{"id":4155,"date":"2022-03-02T21:38:42","date_gmt":"2022-03-02T20:38:42","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4155"},"modified":"2022-03-02T21:38:42","modified_gmt":"2022-03-02T20:38:42","slug":"converge-chelsea-wolfe-bloodmoon-i-epitaph-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/converge-chelsea-wolfe-bloodmoon-i-epitaph-2021\/","title":{"rendered":"Converge &#038; Chelsea Wolfe \u2013 Bloodmoon: I \u2013 Epitaph 2021"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Converge-Chelsea-Wolfe-Bloodmoon-I.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Converge-Chelsea-Wolfe-Bloodmoon-I.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4156\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (02.03.2022)<br><br>Da geht die Post ab, besser: das Post, denn das hier auf \u201eBloodmoon: I\u201c ist Post-Allesm\u00f6gliche, Post-Hardcore, Post-Metalcore, Post-Postrock, Post-Doom, Post-Sludge, Post-Progmetal, Post-Grunge, Post-Gothrock, Post-Ambient, Post-Postpunk. Dem Converge-Schreihals Jacob Bannon steht hier Chelsea Wolfe zur Seite, die dem zumeist langsam l\u00e4rmenden Gesamtwerk manchmal sogar etwas von Patti Smith verleiht. Daf\u00fcr f\u00e4hrt die Band das Hardcore-Tempo zur\u00fcck, wuchtet malmend und l\u00e4sst sehr viel Zeit f\u00fcr richtiggehend fragile Momente. So d\u00fcster geht Hardcore! Eine h\u00f6chst bemerkenswerte Entwicklung.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Und wie viel Sch\u00f6nheit bei Converge pl\u00f6tzlich m\u00f6glich ist: In \u201eCoil\u201c etwa singt Bannon klar zur Akustikgitarre, Wolfe gesellt sich alsbald hinzu, der Song baut sich allm\u00e4hlich behutsam auf, mausert sich zur Hymne und entwickelt noch den gr\u00f6\u00dften Popappeal des grunds\u00e4tzlich dunkel gef\u00e4rbten Albums, bis die Band die Wucht zur\u00fcckholt. An vielen Stellen des Albums ist der Sound so dicht, dass er fast orchestral wirkt, und das bei groovendem Bass. Aber kein Wunder bei dem Personal, das inklusive Wolfe aus sieben Leuten besteht, darunter mit Wolfes Mitmusiker Ben Chisholm auch einer, der Keyboards bedient, was wohl eine Grundlage f\u00fcr orchestrale Momente sein d\u00fcrfte; aber nix gegen die grunds\u00e4tzliche Fettheit des Restsounds, den schafft die Band auch allein \u2013 und durchbricht ihn im Verlauf der \u00fcberwiegend \u00fcberlangen Tracks auch gern progressiv.<br><br>\u201eFlower Moon\u201c setzt das Leichtgoutierbare zun\u00e4chst fort, doch will die Band die Z\u00fcgel gar nicht durchgehend anziehen, das Album birgt die Sludge-typische unterschwellige Energie, die in manchen Tracks durchgehen, in manchen immer mal wieder ausbricht. Wie bei den Melvins gilt auch hier, dass H\u00e4rte nichts mit Tempo zu tun haben muss; auch wenn \u201eViscera Of Men\u201c rasant beginnt, ist dies vielmehr als wiedererkennbaren R\u00fcckgriff auf die klassischen Converge zu deuten als auf die Absicht, den \u201eBloodmoon\u201c eilig abzuhandeln. Klassische Converge schimmern trotz allem nat\u00fcrlich immer wieder durch, alte Freunde bekommen ausreichend Wiedererkennungswerte, nur dass hier eine opulente Schippe Dreck auf dem vertrauten Sound liegt. Erstaunlicherweise sind es jedoch die eher klassischen Metalcore-Passagen, die auf diesem Album am wenigsten attraktiv sind, was wohl auch daran liegen mag, dass das Genre auserz\u00e4hlt ist, weshalb so ein erheblich gro\u00dfer Schritt, wie ihn Converge mit \u201eBloodmoon\u201c grunds\u00e4tzlich wagen, die beste Entscheidung ist, die die Band f\u00e4llen konnte.<br><br>Ein Crossover ist dieser Tage ohnehin die bestm\u00f6gliche Idee, sein eigenes Spektrum aufzubrechen, und Chelsea Wolfe ist so weit weg dann offenkundig doch nicht, wenn ihre Beitr\u00e4ge hier zu so etwas Grandiosem f\u00fchren. \u201eLord Of Liars\u201c etwa in der Mitte des Albums st\u00f6rt schon beinahe damit, dass es Vertrautes wiederk\u00e4ut, und schon mit dem streckenweise ann\u00e4hernd grungigen \u201eFailure Forever\u201c zeigen Converge, wie sehr sie zu Neuerungen bereit sind. Ein St\u00fcck wie \u201eScorpion\u2019s Sting\u201c k\u00f6nnte in seiner gruftigen Country-Anmutung auch von 16 Horsepower gewesen sein, das epische \u201eCrimson Stone\u201c eine schwere Variante von Sigur R\u00f3s. Und wie geil nat\u00fcrlich die Stimme von Wolfe hier passt, sowohl in ihren Solomomenten als auch im Kontrast zu wahlweise klarem wie geschriebenen Gesang von Bannon. Man mag es kaum laut sagen, aber im finalen \u201eBlood Dawn\u201c performt sie Harmonien, die stark an Abba erinnern.<br><br>\u201eBloodmoon: I\u201c ist die Studioalbumversion einer Konzertreihe, die Converge 2016 unter dem Motto \u201eBlood Moon\u201c mit diversen G\u00e4sten starteten, darunter auch der fr\u00fchere Converge-Bassist Stephen Brodsky, der hier im Hintergrund mitsingt. Da Steve von Till von Neurosis ebenfalls Teil der Live-Bande war, darf man sich auf \u201eBloodmoon: II\u201c wohl sehr freuen. Hoffentlich ist Wolfe dann auch wieder dabei. \u201eBloodmoon\u201c ist eine konsequente Weiterentwicklung, wie man sie sich von vielen Genrebands w\u00fcnschen w\u00fcrde, die zudem belegt, wie gut sich die Musiker spielerisch, technisch und kompositorisch von der Stelle bewegen. Und das nach \u00fcber 30 Jahren und vorher neun Alben, Respekt! Da k\u00f6nnten sich sehr viele andere einige Scheiben abgucken. Man stelle sich nur vor, sarenwamal, SunnO))) mit Anna von Hauswolff, das w\u00e4re doch was!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (02.03.2022) Da geht die Post ab, besser: das Post, denn das hier auf \u201eBloodmoon: I\u201c ist Post-Allesm\u00f6gliche, Post-Hardcore, Post-Metalcore, Post-Postrock, Post-Doom, Post-Sludge, Post-Progmetal, Post-Grunge, Post-Gothrock, Post-Ambient, Post-Postpunk. 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