2022-06-02T22:13:03","modified_gmt":"2022-06-02T20:13:03","slug":"hum-one-sireena-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/hum-one-sireena-2022\/","title":{"rendered":"Hum \u2013 One \u2013 Sireena 2022"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Hum-One.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Hum-One.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4295\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (02.06.2022)<br><br>Ein zeitloses St\u00fcck Rockmusik, ohne heavy Verzerrung vom Classic Rock ausgehend in Blues, Stoner, Post, Space, Jazz und Prog driftend und mit Samples angereichert: Drei musikalisch im Raum Frankfurt am Main l\u00e4ngst etablierte Herren finden sich f\u00fcr dieses Deb\u00fct unter dem verwechselbaren Namen Hum zusammen und scheren sich einen feuchten Kehricht um Radiotauglichkeit oder reine Genreanbiederung. Nat\u00fcrlich finden sich auf \u201eOne\u201c auch Passagen, die einem aus den genannten Bereichen vertraut vorkommen, aber in ihrer epischen Mischung sind die drei ganz bei sich, bringen zusammen, worauf sie Bock haben, und spielen es deshalb auch genau so: Sie haben Bock.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Interessanterweise w\u00fcrde das Album auch komplett instrumental gut funktionieren, was nun bisweilen daran liegt, dass die gelegentlich eingesetzten Stimmen nicht immer so ganz passen m\u00f6gen. Das ist aber nicht schlimm, weil das Trio drumherum hinreichend hinh\u00f6rbares Zeug arrangiert. So ein Boogie-Rhythmus erinnert nat\u00fcrlich klassisch an Classic Rock, an Status Quo, an gute Laune, und warum soll eine Musik, die als Stoner etikettiert ist, nicht auch trotzdem gute Laune machen \u2013 richtig so. Immer nur dr\u00f6hn ist ja auch nicht das Wahre, und Hum machen keinen Dr\u00f6hnstoner. Daf\u00fcr sind die viel zu verspielt.<br><br>Die Siebziger brechen sich in dieser Musik nat\u00fcrlich schon sehr ausgepr\u00e4gt Bahn, und weil Retro allein nun mal Schei\u00dfe ist, weil es all das gute Zeug ja bereits gibt, tun Hum das einzig Richtige, sie reichern es mit Artfremdem und Modernem an. Diese Art epischer Gitarrenfl\u00e4chen sind erst mit dem postmodernen Post-Rock so richtig auf der Bildfl\u00e4che erschienen, das Verschleppte mit dem groovenden Bass gibt\u2019s dann immerhin schon seit der Stonerzeit, und die per Keyboard eingef\u00fcgten atmosph\u00e4rischen Elemente wie Streicher oder Ch\u00f6re, nun, die Achtziger kamen nach dem Classic Rock und sind aus der Perspektive ja nun auch fast modern. Hum begehen nun gottlob nicht den Fehler, so nach Progwichsart alle Elemente sinnfrei zusamnmenzuklatschen und dem H\u00f6renden ihre Virtuosit\u00e4t ins Gesicht zu prengeln, sondern generieren einen chilligen Fluss, in dessen Verlauf die diversen Sequenzen einander nachvollziehbar folgen, mit Samples, Wahwahs und Soli, die die St\u00fccke spannender machen als jede getr\u00e4llerte Fantasysaga.<br><br>Der Sound hat abseits der Samples und der Soli ordentlich Raum, Hum kleistern nicht, vielmehr hat man nicht selten den Eindruck, dem Trio im Proberaum zuh\u00f6ren zu d\u00fcrfen. Nach Proberaum klingt auch das trocken produzierte Schlagzeug, was gerade in diesem Kontext sehr sympathisch ist. Stoner muss nicht fett sein, Prog muss keine Leistungsschau sein, und Hum beherzigen diese Aspekte, k\u00f6nnen trotzdem ganz viel, auch haften bleibende Melodien, erzeugen spacige bis auch mal d\u00fcstere Atmosph\u00e4ren, frickeln jazzig im angepasst verschleppten Tempo und grooven auch recht ordentlich.<br><br>\u00dcber die Vita der drei Musiker muss man die Info zu Rate ziehen. Schlagzeuger Stehn Raupach, in der auf Englisch \u00fcbersetzten Info konsequent \u201eStand\u201c genannt, ist eigentlich K\u00fcnstler, und einen Link zu Hum findet man auf seiner \u201eAusstellungen\u201c-Seite versteckt, auf der zwischen lauter Kunstr\u00e4umen der Elfer-Club in Frankfurt aufgef\u00fchrt ist, in dem Hum offenbar vor zwei Jahren gastierten. Den Bass und die eine Stimme steuert Martin Krause bei, ein Name, den man sich merken muss. Dritter ist Harri Gottschalk, der die zweite Stimme, die Gitarren und die Samples hinzuf\u00fcgt und in Frankfurt offenbar als Electro-Jazzer einige Bekanntheit erwarb. Als Electro-Jazz etikettiert die Info auch das Referenzprojekt Sunsoundz Quartet, eines von vielen, in denen die drei Mucker in FFM aktiv sind: Cut The Crap (Funkrock), Nanu Djapo (Afrofunk), Leyla Trebbien (Soul, Deutschpop), Papa Tacata (Experimental Jazz), F\u00fcnf Herren (Spoken Word, Experimental) sind da aufgelistet, und wenn der Mix stimmt, erkl\u00e4rt das die vielseitige Grundlage, die Hum auf \u201eOne\u201c \u00fcberzeugend abbilden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (02.06.2022) Ein zeitloses St\u00fcck Rockmusik, ohne heavy Verzerrung vom Classic Rock ausgehend in Blues, Stoner, Post, Space, Jazz und Prog driftend und mit Samples angereichert: Drei musikalisch im Raum Frankfurt am Main l\u00e4ngst etablierte Herren finden sich &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/hum-one-sireena-2022\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-4294","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4294","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4294"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4294\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4296,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4294\/revisions\/4296"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4294"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4294"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4294"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}