{"id":3901,"date":"2021-07-28T21:18:33","date_gmt":"2021-07-28T19:18:33","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3901"},"modified":"2021-07-28T21:19:23","modified_gmt":"2021-07-28T19:19:23","slug":"the-problem-of-leisure-a-celebration-of-andy-gill-the-gang-of-four-gill-music-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-problem-of-leisure-a-celebration-of-andy-gill-the-gang-of-four-gill-music-2021\/","title":{"rendered":"The Problem Of Leisure: A Celebration Of Andy Gill &#038; The Gang Of Four \u2013 Gill Music 2021"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/The-Problem-Of-Leisure-blau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"120\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/The-Problem-Of-Leisure-blau.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3902\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/The-Problem-Of-Leisure-orange-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"120\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/The-Problem-Of-Leisure-orange-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3908\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/The-Problem-Of-Leisure-gelb-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/The-Problem-Of-Leisure-gelb-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3909\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/The-Problem-Of-Leisure-rot-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"112\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/The-Problem-Of-Leisure-rot-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3910\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/The-Problem-Of-Leisure-gruen-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/The-Problem-Of-Leisure-gruen-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3911\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/The-Problem-Of-Leisure-pink-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"173\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/The-Problem-Of-Leisure-pink-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3912\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p> <\/p>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (28.07.2021)<\/p>\n\n\n\n<p>Was haben Herbert Gr\u00f6nemeyer, Helmet und Killing Joke gemeinsam? Sie sind Teil eines Tribute-Albums! Wie nun aber n\u00e4hert man sich solchen Vorreitern wie Gang Of Four, wenn man dazu angehalten ist, sich ihres Oeuvres in ehrerbietender Form anzun\u00e4hern? Im Jahr Eins nach Andy Gills Tod sammelt sein Label 20 Neueinspielungen und Interpretationen der Indierockerfinder, die der Chef noch selbst in Auftrag gegeben hatte. Interessanterweise sind die Hauptnutznie\u00dfer dieser Vorreiterschaft, n\u00e4mlich die Indiediscoepigonen der Nullerjahre, hier gar nicht vertreten. Nicht einmal ausschlie\u00dflich Postpunks und Indierocker sind ausgew\u00e4hlt, auch Electrospielereien, Dub und Trip Hop bilden das neue Gewand der in Insiderkreisen altvertrauten Hits. So gemischt ist auch das Ergebnis, wenngleich den meisten doch vor lauter Ehrfurcht der k\u00fcnstlerische Mut abgeht. Das Cover ist ebenfalls gemischt, der Pl\u00fcschhund hat unz\u00e4hlbar viele verschiedene Farben, das ist h\u00fcbsch.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Einige der Beitragenden erkennt man gar nicht am Sound: Von Tom Morello und Serj Tankian, die sich \u201eNatural\u2019s Not In It\u201c vornehmen, erwartet man nat\u00fcrlich einen brutalen H\u00fcpfemetalsong mit unerwarteten Breaks, bekommt aber eigentlich nur eine satter gespielte Version des Originals Aber warum nur! Auch Helmets Version von \u201eIn The Ditch\u201c klingt eher zahm, abgesehen von den geschredderten Gitarren, die doch nur den Sound der Gang Of Four aufnehmen. Aber nix von Stop-And-Go-Riffs und Bassgrooves zum Halsbrechen. Als Vergleich ziehe man Helmets Version von Bj\u00f6rks \u201eArmy Of Me\u201c oder Black Sabbaths \u201eSymptom Of The Universe\u201c heran, aber das war ja alles auch noch die alte Besetzung von vor dem Split und der Reunion. The Dandy Warhols klingen eher elektronisch und ebenfalls zahm, wenngleich in ihrem \u201eWhat We All Want\u201c der Bass munter und ansprechend slappt. Hingegen sehr nach den Red Hot Chili Peppers klingt \u201eNot Great Men\u201c aus dem Studio von Flea und John Frusciante, die einem Jugendchor den Platz am Mikro \u00fcberlie\u00dfen und f\u00fcr den funky Poprocksound mit k\u00fcnstlichen Handclaps sorgen. Geht mehr als nur in Ordnung.<br><br>Wenn man schon covert und vom Pfad abweicht, dann lieber wie 3D von Massive Attack mit dem Popduo Nova Twins, die \u201eWhere The Nightingale Sings\u201c zu einem dunklen Trip-Hop-Monster mit Gitarrensamples und abgrundtiefen Beats machen. Die zerhackte Struktur des Songs und die Altstimmen in Kombination mit den s\u00e4genden Gitarren ergeben einen schwarzfunkelnden Diamanten und das erste Highlight der Compilation. \u00c4hnlich d\u00fcster und elektronisch, aber mehr auf Durchg\u00e4ngigkeit bedacht ist \u201eLove Like Anthrax\u201c, das DJ Ade Fenton mit Gary Numan zu einem sch\u00f6nen Wavepopst\u00fcck umgestaltet. Nicht die erste Kooperation der beiden, die bereits 2014 den Soundtrack zu \u201eFrom Inside\u201c einspielten. Kaum weniger dunkel ger\u00e4t das ohnehin schon fatalistische \u201eWe Live As We Dream, Alone\u201c von Bassistin (und David Bowies Ex) Gail Ann Dorsey, deren Instrument ihre auch eher synthetische Version haupts\u00e4chlich tr\u00e4gt. Ebenfalls ins Dunkle driftet Warpaints \u201eParalysed\u201c; die Rockband kommt hier als solche gar nicht zum Tragen, so chillig-d\u00fcster, wie der zerbrechliche Song erklingt.<br><br>F\u00fcr \u201eTo Hell With Poverty\u201c beweist \u5e03\u888b\u5bc5\u6cf0 alias Tomoyasu Hotei, bekannt vom Soundtrack von \u201eKill Bill\u201c, dass er die Gitarre so spielen kann wie im Original, nur dass er dem Rest des Songs einen synthetischen Beat und Frauengesang verabreicht. Der sehr gut passt, anders als der von Herbert Gr\u00f6nemeyer, der mit DJ Alex Silva und seinem deutschen Akzent \u201eI Love A Man In Uniform\u201c zu einem Achtziger-Popsong umdenken darf. Die Musik ist besser als bei Gr\u00f6nemeyer \u00fcblich, an die Stimme muss man sich in diesem Kontext trotzdem gew\u00f6hnen. Aber egal, der Mann macht sich stark f\u00fcr gute alte und neue Musik, das sei ihm in h\u00f6chsten T\u00f6nen lobend zugute gehalten. Die Schwedischen The Sounds nehmen sich ebenfalls \u201eI Love A Man In Uniform\u201c vor und dem St\u00fcck das originale Synthetische. Sie verflachen ihn zu einem radiotauglichen Poprocksong, bei dem der Frauengesang punktet; erst gegen Ende packen sie ihren eigenen Synthie aus, generieren eigenst\u00e4ndige Sounds, ohne das Original zu kopieren, und gr\u00e4tschen sogar noch mit einer Gitarre dazwischen.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Ist das noch Postpunk oder nicht doch schon Schlagerpop? La Roux verpasst ihren \u201eDamaged Goods\u201c einen Reggaerhythmus und radiotaugliche Synthiesounds. Erstaunlicherweise f\u00e4llt diese Version gar nicht mal so unangenehm auf, die Achtziger f\u00fchlen sich hier treffend in Szene gesetzt. Ebenfalls nominell im Offbeat, n\u00e4mlich im Dub, verorten Killing Joke ihren Remix von \u201eForever Starts Now\u201c, doch muss man bei aller Liebe feststellen, dass diese Version nach kaum mehr als einem beliebigen Dancetrack klingt, w\u00e4re da nicht die Originalstimme enthalten. Von Dub bis auf einige Echoeffekte keine Spur, von Pop umso mehr. Das muss man sich als Fan schon sch\u00f6nh\u00f6ren. Wenigstens hat sonst keiner der 20 einen solchen technoiden Sound auf dieser Platte \u2013 den heavy Sound der gegenw\u00e4rtigen Killing Joke aber auch nicht.<br><br>Weitere Kontributoren sind Idles, die \u201eDamaged Goods\u201c kaum wesentlich anfassen, ebenso wie Everything Everything ihren Quasi-Titeltrack \u201eNatural\u2019s Not In It\u201c. LoneLady alias Julie Campbell transferiert ihren \u201eNot Great Men\u201c, \u00e4hnlich wie John Sterrys seinen \u201e5.45\u201c, mit sanftem Mix aus Elektronik und Gitarre zum h\u00fcbschen Popsong, sorgt hier jedoch kaum f\u00fcr Aufsehen, was in Sterrys Falle etwas verwunderlich ist, als Bandmitglied von Gang Of Four. Etwas gesichtslos bleibt auch Dado Villa-Lobos mit \u201eReturn The Gift\u201c.<br><br>Mit Hardcore Raver In Tears ist \u00fcberdies eine Corona-gebeutelte Band aus Wuhan dabei, somit einer der exotischsten Teilnehmer in diesem Reigen. Auch diese Band macht aus \u201eLast Mile\u201c einen angenehmen Gitarre-Synthie-Popsong, der in den Achtzigern im Westen in den Charts seinen Platz gefunden h\u00e4tte. Ebenfalls exotisch ist der letzte Beitrag: Sekar Melati ist ein javanesisches Gamelan-Ensemble, das \u201eNot Great Men\u201c auch musikalisch einen mehr als exotischen Touch gibt. Erstaunlicherweise erkennt man den live eingespielten Song in diesem Kl\u00f6ppeln, Gongen und Rasseln sogar wieder. Definitiv die gr\u00f6\u00dfte \u00dcberraschung hier.<br><br>Eines eint alle Neuversionen: Mehr Aufmerksamkeit als das jeweilige Original h\u00e4tte keine von ihnen erregt. Das meiste ist mutlos, verglichen mit dem Mut von Andy Gill und Gang Of Four, vor \u00fcber 40 Jahren mal eben komplett neue Musik gegen alle Trends zu entwerfen. Vermutlich ist das vom Chef noch selbst initiierte Projekt zu sehr von Ehrfurcht gepr\u00e4gt, als dass hier wirklich jemand \u00fcber die Str\u00e4nge geschlagen h\u00e4tte. So bleibt ein muskalischer Gemischtwarenladen mit einigen glanzvollen St\u00fccken und einigen Ladenh\u00fctern, die man nicht mal weiterskippen kann, wenn man eine der vielen bunten Doppel-LPs erwarb. Die Idee d\u00fcrfte die beste an der Platte sein: die vielen unterschiedlich bunten Cover- und Vinylfarben.<\/h1>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (28.07.2021) Was haben Herbert Gr\u00f6nemeyer, Helmet und Killing Joke gemeinsam? Sie sind Teil eines Tribute-Albums! 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