{"id":3665,"date":"2021-01-11T22:15:20","date_gmt":"2021-01-11T21:15:20","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3665"},"modified":"2021-01-11T22:15:20","modified_gmt":"2021-01-11T21:15:20","slug":"spezial-addicted-noname-label-aus-moskau-teil-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spezial-addicted-noname-label-aus-moskau-teil-7\/","title":{"rendered":"Spezial: addicted\/noname Label aus Moskau, Teil 7"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"110\" height=\"110\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/addicted-label.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3052\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Den einen bremst Corona, den anderen befl\u00fcgelt es, und so umtriebig wie w\u00e4hrend der Pandemie war das Moskauer Label addicted\/no name wohl noch nie. Neue Alben, Singles und EPs von unter anderem The Grand Astoria, IWKC, Pressor, Pree Tone, The Legendary Flower Punk und \u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430 sind darunter, die Musik deckt Spielarten ab wie brutalen Jazz, Doom, Spacerock, Noiserock, Progrock, Artrock, Stoner und Psychedelic. Unter anderem!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Heavenscape-Some-Sort-Of-Mental-Disorder.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3666\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Heavenscape \u2013 Some Sort Of Mental Disorder<\/strong><br><br>Das St. Petersburger Trio bezeichnet seinen Sludge Metal selbst als \u201eregressiv\u201d, weil es ihn so vermeintlich traditionell spielt, doch darf man dazu freundlich kopfsch\u00fcttelnd feststellen, dass Heavenscape viel zu viele nichtsludgige Elemente in ihr Deb\u00fct einflie\u00dfen lassen. Korrekterweise, denn herk\u00f6mmlichen Sludge gibt\u2019s ja schon zur Gen\u00fcge, warum also nicht das Tempo mal reichlich anziehen, die Stimme nach Death Metal rauh grunzend klingen lassen (wenn sie nicht zwischendurch sogar glasklar Oneliner skandiert), knappe Melodien und ausufernde Gitarrensoli einbauen \u2013 dem dr\u00f6hnenden Fuzz des Trios stehen all diese Elemente gut, \u201eSome Sort Of Mental Disorder\u201c erweckt nicht den Eindruck eines Deb\u00fcts.<br><br>F\u00fcnf der sechs Tracks sind zwischen sechs und knapp acht Minuten lang, das sechste St\u00fcck nur zwei, und Heavenscape f\u00fcllen diese Zeit nicht einfach mit sich schleppend wiederholenden Passagen, sondern mit schweren Riffs, atmosph\u00e4rischen Einsch\u00fcben, Tempowechseln und unerwarteten Breaks. Eine mentale St\u00f6rung l\u00f6sen sie damit auch nicht aus, jedenfalls nicht bei H\u00f6rern mit offenen Ohren; wom\u00f6glich ist das Album vielmehr dazu in der Lage, solche St\u00f6rungen zu beheben.<br><br>Das Trio besteht aus Bassistin Polina Shmurygina, Schlagzeuger Dmitry Fytov sowie S\u00e4nger und Gitarrist Egor Tryapitsyn, und diese drei spielen so fett, dass sie nach mehr Musikern klingen. Im Einzelfall stimmt das auch, \u201eLovesick\u201c etwa verleiht eine S\u00e4ngerin namens anytown einen Hauch von Nightwish, nur in gut, und dem Rauswerfer mit dem subversiven Titel \u201eDeconstructing The State\u201c steht Ekaterina \u201eKate\u201c Yantser mit ihrem Piano zur Seite. Au\u00dfer \u201eregressiv\u201c ist \u00fcbrigens \u201ekalt\u201c noch eine Selbstbeschreibung von Heavenscape, aber auch das stimmt nicht so ganz, daf\u00fcr sind die Riffs zu volumin\u00f6s.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/IWKC-WZM-Evil-Cosmonaut.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3667\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>IWKC &amp; WZM \u2013 Evil Cosmonaut<\/strong><br><br>Nicht als Split-EP, sondern als gemeinsam eingespielte Tracks ver\u00f6ffentlichen I Will Kill Chita aus Moskau und Wille Zur Macht aus Zweibr\u00fccken \u201eEvil Cosmonaut\u201c. Nicht die erste, sondern die mindestens dritte gemeinsame Arbeit nach \u201eTwo Bridges\u201c 2017 und \u201eLogbook Of The Ark\u201c 2019. WZM, nach dem Nietzsche-Zitat benannt, halten sich recht geheimnisvoll, beschreiben ihre Musik als jazzinfizierten Experimentalrock, und wenn man den \u2013 nun \u2013 Artrock von I Will Kill Chita danebenh\u00e4lt, kann man sich nicht ausmalen, wie \u201eEvil Cosmonaut\u201c letztlich klingt: n\u00e4mlich nach extrem schleppenden Drones, nach dem leeren Kosmos, so b\u00f6se, wie der Titel es suggeriert, heavy, episch, dunkel.<br><br>Laut Info sollte der Track nur f\u00fcnf Minuten lang werden, aber eine w\u00e4hrend der Aufnahmen zu \u201eLogbook Of The Ark\u201c fehlende Acht-String-Gitarre zwang die insgesamt sechs Musiker zu einem Standortwechsel, und weil der \u201ecrap\u201c richtig heavy werden sollte, uferte der Song danach auf die doppelte Spielzeit aus. Das zweite St\u00fcck, \u201eMeine Seele selber ist diese Flamme\u201c, wiederum mit Nietzsche-Bezug, entstand abschlie\u00dfend als Befreiungsschlag, mit heavy Riffs, ordentlich Tempo, synthetischen Noises und roher Gewalt, \u00fcberzeugend genug f\u00fcr das staunende Bandprojekt, um unbehandelt diese EP abzurunden.<br><br>Von IWKC dabei sind Nikita Samarin, Artem Litvakovskiy, Andrew Silin und Nick Samarin, von WZM Nicolas \u201eNicholas\u201c Perrault, der Anfang 2020 sein Solodeb\u00fct \u201eShadows Cast At Dawn\u201c ver\u00f6ffentlichte, und Dominik Franz Philipp Klein. Es muss an der Mischung liegen, dass \u201eEvil Cosmonaut\u201c so v\u00f6llig anders klingt als die einzelnen Teile.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/DEEBBBB-Episode-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3668\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>DEEBBBB \u2013 Episode 2<\/strong><br><br>Und nochmal IWKC, hier in ihrer Inkarnation als Evil Bear Boris, und noch einmal ein Zusammenschluss zweier Bands, denn au\u00dfer EBB sind noch Detieti Teil dieses Improvisationskollektivs, das voll ausgeschrieben nun \u201eDetiEti Evil Bear Boris Big Band\u201c hei\u00dft und dieses Mal freejazzig improvisiert, weil nun als dritte Komponente noch das Speedball Trio an Bord ist, und das ist ein Punkjazzprojekt, siehe weiter unten. Und wenn man \u201eEpisode II\u201c h\u00f6rt, mag man nicht glauben, dass diese vier \u00fcberlangen Tracks frei improvisiert sind, und dann noch von zehn Musikern: Nikita Samarin (Schlagzeug), Victor Tikhonov (Schlagzeug und Percussion), Sergey Bolotin (Schlagzeug), Nick Samarin (Bass), Mikhail Ivanov (Bass), Hassan Mustafin (Bass), Andrew Silin (Keyboards), Peter Bolotov (Keyboards), Alexander Kosarenko (Gitarre), Anton Ponomarev (Saxophon) \u2013 also je drei Schlagzeugern und Bassisten, zwei Keyboardern sowie je einem Saxophonisten und Gitarristen. Kein Gesang!<br><br>\u201eEpisode 2.1\u201c groovt sich knapp 20 Minuten lang in einen spacigen Discotrack, mit sph\u00e4rischem Keyboard, geslapptem Funk-Bass und galoppierenden Drums. \u201eEpisode 2.2\u201c ist in zwei bis drei Versionen enthalten, \u201e2.2\u201c, \u201e2.2a\u201c und \u201e2.2b\u201c, alle ungef\u00e4hr gleich lang, n\u00e4mlich einundzwanzigeinhalb Minuten. Hier treiben B\u00e4sse und Schlagzeuge das Tempo voran, kreieren Keyboarder Loops, auf denen Saxophon und Gitarre improvisieren und solieren. Das Ganze ergibt im weitesten Sinne einen jazzigen, krautigen Grooverock mit gelegentlich dem L\u00e4rm nahen Ausfl\u00fcgen ins Spacige. Die Rhythmen wechseln, auch einem Offbeat ist das Projekt nicht abgeneigt. Wie das Projekt, braucht man aber auch als H\u00f6rer einiges Sitzfleisch, um die anderthalb Stunden konzentriert durchzuh\u00f6ren, denn wie auch die Musiker neigt man auch als Rezipient dazu, sich alsbald in der ausufernden Musik zu verlieren. Und doch holt einen das Kollektiv fortw\u00e4hrend aus der Trance, denn man kommt nicht umhin, immerfort festzustellen, dass man es mit begnadeten Musikern zu tun hat, die improvisiert mehr Gro\u00dfartiges auf die Beine stellen als andere mit komponierter Musik, mit weit weniger nervt\u00f6tendem Gegniedel und weniger atonal, als es zu bef\u00fcrchten steht, auch wenn gegen Ende schon mal die G\u00e4ule mit ihnen druchgehen, denn daf\u00fcr haben die Musiker viel zu viele gute Ideen. Obwohl, den finalen Track \u201e2.2b\u201c h\u00e4tten sie vielleicht weglassen k\u00f6nnen, aber als Dokument der Zusammenarbeit ist er aufschlussreich.<br><br>\u201eEpisode 1\u201c erschien f\u00fcnf Jahre zuvor, mit nur acht Musikern und nur zwei Tracks mit zusammen 30 Minuten Spielzeit, also einem Drittel dessen, was DEEBBBB nun mit \u201eEpisode 2\u201c zusammentrugen. Und in diesen anderthalb Stunden geben sie alles, nur keine Ruhe.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/\u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430-1619.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3669\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>\u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430 \u2013 1619<\/strong><br><br>Ein bemerkenswertes Album: \u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430 (Resina, international: Rezina, \u201eKautschuk\u201c, \u201eGummi\u201c) aus Moskau laden sich neun Singende ins Studio ein, um f\u00fcr jeden ihrer Tracks des Albums \u201e1619\u201c eine andere Stimme featuren zu k\u00f6nnen. Diese St\u00fccke sind episch lange psychedelische, eher dem Indie- oder Postrock als dem Hardcore nahegelegene Songs, die nicht der klassischen Popsongformel folgen und zudem eher mit Harmonien als mit Melodien trumpfen. Die meisten dieser St\u00fccke sind zudem auf Russisch vorgetragen, was dem Sound eine f\u00fcr westliche Ohren exotische Komponente verleiht und einfach perfekt in die Musik passt.<br><br>In dieser Musik nun steckt Wucht, aber nicht zwingend Heavyness, mehr Noisecore als Alternative Rock, mehr Les Hommes Qui Wear Espandrillos als Placebo, und dabei sind \u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430 so episch, dass man sich streckenweise an die experimentelleren Alben von Neil Young aus den Neunzigern erinnert f\u00fchlt, nur eben wuchtiger, harscher, schleppender. Um Groove geht es der Band nicht, damit ist die Musik dem New Yorker No Wave oder den fr\u00fchen The Wedding Present n\u00e4her als etwa Refused. Und sie bauen zahllose Elemente ein, die den Fluss unterbrechen und die Kompositionen mit einer \u00fcberraschenden Spannung aufladen.<br><br>Das l\u00e4ngste und beste St\u00fcck dieses ohnehin gro\u00dfartigen Albums befindet sich an sechster Stelle: \u201e\u0411\u043b\u0438\u0436\u0435\u201c beginnt mit einem ewigen Intro, das strukturell leicht an Russische Folklore erinnert, und steigert sich zu einem wundersch\u00f6n flirrenden Postrocksong, der zus\u00e4tzlich gewinnt, sobald die Stimme einsetzt: Mit der fr\u00fcheren Fl\u0451ur-S\u00e4ngerin \u0415\u043b\u0435\u043d\u0430 \u0412\u043e\u0439\u043d\u0430\u0440\u043e\u0432\u0441\u043a\u0430\u044f, au\u00dferdem bei Amurekimuri und \u041c\u0420\u0424, tritt n\u00e4mlich erstmals auf \u201e1619\u201c eine Frau ans Mikro und spricht und singt ihren Text ein. Fast zehn Minuten \u00fcberw\u00e4ltigende Sch\u00f6nheit, die sich sogar zum Ende hin noch zu steigern wei\u00df. Unglaublich gut. Das folgende St\u00fcck muss dann zwangsweise in den Swans-artigen Noise driften, alles andere w\u00e4re ein R\u00fcckschritt. Mit \u041c\u0430\u0440\u0438\u044f \u041b\u044e\u0431\u0438\u0447\u0435\u0432\u0430 alias Masha alias Nosuha von \u041e\u0433\u043d\u0438 \u0421\u0432\u044f\u0442\u043e\u0433\u043e \u042d\u043b\u044c\u043c\u0430 und \u0411\u0430\u0440\u0442\u043e ist vorletztens auf \u201e\u041f\u043e\u0431\u0435\u0433\u201c einmal mehr eine Frau zu h\u00f6ren.<br><br>Sechs Musiker teilen sich den Bandnamen, nicht alle sind auf allen neun St\u00fccken dabei: \u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430 sind die Gitarristen \u0418\u043b\u044c\u044f \u0417\u0438\u043d\u0438\u043d und \u0410\u043d\u0434\u0440\u0435\u0439 \u041a\u043b\u0438\u043c\u043e\u0432, die Bassisten \u0414\u043c\u0438\u0442\u0440\u0438\u0439 \u0421\u0438\u0440\u043e\u0442\u043a\u0438\u043d und \u0410\u043d\u0442\u043e\u043d \u041e\u0431\u0440\u0430\u0437\u0438\u043d\u0430 sowie die Schlagzeuger \u0414\u043c\u0438\u0442\u0440\u0438\u0439 \u0414\u0440\u043e\u0437\u0434\u043e\u0432 und \u041c\u0430\u043a\u0441\u0438\u043c \u0411\u0440\u0435\u0432\u043d\u043e\u0432, also eigentlich eine Instrumentalband, die sich hier f\u00fcr den Gesang bei den Punk-Superstars Russlands bedient, wie es ein Rezensent bemerkt, wobei die Wahrheit noch viel krasser ist, denn die Hauptbands der G\u00e4ste decken ein Spektrum zwischen so entlegenen Polen wie ukrainischer Folklore und Electroclash ab; neben den Genannten sind dies \u041e\u043b\u0435\u0433 \u042f\u0433\u043e\u0434\u0438\u043d von \u041a\u0443\u0440\u0430\u0440\u0430, \u0418\u043b\u044c\u044f \u0427\u0435\u0440\u0435\u043f\u043a\u043e-\u0421\u0430\u043c\u043e\u0445\u0432\u0430\u043b\u043e\u0432 von \u041a\u0430\u0441\u0441\u0438\u043e\u043f\u0435\u044f und \u041f\u0435\u0442\u043b\u044f \u041f\u0440\u0438\u0441\u0442\u0440\u0430\u0441\u0442\u0438\u044f, Ron Gallipoli alias Samuel Bradford von Sharpie Crows, \u0410\u043d\u0434\u0440\u0435\u0439 \u041c\u0430\u0448\u043d\u0438\u043d von \u041c\u0430\u0448\u043d\u0438\u043d\u0431\u044d\u043d\u0434, \u0410\u043b\u0435\u043a\u0441\u0435\u0439 \u041d\u0438\u043a\u043e\u043d\u043e\u0432 von \u0428\u0442\u044b\u043a\u043d\u043e\u0436 und \u041f.\u0422.\u0412.\u041f., \u0410\u043b\u0435\u043a\u0441\u0430\u043d\u0434\u0440 \u0410\u043b\u0435\u043a\u0441\u0430\u043d\u0434\u0440\u043e\u0432 alias DrOff von Nikto und \u0427\u0438\u0447\u0435\u0440\u0438\u043d\u0430 sowie \u042f\u043d \u041d\u0438\u043a\u0438\u0442\u0438\u043d von \u0422\u0435\u0430\u0442\u0440 \u044f\u0434\u0430. Sie alle machen \u201e1619\u201c zu einem Anw\u00e4rter f\u00fcr einen Topplatz in der Jahresbestenliste 2020.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Crust-\u2026-And-A-Dirge-Becomes-An-Anthem.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3670\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Crust \u2013 \u2026 And A Dirge Becomes An Anthem<\/strong><br><br>Der Bandname gibt schon grob die Richtung vor, doch die ist gar nicht so eindeutig, wie man danach glauben mag: Crust beschr\u00e4nken sich nicht darauf, klischeehaft nur ein Genre zu bedienen, sondern bedienen sich bei sehr vielen, die so gut zusammenpassen, dass dabei mit \u201e\u2026 And A Dirge Becomes An Anthem\u201c ein ausgesprochen grandioses Album entsteht. Black Metal mag man heraush\u00f6ren, Sludge, Doom, Death Metal. Manchmal flirrt die Gitarre wie beim epischen Post-Black-Metal, die Stimme grunzschreit wie im Death Metal, das Tempo ist so gebremst wie im Doom und die Riffs sind so wuchtig wie beim Sludge. So muss das, weil so jedes dieser Genres eine Aufwertung bekommt, und weil Crust einfach genau wissen, was sie f\u00fcr ihre Melange brauchen und worauf sie verzichten k\u00f6nnen.<br><br>In ihr st\u00fcrmisches Gebr\u00fcll betten Crust eben auch zur\u00fcckgenommene Akustikgitarrenpassagen ein; \u201eBeneath The Cold Clay\u201c belegt in nur 1:22 Minuten Spielzeit die Variabilit\u00e4t der Band, die danach n\u00e4mlich den Sturm wieder losbrechen l\u00e4sst. So machen Crust also aus dem Klagelied eine Hymne. Und das nur zu dritt: Roman Romanov sitzt am Schlagzeug, Vlad Tatarsky spielt Gitarre und Artur Filenko sind Bass, Akustikgitarre und Gesang zu verdanken. Auch dieses Album klingt also weit fetter, als es diese Besetzung vermuten l\u00e4sst. Es ist zudem f\u00fcr diese Spielarten der Heaviness enorm abwechslungsreich und scheut auch nicht, Melodien zuzulassen. Das Gemisch ist einfach unschlagbar gut. Und schmei\u00dft den H\u00f6rer mit dem beinahe ambientartigen \u201eSpace Sabbath\u201c entspannt zur\u00fcck in den Alltag.<br><br>Nach diversen EPs und dem Deb\u00fct \u201eThe Promised End\u201c ist dies das zweite Album von Crust, inzwischen liegt mit \u201eShallow Grave\u201c auch noch eine neuere Live-EP vor. Einzig der Bandname ist schwierig, denn den gibt es bereits mehrfach. Nur vermutlich nicht in Nowgorod.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Kamni-Mandala.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3671\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Kamni \u2013 Mandala<\/strong><br><br>Cover und Albumtitel f\u00fchren etwas in die Irre: Bei \u201eMandala\u201c handelt es sich nicht um kosmische Entspannungsmusik mit Sph\u00e4renkl\u00e4ngen, sondern um bekiffte Entspannungsmusik mit heavy psychedelischen Stromgitarren. \u041a\u0430\u043c\u043d\u0438 hei\u00dft Steine, und Stoner steckt auch in der Musik der Moskauer: Das Quartett gniedelt sich und den H\u00f6renden in Trance, dass es einem die Drogen erspart. Mit ordentlich Fuzz im Bass, knarzend tiefergestimmten Gitarren, alles verschleppt und verbummelt, weitgreifend, weitschweifend, wabernd, das Wahwah voll durchgetreten, alle Regler auf Anschlag.<br><br>Und doch bleibt zwischen den W\u00e4nden immer wieder Raum f\u00fcr instrumentale Experimente, f\u00fcrs Gehenlassen, Treibenlassen, Fallenlassen, wenn sich aus dem Dr\u00f6hntannenwald eine nebelfreie Lichtung heraussch\u00e4lt, wenn die Verzerrer noch nicht zugeschaltet sind und der Schlagzeuger noch am K\u00fchlschrank guckt, was es wohl zu futtern gibt. In der Mitte, in \u201eSo Many Toughts (In My Stoned Head)\u201c [sic!], klingen Kamni dann beinahe nach einem Neunziger-Shoegaze, dem man die Effektger\u00e4te geklaut hat; ein enorm tightes St\u00fcck Rockmusik. Die Band hat allgemein einen starken Hang zum Druck \u2013 die Songs sind so dicht wie die K\u00f6pfe der Musiker \u2013 und die erfreuliche Neigung zum Kopfnickerrhythmus.<br><br>Insgesamt kann man diese Art von Stoner beinahe als klassisch betrachten \u2013 w\u00e4re da nicht der Gesang: Die sp\u00e4rlichen Texte sind n\u00e4mlich allesamt auf Russisch gehalten, was auf jeden Fall f\u00fcr Aufhorchen sorgt, weil man damit au\u00dferhalb Russlands und in den Genre eher nicht rechnet.<br><br>\u201eMandala\u201c ist das dritte Album der Band in zehn Jahren, dazu kommen einige EPs und Splits. Von Anfang an dabei ist nur Gitarrist und S\u00e4nger Paul. Sp\u00e4ter dazu kamen Bassist Artem Bely, auch bekannt von Tsygun und Phantomass, sowie Gitarristin Jenya und Schlagzeuger Leo.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"112\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Speedball-Trio-Speedball-Trio.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3672\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Speedball Trio \u2013 Speedball Trio<\/strong><br><br>Als \u201eNew Wave Of Heavy Jazz\u201c bezeichnet sich das Speedball Trio aus Moskau, und so kann man es auch bezeichnen, wenn man eine sehr freie Variante von Jazz macht, mit wild um sich schlagendem Saxophon und einem Rhythmusrumpf, der irgendwo zwischen Punk und Postcore oder so etwas zu Hause ist. Denkt man sich das Saxophon weg, hat man einen dicht gespielten Wasauchimmercore, mit einem Einschlag der fr\u00fchen Dischord-Ver\u00f6ffentlichungen und einem Hauch Les Claypool, doch das Saxophon dazwischen verwischt diesen Eindruck, verwirrt den H\u00f6rer, denn es tr\u00f6tet, flirrt, st\u00f6hnt, \u00e4chzt, seufzt, insistiert, ringt um Aufmerksamkeit und torpediert das z\u00f6gerliche Empfinden, es mit geradliniger Rockmusik zu tun zu haben.<br><br>Dabei ist die Musik gar nicht so ungerade, man muss nur genau hinh\u00f6ren und versuchen, das Saxophon als losgel\u00f6stes Wesen zu akzeptieren, das mit Bass und Schlagzeug auf seine Weise herumtollt, befreit von den Zw\u00e4ngen, dabei etwa Popmusik entstehen lassen zu m\u00fcssen. Diese Musik ist nicht eben sch\u00f6n, das will sie auch gar nicht sein. Sie will herausfordern, und das tut sie, f\u00fcrwahr. Wie sch\u00f6ne Musik geht, das wissen die drei Musiker sehr wohl, und zur Entspannung schmuggeln sie immer mal gef\u00e4llige Passagen in die Setlist ein, nur um sie dann umso r\u00fccksichtsloser ins Rabiate, Unwirsche, Ruppige, R\u00e4udige dringen zu lassen. Zum Abschluss liefern die drei den \u201ePaindance\u201c, und der Titel trifft es: Man kann dazu bestens abtanzen, aber das Saxophon verursacht einigen Schmerz dabei.<br><br>Erst vor zwei Jahren fand dieses Trio zusammen, allesamt Musiker, die andernorts bereits f\u00fcr Furore sorgten: Anton Ponomarev spielt bei Brom, dem Ponomarev-Obrazeena Massacre, Solvychegodsk und Sanscreed Kanon, Sergey Bolotin bei Usssy und Hassan Mustafin bei Solvychegodsk. Und alle zusammen kennt man bereits von DEEBBBB, siehe oben.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/The-Grand-Astoria-From-The-Great-Beyond.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3673\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>The Grand Astoria \u2013 From The Great Beyond<\/strong><br><br>Endlich wieder ein neues Album von The Grand Astoria! Okay, eher eine EP. F\u00fcnf Jahre nach \u201eThe Mighty Few\u201d, und, na ja, den experimentellen Zwischenob- und \u2013projekten \u201eThe Grand Astoria Meets The Finest Moscow Sound Explorers\u201c, \u201eSolo Instrument Concepts\u201c, diversen Live-Bootlegs und EPs stellen die St. Petersburger mit \u201eFrom The Great Beyond\u201c den n\u00e4chsten Crossovermonolithen ins All. Crossover aber nicht zwischen Metal und Hip Hop, sondern auf Basis des spacigen Stonerrocks mit Progrock, Avantgarde, Folklore, Gospel und was das Herz sich sonst noch so ausmalen mag. The Grand Astoria treten ihre Reise durch diese Genres auf einem Fluss an, der sie flie\u00dfend verbindet und nicht wie auf einem Ausflugsdampfer schlicht an Etappen vorbeischippert. Wobei dieser Fluss ein rei\u00dfender ist, das Tempo ist irrwitzig und damit auch die Art und Weise, wie die Band was worauf folgen l\u00e4sst, besser: was miteinander verbindet.<br><br>Man kann nur staunen. Diese Band hat alles drauf, was man sich vorstellen kann, und sie hat dar\u00fcber hinaus auch noch Sachen drauf, die man sich nicht vorstellen kann. Da tanzen Fl\u00f6ten und Banjos um einen fr\u00f6hlichen Artrocksong, da riffen sich Erinnerungen an Monster Magnet aus den Boxen, da komponiert die Band herum wie die Beach Boys im Classic-Rock-Radio. Staunen, tanzen, kopfnicken und gl\u00fccklichsein.<br><br>Das Personal ist so opulent wie die Musik: Bandchef Kamille Sharapodinov spielt diverse Gitarren, singt und steuert Percussions bei, Danila Danilov singt und spielt Keyboards und Percussions, Alexander Vorontsov spielt Bass, Konstantin Smirnov Schlagzeug. Als G\u00e4ste dabei sind Keyoarder Gleb Kolyadin, die Gitarristen Igor Suvorov und Kirill Ildyukov, Fl\u00f6tist Denis Kirillov und Banjospieler Boris Shulman. So komplex, wie die Mucke ist, die diese Bande ersinnt, nimmt es nicht Wunder, dass sie etwas l\u00e4nger braucht, um etwas Neues zu kredenzen. Eine begeisternde EP.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/The-Legendary-Flower-Punk-Beatroot-2020.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3674\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>The Legendary Flower Punk \u2013 Beatroot 2020<\/strong><br><br>Was macht man, wenn eine nach monatelanger Arbeit geplante Tour wegen einer Pandemie ausf\u00e4llt? The Legendary Flower Punk spielen die Konzerte einfach f\u00fcr sich selbst, improvisieren f\u00fcr jeden der 16 Termine vor sich hin, ver\u00f6ffentlichen jedes der Konzerte zum Download, um die Ausgaben refinanzieren zu k\u00f6nnen, und stellen ein Extrakt der \u201ebesten Stellen\u201c als zweieinhalbst\u00fcndiges Album unter dem Titel \u201eBeatroot 2020\u201c bereit.<br><br>Wie bei DEEBBBB gilt auch hier: Wenn das alles improvisiert ist, \u201ejammed\u201c, wie die Band schreibt \u2013 dann kann man nur vor Ehrfurcht niederknien. Wer so etwas ohne zu komponieren hinbekommt, straft s\u00e4mtliche unbegabten Komponisten ab. Nat\u00fcrlich sind einige Strecken dieser Musik experimentell, doch was in den weniger spacigen oder jazzigen Passagen entsteht, steckt viele andere Art-, Fusion-, Funk-, Kraut-, Stoner- und Progrocker in die unterste Schublade. Die Band ist in der Lage, bei einem solchen Tempo eing\u00e4ngige und nachvollziehbare Instrumentals zu generieren, basierend auf Loops, garniert mit Soli und Noises, miteinander in alle Richtungen zu entweichen und auf wundersame Weise wieder zusammenzufinden. Dabei macht es sich die Band nicht mal einfach, indem sie simpelste Strukturen aufgreift oder so etwas, sondern sie verliert sich in Komplexit\u00e4t, als sei dies das Leichteste der Welt, und bleibt dennoch vielfach sehr eing\u00e4ngig. Und atmosph\u00e4risch, nicht immer dominiert der Galopp, bisweilen verlieren sich die Musiker auch in kontemplativem Gniedeln, und auch dann ger\u00e4t die Musik sch\u00f6n.<br><br>\u201eWhite Magick Zen\u201c etwa findet die anf\u00e4ngliche Hook nach \u00fcber 20 Minuten Spielzeit ganz unerwartet wieder, \u201eTrance Fusion P\u00e5 Ryska\u201c ist partiell mit schleppenden bis tanzbaren Beats unterlegt, es erinnert leicht an Kong, nur mit Bl\u00e4sern. Und \u201eParty Zen\u201c schwitzt anfangs in synthie- und bl\u00e4sergetriebenen spacigen Discobeats und driftet dann in einen Spacefunk ab; mit fast 40 Minuten das l\u00e4ngste St\u00fcck auf dieser Sammlung, \u00fcbrigens, und vielf\u00e4ltiger und ausgefuchster, als es andernorts ganze Alben sind. Das \u201eZen\u201c steckt in sieben der zehn Tracktitel, eine Eigeneinsch\u00e4tzung des Sounds, die wohl eher auf den Zustand der Musiker zutrifft als auf den der H\u00f6rer, den die mitrei\u00dfenden Tracks eher aufr\u00fctteln als in Trance versetzen, mit Ausnahmen wie dem treffend betitelten \u201eEvery Now And Zen\u201c.<br><br>Chef des Ganzen ist wie bei The Grand Astoria Gitarrist und Percussionist Kamille Sharapodinov, im Proberaum bei ihm waren Bassist Mike Lopakov, Keyboarder und Percussionist Denis Antonov, die Saxophonisten Leon Sukhodolsky und Dmitry Vnukov, Keyboarder und Fl\u00f6tist Denis Kirillov, die Schlagzeuger Nick Kunavin und Nick Antonenko sowie der Trompeter Roman Kvachev. So eine diverse Besetzung l\u00e4sst schon ahnen, wonach eine Band wie The Legendary Flower Punk so klingen mag, und man liegt trotzdem irgendwo daneben. Unklar ist nur, ob die Konzerte der Tour genau so geklungen h\u00e4tten; ein Erlebnis w\u00e4re eine Show dieser Band nach dieser Album-Erfahrung allemal.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Dusky-Dive-Sky.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3675\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Dusky Dive \u2013 Sky<\/strong><br><br>Eine im Studio live eingespielte Single von sieben Minuten L\u00e4nge ver\u00f6ffentlichen Dusky Dive aus Moskau. An diesem Song ist einiges bemerkenswert: Er beginnt als schwerer Bluesrocker, in den Ivan Izmalkin mit seinem Baritonsaxophon einbricht und ihn dazu zwingt, das Tempo anzuziehen. Die Band wirbelt staubtrocken in die W\u00fcste hinein und alsbald hitzegebremst durch diese W\u00fcste hindurch, dazu schreit sich S\u00e4nger und Bassist Aleksey Stanchinskiy aufgebracht durch seine Zigarren- und Whiskysammlung. Und pl\u00f6tzlich setzt ein Offbeat ein und das St\u00fcck ger\u00e4t zum w\u00fctenden Ska-Rock.<br><br>\u201eSky\u201c erweckt den Eindruck, Das Quartett h\u00e4tte einen Haufen Songskizzen angefertigt, und anstatt daraus ein wom\u00f6glich langweiliges Album zu strecken, die besten Passagen kurzerhand in einen kompakten Song gepackt. Der hat naturbedingt keine L\u00e4ngen, und auch wenn die Band \u2013 neben den Genannten noch Gitarrist Sergey Plishka und Schlagzeuger Grigory Perelman \u2013 die Genres so \u00fcberraschend wechselt, passt doch alles in ein Soundbild.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Pressor-I-Want-You-Shes-So-Heavy.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3676\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Pressor \u2013 I Want You (She\u2019s So Heavy)<\/strong><br><br>Waren die Beatles nicht schon immer auch bekiffte Psychedelic-Stoner-Doomrocker? Pressor aus Kostroma zumindest sind es, und in deren Hand klingt das St\u00fcck wie ein eigenes. Der Britpop ist raus, das Spacige geblieben, besser: verst\u00e4rkt, das Quartett verl\u00e4sst die vertrauten Strukturen des Originals auf dieser sechsmin\u00fctigen Ein-Song-Single recht bald und transferiert sie in einen bedr\u00f6hnt hallenden Drogenwalzer, nicht so weit weg von Spiritualized, etwas mehr heavy nur.<br><br>Eine Besonderheit an der Besetzung ist, dass S\u00e4nger und Gitarrist Stas Vasilev auch Keyboards in den Sound einf\u00fcgt; der wird dadurch an entsprechenden Stellen noch fetter. Den Rest besorgen Gitarrist Anton Khmelevskiy, Bassist Denis Zarutsky und Schlagzeuger Daniil Kornev.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Pree-Tone-Brekka.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3677\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Pree Tone \u2013 Brekka<\/strong><br><br>Das ist nicht einfach nur Noiserock, was Pree Tone aus Kiew auf ihrer neuen EP \u201eBrekka\u201c machen. Wer nachvollziehbaren L\u00e4rm machen will, muss wissen, wie man unl\u00e4rmend musiziert, und dass das Trio das kann, belegt es auf den f\u00fcnf St\u00fccken immer wieder, in Intros, Zwischenspielen sowie den Harmonien, die den fuzzy Passagen zugrundeliegen. Die Musik ist nicht so atonal wie die New Yorker No Wave der Achtziger, sondern eher so distorted wie der Indierock von Bands wie Sonic Youth, 18th Dye, Girls vs Boys oder Man Or Astro-Man?. Treibend, repetetiv, verspielt, kraftvoll, streckenweise melodi\u00f6s, und immer so fett, dass man sich wundert, wie nur drei Leute diesen Sound hinbekommen.<br><br>Diese drei nennen sich Luna, Vova und Serzh und spielen klassisch Gitarre, Bass, Schlagzeug. Sie scheren sich einen Dreck um Trends und Regeln und spielen ihren Noiserock befreit von Zeit und Ort, ganz bei sich im Hier und Jetzt. Und w\u00e4hrend sie sich in ihren Tracks verlieren, gewinnt man als H\u00f6rer eine halbe Stunde mit grandioser Musik. Diese EP kommt sogar noch besser auf den Punkt als das Vorg\u00e4ngeralbum \u201eKiddy\u201c vor zwei Jahren.<br><br><a href=\"https:\/\/noname666.bandcamp.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bandcamp<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den einen bremst Corona, den anderen befl\u00fcgelt es, und so umtriebig wie w\u00e4hrend der Pandemie war das Moskauer Label addicted\/no name wohl noch nie. 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