{"id":3688,"date":"2021-02-01T22:26:09","date_gmt":"2021-02-01T21:26:09","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3688"},"modified":"2021-02-01T22:26:09","modified_gmt":"2021-02-01T21:26:09","slug":"the-wedding-present-friends-not-from-where-im-standing-come-play-with-me-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-wedding-present-friends-not-from-where-im-standing-come-play-with-me-2020\/","title":{"rendered":"The Wedding Present &#038; Friends \u2013 Not From Where I\u2019m Standing \u2013 Come Play With Me 2020"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"112\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/The-Wedding-Present-Friends-Not-From-Where-Im-Standing.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3689\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (01.02.2021)<br><br>Die meisten dieser Lieder leben sogar mehr als zweimal: David Lewis Gedge, seines Zeichens Bandchef der dem Covern gegen\u00fcber ohnehin schon immer sehr aufgeschlossenen englischen Indie-Helden The Wedding Present, schart eine Schar Freunde um sich, um mit ihnen eine auserlesene Auswahl an Titelmelodien des Kino-Franchises \u201eJames Bond\u201c neu einzuspielen, und zwar f\u00fcr den nicht minder legend\u00e4ren Guten Zweck. Die gute Nachricht: Den meisten der Originale entnehmen Gedges Freunde den Pathos und das Drama, man kann die 20 Lieder einfach als sch\u00f6ne Indierockcompilation mit latentem Erinnerungsfaktor durchh\u00f6ren. Den Vergleich mit den charakterstarken Originalen der Sechziger und Siebziger hat man latent im Ohr, insbesondere deren gesangliche Qualit\u00e4t ist dabei unerreicht.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Der Z\u00e4hlende wei\u00df: Es fehlen f\u00fcnf. Der genauer Guckende wei\u00df: Es fehlen sogar mehr, schlie\u00dflich sind mit \u201eMr Kiss Kiss Bang Bang\u201c und \u201eWe Have All The Time In The World\u201c zwei Songs zwar aus Bond-Filmen dabei, die aber keine offiziellen Titelsongs sind. Zu nicht jedem Song auf dieser Sammlung hat man \u00fcberhaupt das Original im Ohr, teilweise, weil es einem nicht so vertraut ist wie manch anderer Titelsong, teilweise auch, weil das Cover hier sich erheblich vom Vertrauten unterscheidet., und das nicht nur deshalb, weil hier bisweilen singend Covernder und Gecoverter vertauschte Geschlechter haben.<br><br>Grunds\u00e4tzlich bekommt man hier musikalisch, was man erwartet, wenn man The Wedding Present und deren Freunde so kennt, also leicht schrammeligen Indierock mit enormem Pop-Einschlag, minimalistischen Gitarren-Twang, dazu aber auch Swingpop, Acapella, Electropo sowie ein einzelnes eher nerviges Electro-Experiment von Minitel. Die meisten Band- oder S\u00e4ngernamen indes kennt man eher nicht. Charles Layton war bei den Britpoppern Art Brut, die Popband Klee h\u00e4tte heute in Deutschland trotz ihrer Nullerhits niemand mehr auf dem Zettel gehabt, hier liefern sie einen atmosph\u00e4rischen wundersch\u00f6nen Synthiepopsong, mit Sleeper ist eine auch h\u00f6rbar dort verankerte Britpopband der Neunziger dabei, Such Small Hands ist das Alias von Melanie Howard, die auch bei Cinerama und The Wedding Present mitspielte, wie \u00fcberhaupt viele gegenw\u00e4rtige und ehemalige Bandbegleiter Gedges hier solo auftreten, darunter Shaun Charman gleich zweimal, n\u00e4mlich auch mit der Band Jetstream Pony.<br><br>Zu rechnen war nat\u00fcrlich mit Cinerama und The Ukrainians, und beide sind auch dabei; erstere rauben \u201eDiamonds Are Forever\u201c den Groove und machen das gro\u00dfartige Original recht gleichf\u00f6rmig, letztere machen aus Madonnas \u201eDie Another Day\u201c eine typisch mehrstimmige ukrainische Rock-Folklore-Tanznummer, ganz klar besser als das Original. Bei den Originalen muss man ohnehin feststellen, dass sie in den zur\u00fcckliegenden 30 Jahren qualitativ gegen die der ersten 30 Jahre nicht standhalten k\u00f6nnen; was Wunder: Bis 1987 war John Barry an zwei Dritteln aller Kompositionen beteiligt, auch an denen etwa von Duran Duran und a-ha, seine Lieder trafen den Geist der Serie perfekt, und einfach nur irgendein Popsong nach jeweils aktuellem Strickmuster macht noch kein Bond-St\u00fcck.<br><br>Somit verlegen sich auch die Coverer auf die \u00e4lteren Songs, nach denen die neuen Versionen indes zumeist gar nicht klingen. Den Bond-Geist n\u00e4mlich \u00fcbernehmen die Covernden nur selten, der Pathos und die gro\u00dfe Geste fehlen weitgehend, in Einzelf\u00e4llen sogar der klassische Groove. Die stimmliche Inbrunst von Leuten wie Nancy Sinatra, Tom Jones oder Shirley Bassey erreicht von den Nachahmern sowieso niemand, also unterlassen sie es gleich, auch deren Stil zu kopieren. So reduzieren die Beitragenden hier die Bond-Songs auf das, was sie sind: Songs, dargeboten im eigenen Sound, der die Nummern sicherlich trotz ihrer Qualit\u00e4t so gut wie nie in die Sph\u00e4ren getragen h\u00e4tte, in denen sich die Originale auch aufgrund ihres cineastischen und kulturhistorischen Kontextes aufhalten. Und wenn man das Originale \u201eJames Bond Theme\u201c schon zum dr\u00f6lften mal covert, dann gern so fuzzy wie The Sleazoids zum Eingang dieses Albums.<br><br>Der Anlass f\u00fcr dieses Album ist \u00fcbrigens ein karitativer: Der Erl\u00f6s geht an CALM, die Campaign Against Living Miserably, eine Organisation zur pers\u00f6nlichen Krisenhilfe. Den Titel dazu entliehen The Wedding Present \u00fcbrigens der B-Seite ihrer Single \u201eWhy Are You Being So Reasonable Now?\u201c aus dem Jahr 1988.<br><br>Trackliste:<br><br>01 The Sleazoids \u2013 James Bond Theme (Original: John Barry &amp; Orchestra (Monty Norman &amp; John Barry), aus \u201e007 jagt Dr. No\u201c, 1962)<br>02 The Wedding Present \u2013 You Only Live Twice (Original: Nancy Sinatra (John Barry &amp; Leslie Bricusse), aus \u201eMan lebt nur zweimal\u201c, 1967)<br>03 Simone White \u2013 Goldfinger (Original: Shirley Bassey (John Barry, Leslie Bricusse &amp; Anthony Newley), aus \u201eGoldfinger\u201c, 1964)<br>04 Follow The Moths \u2013 Goldeneye (Original: Tina Turner (Bono &amp; The Edge), aus \u201eGoldenEye\u201c, 1995)<br>05 Jetstream Pony \u2013 The Man With The Golden Gun (Original: Lulu (John Barry &amp; Don Black), aus \u201eDer Mann mit dem goldenen Colt\u201c, 1974)<br>06 The Donalds \u2013 Live And Let Die (Original: Paul McCartney &amp; Wings (Paul &amp; Linda McCartney), aus \u201eLeben und sterben lassen\u201c, 1973)<br>07 Maria Scaroni \u2013 The World Is Not Enough (Original: Garbage (David Arnold &amp; Don Black), aus \u201eDie Welt ist nicht genug\u201c, 1999)<br>08 Cinerama \u2013 Diamonds Are Forever (Original: Shirley Bassey (John Barry &amp; Don Black), aus \u201eDiamantenfieber\u201c, 1971)<br>09 Danielle Wadey &amp; Charles Layton \u2013 Tomorrow Never Dies (Original: Sheryl Crow (Sheryl Crow &amp; Mitchell Froom), aus \u201eDer Morgen stirbt nie\u201c, 1997)<br>10 Minitel \u2013 All Time High (Original: Rita Coolidge (John Barry, Tim Rice &amp; Stephen Short), aus \u201eOctopussy\u201c, 1983)<br>11 Samuel Beer-Pearce \u2013 Nobody Does It Better (Original: Carly Simon (Marvin Hamlisch &amp; Carole Bayer Sager), aus \u201eDer Spion, der mich liebte\u201c, 1977)<br>12 Klee \u2013 For Your Eyes Only (Original: Sheena Easton (Bill Conti &amp; Michael Leeston), aus \u201eIn t\u00f6dlicher Mission\u201c, 1981)<br>13 The Legendary Len Higgins \u2013 Thunderball (Original: Tom Jones (John Barry &amp; Don Black), aus \u201eFeuerball\u201c, 1965)<br>14 Sleeper featuring David Lewis Gedge \u2013 Mr Kiss Kiss Bang Bang (Original: Dionne Warwick (John Barry), aus \u201eFeuerball\u201c, 1965; kein Titelsong)<br>15 Graeme Ramsay \u2013 From Russia With Love (Original: Matt Monro (John Barry &amp; Matt Monro), aus \u201eLiebesgr\u00fc\u00dfe aus Moskau\u201c, 1963)<br>16 Terry De Castro \u2013 A View To A Kill (Original: Duran Duran (John Barry &amp; Duran Duran), aus \u201eIm Angesicht des Todes\u201c, 1985)<br>17 The Ukrainians \u2013 Die Another Day (Original: Madonna (Madonna &amp; Mirwais), aus \u201eStirb an einem anderen Tag\u201c, 2002)<br>18 Such Small Hands \u2013 Skyfall (Original: Adele (Adele &amp; Paul Epworth), aus \u201eSkyfall\u201c, 2012)<br>19 Shaun Charman \u2013 On Her Majesty&#8217;s Secret Service (Original: John Barry &amp; Orchestra (John Barry), aus \u201eIm Geheimdienst ihrer Majest\u00e4t\u201c, 1969)<br>20 David Lewis Gedge \u2013 We Have All The Time In The World (Original: Luois Armstrong (John Barry &amp; Hal David), aus \u201eIm Geheimdienst ihrer Majest\u00e4t\u201c, 1969; kein Titelsong)<br><br>Es fehlen:<br>\u201eMoonraker\u201c von Shirley Bassey aus \u201eMoonraker \u2013 Streng geheim!\u201c, 1979<br>\u201eThe Living Daylights\u201c von a-ha aus \u201eDer Hauch des Todes\u201c, 1987<br>\u201eLicense To Kill\u201c von Gladys Knight aus \u201eLizenz zum T\u00f6ten\u201c, 1989<br>\u201eYou Know My Name\u201c von Chris Cornell aus \u201eCasino Royale\u201c, 2006<br>\u201eAnother Way To Die\u201c von Alicia Keys &amp; Jack White aus \u201eEin Quantum Trost\u201c, 2008<br>\u201eWriting\u2019s On The Wall\u201c von Sam Smith aus \u201eSpectre\u201c, 2015<br>\u201eNo Time To Die\u201c von Billie Eilish aus \u201eKeine Zeit zu sterben\u201c, 2020\/2021<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (01.02.2021) Die meisten dieser Lieder leben sogar mehr als zweimal: David Lewis Gedge, seines Zeichens Bandchef der dem Covern gegen\u00fcber ohnehin schon immer sehr aufgeschlossenen englischen Indie-Helden The Wedding Present, schart eine Schar Freunde um sich, um &hellip; 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