{"id":3817,"date":"2021-06-07T22:30:32","date_gmt":"2021-06-07T20:30:32","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3817"},"modified":"2021-06-20T23:15:33","modified_gmt":"2021-06-20T21:15:33","slug":"kruegerglantzquartett-keine-verhaeltnisse-kruegerglantzquartett-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/kruegerglantzquartett-keine-verhaeltnisse-kruegerglantzquartett-2020\/","title":{"rendered":"Kr\u00fcgerglantzquartett \u2013 Keine Verh\u00e4ltnisse \u2013 Kr\u00fcgerglantzquartett 2020"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Kruegerglantzquartett-Keine-Verhaeltnisse.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"133\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Kruegerglantzquartett-Keine-Verhaeltnisse.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3818\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (07.06.2021)<br><br>Das Album zur Pandemie: Verteilt auf mehrere Monate im coronagebeutelten Jahr 2020 entstanden die Tracks zum dritten Album des aus zwei Leuten bestehenden Kr\u00fcgerglantzquartetts. Das Pandemische schl\u00e4gt sich auch inhaltlich nieder, aber gottlob nicht ausschlie\u00dflich. Mit der typischen theatergeschulten Art der beiden entstand ein Popalbum ohne Songs, daf\u00fcr mit sprachlicher Performance, beinahe wie bei einem H\u00f6rbuch. Ohne Ohrw\u00fcrmer geht man trotzdem nicht aus den elf Tracks heraus, und ohne \u00fcber den hintersinnigen Humor zu lachen sowieso nicht.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Christian Kr\u00fcger und Peter M. Glantz ertragen die Welt in ihren aberwitzigen Auspr\u00e4gungen nicht, doch anstatt sich dar\u00fcber twitterm\u00e4\u00dfig zu entr\u00fcsten, machen sie sich dar\u00fcber lustig. Auf eine kabarettistisch-theatralische Weise, nicht mit Comedy-Schenkelklopfern, transportiert das Duo-Quartett ernste Themen und eine klare Haltung. Insbesondere die Coronazeit brachte bekannterma\u00dfen viele absurde Ideen und menschenverachtende Meinungen hervor, da ist es ausgesprochen erfreulich, mit Kr\u00fcger und Glantz zwei Musiker auf der Seite der Besonnenen zu wissen, nicht der Bekloppten.<br><br>Musikalisch bewegt man sich hier zwar weitgehend im Bereich Pop, wenn man so mag, doch erf\u00fcllen die Lieder keine Popstrukturen. Die Musik ist in ihrer Basis synthetisch erzeugt und mit diversen Samples versetzt, darunter Wortfetzen und Songs bis zu Instrumenten wie Orgel und Trompete. So ergibt sich ein k\u00fchl groovender kraftwerkscher Wei\u00dfem\u00e4nnersoul mit wechselnden Tempi und Stimmungen, angereichert mit warmen Elementen und der Lust an Wiedererkennbarkeit. Die ergibt sich auch durch Wiederholung, sowohl von Glantz&#8216; Patterns als auch von Kr\u00fcgers Wortbeitr\u00e4gen, und damit erzeugen die beiden dann auch ihre Ohrw\u00fcrmer. Dabei liegt dem Sprechenden \u2013 nur seltenen F\u00e4llen hebt er zum Singen an \u2013 das Theatralische sehr im Blute, ohne zu \u00fcberagieren: Das St\u00fcck \u201eTo Go\u201c etwa schlie\u00dft mit einem einseitig mitgeh\u00f6rten Telefonat aus der Kantinenschlange heraus \u2013 gro\u00dfartig.<br><br>Die \u201eZum Gehen\u201c-Gesellschaft nun also ist eines der Themen, mit denen sich Kr\u00fcger und Glantz auseinandersetzen. In \u201eBerlin Tapes\u201c greifen sie die von Kraftklub losgetretene Kritik am bundesdeutschen Kulturzentralismus auf und \u00fcberdehnen sie, indem Kr\u00fcger mit der Ignoranz des Empork\u00f6mmlings ruft: \u201eIch geh nicht nach Berlin, ich geh gleich nach Halloween.\u201c Erfrischende Sprachspiele dieser Art finden sich viele auf dem Album, so erfindet das Duo etwa nebenbei die \u201eGlasfasertapete\u201c. Thematischer Schwerpunkt ist aber die \u201eSeuche\u201c und der r\u00fccksichtslose bis dumme Umgang vieler Zeitgenossen mit ihr. So wird \u201eHey, was geht?!\u201c mittendrin ein oberfl\u00e4chlicher Partykracher, der dem Hedonisten reflektiert ein entr\u00fcstetes \u201eHey, geht\u2019s noch?!\u201c entgegnet.<br><br>Die Pandemie hat dabei f\u00fcr das Quartett einen realen Nachteil: Es kann das Album nicht live promoten. Der Vertrieb erfolgt ausschlie\u00dflich \u00fcber die bandeigene Webseite audioschau.de, nicht mehr wie noch die beiden Vorg\u00e4ngeralben \u201eVerfassung\u201c und \u201eAlles in Bestform\u201c via Bandcamp. Ebenso wie jene beiden besticht \u201eKeine Verh\u00e4ltnisse\u201c \u00fcberdies mit einem \u00e4sthetisch-grafischen Cover. Und live ist es zudem durchaus m\u00f6glich, dass das Duo zu einem Quartett anw\u00e4chst, wenn nicht sogar zu noch gr\u00f6\u00dferer Runde. J\u00e9r\u00f4me, ich muss los!<br><br>[Edit 20.06.2021] Peter M. Glantz weist mich darauf hin, dass ich eine Textzeile falsch verstanden habe: Nicht &#8222;nach Halloween&#8220;, sondern &#8222;nach Heroin&#8220; geht das &#8222;Ich&#8220; in dem Lied!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (07.06.2021) Das Album zur Pandemie: Verteilt auf mehrere Monate im coronagebeutelten Jahr 2020 entstanden die Tracks zum dritten Album des aus zwei Leuten bestehenden Kr\u00fcgerglantzquartetts. Das Pandemische schl\u00e4gt sich auch inhaltlich nieder, aber gottlob nicht ausschlie\u00dflich. 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