{"id":3852,"date":"2021-06-30T21:28:13","date_gmt":"2021-06-30T19:28:13","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3852"},"modified":"2021-06-30T21:28:13","modified_gmt":"2021-06-30T19:28:13","slug":"fear-factory-aggression-continuum-nuclear-blast-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/fear-factory-aggression-continuum-nuclear-blast-2021\/","title":{"rendered":"Fear Factory \u2013 Aggression Continuum \u2013 Nuclear Blast 2021"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Fear-Factory-Agression-Continuum.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Fear-Factory-Agression-Continuum.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3853\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (30.06.2021)<br><br>Da ist es also, das Requiem auf Fear Factory: Der Streit zwischen S\u00e4nger Burton C. Bell und Gitarrist Dino Cazares \u00fcberschattet die Ver\u00f6ffentlichung von \u201eAggression Contimuum\u201c. Vermutlich lenkt die Freude \u00fcber immerhin noch ein letztes gemeinsames Album der Industrial-Metaler den lechzenden H\u00f6rer davon ab, dass es eher \u00fcberfl\u00fcssig ist: Die gewohnte Rezeptur in zehn Tracks gegossen, die die Formel um tats\u00e4chlich aggressive Ausbr\u00fcche reduzieren und ansonsten auf Nummer Sicher setzen. Mehr Pflichterf\u00fcllung als Bock auf bretthartes Herumspielen. Die Trennung ist \u00fcberf\u00e4llig. Macht mal was Neues, Jungs!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Einmal wie immer bitte! \u2013 Und, hat\u2018s geschmeckt? \u2013 Geht so, man merkt, dass die K\u00f6che keinen Bock mehr haben. Man kennt es: Bell kann sowohl singen als auch growlen, und in der Tat, seine Stimme ist beachtlich, er ist gut in dem, was er tut. Dazu gibt\u2019s Riffs und Drums in synthetischer Stakkatoform, unterbrochen durch poppige Refrains. Diese Formel reizten Fear Factory in den zur\u00fcckliegenden Jahren so oft und so sehr aus, dass zuf\u00e4llig hereinh\u00f6renden Passanten die Idee kommen kann, es mit Linkin Park zu tun zu haben. Dabei dachte man 2004 noch, Fear Factory h\u00e4tten mit \u201eArchetype\u201c endlich ihre anbiedernde NuMetal-Phase \u00fcberwunden, und dann kamen mit diesem weitere f\u00fcnf gef\u00e4llige Alben (mit einem recht okayen darunter; vergessen, welches).<br><br>An \u201eAggression Continuum\u201c beteiligt sind au\u00dfer den beiden Streith\u00e4hnen nur Schlagzeuger Mike Heller, Bassist Matt DeVries und Front Line Assemblys Studiozauberer Rhys Fulber, der in den zur\u00fcckliegenden 30 Jahren immer wieder f\u00fcr den Industrial-Anteil sorgte. Einen Keyboarder haben Fear Factory derzeit nicht, den Teil \u00fcbernimmt Cazares gleich selbst. Vertraute Mischung also, und ebenso vertraut erklingt das Ergebnis auch: Moshen nach Zahlen, die Zeit der Experimente liegt weit zur\u00fcck, auf deren gefilterte und um den eigentlich attraktiven Dreck bereinigte Ergebnisse kann man jetzt ja frei zugreifen. Dabei w\u00e4re der Sound des Quirls, mit dem sie die Zutaten vermengen, mal eine aufsehenerregende Neuheit gewesen. Und selbst die Artworks kann man nicht auseinanderhalten.<br><br>Das Album ist nat\u00fcrlich nicht wirklich schlecht; schlecht ist nur der Umstand, dass man alles darauf bereits kennt, und zwar nicht nur von Fear Factory selbst, sondern auch von deutlich softeren Bands, die man genau deshalb eigentlich nicht mal unter den Epigonen verortet h\u00e4tte. Angesichts der letzten f\u00fcnf eher einfallslosen Alben hinterl\u00e4sst es daher keinen allzu gro\u00dfen Abschiedsschmerz, wenn Fear Factory nun abtreten. Da war Bells Projekt City Of Fire das deutlich attraktivere.<br><br>Interessant ist auch, dass offenbar selbst das Label nicht an die Zugkraft von \u201eAggression Continuum\u201c glaubt; immerhin auf Vinyl gibt es wohl zahllose Varianten, die CD erscheint ungew\u00f6hnlicherweise ausschlie\u00dflich im Jewel Case, ohne eine handels\u00fcbliche Deluxe-Edition auch nur in Aussicht zu stellen. Mehr als die zehn Tracks bastelten Cazares und Fulber offenbar nicht mit dem Material zusammen, das Bell vor seinem Abgang noch auf Band bannte. Was die beiden nun ohne ihn aus der Band machen, ist offenbar noch ungewiss. Ein Streit um Namensrechte macht es dem Fan ohnehin eher schwer, da noch Empathie zu empfinden; zwar reklamiert Cazares Fear Factory fortan f\u00fcr sich, war aber trotz seiner Gr\u00fcnderrolle, anders als der erst in zweiter Instanz hinzugekommene Bell, nicht durchgehend Bandmitglied. Und ausgerechnet in Cazares\u2018 Abwesenheit f\u00e4llt das letzte richtig gute Album, \u201eArchetype\u201c. Und selbst ein weiteres \u201eDemanufacture\u201c h\u00e4tte heute entt\u00e4uscht, denn das gibt es ja bereits.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (30.06.2021) Da ist es also, das Requiem auf Fear Factory: Der Streit zwischen S\u00e4nger Burton C. Bell und Gitarrist Dino Cazares \u00fcberschattet die Ver\u00f6ffentlichung von \u201eAggression Contimuum\u201c. 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