{"id":3954,"date":"2021-10-03T14:00:47","date_gmt":"2021-10-03T12:00:47","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3954"},"modified":"2021-10-03T14:00:47","modified_gmt":"2021-10-03T12:00:47","slug":"gusgus-mobile-home-oroom-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/gusgus-mobile-home-oroom-2021\/","title":{"rendered":"GusGus \u2013 Mobile Home \u2013 Oroom 2021"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/GusGus-Mobile-Home.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/GusGus-Mobile-Home.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3955\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (03.10.2021)<br><br>Das geht gleich wieder geil los, mit knarzigen analogen Synthies, deepen Beats, grandiosen Melodien und souligem Gesang. Auf \u201eMobile Home\u201c sind GusGus aus Island wieder zu dritt, und zwar mit Margr\u00e9t R\u00e1n Magn\u00fasd\u00f3ttir von der Band V\u00f6k als inzwischen 15. Bandmitglied seit 1995. Die Gesten sind nach wie vor gro\u00df, die Songs indes wieder n\u00e4her am Pop als an der epischen Kathedrale, aber nicht weniger geil. Ein Ohrwurm jagt den n\u00e4chsten, man mag das Album gar nicht mehr weglegen. Eine Gro\u00dftat mit der Option auf das Album des Jahres!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Man liest es ja so oft, dass etwas Unbekanntes in einer gerechten Welt popul\u00e4rer oder erfolgreicher w\u00e4re, und auf \u201eMobile Home\u201c trifft zumindest zu, dass man die Songs recht gern im Radio h\u00f6ren w\u00fcrde und sich dabei ausmalt, dass sie auch die weichgekochten H\u00f6rer nicht verschrecken w\u00fcrden, idealerweise sogar so weit aufr\u00fctteln, dass sie wenigstens einmal pro Tag aus dem Einheitsbrei aufschrecken und aufhorchen. Ja, geile Popmusik, die nicht dem aktuellen Zeitgeist entspricht \u2013 zum Gl\u00fcck.<br><br>Vor rund 20 Jahren hatten GusGus bereits eine Phase, in der sie eher chartstaugliche Musik produzierten, mit \u201eThis Is Normal\u201c und \u201eAttention\u201c, als man etwas entt\u00e4uscht f\u00fcrchtete, das einst so organisch ausgerichtete Tanzmusikkollektiv an den Mainstream zu verlieren, bis dann nach f\u00fcnfj\u00e4hriger Pause und dem Album \u201eForever\u201c die jetzige Phase begann, die zwar auch nicht nach den Urspr\u00fcngen klingt, aber mit den deephousigen uferlosen souligen Tracks etwas komplett Eigenes bietet. Im R\u00fcckblick sind dann auch bei den Popalben tolle Songs auszumachen, und so f\u00e4llt es umso leichter, den Sprung hin zu \u201eMobile Home\u201c nicht nur zu akzeptieren, sondern zu feiern: Man ist darauf vorbereitet, das Deepe in kompakt, eing\u00e4ngig und trotzdem experimentell genug zu bekommen.<br><br>Denn klassischen Songstrukturen folgt \u201eMobile Home\u201c nicht zwingend, also nicht dem typischen Strophe-Refrain-Br\u00fccke-Ding, jedenfalls nicht oberfl\u00e4chlich betrachtet. Daf\u00fcr sind die Songs doch zu anders konzipiert, auch zu langsam, im Downbeat, der nicht balladesk ist, sondern trotzdem clubby, und das muss man erstmal hinbekommen. So haben die Strophe-Passagen mehr Raum, mehr Identit\u00e4t, mehr Abwechslung, und lassen einen Refrain gar nicht vermissen. Diese Strukturen generieren GusGus dabei sowohl mit dem Gesang als auch mit der Musik: Ihre typische deepe, minimalistische Clubmusik aus dem analogen Synthie garnieren sie mit Spielereien wie Klickeffekten oder Distortions sowie mit dezent eingestreuten eing\u00e4ngigen Melodien. Eine Synthiespielerei wie in \u201eOut World\u201c, die nach 8-Bit-Computerspielen klingt, st\u00f6rt dabei nicht einmal, sondern macht gute Laune und bereichert den Song, da sie nur dezidiert erklingt. Denn im Refrain, und dieser Song hat einen, \u00fcberrascht das St\u00fcck mit Reggae-Rhythmus und zweistimmigem Call-and-response-Gesang.<br><br>Die weibliche Stimme hat auf den vorherigen Alben gefehlt, jetzt ist mit Margr\u00e9t R\u00e1n Magn\u00fasd\u00f3ttir endlich wieder ein Kontrapunkt zum samtenen Signaturgesang von Dan\u00edel \u00c1g\u00fast Haraldsson dabei. Eigentlich wollten GusGus offenbar lediglich f\u00fcr den Song \u201eHigher\u201c mit ihrer Band V\u00f6k zusammenarbeiten, jetzt ist ihre Stimme bei mehreren Liedern auf dem Album zu h\u00f6ren. Ein weiterer Gast ist der Wahlisl\u00e4nder John Grant, der in \u201eLove Is Alone\u201c singt; eine naheliegende Kooperation, eigentlich. Dritter der Hauptbesetzung ist nat\u00fcrlich Birgir \u00de\u00f3rarinsson (alias Biggi Veira alias Biggo), der einzige, der von Anfang an durchg\u00e4ngig Mitglied von GusGus ist. Fun Fact, nicht oft genug zu wiederholen: Zur zw\u00f6lfk\u00f6pfigen Urbesetzung geh\u00f6rte 1995 noch Emil\u00edana Torrini Dav\u00ed\u00f0sd\u00f3ttir, die 2009 mit \u201eJungle Drum\u201c weltweit die Charts erfrischte.<br><br>Man kann, wenn man will, auf \u201eMobile Home\u201c die Achtziger heraush\u00f6ren, den Chartspop, der noch mit Wagemut und Experimentierfreude die Massen \u00fcberzeugte, was bei GusGus an den Instrumenten und an den Kompositionen gleicherma\u00dfen liegt. Umso verwunderlicher ist es, dass sie trotzdem eher von einer kleinen eingeschworenen Fangemeinde gefeiert werden. Dabei empfiehlt sich \u201eMobile Home\u201c aus dem Stand f\u00fcr Toppositionen jeglicher Jahresbestenlisten. Geilster Song des Albums d\u00fcrfte \u201eThe Rink\u201c sein \u2013 und gr\u00f6\u00dfte Entt\u00e4uschung, dass das Album bei Bandcamp vier St\u00fccke mehr hat als die LP und die CD, darunter drei Remixe und mit \u201eChernobyl\u201c ein komplett exklusives St\u00fcck. Vielleicht alles mal als separate 12\u201c?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (03.10.2021) Das geht gleich wieder geil los, mit knarzigen analogen Synthies, deepen Beats, grandiosen Melodien und souligem Gesang. Auf \u201eMobile Home\u201c sind GusGus aus Island wieder zu dritt, und zwar mit Margr\u00e9t R\u00e1n Magn\u00fasd\u00f3ttir von der Band &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/gusgus-mobile-home-oroom-2021\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,19,16],"tags":[],"class_list":["post-3954","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album","category-download-stream","category-vinyl"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3954","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3954"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3954\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3956,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3954\/revisions\/3956"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3954"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3954"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3954"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}