{"id":4246,"date":"2022-05-05T18:13:09","date_gmt":"2022-05-05T16:13:09","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4246"},"modified":"2022-05-05T18:13:09","modified_gmt":"2022-05-05T16:13:09","slug":"spezial-addicted-noname-label-aus-moskau-teil-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spezial-addicted-noname-label-aus-moskau-teil-12\/","title":{"rendered":"Spezial: addicted\/noname Label aus Moskau, Teil 12"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/addicted-label.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"110\" height=\"110\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/addicted-label.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3052\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (05.05.2022)<br><br>Post und Emails gab es dieses mal aus Moskau, und man freut und wundert sich, dass beides dieser Tage \u00fcberhaupt durchkommt. Die drei Betreiber des Labels, das wahlweise addicted hei\u00dft oder einfach namenlos ist, also auf noname reagiert, bleiben unerm\u00fcdlich, auch wenn Paypal-Zahlungen aus dem Verkauf bei Bandcamp derzeit aufgrund der westlichen Embargos gegen die Kriegstreibermacht gar nicht ihre auch wohlgesonnenen Ziele in Russland erreichen. Es bleibt zu hoffen, dass es bald ein \u201edanach\u201c geben wird, in dem die Oppositionellen nicht unter die R\u00e4der kommen. Musik gibt es dieses Mal als Download, CD oder 7\u201c, darunter auch vom Bruderlabel Bad Road Records, und zwar mit der Compilation \u201eAddicted Tunes\u201c, neuen Alben von Detieti und \u0411\u044b\u043b \u0437\u0430\u043c\u0435\u0447\u0435\u043d\u2026 sowie Singles von Fistula, Koffinsurfer und Crawl \u2013 und zwar nicht nur aus Russland, sondern auch aus der Ukraine.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Addicted-Tunes.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Addicted-Tunes.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4247\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Addicted Tunes (2022)<\/strong><br><br>Warum dauert es zehn Jahre, bis das Label auf die Idee kommt, seine Arbeit mit einem repr\u00e4sentativen Sampler zu repr\u00e4sentieren? 15 bis 17 Songs (da unterscheiden sich die Tracklists kurioserweise), die die Bandbreite von elektronisch-jazziger Dancemusik \u00fcber Progmetal, Freakpunk, Avantgarde, Free Jazz und Stoner bis Death Metal und Doom abdecken, darunter satte 13 Erstver\u00f6ffentlichungen. Mit einer geh\u00f6rigen Portion Funk er\u00f6ffnen \u0428\u043e\u043d (Shon) aus Koroljow das B\u00fcndel. Elektronisch tanzbar und unvorhersehbar richten sie die Aufmerksamkeit zun\u00e4chst auf die Mobilit\u00e4t der H\u00f6renden: Seid ihr tanzbereit? Sollte man sein. Die Psychedeliker Maat Lander aus Moskau greifen das Technoide auf; f\u00fcrwahr, ein irref\u00fchrender Einstieg in das Labelprogramm.<br><br>Die alten Helden IWKC alias I Will Kill Chita holen den Dancefloor zur\u00fcck ins Experimentelle, krachen Riffs in die Beats und verschachteln ihren Beitrag. Selbst die Sankt Petersburger Dauerkiffer Pressor kommen hier elektronisch daher, n\u00e4mlich episch housy geremixt von Wiklauri, und verdammt, steht ihnen der tanzbare Anstrich gut!<br><br>Sp\u00e4testens mit \u0411\u0440\u043e\u043c (Brom) zeigt die Compilation ihr wahres Gesicht: flirrendes Saxophon \u00fcber nicht erkennbarem Takt fordert H\u00f6rgewohnheiten massiv heraus und definiert die Idee von Free Jazz neu. Dogs Bite Back setzen das Schwerh\u00f6rbare mit ihrer Impro-Avantgarde fort. Den n\u00e4chsten Schritt in Richtung Kernkompetenz macht das Label mit dem Sankt Petersburger Duo Juice Oh Yeah, das basierend auf einer Art russischer Folklore zum epischen, elektronisch unterf\u00fctterten Sprung ins All ansetzt. Eine Reise, die sich lohnt. Anschlie\u00dfend klingen Dekonstruktor, wie sie hei\u00dfen, und rei\u00dfen die Gitarrenmusik fuzzy verdr\u00f6hnt in den doomigen Abgrund.<br><br>Die n\u00e4chste fast Viertelstunde geh\u00f6rt Zatvor, Eigenschreibweise ZaTVoR, aus Kursk, und die nutzen die Zeit f\u00fcrs epische doomige Stonern. Erstaunlich, mit wie viel Filigranit\u00e4t das Sextett seine zusehends brutaler rollende Walze schm\u00fcckt, die in einem Feedbackgewitter ausfasert. Hernach schieben Pressor ihre spacige Variante des Beatles-Songs \u201eI Want You (She\u2018s So Heavy)\u201c in die Sammlung; dieses St\u00fcck fehlt in manchen Ausf\u00fchrungen.<br><br>In jedem Fall weiter geht es mit \u041c\u0430\u0442\u0443\u0448\u043a\u0430-\u0413\u0443\u0441\u044b\u043d\u044f (Matushka) aus Sankt Petersburg, aus dem Umfeld von The Grand Astoria. In knapp zweieinhalb Minuten komprimiert dieses Projekt Tanzbarkeit, Progrock und Virtuosit\u00e4t in ein halsbrecherisches Interludium. Mother Witch aus Odessa fahren das Tempo mit einem Akustikgitarrenintro wieder runter, das ein vom Frauengesang getragenes Neofolkst\u00fcck einleitet \u2013 und dieses zur H\u00e4lfte in den handfesten Doom kippt.<br><br>Die Moskauer Punks \u041e\u0442\u0434\u0435\u043b \u0421\u0430\u043c\u043e\u0438\u0441\u043a\u043e\u0440\u0435\u043d\u0435\u043d\u0438\u044f alias Selferadication Dept ziehen das Tempo wieder an mit ihrer eher in allem, was mit Post- beginnt, angesiedelten Gitarrenrockmusik. Melodi\u00f6s, sperrig, monoton, energetisch \u2013 und episch: Seit wann machen Punks Lieder, die acht Minuten lang sind? Das geht nat\u00fcrlich nur mit experimentell-chilligem Mittelteil. The Flash Fever aus Sankt Petersburg schieben den Drall in Richtung No Wave, mit einer kleinen rotzigen Punknummer, die mit zwischenzeitlichem Gegniedel die eigentliche N\u00e4he zum Stoner nicht verbergen kann.<br><br>Dann bringen Detieti das Saxophon ins Spiel und zitieren in ihrem avantgardistisch funkrockendem Livetrack urpl\u00f6tzlich \u201eGhostbusters\u201c, so geht das. Dies ist der zweite Track, der als Coverversion nicht in allen Varianten dieser Compilation enthalten ist. \u0411\u044b\u043b \u0437\u0430\u043c\u0435\u0447\u0435\u043d\u2026 alias Byl Zamechen, die zweite Band aus der Ukraine, aus \u0425\u0430\u0440\u044c\u043a\u043e\u0432, Charkiw, n\u00e4mlich, experimentiert ohne Schlagzeug auf einer sehr freakigen Ebene, mit einem beinahe hypnotischen Mix aus angezerrter Gitarre, zirpenden Ger\u00e4uschen und etwas Undefinierbarem, das sowohl Orgel als auch Blasinstrument sein k\u00f6nnte. Den Abschluss macht die Impro-Supergroup REBBBB mit einem groovend-spacigen Kopfnicker.<br><br>Wer nach diesen anderthalb Stunden auf den Geschmack gekommen ist, findet auf der <a href=\"https:\/\/noname666.bandcamp.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bandcamp<\/a>-Seite von addicted noch mehr gl\u00e4nzende Perlen!<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Detieti-Serious-IV.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Detieti-Serious-IV.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4248\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Detieti \u2013 Serious IV (2021)<\/strong><br><br>Sind Detieti auf ihrem vierten Album erwachsen geworden? Was fr\u00fcher noch eine chaotische Aneinanderreihung von Musikideen war, deutlich inspiriert von Frank Zappa oder Mr. Bungle, findet jetzt eine geordnetere Ausdrucksform. Das Durchgeknallte bleibt nat\u00fcrlich erhalten, bekommt aber schl\u00fcssigere Bahnen. Die nur vier St\u00fccke zwischen f\u00fcnf und 13 Minuten scheinen dabei nur willk\u00fcrlich Grenzen zu setzen. Die Band bringt n\u00e4mlich trotzdem die absurdesten Ideen miteinander in Verbindung, reiht sie wie die in Farbe, Form und Gr\u00f6\u00dfe unterschiedlichen Kleidungsst\u00fccke einer Gro\u00dffamilie an einer grob den Takt vorgebenden Leine auf und f\u00e4hrt entspannt mit dem Mirko daran entlang.<br><br>Und was hier geht! Spacerock, Ambient, Metalriffs, Pop, Funk, Synth, Reggae, was das Herz begehrt \u2013 und noch viel mehr. Vor lauter Experiment vergessen die Moskauer aber den Fluss nicht, und das macht den Unterschied zu fr\u00fcher: Die Musik wirkt nicht mehr wie ein abgekippter M\u00f6bellaster, birst aber trotzdem vor Einfallsreichtum. Auch ohne Gesang liegt dem Album eine Geschichte zugrunde, irgendwas mit Aliens nat\u00fcrlich.<br><br>Interessanterweise besteht die Band aus nur drei Leuten, musikalisch an \u201eSerious IV\u201c beteiligt waren aber sieben, mit Gitarre, Bass, Schlagzeug sowie Samples, Field Recordings, einem Kinderpiano, Synthies und Sequenzern, Melodica und Mandoline. Das Ergebnis basiert dennoch weitgehend auf Rockmusik, aber nur das, das w\u00e4re Detieti sicherlich zu langweilig. Und das ist \u201eSerious IV\u201c mitnichten!<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/\u0411\u044b\u043b-\u0437\u0430\u043c\u0435\u0447\u0435\u043d\u2026-\u0411\u044b\u043b-\u0437\u0430\u043c\u0435\u0447\u0435\u043d\u2026.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"112\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/\u0411\u044b\u043b-\u0437\u0430\u043c\u0435\u0447\u0435\u043d\u2026-\u0411\u044b\u043b-\u0437\u0430\u043c\u0435\u0447\u0435\u043d\u2026.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4249\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>\u0411\u044b\u043b \u0437\u0430\u043c\u0435\u0447\u0435\u043d\u2026 \u2013 \u0411\u044b\u043b \u0437\u0430\u043c\u0435\u0447\u0435\u043d\u2026 (Bad Road 2013, addicted 2022)<\/strong><br><br>Bereits 2013 erschien das selbstbetitelte Deb\u00fct von \u0411\u044b\u043b \u0437\u0430\u043c\u0435\u0447\u0435\u043d\u2026 aus Charkiw in der Ukraine, seinerzeit auf Bad Road Records, jetzt frisch erneut bei addicted\/noname. Ein deutlicheres Zeichen k\u00f6nnten die Moskauer damit kaum setzen. Ihre Kernkompetenz liegt im Stoner, den die Ukrainer gepflegt verschleppen und zers\u00e4gen. Sie haben keine Angst vor Melodien, aber sie m\u00fcssen schon auch im bekifften Zustand rekonstruierbar sein. Man h\u00f6rt, dass die Jungs den Blues im Blut haben, auch wenn sie ihn nicht durchgehend von der Leine lassen.<br><br>Fetter als die Produktion ist, was \u201eGesehen wurde &#8230;\u201c, so die \u00dcbersetzung des Bandnamens, hier zwischenzeitig aus den Instrumenten herausholen. Sind die meisten Passagen eher behutsam instrumentiert, heben die Musiker bisweilen den Druck an und drehen die Verst\u00e4rker und Verzerrer voll auf. Und wieder scheint es da irgendwo im Soundgeflecht etwas Unerwartetes zu geben; ist es nicht doch eine Orgel, die da den Black-Sabbath-Geist an Deep Purple erinnern l\u00e4sst? Ert\u00f6nt da nicht eine Fl\u00f6te? Und die Synthie-Efekte, die sind doch von Hawkwind, oder? Wie auch immer, die Ukrainer schrecken nicht vor Epik zur\u00fcck und lassen einzelne Songs auch mal die Zehn-Minuten-Grenze weit \u00fcberschreiten, inklusive ausufernder Fuzz-Momente. Was f\u00fcr ein abwechslungsreiches Deb\u00fct mit was f\u00fcr einem chillig-spacigen Rauswerfer!<br><br>So richtig viel ist \u00fcber die Band nicht herauszufinden. Sie sind assoziiert mit anderen Bands wie den Stoner-Rockern Bomg, den Black Metalern \u0417\u0430\u0432\u043e\u0434\u044c (Zavod) und dem Drone-Doom-Projekt Schperrung (\u0428\u043f\u0435\u0440\u0440\u0443\u043d\u0433). Mit \u201e\u0441\u0442\u0430\u043b\u043e \u0435\u0449\u0451 \u0442\u043e\u043b\u044c\u043a\u043e \u0445\u0443\u0436\u0435\u201c (\u201eEs wurde nur noch schlimmer\u201c, in der Tat) folgte 2016 ein weiteres Album, seitdem ist es ruhig geworden um die Band \u2013 sieht man davon ab, dass nun eben diese Wiederver\u00f6ffentlichung vorliegt, die ein neuer Startschuss sein k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Fistula-Ignorant-Weapon.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Fistula-Ignorant-Weapon.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4250\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Fistula \u2013 Ignorant Weapon (Bad Road 2015)<\/strong><br><br>Dieses Quartett kommt aus Ohio, und wie es sich f\u00fcr Bands aus dem Spannungsfeld von allem, was auf -core endet, geh\u00f6rt, bringen auch Fistula in den vergangenen 22 Jahren Alben, EPs und 7\u201ces auf Labels quer \u00fcber die Welt verteilt heraus. So eben auch eines auf Bad Road in Moskau. \u201eIgnorant Weapon\u201c hat vier Songs, davon zwei Cover, n\u00e4mlich \u201eDestroy The Handicapped\u201c von Fang sowie von \u201eI Love Nothing\u201c GG Allin &amp; Anti-Seen. Das gibt schon mal grob die Grundlagen als Orientierungshilfen vor.<br><br>Angenehm rumpelig, m\u00f6rtelig, stressig, verzerrt, laut sind die vier Songs dieser Single. Heavy, ohne Metal zu sein. Crust und Sludge stehen auf den Selbstbezeichnungen, und was nicht draufsteht, aber drin ist, ist Groove. Wie die Jungs unter all dem Ger\u00f6ll noch so mit der H\u00fcfte schwingen k\u00f6nnen!<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Koffinsurfer-Koffinsurfer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"118\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Koffinsurfer-Koffinsurfer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4251\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Koffinsurfer \u2013 Koffinsurfer (Bad Road 2016)<\/strong><br><br>Schade, dass es f\u00fcr Koffinsurfer bislang erst bei dieser einen 7\u201c blieb, denn das Konzept ist ziemlich bemerkenswert: Singer-Songwriter-Akustikgeklampfe mit Growls. Und wenn der erste Song auch \u201eBarndomsminne fr\u00e5 Nordland\u201c, also \u201eKindheitserinnerungen aus Nordland\u201c, hei\u00dfen mag, Gitarrist Nikita und S\u00e4nger Denis kommen offenbar aus Russland. Zu zweit kreieren die Koffinsurfer mal so richtig eigene Musik, denn sie ziehen das durch auf den drei Songs, echt nur Klampfe und Grunzen.<br><br>Und was f\u00fcr eine Atmosph\u00e4re sie damit generieren! Getriggert durch die eigenen H\u00f6rgewohnheiten, erwartet man permanent, dass das Gewitter \u00fcber einem hereinbricht, doch Minute um Minute vergehen, Song um Song laufen ab, und es bleibt dabei: Gitarre und Gebr\u00fcll, zuletzt auch mal Gefl\u00fcster. Filigran, zart angeschlagene Gitarre, kein Geschrammel, virtuos, neofolkig, beinahe sakral, und dann passt die Art des Stimmeinsatzes pl\u00f6tzlich, wie er auch bei Opeth passte, als sie noch gut waren. Unterf\u00fcttert sind die drei Songs mit atmosph\u00e4rischen Samples. Das muss geil sein am Lagerfeuer.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Crawl-30-Year-Suicide.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Crawl-30-Year-Suicide.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4252\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Crawl \u2013 30 Year Suicide (Bad Road 2017)<\/strong><br><br>Diese 7\u201c l\u00e4uft auf 33 1\/3 Umdrehungen, sonst w\u00e4ren die Songs f\u00fcr eine Single viel zu lang. Crawl kommen aus Atlanta und machen ellenlangen schleppenden Doom-Sludge mit Gekeife. Der Titel \u201e30 Year Suicide\u201c erinnert an Crawl-Musiker Eric Crowes Freund Gabe Doelger, der 2016 mit 30 Jahren starb und offenbar irgendwie im Horrorfilm involviert war. Das passt ja gut.<br><br>Den Horror transportieren Crawl schon ganz gut musikalisch. Es ist stockdunkel in den zwei Songs, schleppt sich m\u00fchsam herum, wird zusehends karger und k\u00e4lter, l\u00e4uft ins Nichts, und wenn man sich gerade daran gew\u00f6hnt, kehrt der Schockeffekt mit der Wucht der Walze zur\u00fcck. Hier findet Tragik eine angemessene musikalische Entsprechung. Dieser Eric \u201eE.\u201c Crowe hat auf seiner Liste so viele weitere Bandprojekte, dass das Internet daf\u00fcr gar nicht ausreicht: Big Yellow Mama, Doubleplusungood, Fulci, Marax, Within Death\u2018s Kingdom, Fred Mertz\u2018s Pants, Hog Mountin, Molehill, Necroflesh, Puaka Balava, Social Infestation, Sons Of God und vermutlich noch viele mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Bad Road records bei <a href=\"https:\/\/badroad.bandcamp.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bandcamp<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (05.05.2022) Post und Emails gab es dieses mal aus Moskau, und man freut und wundert sich, dass beides dieser Tage \u00fcberhaupt durchkommt. Die drei Betreiber des Labels, das wahlweise addicted hei\u00dft oder einfach namenlos ist, also auf &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spezial-addicted-noname-label-aus-moskau-teil-12\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,3,15,16],"tags":[],"class_list":["post-4246","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-18","category-album","category-besonderes","category-vinyl"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4246","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4246"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4246\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4253,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4246\/revisions\/4253"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4246"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4246"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4246"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}