{"id":4150,"date":"2022-03-01T20:40:35","date_gmt":"2022-03-01T19:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4150"},"modified":"2022-03-01T20:45:53","modified_gmt":"2022-03-01T19:45:53","slug":"dream-invasion-50-db2fluctuation-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/dream-invasion-50-db2fluctuation-2022\/","title":{"rendered":"Dream Invasion \u2013 50 \u2013 db2fluctuation 2022"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Dream-Invasion-50.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Dream-Invasion-50.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4151\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p> Von Matthias Bosenick (28.02.2022)<br><br>Anlass f\u00fcr den Track seines Projektes Dream Invasion, dessen L\u00e4nge im Titel definiert ist, ist ein Posten in Erwin Jadots Leben, der mit der darin enthaltenen Nummer korrespondiert: sein 50. Geburtstag. Nun k\u00f6nnte man meinen, Jadot n\u00e4hme sich pro Jahr eine Minute Zeit, um das Erlebte in Musik zu verpacken, und der Track w\u00e4re ein turbulenter Reigen an kunterbunten Ideen, aber weit gefehlt: \u201e50\u201c ist Ambient und erweckt den Eindruck, der Komponist m\u00fcsse sich nach der zur\u00fcckliegenden Zeitspanne erstmal erholen. Das sei ihm geg\u00f6nnt, und mit dem Album im Ohr schlie\u00dft man sich ihm gern an. Eine abenteuerliche Geschichte erz\u00e4hlt es n\u00e4mlich trotzdem, nur stiller.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Und wie sanft das Album beginnt. Jadots Kindheit muss wohlbeh\u00fctet gewesen sein, man h\u00f6rt zun\u00e4chst lediglich einen chilligen Ton, der leicht die H\u00f6he variiert, ungef\u00e4hr bis der K\u00fcnstler eingeschult wird, dann gesellt sich ein gelegentlicher Drone hinzu, verbunden mit wellenartigem Rauschen alle paar Monate. Der Ton wird deutlicher, verdoppelt sich, bekommt Zuwachs, wird in Kombination mit dem sich h\u00e4ufiger einschaltenden Drone kurzzeitig auch mal dissonant, bevor er knapp zum Eintritt ins Teenageralter den Anschein erweckt, einer Kirchenorgel zu entspringen.<br><br>Mit 15 verst\u00e4rken sich die Drones, die Sounds b\u00fcndeln sich zu einem einzelnen, schwellen an und ab und bilden den \u00dcbergang zur Vollj\u00e4hrigkeit, indem sie fokussierter die vorherigen Elemente hinzuziehen, das Rauschen, den einsamen Sound, dezidiert gesetzt. Mit 18 geht es aufw\u00e4rts, wird lauter, neue Sounds gesellen sich hinzu, Keyboardfl\u00e4chen, die sich \u00fcber die folgenden zwei Jahre b\u00fcndeln, konzentrieren und in die H\u00f6he schrauben, dass man beinahe den Eindruck eines Horror- oder Suspense-Soundtracks bekommt. Die US-Vollj\u00e4hrigkeit markieren dann bassige Patterns, die erstmals so etwas wie einen Rhythmus vorgeben. Mit ihnen hellt sich hernach der gesamte Sound auf, der Eintritt ins Erwachsenenalter scheint einem Sonnenaufgang zu gleichen.<br><br>Zumindest kurzzeitig, denn in seines Lebens Mitte kehrt Jadot zur\u00fcck zur Stille, zum Sound des Anfangs, beginnt beinahe neu und l\u00e4sst erst mit 26 wieder abgehackte rhythmische Synthiesounds zu, die in den fl\u00e4chig-sph\u00e4rischen Ambient-Raum treten, immerhin f\u00fcr wenige Monate, und dann als \u00dcbergang in die vierte Dekade immer mal wieder latent im Hintergrund. Mit Anfang 30 dann kehrt einmal mehr die Stille zur\u00fcck, Jadot braucht einige Monate, um sich wieder aufzurappeln, untermalt dies mit entferntem Donner, der sich in die Fl\u00e4chen und den Drone mischt und sich alsbald h\u00e4uft, wie ein Spuk aus einer anderen Welt.<br><br>Mit Mitte 30 \u00fcbernimmt das Bedrohliche und l\u00f6st das Behagliche ab. Die Drones schwellen an, dr\u00e4ngen in den Vordergrund und lassen den Sph\u00e4ren kaum noch Raum. Die erobern sich das Feld alsbald zur\u00fcck, und mit dem \u00dcbergang in die f\u00fcnfte Dekade h\u00e4lt ein dunkles Pulsieren f\u00fcr einige Monate Einzug in den Jadot\u2019schen Soundkosmos. Bis zu einer neuerlichen Unterbrechung mit Anfang 40, die der Musiker erneut mit einer R\u00fcckkehr der fr\u00fcheren Sounds aufl\u00f6st, nur dass es wiederum nicht mehr so harmonisch-umfangend klingt, sondern z\u00f6gerlicher, defensiver, fragiler, wom\u00f6glich sogar leicht bedrohlich, oder besser: bedroht.<br><br>Die bislang letzten f\u00fcnf Jahre in Jadots Leben klingen spukig, feenhaft, mit langsam umherfliegenden Elementen, die keine Grundlage haben, nur sich selbst, frei in der Luft, umeinanderschwirrend. Es k\u00f6nnten auch entfernte Walges\u00e4nge sein, die die R\u00fcckkehr der Drones einleiten. Das letzte Jahr ist wieder zur\u00fcckgenommen, Jadot zieht sich aus seinem eigenen Leben zur\u00fcck, l\u00e4sst gelegentliche sph\u00e4rische Tupfer in den Raum fallen, bis der Track dann ins Nichts driftet.<br><br>Ein richtiger Schluss ist das nat\u00fcrlich nicht, denn wir wissen, dass Jadots 50. Geburtstag im Jahr 2021 stattfand und er diesen Soundtrack zu seinem Leben erst danach anfertigte \u2013 es geht also weiter, gottlob, und angesichts seiner raren, aber feinen Ambient-Alben kann man sich nur freuen, wenn er seine Arbeit als Dream Invasion ebenso fortsetzt wie sein Leben. Lustig \u00fcbrigens: Zwar hei\u00dft das Album \u201e50\u201c, der Track indes ist mit \u201eFifty\u201c betitelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (28.02.2022) Anlass f\u00fcr den Track seines Projektes Dream Invasion, dessen L\u00e4nge im Titel definiert ist, ist ein Posten in Erwin Jadots Leben, der mit der darin enthaltenen Nummer korrespondiert: sein 50. 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