{"id":4097,"date":"2022-01-31T22:07:17","date_gmt":"2022-01-31T21:07:17","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4097"},"modified":"2022-01-31T22:07:17","modified_gmt":"2022-01-31T21:07:17","slug":"anna-von-hausswolff-live-at-the-montreux-jazz-festival-southern-lord-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/anna-von-hausswolff-live-at-the-montreux-jazz-festival-southern-lord-2022\/","title":{"rendered":"Anna von Hausswolff \u2013 Live At The Montreux Jazz Festival \u2013 Southern Lord 2022"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Anna-von-Hausswolff-Live-At-The-Montreux-Jazz-Festival.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Anna-von-Hausswolff-Live-At-The-Montreux-Jazz-Festival.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4098\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (30.01.2022)<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ja irgendwie nur das halbe Vergn\u00fcgen, wenn Anna von Hausswolff nicht singt. Wie z.B. auf ihrem 2020er Album \u201eAll Thoughts Fly\u201c, das trotzdem unglaublich gut ist und auf dem sie aus der Kirchenorgel alles herausholt, was drin ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt gibt es \u201eLive at Montreux Jazz Festival\u201c, und da singt sie dann auch wieder. Und holt aus ihrer Stimme alles raus, was drin ist. Bei der Aufnahme handelt es sich um einen Auftritt aus dem Jahr 2018 (als supporting act [\u201eVorgruppe\u201c w\u00e4re dem, was auf diesem Album passiert, nicht ann\u00e4hernd gerecht geworden] f\u00fcr Nick Cave and the Bad Seeds), so dass haupts\u00e4chlich Songs von dem im selben Jahr erschienenen Album \u201eDead Magic\u201c vertreten sind, was aber nichts macht, denn das Album ist ganz hervorragend. So auch \u201eLive At The Montreux Jazz Festival\u201c.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die Songs von \u201eDead Magic\u201c sind in der Live-Version teils l\u00e4nger, teils k\u00fcrzer und \u2013 wie ich finde \u2013 vom Gesang her etwas intensiver und bedrohlicher klingend. Erster H\u00f6he- und vielleicht Mittelpunkt (Mitten und H\u00f6hen gleichzeitig, wieder mal bleiben die B\u00e4sse au\u00dfen vor :-)) ist aus meiner Sicht die 19-min\u00fctige Version von \u201eUgly And Vengeful\u201c, das f\u00fcr meine Begriffe klarer strukturiert wirkt (kann aber auch Einbildung sein), der Part mit den hypnotisch-monotonen Drums gegen Ende kommt druckvoller und h\u00e4rter r\u00fcber; die Verbesserungen sind oft minimal, aber sp\u00fcrbar. Das Er\u00f6ffnungsst\u00fcck \u201eThe Truth, The Glow, The Fall\u201c wurde um das Intro gek\u00fcrzt und auch ansonsten leicht gestrafft, das Schlagzeug setzt fr\u00fcher ein und gibt der K\u00fcnstlerin und dem Publikum die M\u00f6glichkeit, gleich in die wundersch\u00f6ne, getragene Melodie des Hauptthemas einzutauchen, ohne aufgrund des langen, leisen Original-Intros erstmal minutenlang abwarten zu m\u00fcssen, was sie hier erwartet.<\/p>\n\n\n\n<p>Anna von Hausswolff setzt ihre Stimme teilweise etwas anders ein als auf dem Studioalbum, so mischt sich beispielsweise \u00f6fter als im Studio ein leichtes heiseres Kr\u00e4chzen in den ansonsten klaren und kr\u00e4ftigen Gesang. Das h\u00f6rt sich nicht so an, als w\u00fcrde die S\u00e4ngerin es nicht besser hinbekommen, sondern durchaus beabsichtigt und angemessen dosiert. Kriegt man G\u00e4nsehaut von. Und im Hinter- und manchmal auch im Vordergrund zieht sich die Kirchenorgel durch die Songs und sorgt f\u00fcr die restlichen G\u00e4nsehautmomente. Die Orgel klingt hier nicht ganz so raumf\u00fcllend wie bei den Studioaufnahmen, bei denen meistens riesige Kirchenorgeln zum Einsatz kommen, die wahrscheinlich in Montreux nicht auf die B\u00fchne gepasst h\u00e4tten. Ein gutes Beispiel ist \u201ePomperipossa\u201c vom 2015er Album \u201eThe Miraculous\u201c: Die Orgel tritt zur\u00fcck, mehr Synthies sind zu h\u00f6ren und daf\u00fcr ist die Stimme um einiges gepresster und aggressiver, was dem Song eine ganz andere Atmosph\u00e4re verleiht.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Abschluss und absoluten H\u00f6hepunkt bildet das f\u00fcnfzehnmin\u00fctige \u201eCome Wander With Me \/ Deliverance\u201c, ebenfalls im Original auf \u201eThe Miraculous\u201c enthalten. Das St\u00fcck baut sich langsam auf, Anna von Hausswolffs Stimme erreicht enorme H\u00f6hen, nach vier Minuten setzt eine doomartige Passage ein, in deren Verlauf die Gitarren auch mal richtig vor sich hin quietschen d\u00fcrfen, dann kommen wieder diese monotonen Trommeln (erinnert an Swans, wobei allerdings Anna von Hausswolff gesangsm\u00e4\u00dfig in einer ganz anderen Liga spielt als Michael Gira), das St\u00fcck wird nochmal etwas ruhiger und dann folgt noch ein Psychedelic-Rock-Part, bei dem die Musiker nochmal voll aufdrehen und das Publikum entweder schwindlig spielen oder in Trance versetzen (wahrscheinlich beides).<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende bedankt sich die K\u00fcnstlerin mit einem sch\u00fcchtern-sympathischen \u201eThank you so much!\u201c und der\/die H\u00f6rende sitzt immer noch da wie von einem dieser riesengro\u00dfen Volvo-Riesentransporter, wie sie \u00fcberall auf der Welt im Tagebau verwendet werden, \u00fcberrollt und denkt: \u201eVow! Schweden.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (30.01.2022) Es ist ja irgendwie nur das halbe Vergn\u00fcgen, wenn Anna von Hausswolff nicht singt. 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