{"id":3915,"date":"2021-08-03T21:31:27","date_gmt":"2021-08-03T19:31:27","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3915"},"modified":"2021-08-03T21:31:27","modified_gmt":"2021-08-03T19:31:27","slug":"mr-bungle-the-night-they-came-home-ipecac-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/mr-bungle-the-night-they-came-home-ipecac-2021\/","title":{"rendered":"Mr. Bungle \u2013 The Night They Came Home \u2013 Ipecac 2021"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Mr.-Bungle-The-Night-They-Came-Home.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Mr.-Bungle-The-Night-They-Came-Home.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3916\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (03.08.2021)<br><br>Wenn schon Studio-Comeback, dann gleich mit Livealbum hinterher: F\u00fcr die Quasi-Reunion seines Experimentalmetalbrockens Mr. Bungle verpflichtete Mike Patton Kumpels aus verl\u00e4sslichen Metalbackgrounds (Anthrax, Slayer), mit denen er sich coronabedingt nun in ein Studio stellte, diverse St\u00fccke live einpr\u00fcgelte und das Ganze live streamte. Man m\u00f6chte glauben, dass hier Bock auf Mucke \u00fcber Gewinnsucht steht, doch liegt nicht jeder Reaktivierung historischer Bandnamen eine Gewinnabsicht inne? Wie dem auch sei, das punkinfizierte oldschool-thrashige Gekn\u00fcppel auf \u201eThe Night They Came Home\u201c ist mehr als amtlich. Und die DVD dazu eine Sternstunde der Kleinkunstb\u00fchne. \u00c4h.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Man vergegenw\u00e4rtige sich lediglich die Zusammensetzung dieser Ausgabe von Mr. Bungle, in alphabetischer Reihenfolge: Trevor Dunn, Scott Ian, Dave Lombardo, Mike Patton, Trey Spruance. Allesamt also Fachleute in Sachen feinsten Thrash-Metals. Und Humors, und das unterscheidet Mr. Bungle seit jeher von anderen Krachmachern, das Sich-nicht-ernst-Nehmen, das Mucke-aus-Bock-Machen, das launige Guck-mal-so-klingt-das-wenn-ich-so-mache-Machen. Der dabei entstehende Metal ist dabei authentischer als vieles, was man ansonsten als authentischen Metal untergeschoben bekommt. Hier k\u00fcnstelt niemand, das ist bereits Kunst. Und wer Patton kennt, wei\u00df, dass es f\u00fcr ihn keine Grenze zwischen Slayer und den Bee Gees gibt; das selbstbetitelte offizielle 1991er-Deb\u00fct von Mr. Bungle hatte seinerzeit auf abenteuerliche Weise, zappaesk mithin, eine gigantische Breite an Stilen mit metallischer H\u00e4rte vermengt. Was auf dem Comeback indes ausblieb.<br><br>F\u00fcr diesen Corona-Livestream bediente sich das Quintett haupts\u00e4chlich bei der kurz zuvor ver\u00f6ffentlichten Neuinterpretation des ersten 1986er-Demotapes von Mr. Bungle, \u201eThe Rage Of The Easter Bunny Demo\u201c, also den St\u00fccken, die man bereits 2020 gemeinsam eingespielt hatte und die also einigerma\u00dfen gut sitzen. Und wie gut! An dieser Performance gibt es nichts zu beanstanden, die in die Jahre gekommenen Vollprofis sch\u00fctteln das Gebolze aus dem Eimer, als w\u00e4ren sie knackige Twens. Und weil Gemoste allein nicht ganz so lustig ist, gibt\u2019s unterhaltsame Intros und Intermissionen, ganz im Geiste des Mike Patton.<br><br>Einen Blick noch weiter zur\u00fcck in die Vergangenheit wirft Mr. Bungle gleich mit dem Intro, n\u00e4mlich dem Song \u201eWon\u2019t You Be My Neighbour?\u201c von TV-Moderator Fred Rogers, der \u00fcber drei Jahrzehnte US-amerikanische Vorschulkinder mit seiner Show \u201eMr Rogers\u2019 Neighbourhood\u201c infotainte (und dem Tom Hanks vor zwei Jahren in einem Biopic darstellte). Nach kurzer folgender Mosh-Dauer kombiniert das Quintett alsbald Slayers \u201eHell Awaits\u201c mit dem Hit \u201eSummer Breeze\u201c, den das Duo Seels And Crofts Mitte der Siebziger als Softpopsong in die US-Charts bef\u00f6rderte und dem Type O Negative 1993 einen gruftrockigen Anstrich verliehen. Die Version von Mr. Bungle ist selbstredend n\u00e4her am Original. Weitere Coversongs sind \u201eWorld Up My Ass\u201c von den Circle Jerks und \u201eLoss Of Control\u201c von Van Halen. Der Rest besteht nahezu vollst\u00e4ndig aus dem \u201eEaster Bunny\u201c, inklusive der Vorausahnung von \u201eLove Is A Fist\u201c in \u201eMethemetics\u201c sowie \u201eLa Cucaracha\u201c inmitten der spanischen Version von S.O.D.s \u201eSpeak English Or Die\u201c, hier nat\u00fcrlich \u201eHabla Espa\u00f1ol O Muere\u201c. Die experimentelle Tiefe des Album-Deb\u00fcts hingegen hat auch dieser Auftritt nicht, daf\u00fcr aber volles Brett Spa\u00df an Metal voll in die Fresse. \u00dcberzeugender als beim Nachwuchs.<br><br>Die CD beinhaltet lediglich die Musik, das ist gut so, denn das vereinfacht das Durchh\u00f6ren. Interessanterweise h\u00f6rt man das Live-Ding nicht wirklich heraus, nicht nur, weil der Sound echt mal fett ist, sondern, weil die f\u00fcnf Veteranen so tight spielen, als w\u00e4ren Tempo und Komplexit\u00e4t dieser Art f\u00fcr sie ein nicht trainingsbed\u00fcrftiger Alltag. Der Stream nun zeigt eine Performance mit Schauspielern und Obskurit\u00e4ten wie auf einem hundert Jahre alten Jahrmarkt, mit denen die Setlist immer wieder Unterbrechungen findet, in denen wiederum die Musiker ganz offenbar zu Atem kommen k\u00f6nnen. Somit ergibt die CD nat\u00fcrlich ein verzerrtes Bild dieser verzerrten Performance, was am Spa\u00df an der Sachen nichts \u00e4ndert. Und weil Mr. Bungle solche Humorbolzen sind, gibt\u2019s den Gig auch auf VHS-Kassette.<br><br>Und \u201eEracist\u201c kriegt man immer noch nicht nie wieder aus dem Kopf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (03.08.2021) Wenn schon Studio-Comeback, dann gleich mit Livealbum hinterher: F\u00fcr die Quasi-Reunion seines Experimentalmetalbrockens Mr. Bungle verpflichtete Mike Patton Kumpels aus verl\u00e4sslichen Metalbackgrounds (Anthrax, Slayer), mit denen er sich coronabedingt nun in ein Studio stellte, diverse St\u00fccke &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/mr-bungle-the-night-they-came-home-ipecac-2021\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,4],"tags":[],"class_list":["post-3915","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album","category-musik-dvd"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3915","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3915"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3915\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3917,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3915\/revisions\/3917"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3915"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3915"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3915"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}