{"id":3979,"date":"2021-10-21T20:35:17","date_gmt":"2021-10-21T18:35:17","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3979"},"modified":"2021-10-21T20:35:17","modified_gmt":"2021-10-21T18:35:17","slug":"manic-street-preachers-the-ultra-vivid-lament-columbia-sony-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/manic-street-preachers-the-ultra-vivid-lament-columbia-sony-2021\/","title":{"rendered":"Manic Street Preachers \u2013 The Ultra Vivid Lament \u2013 Columbia\/Sony 2021"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Manic-Street-Preachers-The-Ultra-Vivid-Lament.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"159\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Manic-Street-Preachers-The-Ultra-Vivid-Lament.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3980\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (21.10.2021)<br><br>Das ist immer ein Ph\u00e4nomen mit den Manic Street Preachers: Sie bringen Jahr um Jahr neue Platten mit tollen Poprocksongs heraus, und bei jedem neuen Album fragt man sich nach den ersten L\u00e4ufen, was davon \u00fcberhaupt h\u00e4ngen blieb, und wenn man es dann unter diesem Aspekt noch einmal auflegt, stellt man fest, dass man alle Lieder l\u00e4ngst mitsingen kann, und wenn man dann durch den Tag t\u00e4ndelt und irgendeinen Mancis-Song im Ohr pfeifen hat, wei\u00df man wiederum nicht mehr, ob der jetzt wirklich vom neuen Album ist oder von irgendeinem der dr\u00f6lfzig davor. \u201eThe Ultra Vivid Lament\u201c ist poppig mit Ansage, und wenn man das \u00dcberproduzierte satt hat, legt man halt die Bonus-CD mit den reduzierten, aber kaum weniger gigantischen Versionen auf.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Es steigt gleich geil ein: \u201eStill Snowing In Sapporo\u201c ist einer dieser Songs, die beim zweiten, dritten H\u00f6ren schon wirken wie alte Freunde. Gro\u00dfe Melodien, gro\u00dfe Gesten, dickes musikalisches Polster, das nur entfernt noch mit Rockmusik zu tun hat, auch mit der, die selbst die Manics dereinst immer wieder spielten. Also Pop, die Waliser selbst k\u00fcndigten einen Abba-Einschlag an, und man wundert sich \u00fcber so eine Aussicht, bis man das Album h\u00f6rt, den dann sp\u00fcrt man es an den entsprechenden Stellen, in Gesangsharmonien und Arrangements sowie insbesondere am vermehrten Einsatz des Klaviers, welchen Anteil die Schweden an \u201eThe Ultra Vivid Lament\u201c in der Tat haben. Sch\u00f6nheit in Musik, trotzdem Anspruch, so machen es beide Bands.<br><br>Ab und zu schneit ein Gitarrensolo in einen der Songs, ansonsten st\u00f6rt hier nichts das Wohlf\u00fchlen. Erprobt und f\u00fcr gut befunden sind Duette mit S\u00e4ngerinnen, dieses Mal ist es Julia Cumming von den Sunflower Bean in \u201eThe Secret We Missed\u201c, und die Kombi zwischen James Dean Bradfields eher hoher Stimme und ihrem klaren Gesang geht wie immer in solchen Duetten einnehmen auf. Zweiter Gast und ebenso gro\u00dfer Kontrast ist Seattle-Brummer Mark Lanegan in \u201eBlank Diary Entry\u201c, gegen dessen Bassstimme Bradfield klingt wie ein aufgebrachter Chorknabe; der Track ist in sich selbst schon positiv merkw\u00fcrdig, weil er gegen Ende in einen entschleunigten Sixties-Surf-Song kippt.<br><br>An manchen Stellen des Albums \u00fcbernimmt der Kitsch indes mehr Spielzeit, als man ihm selbst nach \u201eIf You Tolerate This Your Children Will Be Next\u201c bei den Mancis zugesteht. Bisweilen wirkt der Sound derart \u00fcberproduziert, dass man vor lauter Power dem Pop nicht mehr ganz so genau zuh\u00f6ren mag. Und manchmal denkt man etwas entsetzt an Barclay James Harvest. F\u00fcr diese F\u00e4lle bieten die Manics einmal mehr eine Deluxe-Edition des Albums an mit einer Bonus-CD, auf der die St\u00fccke in Demoversionen zu h\u00f6ren sind, zwei sogar doppelt, n\u00e4mlich als Homerecordings inklusive Gesang von Gitarrist Nicky Wire. Einigen der Songs steht diese Fassung sehr gut, weil die Mancis auch in der Demovariante gro\u00df denken und diese Gr\u00f6\u00dfe in ihre Songs transferieren. Manche spannende Details fehlen dann zwar, aber daf\u00fcr hat man dann ja das Hauptalbum. Und manchmal \u00fcbertreibt es Bradfield etwas mit seiner Stimme, wenn er meint, Textteile kurzzeitig schreien zu m\u00fcssen; in den ausformulierten Versionen geht das eher im Arrangement unter.<br><br>Die beiden Japan-Bonusst\u00fccke bekommt man als Deluxekunde \u00fcbrigens nicht, daf\u00fcr aber das \u00fcbliche Buch, dieses Mal mit Fotos von Nicky Wire. Problematisch ist es, die CDs in die Einstecktaschen einzustecken, die sind zu knapp bemessen und lassen sich nur schwer \u00f6ffnen. So richtig den Jahrestakt halten die Manics nat\u00fcrlich nicht ein, das vorherige Album \u201eResistance Is Futile\u201c ist inzwischen drei Jahre alt. Selbstredend schl\u00e4gt sich der Covid-Lockdown in den Kompositionen nieder, ebenso, dass Bradfield sich in der Zeit das Klavierspiel beibrachte, und auch pers\u00f6nliche Schicksale im Umfeld der Band finden Einzug in die Songs. Daran gemessen, wirkt \u201eThe Ultra Vivid Lament\u201c beinahe milde und positiv. K\u00e4mpferisch k\u00f6nnen die Waliser ja dann n\u00e4chstes Mal wieder sein. In einem Jahr oder so.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (21.10.2021) Das ist immer ein Ph\u00e4nomen mit den Manic Street Preachers: Sie bringen Jahr um Jahr neue Platten mit tollen Poprocksongs heraus, und bei jedem neuen Album fragt man sich nach den ersten L\u00e4ufen, was davon \u00fcberhaupt &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/manic-street-preachers-the-ultra-vivid-lament-columbia-sony-2021\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-3979","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3979","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3979"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3979\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3981,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3979\/revisions\/3981"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3979"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3979"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3979"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}