{"id":3936,"date":"2021-08-27T21:32:36","date_gmt":"2021-08-27T19:32:36","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3936"},"modified":"2021-08-27T23:20:06","modified_gmt":"2021-08-27T21:20:06","slug":"sky-sharks-marc-fehse-d-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/sky-sharks-marc-fehse-d-2020\/","title":{"rendered":"Sky Sharks \u2013 Marc Fehse \u2013 D 2020"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"178\" height=\"100\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-660\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (27.08.2021)<br><br>Ein hai-loses Durcheinander: An einen Film mit fliegenden Haien und Nazi-Zombies hat man Erwartungen, die \u201eSky Sharks\u201c vom sympathischen Braunschweiger Regisseur Marc Fehse leider nicht erf\u00fcllt. Bessere Dialoge und vor allem ein deutlich besserer Schnitt w\u00e4ren f\u00fcr diesen Film vonn\u00f6ten, der sich wom\u00f6glich nicht mal f\u00fcr k\u00fcnftige Trashfilm-Listen etabliert. Die Bilder sind ganz ansprechend, die Musik ist es auch (inklusive Wiederh\u00f6ren mit Fehses fr\u00fcheren Band Phase V im Abspann), die Idee und die Schauspielerriege nicht minder, aber das allein macht den bedauerlicherweise Film nicht zu einem Vergn\u00fcgen. Daf\u00fcr fehlt es neben Dramaturgie auch an Humor.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>F\u00fcr seine Splatterkom\u00f6die erdachte sich Fehse ein solides Konzept: Nazis entwickelten eine Substanz, die Gefallene zu Zombies macht, und kombinierten diese mit fliegenden Haien als Luftstreitkraft. Den Zweiten Weltkrieg gewannen sie damit trotzdem nicht. Im Vietnamkrieg verbesserten sie diese Armee als rehabilitierte Wissenschaftler f\u00fcr das US-Milit\u00e4r. Alsbald verschwanden die fliegenden Zombienazis r\u00e4tselhafterweise \u2013 und schw\u00e4rmen nun mutiert von einem in der Arktis auftauchenden Kriegsschiff aus wieder aus, um die Welt zu erobern. Und Flugzeuge. Nur der ewig lebende damalige Nazi-Wissenschaftler kann sie noch aufhalten. Spoiler: Macht er auch.<br><br>Klingt angenehm schl\u00fcssig als Basis f\u00fcr eine Splatterkom\u00f6die, nicht? Doch leider wirkt das Ergebnis, als habe man einem Abifilmteam zu viel Geld in die Hand gedr\u00fcckt. Fehse will zu viel und verliert sein eigentliches Ziel aus den Augen. \u201eSky Sharks\u201c hat: Flugzeugungl\u00fcckfilme \u00e0 la \u201eAirport\u201c mit kurz angerissenen Einzelschicksalen, irgendwas mit Haien, irgendwas mit Nazis, irgendwas mit Wissenschaftlern, irgendwas mit nackten Frauen und Porno, irgendwas mit Splatter, irgendwas mit gr\u00f6\u00dfenwahnsinniger Welteroberung, irgendwas mit gemeinschaftlichem Widerstand und z\u00e4her, langweiliger Videokonferenz, aber von allem zu viel und nichts ausf\u00fchrlich genug, um wirken zu k\u00f6nnen. Au\u00dfer Br\u00fcste und Sex, das wirkt jedoch zu viel.<br><br>Es gelingt Fehse nicht, f\u00fcr seine Zutaten eine effektive Mixtur zu finden. Die Figuren bleiben schablonenhaft, viele Dialoge sind zu oft komplett sinnfrei, insbesondere in den Flugzeugkatastrophenfilmsequenzen, und sind zudem derartig klotzig montiert, dass sie keine Emotionalit\u00e4t transportieren. \u201eMutter, du fehlst mir\u201c, puh. Dabei stimmen die Grundz\u00fcge sogar, Fehse h\u00e4tte nur einen versierteren Cutter an seiner Seite haben sollen, der die \u00fcber viele Jahre angeh\u00e4uften Sequenzen flott aneinanderschnippelt und das F\u00fcllmaterial entsorgt. Und davon gibt es zuhauf. Die Trailer zeigen ja, dass es auch ansprechend geht; da sieht der Film besser aus, als er ist. Das Timing fehlt.<br><br>Schlechtes Timing, miese Dialoge: Nicht schlimm, meint man, man hat ja noch Nazis, Zombies und fliegende Haie. Aber die nur aus der Ferne und nur selten, man kommt ihnen nicht nahe, der Hai bleibt ein beliebiges bemanntes Flugobjekt, die seit Steven Spielberg so gef\u00fcrchteten Z\u00e4hne stellen hier keine Bedrohung dar, die auf den Fischen reitenden Zombies nur in den blutigen Flugzeugsequenzen. Die einem alsbald auch noch \u00fcberfl\u00fcssig erscheinen: Zwischendurch erf\u00e4hrt man, dass die Nazizombies die Welt erobern wollen und daf\u00fcr \u00fcberall Hauptst\u00e4dte \u00fcberfallen wie in \u201eMars Attacks!\u201cund anderen Filmen dieser Art, aber womit man sie dann kriegt, sind \u2013 Passagierflugzeuge. Welches Interesse sie daran haben, bleibt offen. Ebenso, wer sie \u00fcberhaupt anf\u00fchrt: Es gibt keinen klassischen Oberb\u00f6sewicht, Endgegner, Hauptschurken. Nur den Haupthelden, Klaus Richter. Der fr\u00fchere Naziwissenschaftler, heute Dank des Nazi-Serums 150 Jahre alt, und seine zwei T\u00f6chter stellen sich der untoten Streitmacht.<br><br>Sch\u00f6n, aber: Warum schickt Richter eine seiner T\u00f6chter in die Arktis, wenn er doch wei\u00df, dass dort seine eigene todbringende Kreation lauert? Warum setzt er seine Endwaffe erst am Schluss ein, wenn ihm die weltumspannende Gefahr doch gleich bekannt ist? Wer steuert sie? Die Zombiefrau? Oder die Generalin aus dem Abspann, bei der es sich vermutlich um die angeblich verstorbene Frau Richter handelt? Und warum st\u00e4ndig blanke Br\u00fcste und Splattersex?<br><br>Nun! Schauspieler mit Relevanz gibt\u2019s eine Menge zu sehen, und mit dem Auftritt von Oliver Kalkofe, der hier den Hermann G\u00f6ring mimen soll, aber doch eher wir ein kost\u00fcmierter Kalki wirkt, empfiehlt sich Fehse gleich f\u00fcr dessen beliebte TV-Reihe \u201eSchlefaz\u201c und somit die Zweitverwertung des Films auf dem Zuhausemarkt. Ansehnlich indes sind die meisten Bilder, Fehse hat gute Zuarbeiter, auch im Mediamix; so erinnert es an \u201eGrindhouse\u201c von Robert Rodriguez und Quentin Tarantino, dass man hier Trailer von nichtexistierenden Filmen gezeigt bekommt, oder an \u201eKill Bill\u201c, wenn pl\u00f6tzlich animierte Sequenzen eingearbeitet sind. Musikalisch bleibt Fehse zumeist in den Achtzigern, der Soundtrack ist gut, aber: Wie mit den Bildern ist es auch damit, von allem viel zu viel. Ein Bisschen mehr Arthaus h\u00e4tte dem Splatter gutgetan, der hier oftmals an Filme von Asylum erinnert: Effektvoller Auftakt, stundenlanges Gelaber, effektvoller Abgang, Schluss. An diesem raucht Richter eine Zigarre und vergisst offenbar, dass die Welt, auf die er anst\u00f6\u00dft, gerade von seiner Erfindung in Schutt und Asche gelegt wurde. So unempathisch ist auch der Rest des Films.<br><br>Was bleibt h\u00e4ngen? Nicht viel. \u201eSky Sharks\u201c ist weder \u201eSharknado\u201c noch \u201eIron Sky\u201c. Wie man es richtig gut hinbekommt, mit grandios \u00fcberzogenem Humor, in knapper K\u00fcrze und auf den Punkt, zeigt \u201eKung Fury\u201c. Das ist ausgesprochen schade. Dennoch ist es befremdlich, dass der Film nicht in der Heimatstadt des Regisseurs l\u00e4uft, wo der sogar einen nicht unerheblichen Teil drehte. Wenigstens hatte der Rezensent das Gl\u00fcck, den Kinosaal mit einem fr\u00fcheren Bandmitglied Fehses sowie zuf\u00e4llig mit zweien seiner Hausmitbewohner zu teilen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (27.08.2021) Ein hai-loses Durcheinander: An einen Film mit fliegenden Haien und Nazi-Zombies hat man Erwartungen, die \u201eSky Sharks\u201c vom sympathischen Braunschweiger Regisseur Marc Fehse leider nicht erf\u00fcllt. 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