{"id":3614,"date":"2020-11-24T20:46:05","date_gmt":"2020-11-24T19:46:05","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3614"},"modified":"2020-11-24T20:46:05","modified_gmt":"2020-11-24T19:46:05","slug":"devin-townsend-order-of-magnitude-empath-live-volume-1-inside-out-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/devin-townsend-order-of-magnitude-empath-live-volume-1-inside-out-2020\/","title":{"rendered":"Devin Townsend \u2013 Order Of Magnitude: Empath Live Volume 1 \u2013 Inside Out 2020"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Devin-Townsend-Order-Of-Magnitude.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3615\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (24.11.2020)<br><br>Ein neues Live-Mega-Pack von Devin Townsend. Juhu. Und dann noch beindext mit Volume 1. Die Unterschiede zu bisherigen Livealben sowie den Studioversionen sind marginal, auch wenn hier andere Mitmusiker als sonst am Start sind. Gute Leute, sicherlich, doch f\u00e4llt bei den Unterschieden sofort der etwas schlechtere Sound ins Ohr: Das Schlagzeug klingt wie Pappe und nicht alle Gitarrenriffs tragen die Wucht, die man von ihnen kennt. Und man fragt sich angesichts der Hawaii-Folklore: Ist das noch Metal oder doch schon weit mehr Operette und Schlager, als man bei fr\u00fcheren Auftritten schon bef\u00fcrchtete?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Eins belegt auch diese Box: Devin ist ein Gigant, in Stimme, Gitarre und Komposition. Wenn er dann aber im Hawaiihemd die B\u00fchne betritt (und den Opener \u201eBorderlands\u201c im Reggaerhythmus beginnt), im R\u00f6ckchen umhertanzt oder in gesangsfreien Synthieorchesterpassagen mit Pl\u00fcschtieren spielt, ger\u00e4t das L\u00e4cheln des Betrachters schief und die Performance ins Alberne. Ja, es geht im besser, angesichts der Zeiten, in denen eine Depression sein Wirken bestimmte, freut man sich nat\u00fcrlich mit ihm, dass er die \u00fcberwunden zu haben scheint, aber \u00e4hnlich wie bei bei einem drogenfreien Trent Reznor nimmt mangelnder Schmerz offenbar auch der Musik die Tiefe. Freaky zeigt Dev sich ja schon l\u00e4nger, man siehe den \u201eRetinal Circus\u201c oder \u201eZiltoid Live\u201c, und au\u00dferdem war auch schon \u201eEmpath\u201c, das Album, das diesen Auftritt begleitete, f\u00fcr manche alten Fans nur schwer zug\u00e4nglich.<br><br>Dennoch, die Songs sind nat\u00fcrlich grunds\u00e4tzlich grandios. Dev bedient sich f\u00fcr die Setlist beinahe bei seiner gesamten Karriere, da kommen also alte bis mittelalte (einen Schwerpunkt bildet etwa das 2009er-Album \u201eKi\u201c) Gassenhauer ebenso zum Einsatz wie \u201eEmpath\u201c-St\u00fccke. Doch da man gerade die \u00e4lteren Hits schon in so vielen Versionen kennt, f\u00e4llt hier umso mehr auf, dass Dev da zwar mal hier und dort herumarrangiert und die Mitmusiker und \u2013s\u00e4ngerinnen auch mal vom gewohnten Pfad abweichen l\u00e4sst, daraus aber nur wenig Mehrwerte entstehenl\u00e4sst. Zumal eben der Sound nicht wirklich besser ist, und seien die Mitstreiter da noch so versiert.<br><br>Daf\u00fcr sind eben die Laune gut und die Power gro\u00df. Und das, obwohl Devs ureigene Form des Metal nur selten zum Einsatz kommt, auch wenn die Vorlagen im Einzelfall urspr\u00fcnglich sehr heavy waren. Die vermeintliche H\u00e4rte ger\u00e4t hier viel zu bombastisch und pathetisch, um wirklich noch heavy zu sein; das ist beinahe Popmetal im finnischen Power-Stil. Immerhin die atmosph\u00e4rischen Passagen \u00fcberzeugen, und davon ist das Album voll. \u201eCoast\u201c, \u201eGato\u201c, \u201eCastaway\u201c: Dev hat Seele und l\u00e4sst sie auch schwingen (und den Chor dazu singen). Das war wohl auch die Intention f\u00fcr \u201eEmpath\u201c, das irgendwie Spirituelle, das als Musik dann aber so willk\u00fcrlich erschien, dass sich die zappaeske Komplexit\u00e4t des Albums nicht jedem erschloss. Gottlob scheinen sich die entsprechenden Songs in dieser Setlist zu entwirren. Und trotz dieser Seele l\u00e4sst es sich Dev wie auch bei einigen fr\u00fcheren Livemitschnitten nicht nehmen, die besonders chilligen Momente zuzuquatschen, als traue er seiner eigenen Botschaft nicht. Und wenn die Band nach all der Opulenz und der \u00dcberborderei gegen Schluss auch noch das \u201eDisco Inferno\u201c der Trammps anstimmt, belegt das zwar einen weiten geschmacklichen Horizont, setzt der \u00dcberlastung aber auch ein Kr\u00f6nchen auf.<br><br>Kurz zur Band: An den Bass rekrutierte Dev den Internet-Hit Nathan Navarro. Schlagzeuger ist Morgan \u00c5gren, bekannt von den schwedischen Proghelden Mats\/Morgan, auch im Einsatz beim Soloalbum des Meshuggah-Gitarristen Fredrik Thordendal sowie live mit Frank Zappa. Unter anderem. Die etwas zu zur\u00fcckhaltende Gitarre spielt Markus Reuter, seit den Achtzigern extrem gefragter und produktiver Musiker, den aber trotzdem sonst niemand kennt; sein Stil nennt sich \u201eTouch-Guitar\u201c, und vielleicht ist das zwar besonders, aber eben zu behutsam f\u00fcr den Metal. Die dritte Gitarre (Dev spielt nat\u00fcrlich gelegentlich selbst auch eine) bedient Frank Zappas Ex-Buddy Mike Keneally. Zu guter Letzt streut der mexikanische Keyboarder Diego Tejeida Sounds und Samples ein. Zu den S\u00e4ngerinnen: Die Soulstimme Ch\u00e9 Aimee Dorval kennt man bereits vom gemeinsamen Country-Projekt Casualties Of Cool. Bislang wenig in Erscheinung traten daf\u00fcr Arabella Packford sowie Samantha und Anne Preis. So hat man also Devs Songs mit Chor, aber auch das ist nichts Neues, das kennt man schon von diversen Livealben.<br><br>So richtig \u00fcberzeugend ist es nicht, sich dieses Paket \u2013 zur Auswahl steht unter anderem das Buch mit zwei CDs, einer DVD und einer BluRay \u2013 zuzulegen. Au\u00dfer als Vervollst\u00e4ndigung. Und dann noch mindestens ein weiterer Teil? Es sei denn, Dev macht es wie Bowie, der seinem \u201e1. Outside\u201c einfach keine Fortsetzung zuteil werden lie\u00df. Weitere Livealben und \u2013boxen von Dev: \u201eUnplugged\u201c (2011), \u201eBy A Thread (Live In London 2011)\u201c (2012), \u201eThe Retinal Circus\u201c (2013), \u201eZiltoid Live At The Royal Albert Hall\u201c (2015), \u201eIceland\u201c (2016), \u201eOcean Machine (Live At The Ancient Roman Theatre Plovdiv)\u201c (2018). Das neue Album, einmal mehr in London mitgeschnitten, hat etwas \u00dcberforderndes. Es ist zu viel, irgendwann einfach viel zu viel. Und Dev hat l\u00e4ngst alles einmal ausprobiert, Ambient, Dance, Country, Metal, Gospel, Schlager, Punk \u2013 was soll da noch kommen? Auf jeden Fall eine g\u00fcnstige Gelegenheit, mit Zweitverwertungen die Fans zur Kasse zu bitten.<br><br>Die Setlist:<br><br>01 Borderlands (von \u201eEmpath\u201c, 2019)<br>02 Evermore (von \u201eEmpath\u201c, 2019)<br>03 War (von \u201eInfinity\u201c, 1998)<br>04 Sprite (von \u201eEmpath\u201c, 2019)<br>05 Gigpig Jam<br>06 Coast (von \u201eKi\u201c, 2009)<br>07 Gato (von \u201eKi\u201c, 2009)<br>08 Heavens End (von \u201eKi\u201c, 2009)<br>09 Ain&#8217;t Never Gonna Win (von \u201eKi\u201c, 2009)<br>10 Deadhead (von \u201eAccelerated Evolution\u201c, 2003)<br>11 Why? (von \u201eEmpath\u201c, 2019)<br>12 Lucky Animals (von \u201eEpicloud\u201c, 2012)<br>13 Castaway\/Genesis (von \u201eEmpath\u201c, 2019)<br>14 Spirits Will Collide (von \u201eEmpath\u201c, 2019)<br>15 Disco Inferno<br>16 Kingdom (von \u201ePhysicist\u201c, 2000)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (24.11.2020) Ein neues Live-Mega-Pack von Devin Townsend. Juhu. 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