{"id":3982,"date":"2021-10-25T22:02:08","date_gmt":"2021-10-25T20:02:08","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3982"},"modified":"2021-10-25T22:02:08","modified_gmt":"2021-10-25T20:02:08","slug":"rosa-vertov-day-in-day-out-crunchy-human-children-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/rosa-vertov-day-in-day-out-crunchy-human-children-2021\/","title":{"rendered":"Rosa Vertov \u2013 Day In Day Out \u2013 Crunchy Human Children 2021"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Rosa-Vertov-Day-In-Day-Out.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Rosa-Vertov-Day-In-Day-Out.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3983\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (25.10.2021)<br><br>In der Musik des Warschauer Quartetts Rosa Vertov passiert mehr, als man im ersten Eindruck wahrnimmt: Die chillige, melancholische, stille Indierockmusik birgt enorme Tiefen. Kaum gew\u00f6hnt man sich an das \u00c4therische, unterwandert der dezent eingestreute L\u00e4rm die Musik. Nicht durchgehend und allumfassend, und damit jedes Mal aufs Neue \u00fcberraschend. Auch Album Nummer zwei, \u201eDay In Day Out\u201c, bewegt sich im Wortsinne traumwandlerisch zwischen Heavenly Voices und Noisrerock. Wundersch\u00f6ne Musik mit dem wundersch\u00f6nem Gesang der vier Musikerinnen!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Auf eine h\u00f6chst spannende Weise sind Rosa Vertov uneindeutig, sie lassen sich nicht auf ein konkretes Genre festtackern. So geht das heutzutage! Im weitesten Sinne spielen sie Rockmusik, und zwar eine erheblich reduzierte Form davon. Man k\u00f6nnte beinahe Folklore anf\u00fchren, wom\u00f6glich so etwas wie Neofolk, angesichts der Melancholie und Schwermut, die das Quartett transportiert. Sobald die vier dann aber auch mal dezidiert ihr Instrumentarium mit Verzerrern verfremden, der Bass etwa auch mal fuzzy dr\u00f6hnt, oder um unerwartete Musikalien wie Saxophon, Orgel oder Akkordeon erweitern (nicht alles davon auf jedem Album), \u00fcberschreiten sie die vom H\u00f6rer gedachten Grenzen. Indes, der Noise erf\u00fcllt seine Charakteristika bei Rosa Vertov nicht absolut, sondern nur in Relation zu der ansonsten zur\u00fcckgenommenen Musik; L\u00e4rmausbr\u00fcche wie bei den Swans sind hier nicht zu erwarten, auch wenn das Quartett etwa deren Schwere musikalisch zu tragen in der Lage ist.<br><br>Diese D\u00fcsternis l\u00e4sst Rosa Vertov vorsichtig im Waverock verorten, mit dem verhuschten Gesang und der Instrumentierung ungef\u00e4hr auf H\u00f6he der Cranes. Die geisterhaften Gesangsmelodien, bisweilen mehrstimmig vorgetragen, wiederum kennt man aus skandinavischer Indierockmusik, etwa von Under Byen, Stina Nordenstam oder Jomi Massage, sowie aus dem Heavenly Voices, was wiederum irref\u00fchrend in Richtung Gruftmucke deutet. Dabei w\u00e4ren genau genommen sogar Kategorien wie Shoegaze oder Postrock dichter an der Wahrheit gelegen. Herk\u00f6mmliche Songstrukturen halten Rosa Vertov nicht ein, auch wenn es sich bei ihren St\u00fccken sehr wohl um Lieder handelt. Die Musik hat beinahe etwas Hippieskes, jedoch aus der Zeit nach dem Erwachen aus dem Traum vom Sommer der Liebe, also mit einem Bein auf dem Boden der Realit\u00e4t und dem Kopf weiterhin irgendwo im Nebel.<br><br>Mit \u201eDreamlike (Part 2)\u201c deutet das Quartett nicht nur seinerseits den Dreampop an, sondern verweist auf das Vorg\u00e4ngeralbum \u201eWho Would Have Thought?\u201c aus dem Jahr 2017, auf dem der erste Teil dieses Songs zu h\u00f6ren ist. Weitere Ver\u00f6ffentlichungen der Warschauerinnen waren bislang eine EP auf Kassette sowie zwei Non-Album-Singles. Zur Band geh\u00f6ren: Kasia Dzi\u0105g (Bass, Maracas und Orgel), Olga Gniadzik (Rhythmusgitarre), Zosia Jakubowska (Schlagzeug) und Julia Szostek (Leadgitarre, Orgel, Delays) \u2013 Gesang steuern sie alle vier bei, f\u00fcr einige St\u00fccke holen sie sich gern G\u00e4ste dazu.<br><br>Eine wundervoll eigenwillige Band, verhuscht und nachdr\u00fccklich, nur oberfl\u00e4chlich soft, immer mit der Faust in der Tasche. Die vier stricken den Indierock um und verweben darin Elemente aus anderen Gewerken. So muss das sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (25.10.2021) In der Musik des Warschauer Quartetts Rosa Vertov passiert mehr, als man im ersten Eindruck wahrnimmt: Die chillige, melancholische, stille Indierockmusik birgt enorme Tiefen. 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