{"id":4261,"date":"2022-05-10T21:44:24","date_gmt":"2022-05-10T19:44:24","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4261"},"modified":"2022-05-10T21:44:24","modified_gmt":"2022-05-10T19:44:24","slug":"placebo-never-let-me-go-so-recordings-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/placebo-never-let-me-go-so-recordings-2022\/","title":{"rendered":"Placebo \u2013 Never Let Me Go \u2013 So Recordings 2022"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Placebo-Never-Let-Me-Go.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Placebo-Never-Let-Me-Go.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4262\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (10.05.2022)<br><br>Hat sie jemand vermisst? Die zur\u00fcckliegenden neun Jahre kam man eigentlich auch ganz gut ohne Placebo aus, oder? Man hat ihnen \u00fcber Jahre hinweg dabei zugeh\u00f6rt, wie sie die Idee von Indierock in den Alternative Rock \u00fcberf\u00fchrten, ihn also vereinfachten und kommerzialisierten. Das gelang ihnen ganz gut, immerhin schmuggelten Placebo auf diese Weise unbequeme Themen in die Charts, \u00fcber das Leben als Nichtheteromensch, \u00fcber Drogen, \u00fcber Lebensm\u00fcdigkeit, nur eben alles unterf\u00fcttert mit einer vergleichsweise einfachen Rockmusik und vorgetragen von einer Stimme, die sich in die Geh\u00f6rg\u00e4nge bohrt, was manchmal schmerzhaft ist. Auf \u201eNever Let Me Go\u201c sind Brian Molko und Stefan Olsdahl nurmehr ein Duo, wie weiland 1992, als das alles losging. Nun sind sie also wieder da, und es bleibt festzustellen, dass sie die auch musikalische Relevanz von vor 20 Jahren trotz beachtlicher Einf\u00e4lle nicht beibehalten werden: \u201eNever Let Me Go\u201c ist ganz nett. Nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Synthetische Elemente schleichen sich in den Rocksound, was nicht neu ist f\u00fcr Placebo, nur hier bisweilen recht deutlich im Vordergrund wahrzunehmen ist. Die zwei gebuchten Drummer machen ihren Job, mehr nicht; das Schlagzeug verliert damit die M\u00f6glichkeit, Rocksongs mit einer eigenen Marke anzureichern. Es ist halt nur ein funktionaler Job, keine kreative Verbundenheit. Diesen Job machen hier Mathew \u201eMatt\u201c Lunn von Colour Of Fire und Honeytone Cody, der den f\u00fcr die Solokarriere abgehauenen Steve Forrest bereits seit 2015 live ersetzte, sowie Pietro Garrone von Husky Loops, und sie machen ihn sehr gut, das auf jeden Fall; sachdienlich, k\u00f6nnte man sagen. Im repetetiven \u201eSurrounded By Spies\u201c darf es auch mal zur Sache gehen.<br><br>Die 13 Songs decken im Grunde alles ab, was man von Placebo bereits kennt, Balladen, Powerpop, Powerrock. Molkos Art zu singen bleibt bei, manchmal durchdringend, manchmal qu\u00e4kend, manchmal weinerlich, manchmal kraftvoll, manchmal mit sich selbst im Hintergrund; seine Melodien indes kennt man bereits, das macht die neuen Songs schwer wiedererkennbar. Molko und Olsdahl wissen daf\u00fcr aber Atmosph\u00e4ren zu generieren, integrieren auch mal modernere Elemente wie die flirrenden Postrock-Gitarren in \u201eHappy Birthday In The Sky\u201c, das strukturell ohnehin das bemerkenswerteste St\u00fcck auf dem Album ist. Keyboardzirpen, Streichersamples, kantige Gitarreneffekte, alles ist drin und sorgt auch mal f\u00fcr Aha-Effekte, und doch: So richtig einfallsreich sind die neuen Songs nicht.<br><br>Da gibt es andere Indierockbands, die \u00fcber die Jahre an Massenaufmerksamkeit einb\u00fc\u00dften, die trotzdem einfach weitermachen, kreativ bleiben, Platte um Platte rauswerfen, sich erneuern, Wagnisse eingehen und sich damit eine stabile Fanbasis abseits des Mainstreams erarbeiten. New Model Army und die Manic Street Preachers fallen einem da ein. Und es gibt Placebo, bei denen offenbar ein Erfolgsdruck zu weit im Nacken sitzt, um wirklich mal zu \u00fcberraschen. Immerhin, \u201eNever Let Me Go\u201c ist homogener als \u201eLoud Like Love\u201c, das Album davor, das daf\u00fcr aber mehr wiedererkennbare Songs hatte.<br><br>Es ist schon merkw\u00fcrdig mit Placebo. Beim Erstkontakt damals, mit dem zweiten Album \u201eWithout You I\u2019m Nothing\u201c, wechselten sich Schei\u00dflieder und Knaller ab, bis man zum Ende des Albums trotzdem den Eindruck von vorwiegend guter Musik hatte und sich intensiv mit dem Trio befasste. Wenn selbst David Bowie die Band dadurch adelte, dass er das Titelst\u00fcck neu mitsang! Dann kamen die Indie-Disco-Granaten wie \u201eTaste In Men\u201c, \u201eSpecial K\u201c und \u201eSlave To The Wage\u201c auf \u201eBlack Market Music\u201c und man f\u00fchlte sich best\u00e4tigt. Auf \u201eSleeping With Ghosts\u201c ging es eigentlich schon damit los, dass Placebo ihre Rezeptur vereinfachten und Wiederholungen bevorzugten. Auf \u201eMeds\u201c ebenso. Auf \u201eBattle For The Sun\u201c stachen dann doch noch mal Songs hervor, etwa \u201eAshtray Heart\u201c oder das Titelst\u00fcck, auf \u201eLoud Like Love\u201c war es \u201eRob The Bank\u201c, und jetzt, ja, was man h\u00f6rt, meint man bereits zu kennen. Ist ja nett, dass Placebo wieder da sind. Eine \u00dcberraschung ist das Album dazu trotz bemerkenswerter Momente aber nicht. Es geht nicht voran, es ist ein Stillstand. Dar\u00fcber t\u00e4uscht auch nicht die D-Box mit den bunten Karten nicht hinweg. Indierock ist eben doch noch etwas anderes als das hier.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (10.05.2022) Hat sie jemand vermisst? Die zur\u00fcckliegenden neun Jahre kam man eigentlich auch ganz gut ohne Placebo aus, oder? 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