{"id":4223,"date":"2022-04-25T20:48:44","date_gmt":"2022-04-25T18:48:44","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4223"},"modified":"2022-04-25T20:48:44","modified_gmt":"2022-04-25T18:48:44","slug":"ines-korth-christopher-tauber-die-drei-und-das-gespensterschloss-klassiker-graphic-novel-kosmos-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/ines-korth-christopher-tauber-die-drei-und-das-gespensterschloss-klassiker-graphic-novel-kosmos-2022\/","title":{"rendered":"Ines Korth\/Christopher Tauber \u2013 Die drei ??? und das Gespensterschloss: Klassiker Graphic Novel \u2013 Kosmos 2022"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ines-Korth-Christopher-Tauber-Die-drei-Fragezeichen-und-das-Gespensterschloss.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"156\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ines-Korth-Christopher-Tauber-Die-drei-Fragezeichen-und-das-Gespensterschloss.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4224\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (25.04.2022)<br><br>Einfach ist es nicht, zu diesem Buch eine Haltung zu finden. Kosmos schlachtet die Marke \u201eDie drei ???\u201c ohnehin erheblich aus, nun l\u00e4sst der Verlag der Serie von Graphic Novels mit komplett eigenen F\u00e4llen die zum Comic gemachten Ur-Folgen folgen, ausgehend von Fall 1, \u201eDas Gespensterschloss\u201c, 1964 von Robert Arthur erstmals ver\u00f6ffentlicht als \u201eThe Secret Of Terror Castle\u201c. Der Fall erfuhr 1980, zw\u00f6lf Jahre nach der Buchver\u00f6ffentlichung in Deutschland, einen ersten Medientransfer, als er als diskontinuierliche Folge 11 der H\u00f6rspielreihe erschien. 2009 verdrehte man die Geschichte zum Kinofilm \u201eDas verfluchte Schloss\u201c, 2005 und 2018 hievte das Vollplaybacktheater die Episode auf die B\u00fchne und nun also liegt als neuerliche Visualisierung ein Comic vor. Der Inhalt ist nat\u00fcrlich komplett vertraut, zeichnerisch will man sich an den Sechzigern orientieren, doch weil man die Geschichte schon seit 40 Jahren im Kopf hat, braucht man dazu auch nicht wirklich noch die vagen Bilder, die andere Leute sich dazu ausdenken.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Da sieht man also drei Bengels, die sich nun \u201eDie drei Detektive\u201c nennen, Visitenkarten drucken und die Vorzimmerdame von Alfred Hitchcock anschwindeln, der hier indes Albert Hitfield hei\u00dft, um f\u00fcr ihn als Filmkulisse ein Spukschloss zu finden. In Kalifornien, in dem es das europ\u00e4ische schlossgespickte Mittelalter gar nicht gab. Aber daf\u00fcr den Fall eines Schauspielers, der tragisch aus dem Leben schied und sein selbstgebautes Schloss verfluchte. Den daraus resultierenden Geistererscheinungen gehen Justus, Peter und Bob auf den Grund, nat\u00fcrlich mit Erfolg, was Hitch\u2026 Hitfield stark beeindruckt.<br><br>Justus, Peter und Bob sehen hier nicht so aus, wie man sie sich selbst vorstellt. Das gilt vermutlich pauschal f\u00fcr alle Leser und H\u00f6rer der Serie, weil jeder individuelle Ideen davon hat. Noch am ehesten traf tats\u00e4chlich das Vollplaybacktheater ein Erscheinungsbild, das \u00fcberzeugte und das man hernach beim Konsum der Episoden vor Augen hatte, aber nicht das aus den Filmen oder den Comics. Zudem sehen die drei hier auch nicht aus wie die aus der bisherigen Graphic-Novel-Reihe, die zwar zuletzt Christopher Tauber als Autoren teilen, aber andere Zeichner haben; hier ist es Ines Korth, dort war es beim vierten Band \u201eDer goldene Samalander\u201c Calle Claus. Okay, \u00e4hnlich ist: Justus ist klein und mollig, Peter ist schlank und gro\u00df, Bob ist schlank und tr\u00e4gt Brille. Wie aber will man das Neunmalkluge, das \u00c4ngstliche und das Neugierige visuell darstellen? Sympathisch wirken die Figuren hier jedenfalls eher nicht, und zwar durchgehend, und dazu kommt, dass der Stil oft zu ungenau ist, um die (Neben-)Charaktere wiedererkennbar genug auszugestalten.<br><br>Hei\u00dft also, man hangelt sich anhand von Bildern, die auf die man sich erst einlassen muss, an einer Geschichte entlang, die man bereits bebildert im Kopf hat. Und das funktioniert nur m\u00fchsam. Was auch am Zeichenstil liegt, der zwar den Anschein des Historischen wahrt, aber nicht historisch ist, sondern eben von heute, und dazu die Outlines nicht in Schwarz, sondern einem mitteldunklen Braun h\u00e4lt, was irgendwie verblichen aussehen mag, aber nicht gerade gelungen. Es ist nat\u00fcrlich eine korrekte Entscheidung, alles im Damals zu belassen und die drei Ermittler nicht mit Handys und Computern herumlaufen zu lassen, und ebenso, den Stil nicht postmodern-dynamisch anzulegen. Eine durchgehende Klarheit und Exaktheit h\u00e4tte den Figuren aber gutgetan, und sp\u00e4testens, wenn es um Geistererscheinungen geht, allem voran das Blaue Phantom, erfasst man die Wucht des Erlebten nicht so stark, weil ohnehin alles irgendwie latent verwaschen wirkt. Da sind wirre blaue Fl\u00e4chen im Panel, aha. Und nicht etwa gr\u00fcne, wie auf dem Cover angedeutet, warum auch immer.<br><br>Immerhin, anders als bei der Comicumsetzung der \u201eF\u00fcnf Freunde\u201c von Enid Blyton nimmt man sich hier Zeit und Raum, um die Geschichte nicht k\u00fcrzen zu m\u00fcssen. Eine atmende Atmosph\u00e4re ergibt sich daraus indes dennoch nicht. Manche folgenreiche Erkenntnis verpufft in einer Sprechblase in einem Bild, das eine ganz andere Figur zeigt als die Sprechende. Die Dramaturgie geht verloren, und wenn man sich das Buch durchliest, stellt man respektvoll fest, wie gelungen trotz einiger K\u00fcrzungen und \u00c4nderungen (als H\u00f6rspiel-H\u00f6rer wei\u00df man nicht, warum Bob lediglich f\u00fcr Recherchen und Archiv zust\u00e4ndig ist und nicht etwa als vollwertiger dritter Detektiv gilt) das H\u00f6rspiel tats\u00e4chlich ist. Und wie unmessbar viel geiler als die F\u00e4lle von heute, in Schrift und Ton. Und \u00e0 propos Ton, Onkel Titus\u2018 Kreiss\u00e4ge, die auf dem Schrottplatz immerfort zu h\u00f6ren ist, erf\u00e4hrt hier eine visuelle Entsprechung, die es im Buch in der Form nicht gibt.<br><br>Nun war \u201eDer goldene Salamander\u201c als vierte Graphic Novel zwar nicht der gro\u00dfe Bringer, verglichen mit den F\u00e4llen davor, die immerhin auch als H\u00f6rspielumsetzung (f\u00fcr Planetarien) mehr Substanz boten als die letzten 100 Episoden der regul\u00e4ren Reihe, was bei den ersten beiden vermutlich an Ivar Leon Menger als Autoren liegt, und doch hat diese Reihe mehr Reiz als die der Klassiker-Comics. Kurios ist, dass als zweite Klassiker-Folge f\u00fcr den September \u201eDie fl\u00fcsternde Mumie\u201c angek\u00fcndigt ist, die indes im US-Original erst als drittes erschien, nach \u201eDer Superpapagei\u201c. Und jedes Buch f\u00fcr 18 Euro. Irgendwie muss man die Kuh ja melken, nachdem man die B\u00fccher schon im Erscheinungsbild verhunzt und teurer gemacht hat. Aiga Rasch h\u00e4tte die Comics zeichnen sollen, das w\u00e4re bestimmt ein Abenteuer gewesen. So bleibt das H\u00f6rspiel un\u00fcbertroffen die beste Adaption der Geschichte, in der der weitsichtige Arthur schon immens viele Elemente des bis heute g\u00fcltigen DDF-Kanons anlegte: der Schrottplatz, die Zentrale, Morton und der Rolls Royce, Skinny Norris, Titus &amp; Mathilda, die Visitenkarte, Justus knetet seine Unterlippe, der Bezug zu Hollywood. Vor 58 Jahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (25.04.2022) Einfach ist es nicht, zu diesem Buch eine Haltung zu finden. 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