{"id":4284,"date":"2022-05-24T22:29:12","date_gmt":"2022-05-24T20:29:12","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4284"},"modified":"2022-05-24T22:29:12","modified_gmt":"2022-05-24T20:29:12","slug":"king-gizzard-the-lizard-wizard-onmium-gatherum-king-gizzard-the-lizard-wizard-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/king-gizzard-the-lizard-wizard-onmium-gatherum-king-gizzard-the-lizard-wizard-2022\/","title":{"rendered":"King Gizzard &#038; The Lizard Wizard \u2013 Onmium Gatherum \u2013 King Gizzard &#038; The Lizard Wizard 2022"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/King-Gizzard-The-Lizard-Wizard-\u2013-Onmium-Gatherum.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/King-Gizzard-The-Lizard-Wizard-\u2013-Onmium-Gatherum.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4285\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Guido D\u00f6rheide (24.05.2022)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In meiner Feder f\u00fchren zwei S\u00e4tze f\u00fcr diese Rezension \u00fcber \u201eOmnium Gatherum\u201c von King Gizzard &amp; The Lizard Wizard gerade einen erbitterten Kampf, wer zuerst krautnick.de betreten darf. F\u00fcr den Fall, dass es auf ein Remis hinauslaufen wird \u2013 entscheiden Sie bitte selbst:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Satz 1: Die Band, deren abgek\u00fcrzter Name sich anh\u00f6rt wie ein Radiosender aus den USA (\u2026 \u201eHi this is KGLW, and we are on air right now\u2026\u201c), ist wieder da \u2013 ohne je weg gewesen zu sein \u2013 und zwar mit ihrem 20. Studioalbum seit 2012.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Satz 2: King Gizzard &amp; The Lizard Wizard sind f\u00fcr Melbourne, Victoria sowas wie Guided By Voices f\u00fcr Dayton, Ohio.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe eine Idee \u2013 eine winzige Einf\u00fcgung dazwischen und einen Heiermann f\u00fcr Satz 1, damit er sich bei B\u00fclent am Kiosk Hagenring eine bunte T\u00fcte kaufen kann, und der Kampf ist entschieden:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also hier jetzt die winzige Einf\u00fcgung dazwischen: Wobei ich zugeben muss, dass KGLW mich nicht nur sehr viel weniger langweilen als GBV, sondern auch \u00fcber die viel wirkungsm\u00e4chtigere Abk\u00fcrzung des Bandnamens verf\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Na? Und? Hm? H\u00e4h? Jetzt mache ich mit Copy&amp;Paste Satz 1 hier hin, und fertig ist die Einleitung. Satz 1 pr\u00e4sentiert mir derweil voller Stolz die leckeren Lakritzbrezeln, die es fr\u00fcher f\u00fcr 5 Pfennig das St\u00fcck gab, und h\u00e4ngt sich Haribo-Kirschen \u00fcber die Ohren. Ein wahrhaft guter Verlierer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch auf Studioalbum Nr. 20 machen KGLW den f\u00fcr sie typischen durchgeknallten Psychedelic Rock, der mir immer wie eine 21st-Century-Version der 13th Floor Elevators vorkommt und mich immer ziemlich mitrei\u00dft. Und sie haben in 2017 \u2013 neben vier weiteren Studioalben und neun Singles \u2013 zusammen mit Mild High Club ein Album namens \u201eSketches Of Brunswick East\u201c ver\u00f6ffentlicht. Quasi ein innerer Weltspartag f\u00fcr einen Bewohner von Braunschweigs \u00f6stlichem Ringgebiet.<br><br> In der Fachpresse muss sich die sechsk\u00f6pfige Band um S\u00e4nger und Gitarristen Stu Mackenzie (m.W. nicht verwandt mit dem Lutz mit identischem Nachnamen) seit ihren Album-Ver\u00f6ffentlichungen w\u00e4hrend der Pandemiezeit (insbesondere \u201eK.G.\u201c aus dem Jahr 2020 und \u201eL.W.\u201c aus dem Jahr 2021) des \u00f6fteren vorwerfen lassen, sich seit einiger Zeit nur noch selbst zu wiederholen. Ich sehe das anders und stelle erfreut fest, dass mir jede neue Ver\u00f6ffentlichung von KGLW gro\u00dfen Spa\u00df macht, und dass ein Teil dieses Spa\u00dfes daraus resultiert, dass KGLW inzwischen einen bandtypischen, unvergleichlichen Sound mit hohem Wiedererkennungswert entwickelt haben. Bis \u201eInfest The Rat\u2018s Nest\u201c von 2019, einem vorwiegenden Thrash-Metal-Album, das f\u00fcr den ARIA Award for Best Hard Rock or Heavy Metal Album nominiert war, haben KGLW tats\u00e4chlich von Album zu Album den Stil ge\u00e4ndert. Einst gestartet mit Garagenrock, dann in die psychedelische Richtung weitergetaumelt, den Folkrock und den Jazz gestreift, irgendwann wie gesagt Heavy Metal, den Gesang zum ersten Album mit einem Telefon anstatt etwas wirklich Geeignetem aufgenommen, und sich mit diesem wahrhaft bekloppten Potpourri an skurrilen Einf\u00e4llen in die Herzen der Fans und an die Spitzen der Charts gespielt.<br><br>Seit 2020 dominiert tats\u00e4chlich der Psychedelic Rock, aber das macht \u00fcberhaupt rein gar nichts, da KGLW ihn auf eine Art und Weise spielen, wie sonst niemand anders. Stu Mackenzies Gesang ist angenehm und dr\u00e4ngt sich nie in den Vordergrund \u2013 da h\u00e4tte er gegen den Haufen an Instrumenten, teils von ihm selbst eingespielt, auch keine Chance, ist aber immer wiedererkennbar, die Melodien sind repetitiv und sehr angenehm, der Gitarrensound klingt immer noch oft sehr sch\u00f6n nach Garage, und Songs wie das gut 18min\u00fctige Er\u00f6ffnungsst\u00fcck \u201eThe Dripping Tap\u201c hauen die\/den H\u00f6renden schlicht um. Er beginnt mit ganz kurz Orgel, dann Schlagzeug und hinter einer Wand aus Hall verstecktem ruhigen Gesang. Walter Scheel of P\u00e4hl? Nein, nach einer Minute setzt eine KGLW-typische Gitarre ein (die Band arbeitet gerne mit mikrotonalen Intervallen, nach Meinung des Rezensenten eine der Haupt-Zutaten des KGLW-Signature-Sounds), der Song gewinnt an Tempo, das Schlagzeug h\u00e4mmert und es entsteht ein Groove, der f\u00fcr KGLW typisch ist. Und irgendwann quietscht, groovt und rockt es gleicherma\u00dfen \u2013 wundervoll.<br><br>Mein Ratschlag: Nehmt Euch nicht das Buch vor, sondern h\u00f6rt da mal rein, und wenn Euch das St\u00fcck zusagt: Album kaufen, wenn nicht, ist diese Band vermutlich nicht Euers, und wird es auch nicht mehr werden, denn grundlegende Stilwechsel wie auf den ersten 15 Alben sind nicht mehr zu erwarten. Und das begr\u00fc\u00dfe ich, denn mittlerweile haben KGLW einen hohen Wiedererkennungswert und langweilen dennoch nicht. Und ihre immensen Volumina an Ver\u00f6ffentlichungen schie\u00dfen weiterhin durchs Netz und in die Plattenl\u00e4den wie der sprichw\u00f6rtliche Tsunami \u00fcber den Okerstausee: \u201eOmnium Gatherum\u201c allein ist mal eben lockere zwei Stunden lang, dazu gab es in diesem Jahr bereits ein 30min\u00fctiges Mini-Album (\u201eMade In Timeland\u201c, erschienen im M\u00e4rz), ein Remix-Album (\u201eButterfly 3001\u201c, aus dem Januar) und eine Split-EP (\u201eSatanic Slumber Party\u201c, zusammen mit den einzigartigen Tropical Fuck Storm).<br><br>Besonders hervorheben und als Anspieltipp anempfehlen m\u00f6chte ich hier noch \u201eKepler-22b\u201c mit dem sch\u00f6nen Hip\/Triphoppigen Schlagzeug und dem wahrhaft sehr coolen Bass, sowie \u201eGaia\u201c, das wieder in Richtung mastodonischen Heavy Metal geht, und \u201eSadie Sorceress\u201c, das den late great Beastie Boys ein w\u00fcrdevolles und gekonntes Denkmal setzt.<br><br>Gegen Ende groovt das Album dann sch\u00f6\u00f6n gechillt vor sich hin \u2013 ich liebe den vorletzten Track \u201eCandles\u201c, der dann \u00fcbergangslos in \u201eThe Funeral\u201c \u00fcbergeht und dem Album ein typisch KGLW-m\u00e4\u00dfiges, augenzwinkerndes Ende gibt \u2013 einzige Textzeile von \u201eThe Funeral\u201c ist ein ewig wiederholtes \u201eThe Funeral, the Funeral, the Funeral\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (24.05.2022) In meiner Feder f\u00fchren zwei S\u00e4tze f\u00fcr diese Rezension \u00fcber \u201eOmnium Gatherum\u201c von King Gizzard &amp; The Lizard Wizard gerade einen erbitterten Kampf, wer zuerst krautnick.de betreten darf. 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