{"id":3769,"date":"2021-04-20T22:24:24","date_gmt":"2021-04-20T20:24:24","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3769"},"modified":"2021-04-20T22:24:24","modified_gmt":"2021-04-20T20:24:24","slug":"joey-ramone-dont-worry-about-me-sanctuary-records-2002","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/joey-ramone-dont-worry-about-me-sanctuary-records-2002\/","title":{"rendered":"Joey Ramone \u2013 Dont Worry About Me \u2013 Sanctuary Records 2002"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Joey-Ramone-Dont-Worry-About-Me.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"113\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Joey-Ramone-Dont-Worry-About-Me.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3770\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Marc L\u00fccke (20.04.2021)<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem Joey Ramone, den man als Frontmann der legend\u00e4ren US-Punkband der ersten Stunde, \u201eThe Ramones\u201c, ja nicht mehr vorstellen muss, am 15. April 2001 nach einem Fall im New Yorker Schnee starb, als er schon seit l\u00e4ngerem an Lymphdr\u00fcsenkrebs gelitten hatte, ver\u00f6ffentlichten Sanctuary Records posthum 2002 sein erstes Soloalbum. Der ausdrucksstarke Titel des Silberlings, \u201eDont Worry About Me\u201c, sagt eigentlich schon alles. In fast allen der elf Titel geht es um Abschied, Schmerz, dessen \u00dcberwindung und die Sch\u00f6nheit des Lebens.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Bei den Ramones zeichnete Joey mit seiner hohen, kehligen Stimme, die sehr gut zu seiner fragilen Gesundheit passte, immer verantwortlich f\u00fcr die ruhigeren St\u00fccke, die Balladen und eing\u00e4ngigeren Rocksounds. Er war somit quasi der Antagonist zu Bassist Dee Dee Ramone und Johnny Ramone, die mit ihrem schnellen, harten Gitarrenspiel dem Sound der Ramones seine Aggressivit\u00e4t und Energie verliehen. Joey hingegen, der seit seiner Kindheit schon an Kinderl\u00e4hmung gelitten hatte und immer etwas linkisch wirkte, musste auf der B\u00fchne schon mal ein Roadie die unverzichtbare Lederjacke ausziehen.<br><br>Eines ist jedenfalls klar: Als Joey die St\u00fccke schrieb, die nicht explizit als Album geplant waren, sondern erst sp\u00e4ter zusammengestellt wurden, wusste er bereits, dass er bald in den Punkhimmel auffahren w\u00fcrde zu Johnny und Dee Dee, um wieder Songs mit ihrem unverwechselbaren 1, 2, 3, 4 einzuz\u00e4hlen. Joey und Johnny waren die einzigen Mitglieder der Ramones, die von der Gr\u00fcndung 1974 in Queens (NY) bis zur Aufl\u00f6sung 1996 dabei waren, als der Autor dieser Zeilen Rammstein als Vorband ertragen musste mit ihrer \u00fcberdimensionierten Pyrotechnik \u2013 um seine gro\u00dfen Punkidole noch ein letztes Mal live zu sehen und zu h\u00f6ren im Hannoverschen Capitol.<br><br>Nun aber endlich zur Musik der Scheibe: Gleich im ersten Song \u201eWhat A Wonderful World\u201c bekennt sich die Punkikone Joey zu seiner gro\u00dfen Liebe zum Leben und der Musik. Hierbei handelt es sich \u00fcbrigens um ein 50er-Jahre-Cover von Louis Armstrong. Der zweite Song hei\u00dft \u201eStop Thinking About It\u201c. \u201eNothing lasts forever and nothing stays the same\u201d, hei\u00dft es da \u2013 wie wahr. Etwas schw\u00e4cher kommt \u201eMr. Punchy\u201c daher, wobei man den Eindruck gewinnt, der Titel sei in seiner Struktur einfach zu einfallslos angesichts der hohen Messlatte der vorherigen St\u00fccke. Und auch \u201eMaria Bartimoro\u201c, eine rockmusikalische Liebeserkl\u00e4rung Joeys an die bekannte US-TV-B\u00f6rsenexpertin gleichen Namens, in der er von seiner Vorliebe f\u00fcr Wertpapiergesch\u00e4fte erz\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Frischen Wind bringt \u201eSpirit In My House\u201c ins Spiel, ein solider Titel trotz seiner Simplizit\u00e4t. Mit \u201eVenting\u201c folgt ein weiteres sehr starkes St\u00fcck mit sehr coolem, fast goovendem Sound, der aber dem Genre Punkmusik treu bleibt. Nummer 8, \u201eSearching For Something\u201c, ist der mit Abstand st\u00e4rkste Track des Soloalbums, nicht nur musikalisch mit einem gro\u00dfen Mitsingfaktor, sondern auch textlich ganz gro\u00dfes Kino: Es geht darin um die Suche nach spiritueller Erf\u00fcllung und einem Seelenheil, das man Joey geradezu anmerkt, wenn er tr\u00e4llert: \u201eYeah we went on up to St. Fallsberg, for some spiritual comforting. And I felt like a million dollars, something that money just cant bring.\u201d Und auch der Verzicht auf Drogen wurde hier vom Texter angesprochen, der Joey \u2013 viel fr\u00fcher realisiert und umgesetzt \u2013 ganz sicher auch ein paar Lebensjahre mehr auf dieser Welt beschert h\u00e4tte als nicht ganz 50. In \u201eI Got Knocked Down (But I\u2018ll Get Up) verarbeitet der S\u00e4nger sein Leben mit der schweren Krankheit, die ihn die letzten Jahre seines zu kurzen Lebens begleitete, und seine schwindende Lebenskraft in einem deprimiert klingenden Songtext. \u201e1969\u201c ist ein The-Stooges-Cover, das mir sogar besser gef\u00e4llt als das Original der Iggy-Pop-Band. Mit \u201eDon\u2018t Worry About Me\u201c verabschiedet sich Joey Ramone standesgem\u00e4\u00df, der auf dem j\u00fcdischen Friedhof Hillside Cemetaryin New Jersey begraben liegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Marc L\u00fccke (20.04.2021) Nachdem Joey Ramone, den man als Frontmann der legend\u00e4ren US-Punkband der ersten Stunde, \u201eThe Ramones\u201c, ja nicht mehr vorstellen muss, am 15. 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