{"id":3571,"date":"2020-10-22T22:00:48","date_gmt":"2020-10-22T20:00:48","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3571"},"modified":"2020-10-22T22:00:48","modified_gmt":"2020-10-22T20:00:48","slug":"akasha-project-einsteigen-bitte-akasha-project-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/akasha-project-einsteigen-bitte-akasha-project-2020\/","title":{"rendered":"Akasha Project \u2013 Einsteigen, bitte \u2026 \u2013 Akasha Project 2020"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Akasha-Project-Einsteigen-bitte.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3572\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (22.10.2020)<br><br>Einen Spagat zwischen einst und jetzt macht der Braunschweiger Barnim Schultze mit seinem j\u00fcngsten Studioalbum \u201eEinsteigen, bitte \u2026\u201c: Mit den Mitteln seiner gegenw\u00e4rtigen Ambientalben und auf deren wissenschaftlicher Grundlage generiert er vier Tanztracks wie zu Anfangszeiten seiner Arbeit unter dem Alias Akasha Project, als er sich in Goa und Psy-Trance einen Namen machte. Das passt gut, denn auch in seinen Liveperformances und den Ambientalben bringt er gern tanzbare Elemente unter; diese nun einmal wieder in den Vordergrund zu bringen, ist nur konsequent. Damit best\u00e4tigt sich der Braunschweiger musikalisch als der bessere Querdenker.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Vier lange Tracks beinhaltet das Album, Schultze l\u00e4sst sich also auf jedem hinreichend Zeit f\u00fcr Dramaturgie und Narration; der Tanz allein ist mithin nicht der Kern von \u201eEinsteigen, bitte \u2026\u201c, ein geschickter Pluspunkt. Damit entpuppt sich keiner der Tracks als stumpfer Goa-Trance-Kracher, wie sie in der Szene seit 20 Jahren den zugedrogten S\u00e4urek\u00f6pfen um die Ohren ballern, sondern wenn schon Goa, dann wie Anfang der Neunziger, als in den epischen Tracks noch repetetive Melodien und erz\u00e4hlerische Br\u00fcche \u00fcblich waren; vom \u00fcberdichten Sound von damals indes l\u00e4sst er heute die Finger. Trotz einiger Synthieteppiche; nicht zuf\u00e4llig lautet der Titel des vierten Tracks \u201eFlying Carpet\u201c.<br><br>So ganz nur tanzen mag Schultze nun auch wieder nicht, er l\u00e4sst das Album n\u00e4mlich eher im Downbeat beginnen, \u201eMorning Glory\u201c ist ein chilliger Einstieg mit sich wiederholendem weiblichem Stimmsample sowie Instrumentalsounds, die sich nicht am fr\u00fcheren Techno orientieren, sondern an Schultzes heutigen Arbeiten, also weniger Hall, weniger fett ausgespielt, stattdessen akzentuierter, filigraner, nun: intelligenter. Das eher Ruhige setzt Schultze anschlie\u00dfend mit dem Titeltrack fort, in dem der entsprechende Sprachsample gelegentlich erscheint und die Musik ebenfalls im klassischen Ambient-Dance-Stil mit sich wiederholenden sch\u00f6nen Melodien, einem Synthieteppich im Hintergrund und ohne brutal vorantreibende Beats zum entspannten Kopfnicken auffordert.<br><br>Clubtauglich wird Schultze dann in der zweiten H\u00e4lfte: \u201eBang\u201c ist genau das, ein Knall auf dem Dancefloor, mit dem klassischen Goa-Dreivierteltakt und den spacigen Keyboardsounds. Dennoch k\u00fcbelt Schultze den Track nicht so voll, dass man vor lauter Musik Kopfschmerzen bekommt \u2013 etwas, das bei einigen Goa-Tracks bisweilen geschehen kann \u2013, sondern beh\u00e4lt einen reduzierten Tonfall bei, verortet den Track also eher im Deep-House. Mit Handclaps! Noch housiger gestaltet sich zum Abschluss der Auftakt zum \u201eFlying Carpet\u201c, der sich allm\u00e4hlich noch am ehesten in die alte Goa-Richtung entwickelt: Die Synthies schlagen Kapriolen, der Sound ist dichter und der Beat von allen vier Tracks am treibendsten.<br><br>Was hier nun fehlt, ist das klassische Dudeln zu soften schnellen Beats, wie man es aus Goa und Psy-Trance gewohnt ist. Einen Track wie \u201eElectric Church\u201c, den Schultze 1999 als 12\u201c ver\u00f6ffentlichte und den die Szene bis heute feiert, reproduziert er auf seinem neuen Tanzalbum nicht. Heute definiert Schultze Tanzen anders als damals, aber weniger tanzbar ist er deshalb nicht. Zus\u00e4tzlich integriert er auch hier ein Konzept, das er seit 25 Jahren verfolgt: die Frequenzforschung nach Hans Cousto, auf deren Grundlage Schultze seine Tracks in der Regel komponiert. Auch diese vier: Sie orientieren sich in ihrer Frequenz am Erdentag, am Uranus, am Mars und am Erdenjahr. Wem diese Form der Wissenschaft als esoterisch erscheint, der befindet sich wohl auf dem richtigen Weg: Akasha bedeutet Raum oder \u00c4ther, je nachdem, ob man Hinduisten oder Buddhisten fragt, und die Akasha-Chronik ist ein esoterisches Konzept vom \u201eBuch des Lebens\u201c, das auch Rudolf Steiner behandelte. Da scheint es nur ein kurzer Weg zum Querdenken zu sein, aber das muss ja auch gar nichts miteinander zu tun haben.<br><br>Bedauerlich ist, dass es sich f\u00fcr Schultze heutzutage nicht mehr lohnt, ein solches Album als physischen Tontr\u00e4ger zu ver\u00f6ffentlichen. Ihm selbst schwebt vor, es als Doppel-12\u201c herauszubringen, und die Idee klingt ausgesprochen reizvoll, auch wegen des psychedelischen Covergem\u00e4ldes von Angela \u201eAnChi\u201c Dollinger. Sei\u2019s drum, auch als Stream oder Download steigt man gern ein und l\u00e4sst sich auf diese retrofuturistische Reise mitnehmen, nach Goa oder ins All, ganz egal, auch gern auf einen Ball, nur bitte nicht dorthin, wo der Ball weg ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (22.10.2020) Einen Spagat zwischen einst und jetzt macht der Braunschweiger Barnim Schultze mit seinem j\u00fcngsten Studioalbum \u201eEinsteigen, bitte \u2026\u201c: Mit den Mitteln seiner gegenw\u00e4rtigen Ambientalben und auf deren wissenschaftlicher Grundlage generiert er vier Tanztracks wie zu Anfangszeiten &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/akasha-project-einsteigen-bitte-akasha-project-2020\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,19],"tags":[],"class_list":["post-3571","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album","category-download-stream"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3571","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3571"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3571\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3573,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3571\/revisions\/3573"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3571"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3571"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3571"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}