{"id":4114,"date":"2022-02-17T22:41:17","date_gmt":"2022-02-17T21:41:17","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4114"},"modified":"2022-02-17T22:41:17","modified_gmt":"2022-02-17T21:41:17","slug":"spezial-addicted-noname-label-aus-moskau-teil-11-schwerpunkt-bad-road-records","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spezial-addicted-noname-label-aus-moskau-teil-11-schwerpunkt-bad-road-records\/","title":{"rendered":"Spezial: addicted\/noname Label aus Moskau, Teil 11, Schwerpunkt: Bad Road Records"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/addicted-label.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"110\" height=\"110\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/addicted-label.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3052\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (17.02.2022)<br><br>Das Moskauer Label Bad Road Records legte um 2018 seine Arbeit nieder, viele der Bands wanderten zu addicted\/noname ab, und von dort aus verwaltzet man auch den Backcatalogue. Ein \u00dcberblick rund um die Welt \u00fcber das schwerpunktm\u00e4\u00dfig Doom, Sludge und Stoner beinhaltende Label, inklusive Ausfl\u00fcgen zum neuen Mutterlabel, mit: The Watchdogs, Gangrened, Gloomy Sunday, Albin\u00f6 Rhino, Keepleer 18, \u0418\u0437\u0440\u0430\u0437\u0435\u0446, Her Highness, Sithter, Old Sea And Mother Serpent, Remote, Dirtpill, Fire To Fields und Ketamine.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/The-Watchdogs-The-Stone-And-The-Horde.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"157\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/The-Watchdogs-The-Stone-And-The-Horde.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4115\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>The Watchdogs \u2013 The Stone And The Horde (Bad Road Records, 2013)<\/strong><br><br>Grunzend geht die Welt zugrunde, aber bis dahin bekommen wir einen apokalyptisch guten Soundtrack. Doom und Sludge sind die Grundrichtungen, die das Moskauer Quartett heranzieht und auf denen es melodischen Kopfnickerblues herabm\u00f6rteln l\u00e4sst. Eigentlich sind The Watchdogs f\u00fcr klassischen Doom viel zu schnell, ist die Laune noch viel zu gut, sind die Songs viel zu kurz. Und was f\u00fcr ein fetter Sound! Was f\u00fcr ein Groove! Was f\u00fcr Riffs! Man f\u00fchre sich nur mal exemplarisch den Song \u201eSunset Shall Hide\u201c zu Gem\u00fcte. Das gut halbst\u00fcndige Album hinterl\u00e4sst atemlose H\u00f6rende, die nichts weiter als den Wunsch versp\u00fcren, es erneut aufzulegen.<br><br>Das von Maria Phobia gestaltete Pappcover ist besonders, weil \u00fcbergro\u00df und aus starkem Papier. \u201eThe Stone And The Horde\u201c ist das einzige Album der Band, die aus den Tr\u00fcmmern der dem Hardcore zugeneigten Broken Fist hervorging, nach der EP \u201eBlack Light\u201c, anschlie\u00dfend benannten sie sich um in Cannonball Mephisto und brachten vor drei Jahren sie \u201eShapeshifter\u201c-EP heraus. Gitarrist Sergesy und Schlagzeuger Andrew machten den Wechsel offenbar nicht mit, daf\u00fcr geh\u00f6ren Br\u00fcller Dmitry Sokolow und Bassist Evgeny Yeryomin weiterhin zum Line-Up.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Gangrened-We-Are-Nothing.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Gangrened-We-Are-Nothing.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4116\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Gangrened \u2013 We Are Nothing (Bad Road Records, 2014)<\/strong><br><br>Von dr\u00fcben hinterm Zaun, von Moskau aus gesehen, kommt die Band Gangrened, aus Finnland n\u00e4mlich. \u201eWe Are Nothing\u201c ist 23 Minuten Doom in Reinkultur, hat nur drei St\u00fccke, von denen zwei \u00fcberlang sind und des ersten Taktzahl im niedrigen zweistelligen Bereich liegt, des zweiten alsbald nicht mehr so. Track drei ist eine l\u00e4rmige Neudeutung des St\u00fccks \u201eSixpack\u201c von Black Flag, hei\u00dft hier \u201eKontti\u201c, was 24-Pack bedeutet, weil schwerer einfach schwerer ist. Die vier Finnen beziehen sich in Artwork und Inhalt auf eine Elite, die die Menschheit unterjocht, auf Verschw\u00f6rungstheorien mithin, die man 2014 noch etwas gleichg\u00fcltiger betrachtet haben mag als heute. Mit \u201eWe Are Nothing\u201c ist gemeint, dass die breite Masse f\u00fcr jene Elite keinen Wert hat.<br><br>Egal, die Mucke ist so heavy, wie es nur geht, auch in geringer Schlagzahl, wie es sich f\u00fcr Doom eben geh\u00f6rt. Ein Brocken! An dieser EP beteiligt waren S\u00e4nger Ollijuhani Kujansivu, Gitarrist und Bassist Andreas \u00d6sterlund, Gitarrist Jon Imbernon sowie Schlagzeuger Owe Inborr. Nachdem \u00d6sterlund komplett zu seiner Nebenband I, Captain abwanderte, brachten Gangrened im vergangenen Jahr in neuer Besetzung ihr erstes Album \u201eDeadly Algorithm\u201c heraus.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Gloomy-Sunday-Introduction-To-The-Apocalypse.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"113\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Gloomy-Sunday-Introduction-To-The-Apocalypse.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4117\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Gloomy Sunday \u2013 Introduction To The Apocalypse (Bad Road Records, 2014)<\/strong><br><br>Von noch einem Zaun weiter kommen Gloomy Sunday, aus Schweden n\u00e4mlich, und nicht etwa aus Ungarn, wo das Lied herkommt, nach dem sie sich benannten. Wie so eine Apokalypse aussieht, zeigt das Cover, auf dem zwei H\u00e4nde den klassischen Ziegenbock als Schattenspiel formen, und wie sie klingt, verraten die vier bis sechs Schweden mit grantigem Sludge. Eine geh\u00f6rige Portion Death Metal liegt dem nur 26 Minuten langen Album inne, f\u00fcr den reinen Doom ist es etwas zu schnell und zu l\u00e4rmend und kotzt der S\u00e4nger zu ausgiebig.<br><br>Bei Gloomy Sunday scheint es sich eher um ein Projekt mit wechselnder Besetzung zu handeln, bei \u201eIntroduction To The Apocalypse\u201c zudem f\u00fcr das bis dato letzte Lebenszeichen nach einem Album und einem Demo in den Nullerjahren. Das Internet z\u00e4hlt als Mitmusiker auf: Brian Talbot, Gitarrist, Schlagzeuger, sogar S\u00e4nger (bei den Hardcorepunks Doom aus Birmingham) und vielbesch\u00e4ftigter Musiker mit unz\u00e4hligen Aliassen; Denis Boardman, vielfacher Projektkollege Talbots, unter anderem bei den Crustpunks Blood Sucking Freaks; Jari Kuittinen, der wohl nur am Deb\u00fct \u201eBeyond Good And Evil\u201c beteiligt war; Jon Eriksson, unter anderem auch bekannt von den Spacerockern Yuri Gagarin; P\u00e4r Boberg, der auch bei den Crustpunks ENS! Den Bass spielte; Stefan Joansson, der ebenfalls bei Yuri Gagarin weitermachte. Die diversen Einfl\u00fcsse h\u00f6rt man auf diesem Minialbum heraus, es bleibt nicht beim Doom, es hat die Kratzigkeit des Punks und das Versponnene des Spacerocks, nur alles sehr heavy und ungeb\u00fcgelt. Nach Ablauf des r\u00e4udigen Albums ist man reichlich aufgekratzt und braucht eher etwas Sanfteres zum Ausgleich.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Albinoe-Rhino-Return-Of-The-Goddess.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"136\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Albinoe-Rhino-Return-Of-The-Goddess.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4118\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Albin\u00f6 Rhino \u2013 Return Of The Goddess (Bad Road Records, 2014)<\/strong><br><br>Wieder zur\u00fcck in Richtung Moskau: Albin\u00f6 Rhino kommen aus Helsinki und ver\u00f6ffentlichten mit \u201eReturn Of The Goddess\u201c ihr als solches klanglich erkennbares erstes Demo. Das Schlagzeug klingt pappig, die Saiteninstrumente verhalten und der Gesang zu deutlich \u2013 was egal ist, weil die Songs z\u00e4hlen. Derer birgt dieses Demo vier in etwas \u00fcber einer halben Stunde, was nahelegt, dass man es hier mit Stoner und Spacerock zu tun hat. Das best\u00e4tigt auch das einmal mehr von Maria Phobia gestaltete Cover, das jene G\u00f6ttin nackt im All mit einem Spiralnebel vor ihren Genitalien zeigt.<br><br>Wo die Band zum Auftakt nicht einfach schleppend rockt, gniedelt sie, mit flirrenden Gitarren, abgehobenem Dudeln, bei Hawkwind gelernten Drones. Trotz der erkennbar schwer gemeinten Grundmusik und dem mantraartigen Gr\u00f6lgesang driften die Musiker immer wieder unversehens ins All ab. So muss das. Im Titeltrack erinnern Stimme und Atmosph\u00e4re an eine spacige Variante von Type O Negative mit orientalischen Elementen. Weird. Track drei hat etwas von einem H\u00f6rbuch, das ein gregorianischer M\u00f6nch zu entfesseltem Galopprock eindr\u00f6hnt. Das Dumpfe verliert sich \u00fcber die Spielzeit, man freut sich \u00fcber die durchgeknallten Ideen der Band und kann nur staunen, was den drei Jungs schon auf ihrem Demo alles in den Sinn kommt. Pflanzliche Erzeugnisse m\u00f6glicherweise. Als Musiker an Bord sind hier in der Tat nur drei, und zwar Bassist und S\u00e4nger Ville Harju, Schlagzeuger Wiljami W\u00e4re sowie Gitarrist Kimmo Tyni, der parallel bei den Dreadlock Tales seine Studioerfahrung sammelt \u2013 einem Reggae- und Dub-Projekt, wohlgemerkt. Passt ja zu bekifftem Spacerock.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Keepleer-18-Vammifiaa.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"112\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Keepleer-18-Vammifiaa.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4119\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Keepleer 18 \u2013 Vammifiaa (Bad Road Records, 2016)<\/strong><br><br>Ist das Brian Johnson, der da posthum herumkeift? Die hohe Stimmlage w\u00fcrde passen, die Mucke jedoch nicht, die ist eher im Doom angesiedelt, Sludge vielleicht, ein Bisschen Stoner, ab und zu riffiger Dreivierteltakt, zudem beherrscht der S\u00e4nger hier keine Melodien, er beschr\u00e4nkt sich auf nur eine Tonlage, das war bei AC\/DC definitiv anders. Riffs bekommt man hier auch, nur andere, weniger eing\u00e4ngig, nicht weniger groovig, aber bisweilen so mit L\u00e4rm vollgepflastert, dass man schon genauer hinh\u00f6ren muss. Und Keepleer 18 sind definitiv um so einiges h\u00e4rter als AC\/DC, wenn sie nicht ausnahmsweise auch mal einfach nur gelassen die Gitarren laufen lassen.<br><br>Mit dieser Band \u00fcberschreitet das Moskauer Label die n\u00e4chste Grenze, die zur Ukraine n\u00e4mlich: Keepleer 18 kommen aus \u0427\u0435\u0440\u043d\u0456\u0433\u0456\u0432 (Tschernihiw), \u201eVammifiaa\u201c war nach Demo und Single das Deb\u00fctalbum, dem 2018 das Album \u201eRelictum\u201c sowie 2021 eine Tape-Split-Single mit Yanomam\u00f6 aus Sydney folgten. Die vier Musiker nennen sich Artemius, Slava, Senya und nochmal Slava und rekrutieren sich aus den Bands Gromm, Die! Pig, Remorse, Fecality und \u041e\u043f\u044f\u0442\u044c \u041c\u0438\u0433\u0440\u0435\u043d\u044c (\u201eWieder Migr\u00e4ne\u201c). Der Bandname ist einzigartig, die Tracktitel sind dem in ihren Buchstabendopplungen angepasst, die Mucke ist amtlich auf die Zw\u00f6lf und sogar f\u00fcr Sludge-Verh\u00e4ltnisse bisweilen recht abwechslungsreich, aber der Gesang strapaziert auf Dauer doch arg die H\u00f6rnerven. In \u201eRiizofaar\u201c lacht der S\u00e4nger, und das nimmt man ihm ab. Trotzdem hat man hinterher wieder Migr\u00e4ne.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/\u0418\u0437\u0440\u0430\u0437\u0435\u0446-\u0418\u0437\u0440\u0430\u0437\u0435\u0446.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/\u0418\u0437\u0440\u0430\u0437\u0435\u0446-\u0418\u0437\u0440\u0430\u0437\u0435\u0446.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4120\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>\u0418\u0437\u0440\u0430\u0437\u0435\u0446 \u2013 \u0418\u0437\u0440\u0430\u0437\u0435\u0446 (addicted\/noname, 2021)<\/strong><br><br>Zwischendurch etwas Neues vom Bruderlabel. Die \u0418\u0437\u0440\u0430\u0437\u0435\u0446 (Izrazets) sind ein Trio aus Moskau, das auf eine Weise muckt, dass man das mit dem Trio nicht glauben mag. Nicht etwa fett produziert, sondern abgedreht vielf\u00e4ltig, wie es nur von einem mehrk\u00f6pfigen Ensemble h\u00e4tte generiert sein k\u00f6nnen. Das selbstbetitelte Studio-Deb\u00fctalbum ist dem Bandkonzept folgend instrumental gehalten und wildert vom Noiserock ausgehend in Bereichen wie Jazz, Avantgarde, Punk und sonstigem Freestyle; man h\u00f6rt also auch Anleihen an Frank Zappa oder Fant\u00f4mas. Dabei ist die Musik nicht unnachvollziehbar unstrukturiert, obwohl das Trio gern \u00fcberraschende Wendungen in seine Kompositionen einbaut. Vielmehr experimentieren die drei Musizierenden einerseits an ihren Instrumenten herum und andererseits mit den musikhistorischen Gepflogenheiten. Ein Zehn-Minuten-St\u00fcck wie \u201e\u041e\u0436\u0435\u0440\u0435\u043b\u044c\u0435\u201c kann schon mal sehr reduziert und beinahe kontemplativ improvisiert beginnen, um dann gelegentlich in hochtourige Rockmusik umzuschalten. Und wenn die drei auch mal vor lauter L\u00e4rm anstrengend werden, was sie echt auch erheblich k\u00f6nnen, schalten sie schon bald wieder ins Vertr\u00e4gliche zur\u00fcck.<br><br>\u0418\u0437\u0440\u0430\u0437\u0435\u0446 besteht aus den Musikern Dmitry Kuzovlev (\u0414\u043c\u0438\u0442\u0440\u0438\u0439 \u041a\u0443\u0437\u043e\u0432\u043b\u0435\u0432, Gitarre), Dmitry Lapshin (\u0414\u043c\u0438\u0442\u0440\u0438\u0439 \u041b\u0430\u043f\u0448\u0438\u043d, Bass) und Oksana Grigoryeva (\u041e\u043a\u0441\u0430\u043d\u0430 \u0413\u0440\u0438\u0433\u043e\u0440\u044c\u0435\u0432\u0430, Schlagzeug). Bereits 2017 aufgenommen, folgt das Album den vorhergehenden Livealben \u201e\u041a\u043e\u043d\u0446\u0435\u0440\u0442 \u0432 \u0414\u041e\u041c\u0435\u201c und \u201e\u041a\u043e\u043d\u0446\u0435\u0440\u0442 \u0432 \u043a\u0443\u043b\u044c\u0442\u0443\u0440\u043d\u043e\u043c \u0446\u0435\u043d\u0442\u0440\u0435 \u0414\u041e\u041c\u201c. Einige St\u00fccke des Studiodeb\u00fcts sind von jenen Gigmitschnitten bereits bekannt, etwa der Opener \u201e\u041b\u043e\u0431\u0441\u0442\u0435\u0440\u201c oder das genannte \u201e\u041e\u0436\u0435\u0440\u0435\u043b\u044c\u0435\u201c. Alle drei Musiker kennen sich von diversen anderen jazznahen Projekten, Lapshin etwa von Dogs Bite Back, Ototsky Quartet und \u0411\u0420\u041e\u041c, Kuzolvev von Zlurad, \u041c\u0435\u0442\u0440\u043e 3 und \u0420\u0443\u0434\u043e\u043b\u044c\u0444 sowie Grigoryeva ihrerseits von \u0411\u0420\u041e\u041c. Ein Split-Tape mit \u0411\u0420\u041e\u041c war dann 2010 auch der Ausl\u00f6ser, \u0418\u0437\u0440\u0430\u0437\u0435\u0446 zu gr\u00fcnden. Und so dicht, wie die drei hier die St\u00fccke weben, vermisst man eine Stimme nun wirklich nicht.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Her-Highness-Visions-Of-A-Lower-Life.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Her-Highness-Visions-Of-A-Lower-Life.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4121\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Her Highness \u2013 Visions Of A Lower Life (addicted\/noname, 2021)<\/strong><br><br>Bass, Schlagzeug und etwas Noise, mehr braucht es nicht, um mit Musik h\u00f6chstm\u00f6gliche Aufmerksamkeit zu erzeugen. Und dann ist Her Highness auch nur lediglich ein Duo. Es erstaunt erheblich, mit welch reduzierten Mitteln K.T. und K.A., wie sich die beiden Musiker nennen, dem Genre entsprechen \u2013 und dessen Grenzen doch sprengen. Doom und Sludge sind die Grundlage f\u00fcr Her Highness, und wenn man schon keine Gitarre hat, dann verzerrt man den Bass eben ein wenig mehr, dann passt das schon und l\u00e4sst nichts vermissen. Musikhistorische Beispiele daf\u00fcr gibt\u2019s genug, dass man mit einem vern\u00fcnftig eingesetzten Bass die Gitarre gar nicht fehlen h\u00f6rt. Und den Gesang auch nicht, den gibt\u2019s hier ebenso wenig. Daf\u00fcr gelegentliche Ambient- und sonstige Noise-Samples, die den Sound andicken, und den vermehrten Einsatz von Verzerrern und anderen Amps.<br><br>2014 gegr\u00fcndet, ist \u201eVisions Of A Lower Life\u201c nach diversen Split-Singles tats\u00e4chlich erst das Deb\u00fct des Duos aus Budapest. Daf\u00fcr nahmen die beiden in der Pandemie das Material auf, das sie zwischen 2016 und 2019 angesammelt hatten. Es gelingt den beiden vortrefflich, ihre St\u00fccke geschlossen erscheinen zu lassen und das schwere Metall aus einem Guss zu formen. Inklusive attraktiven Ausformungen, etwa der reduzierten Passage in \u201eThe Burnt Offering\u201c, in der das Schlagzeug dezent vor sich hin klackt und der Bass nahezu unverzerrt eine nette Melodei tiriliert, bis die Amps wieder zu gl\u00fchen beginnen und der Bass das tonnenschwere Riffing fortsetzt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sithter-Evilfucker.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sithter-Evilfucker.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4122\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Sithter \u2013 Evilfucker (Bad Road Records, 2014)<\/strong><br><br>Dieses Mal geht\u2019s nicht \u00fcber eine Grenze, sondern \u00fcbers Meer: Aus Japan, genauer: aus Tokyo kommen Sithter, \u201eEvilfucker\u201c war 2014 ihr Deb\u00fct, gefolgt 2016 von \u201eChaotic Fiend\u201c sowie diversen Split-CDs, j\u00fcngst 2021 mit Gawthrop aus S\u00fcdkorea und Miser aus Taiwan sowie mit Lucifungus aus Australien. Der \u201eEvilfucker\u201c bedient sich im Doom, den er \u00fcber die Genregrenzen hinausstreckt. Man h\u00f6rt Zeni Geva heraus, die Art des Gesangs, sehr abgehackt und zackig gebr\u00fcllt, gekotzt; man h\u00f6rt indes nicht den in Japan zu der Zeit recht popul\u00e4ren Mathcore, hei\u00dft: Die St\u00fccke bleiben schon in ihrem Fluss, hier hackt niemand am Doomstrom herum. Und der Doom von Sithter ist dicht, schwer, eruptiv.<br><br>Zum Zeitpunkt des Deb\u00fcts bestand das Quartett aus: Bassist Wahei Gotoh, Gitarrist Hyo \u201eNoise Fucker\u201c Kagawa, S\u00e4nger und Gitarrist Hiroyuki Takano (Church Of Misery, Psychotoblack, Psycho Business) sowie Schlagzeuger Takefumi Matsuda, sp\u00e4ter ersetzt durch Eriko Kagawa. Bei Sithter sind die Gitarren sch\u00e4rfer als bei anderen Doombands, sie scheren sich nicht um die Konventionen, wenn sie das Tempo anziehen und die Tracks m\u00e4chtig rumpeln lassen. Hier ist jede Menge Kies im Getriebe, Wut, Energie, nicht Lethargie oder gar Depression. Hier steckt Punk im Doom. Inklusive Geschepper und Feedbacks, und das beste Feedback zu dieser Mucke kommt von der Band selbst, in der Mucke.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Old-Sea-And-Mother-Serpent-Chthonic.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Old-Sea-And-Mother-Serpent-Chthonic.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4123\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Old Sea And Mother Serpent \u2013 Chthonic (Pestis Insaniae 2013\/addicted noname 2020)<\/strong><br><br>So ging das also los mit Old Sea And Mother Serpent, damals, 2013, als das Duo seine ersten vier \u00fcberlangen Songs auf den Markt rollte, die sich so viel Zeit lassen, dass es nicht Wunder nimmt, dass die Band bis zum zweiten Album \u201ePlutonian\u201c neun Jahre brauchte. Aus Jegorjewsk (\u0415\u0433\u043e\u0301\u0440\u044c\u0435\u0432\u0441\u043a) kommen Eugene und Antony, die hier die komplette Musik allein zusammenstellen, Gitarren, Bass, Schlagzeug, Samples und Gesang, und so klingen wie mindestens ein Quartett. Den langen Atem braucht man auch als H\u00f6rer: Es dauert die H\u00e4lfte des achtzehnmin\u00fctigen Openers \u201eShe Of The Black Scale\u201c, bis der malmende Ger\u00f6llstrom von einer beinahe lieblichen Gitarrenmelodie erheitert wird. Kurz mal.<br><br>Episch sind die Tracks des Duos, ganz klar Doom, sehr weit drau\u00dfener Doom, mit Dreivierteltakt, fuzzy Bass, tiefen Gitarren und Gegrunze. Abwechslung gibt es nur marginal, sobald die Ger\u00f6lllawinen erstmal unterwegs sind, lassen sie sich auch nicht aufhalten. So kleine Abweichungen erfolgen oft erst sp\u00e4t in den Tracks, \u201eThe Haunt\u201c etwa wird erst nach einer Viertelstunde kurzzeitig sanfter, um f\u00fcr die letzten Sekunden nochmal aufzudrehen. \u201eDemons Of The Sun\u201c ist mit fast 29 Minuten Spielzeit ungef\u00e4hr so lang wie ganze Alben anderer Kollegen und erinnert damit inklusive der unerwarteten Ambient-Space-Passage wunderbar an alte Melvins-Preziosen, daf\u00fcr schafft es der Instrumentale Rausschmei\u00dfer nach unter sechs Minuten ins Ziel. Geil an der Platte ist, dass das Duo offenkundig in allen Instrumenten sattelfest ist \u2013 keines l\u00e4sst L\u00fccken in der Fertigkeit, allesamt setzen die beiden sie fachkundig ein und damit eben die gelegentlichen Akzente, die wie Kieselsteine den Gesteinstrom verzieren.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Remote-The-Gift.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"123\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Remote-The-Gift.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4124\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Remote \u2013 The Gift (Bad Road Records, 2016)<\/strong><br><br>Mit dem Glauben, dass Kiffen entspannt, sollte man sich nicht Remote aus Kaluga (\u041a\u0430\u043b\u0443\u0301\u0433\u0430) anh\u00f6ren: Der S\u00e4nger kotzt grunzend seine Texte ins Mikro, der kann nur angepisst sein. Und wie angepisst der sein muss! Musikalisch bleibt das Trio zwischen Stoner und Doom verhaftet und dabei recht klassisch, rifflastig, bed\u00e4chtig, tiefgestimmt, missgestimmt, episch. Kein Song unter sechs Minuten, der letzte der sechs dauert sogar eine Viertelstunde \u2013 und endet in einer Kakophonie. In der Zeit, die sich die drei nehmen, finden sie Mu\u00dfe f\u00fcr Breaks, so hat das Titelst\u00fcck einige recht unerwartete Unterbrechungen. Ab und zu g\u00f6nnt sich der Drummer einige Fills abseits der Riffs, gelegentlich m\u00f6rtelt das Trio einfach vor sich hin, bisweilen gniedelt sogar die Gitarre mal, und immer wieder kotzt sich der Schreihals am Mikro ordentlich aus.<br><br>Evgeny, Pasha und Nikita nennen sich die drei Musiker, oder auch: \u0415\u0432\u0433\u0435\u043d\u0438\u0439 \u041a\u0440\u0430\u0432\u0447\u0435\u043d\u043a\u043e (Jewgeni Krawtschenko, gelegentlich auch Eugene), \u041f\u0430\u0432\u0435\u043b \u0421\u0442\u0430\u0441\u0435\u0432 (Pawel Stasew, gelegentlich auch Paul) und \u041d\u0438\u043a\u0438\u0442\u0430 \u0413\u043e\u0440\u044f\u0447\u0435\u0432 (Nikita Gorjatschew). Das Cover gestaltete wiederum Maria Phobia. \u201eThe Gift\u201c ist nach einer EP und einer Single das zweite Album von Remote, danach setzte das Trio seine Aktivit\u00e4ten erst 2018 mit einer Single und 2021 mit Single und drittem Album fort, inzwischen neu besetzt.<br><br>\u00dcber das Deb\u00fctalbum aus dem Jahr 2014 soll hier der Mantel des Schweigens gebreitet werden. \u201eThe Great Bong Of Buchenwald\u201c hei\u00dft es und zeigt einen Kiffer, der den Qualm des KZ-Schlots inhaliert. Geht gar nicht! Das hat das Label wohl seinerzeit selbst gemerkt und die digitale Version im Titel auf \u201eThe Great Bong\u201c verk\u00fcrzt und auf das Cover lediglich das Bandlogo gemalt. Aber nun ist der Schei\u00df in der Welt, auch bei Bandcamp noch, da wiederum zwar mit dem Cover, aber ohne Schriftzug. Und wenn das ja nur ein Witz soll: Es ist kein guter. Auch nicht von Antifaschisten. Und auch wenn die Mucke geil ist, weil deutlich abwechslungsreicher und verspielter als die sp\u00e4teren Alben.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Dirtpill-Oil-Tank-Blues.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Dirtpill-Oil-Tank-Blues.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4125\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Dirtpill \u2013 Oil Tank Blues (Bad Road Records, 2011)<\/strong><br><br>Mit Dirtpill aus Krasnojarsk h\u00e4lt der Groove Einzug in den Doom. Und der Hardcore. Und der Punk. Die Schweine auf dem Cover des Deb\u00fcts \u201eOil Tank Blues\u201c reflektieren die Art des Gesangs, der hier wie unproduziert klingt und dem Grunzen sehr nahe ist. Wie \u00fcberhaupt die ganze Musik nach H\u00f6hle klingt, \u00fcbers Telefon aufgenommen. Lo-Fi ist hier noch gesch\u00f6nt, aber das ist egal, weil die Sache an sich stimmt: Krakeelen, grooven, mosten, alles beseelt wie nix und von furioser Raserei getrieben und dabei handwerklich einwandfrei.<br><br>Zum Zeitpunkt der Aufnahmen waren Dirtpill zu dritt, und zwar mit einer wilden Instrumenteverteilung: Andy spielt Schlagzeug, Bass und Gitarre, Jugr Gitarre und Bass und von Jsb kommen Stimme, Ger\u00e4usche und Samples, die die Mucke in der Tat enorm bereichern. Auch bei Dirtpill war bis auf eine Split-Single f\u00fcr lange Zeit nichts los in Sachen Ver\u00f6ffentlichungen, erst 2021 folgte mit \u201eCirculation\u201c ein neues Album.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fire-To-Fields-Dirtpill-Split.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"113\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fire-To-Fields-Dirtpill-Split.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4126\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Fire To Fields\/Dirtpill \u2013 Split (Xmen Records\/Destroy Sounds Records, 2012)<\/strong><br><br>Diese eine Split-Single teilten sich Dirtpill mit Fire To Fields aus Nowosibirsk. Die Mischung geht auf, dem Krach sind beide Bands sehr zugeneigt, wenngleich Fire To Fields zumindest im Opener noch am ehesten den waschechten Doom zelebrieren. Growlen, keifen und mosten k\u00f6nnen die Sibirer ebenfalls, aber anders strukturiert: Bei gleicher Spielzeit schaffen sie nur knapp ein Drittel der Tracks, n\u00e4mlich zwei, w\u00e4hrend Dirtpill derer f\u00fcnf beisteuern. Fire To Fields klingen beinahe gruselig, als verz\u00f6gerten sie das Vorankommen ihrer St\u00fccke selbst, oder besser: ihres St\u00fccks, denn ihr zweiter Beitrag ist mit \u201eDepress\u201c ein ausgesprochen noisiges Cover von EyeHateGod, die als Referenz \u00fcber fast allen Bands auf Bad Road Records schweben. Die Struktur des selbstbetitelten St\u00fcckes l\u00e4sst aufhorchen, belassen es die vier Musiker eben nicht beim klassischen Malmen, sondern versetzen den Strom mit Basssoli und beinahe avantgarderockigen Elementen, die man bei h\u00f6herem Tempo im Mathcore verankern k\u00f6nnte. Ebenso interessant ist die Abmischung: Mal steht der Bass im Vordergrund, mal eine beinahe metallisch klingende Snare. \u00dcberdies verwundert, dass \u201eDepress\u201c auf CD offenbar zwei Minuten l\u00e4nger ist als auf Bandcamp.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gekeife nehmen Dirtpill dann gleich auf und behalten ihren Lo-Fi-Kurs bei, schieben ihre Samples dazwischen und scheren sich einen Dreck um Wohlklang. Daf\u00fcr bringen sie ihren unersch\u00f6pflichen Ideenreichtum ein \u2013 zu zweit dieses Mal nur, \u00fcbrigens: \u0410\u043d\u0434\u0440\u0435\u0439 alias Andy beh\u00e4lt Gitarre, Bass und Schlagzeug bei, von \u0418\u0432\u0430\u043d kommen Stimme und Ger\u00e4usche, Jugr fehlt, aber man h\u00f6rt es nicht, die beiden schaffen den L\u00e4rm auch allein, das absolvieren sie ansonsten auch unter dem Alias xRxAxNxGx, seit sie nicht mehr beide bei Kozhanyi Mot\u00f6r spielen. Bei Fire To Fields sind auf dieser EP dabei: Bass \u2013 \u0414\u0438\u043c\u0430, Drums \u2013 \u041e\u043b\u0435\u0433, Guitar \u2013 \u0412\u043e\u0432\u0430 und Stimme \u2013 \u0421\u0442\u0430\u0441.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Ketamine-25.807\u00b2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"123\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Ketamine-25.807\u00b2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4127\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Ketamine \u2013 25.807\u00b2 (Bad Road Records, 2017)<\/strong><br><br>\u00dcbers Meer und durch die Zeit geht die Reise zu Ketamine, denn diese Band kam aus San Francisco und l\u00f6ste sich schon 1996 wieder auf. \u201e25.807\u00b2\u201c ist das einzige Album, das diese Gruppe hinterlie\u00df, und es kursieren unterschiedliche Trackangaben dazu im Netz. Bei Bad Road erschien es 2017 mit einem Bonus-Track, das ist immerhin eindeutig. Ausformuliert ergibt der Titel \u00fcbrigens 666.001.249, was auch immer die Band uns damit sagen wollte \u2013 die n\u00e4chst kleinere Zahl ergibt als Quadrat etwas unter 666 Millionen, vermutlich ist das schon der ganze Witz.<br><br>Im Sludge dieser Band steckt eine Menge Metal, wenn nicht sogar Hardcore. Der Gesang ist Gebr\u00fcll, gepresstes Shouting, angepisstes Kotzen. Die Begleitband rumpelt dazu, mal im Doom verschleppt, mal im Metal oder in irgendwas mit Core am Ende auf heavy gedreht, insgesamt oftmals \u00fcberdreht. Die Band selbst nennt ihren Stil Sludgecore, und dem kann man schlecht widersprechen. Die vorliegende Besetzung ist das Ergebnis diverser Personal\u00e4nderungen: Am Mikro br\u00fcllt Oliver Lodge, der zuvor mit einem Kumpel als Sad Sack die Single \u201eHeino Us Bitch\u201c ver\u00f6ffentlichte. Bass und Sampler \u00fcbernahm Jesika Christ, die eigentlich Gorton hei\u00dft und sp\u00e4ter bei Sangre Amado, Augurs und Ludicra spielte. Gitarrist Kevin Masters war sp\u00e4ter kurzzeitig bei Traitors Return To Earth. Schlagzeuger Claude Kraemer hinterlie\u00df sonst keine weiteren Spuren. Aber diese auf \u201e25,807\u00b2\u201c sind tief: Wie man den Sludge nur so verl\u00e4rmen kann! Vor dem Bonustrack l\u00e4uft das Album quasi in einem Noisebrei aus, und kombiniert mit den Samples von Jesika hat der folgende Riffbreaktrack beinahe etwas von Ministry.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/noname666.bandcamp.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">addicted\/noname auf Bandcamp<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/badroad.bandcamp.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bad Road auf Bandcamp<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (17.02.2022) Das Moskauer Label Bad Road Records legte um 2018 seine Arbeit nieder, viele der Bands wanderten zu addicted\/noname ab, und von dort aus verwaltzet man auch den Backcatalogue. Ein \u00dcberblick rund um die Welt \u00fcber das &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spezial-addicted-noname-label-aus-moskau-teil-11-schwerpunkt-bad-road-records\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,15],"tags":[],"class_list":["post-4114","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album","category-besonderes"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4114","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4114"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4114\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4128,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4114\/revisions\/4128"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4114"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4114"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4114"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}