{"id":4082,"date":"2022-01-20T22:13:46","date_gmt":"2022-01-20T21:13:46","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4082"},"modified":"2022-01-20T22:13:46","modified_gmt":"2022-01-20T21:13:46","slug":"the-perc-meets-the-hidden-gentleman-lavender-strange-ways-sireena-1991-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-perc-meets-the-hidden-gentleman-lavender-strange-ways-sireena-1991-2021\/","title":{"rendered":"The Perc Meets The Hidden Gentleman \u2013 Lavender \u2013 Strange Ways\/Sireena 1991\/2021"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/The-Perc-Meets-The-Hidden-Gentleman-Lavender.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/The-Perc-Meets-The-Hidden-Gentleman-Lavender.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4083\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (20.01.2022)<br><br>Das Hit-Album, man k\u00f6nnte bald die abgelutschte Bezeichnung \u201eKult\u201c heranziehen, von The Perc Meets The Hidden Gentleman ist 30 Jahre sp\u00e4ter wieder auf CD und Vinyl erh\u00e4ltlich: \u201eLavender\u201c klingt trotz seiner Gothic-G\u00e4ste (Alexander Veljanov, Jochen Schoberth, The Voodoo, Achim F\u00e4rber) nicht nach Gothic, und in der R\u00fcckschau freut man sich, dass damals noch die Mucke vor der Tanzfl\u00e4chentauglichkeit stand \u2013 Clubhits hat das Album n\u00e4mlich aus heutiger Sicht keine, ist aber trotzdem ein Hit. So war das 1991, an der Schnittstelle zwischen Synthiepop und Grunge, als Dutzende grandioser Alben herauskamen, vor der gro\u00dfen Kommerzwelle Dank MTV und Majorlabels. \u201eLavender\u201c ist mehr als ein Zeitdokument des Indierock, Neofolk, Psychedelic Rock, Progrock, Artrock und wei\u00df der Geier was noch: Es ist eine bis heute g\u00fcltig spannende Reise durch die Kreativit\u00e4t von Tom Redecker und Emilio Winschetti sowie dem vielk\u00f6pfige \u201eLavender Orchestra\u201c.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Der Opener \u201eBlind Faith\u201c ist mit seiner Neofolk-Anmutung wom\u00f6glich noch am n\u00e4chsten an dem, was man sich unter Gothic Rock vorstellt, denn so breit der Gothic Rock in den Achtzigern auch aufgestellt gewesen sein mag, \u201eLavender\u201c sprengt alle Rahmen und passt in diese Schublade nicht hinein. Das entspannt gniedelnde \u201eThe Infant King\u201c etwa hat einen flott groovenden Country-Rhythmus, das catchy \u201eHole In My Head\u201c kombiniert Kirchenorgel mit Bontempibeats im Walzertakt (und man verzeiht jedes teutonisch phrasierte Englisch; \u201eI miss you so \u2013 bat\u201c, singt Redecker hier etwa: Der Song z\u00e4hlt badly!), das in den Strophen mit Orgel gedudelte \u201eHall Of Fame\u201c k\u00f6nnte im auslaufenden Refrain ein trinkfester Shanty sein, \u201eThe Composition Of Incense\u201c ist ein minimalistisches synthbasiertes Streicherst\u00fcck mit Ch\u00f6ren, das sich bei Queens \u201eThe Show Must Go On\u201c bedient und eigentlich nur wegen Alexander Veljanovs Gesang in Richtung dunkel und d\u00fcster tendiert, und wer mit \u201eThe Lavender Cantos Parts I \u2013 IV\u201c ein zw\u00f6lfmin\u00fctiges St\u00fcck progressiver Rockmusik irgendwo zwischen Pink Floyd, Orient und Voodooclub ins Zentrum seines Albums stellt, legt sicherlich wenig Wert auf Genrefestlegung. Kluger Kniff: Eines der Signaturriffs daraus erklingt bereits in \u201eHole In My Head\u201c.<br><br>Deine-Lakaien-Stimme Alexander Veljanov ist ja nun nicht der einzige Gast auf diesem Album, f\u00fcr das Redecker und Winschetti eigens ein \u201eLavender Orchestra\u201c zusammenstellten. \u201eThe Lavender Cantos\u201c erinnert nicht von ungef\u00e4hr rhythmisch an Phillip Boas Begleitband: Deren Schlagzeuger Uwe Knak alias The Voodoo bedient hier die Tablas; sein Voodooclub-Kollege Achim F\u00e4rber spielt parallel Schlagzeug und tat dies auch bei Die Krupps, Project Pitchfork und diversen weiteren Indiebands sowie aktuell beim Berliner Dubtrio Automat. Den Neofolk verdankt der Opener dem Gitarristen Jochen Schoberth, der selbst als Artwork und Belladonna musiziert sowie im Umfeld von Oswald Henke auch bei dessen Goethes Erben in Erscheinung tritt. Weitere Mitmusiker sind unter anderem R\u00fcdiger Klose (Mythen in T\u00fcten (damals schon mit Winschetti), Kastrierte Philosophen), Uwe Bauer (The Pachinko Fake, Fehlfarben, Element Of Crime) und reichlich posthum Ezra Pound, dem man eine Illustration f\u00fcr das Cover abnahm. Da nun nicht alle Musiker an allen Songs beteiligt waren, erkl\u00e4rt sich auch die musikalische Vielfalt des Albums. Wer das noch unter Gothic Rock wegsortiert, sollte es sich erstmal anh\u00f6ren. Und eher zum Anh\u00f6ren als zum Tanzen ist es au\u00dferdem, und daran hat man dann auch m\u00e4chtig viel Freude.<br><br>Interessanterweise erscheint \u201eLavender\u201c 30 Jahre sp\u00e4ter mit zwei Bonus-Tracks, die der LP als 7\u201c beiliegen und der CD einfach angeh\u00e4ngt sind (auf der CD hat das viergeteilte Titelst\u00fcck nur eine einzelne Tracknummer). Bei diesen Songs handelt es sich um die Single \u201eThe Infant King\/Vermillion Sands\u201c, der einzigen Single zum Album mit der A-Seite in der \u201eGoldrush Version\u201c, und nicht um die Bonus-Tracks der 2001er-Version des Albums, n\u00e4mlich \u201eSmalltown\u201c und \u201eThe Moon Of Both Sides \u2013 Landmark Version\u201c, dabei w\u00e4re daf\u00fcr jeder Platz gewesen. Und wenn es auch an Clubhits mangelte, war \u201eLavender\u201c ein Hit in Radios und auf B\u00fchnen: Das Lavender Orchestra tourte durch Eruopa und hielt die Energie des Ensembles auf dem Live-Album \u201ePraha\u201c fest.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (20.01.2022) Das Hit-Album, man k\u00f6nnte bald die abgelutschte Bezeichnung \u201eKult\u201c heranziehen, von The Perc Meets The Hidden Gentleman ist 30 Jahre sp\u00e4ter wieder auf CD und Vinyl erh\u00e4ltlich: \u201eLavender\u201c klingt trotz seiner Gothic-G\u00e4ste (Alexander Veljanov, Jochen Schoberth, &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-perc-meets-the-hidden-gentleman-lavender-strange-ways-sireena-1991-2021\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,23],"tags":[],"class_list":["post-4082","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album","category-klassiker-rereleases"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4082","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4082"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4082\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4084,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4082\/revisions\/4084"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4082"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4082"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4082"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}