{"id":3499,"date":"2020-08-10T21:33:44","date_gmt":"2020-08-10T19:33:44","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3499"},"modified":"2020-08-10T21:33:44","modified_gmt":"2020-08-10T19:33:44","slug":"afsky-ofte-jeg-drommer-mig-dod-vendetta-broken-silence-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/afsky-ofte-jeg-drommer-mig-dod-vendetta-broken-silence-2020\/","title":{"rendered":"Afsky \u2013 Ofte jeg dr\u00f8mmer mig d\u00f8d \u2013 Vendetta\/Broken Silence 2020"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Afsky-Ofte-jeg-dr\u00f8mmer-mig-d\u00f8d.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3500\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (10.08.2020)<br><br>Von dem freundlichen Intro mit Akustikgitarre und Cello sollte man sich nicht beirren lassen: Auf \u201eOfte jeg dr\u00f8mmer mig d\u00f8d\u201c, dem zweiten Album von Afsky, hat man es mit Black Metal zu tun. Mit der postmodernen atmosph\u00e4rischen Variante, also der, die man sich schmerzfrei anh\u00f6ren kann, die n\u00e4mlich die Basiselemente mit genrefremden Anteilen zu etwas Gutem transferiert. Die Musik blastbeatet nicht nur, sondern l\u00e4sst Raum f\u00fcr Atmosph\u00e4re \u2013 unabk\u00f6mmlich im Post Black Metal \u2013 und Groove. Da Ole Luk \u2013 ansonsten bei Solbrud \u2013 aber wei\u00df, wo Bartel den Most holt, f\u00e4llt er zu keiner Zeit in den Verdacht, seine Idee von Black Metal mit Weichsp\u00fcler durchtr\u00e4nkt zu haben. Sein Deb\u00fct \u201eSorg\u201c ist damit sogar noch gesteigert.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die Gitarre klingt etwas w\u00e4rmer als auf dem Deb\u00fct und der EP, und das ist gut so. Zwar liegt dem klassischen Black Metal eine grunds\u00e4tzliche K\u00e4lte inne, aber wenn man das Genre schon aufbricht, dann darf man auch diesen Aspekt ver\u00e4ndern. Der Gesang ist zwar eher hoch und gepresst, aber nicht gekeift, auch das ist angenehmer f\u00fcr die Ohren. Dazu kommen die abwechslungsreichen Songstrukturen, die zulassen, dass die Musik einerseits irrwitzig schnell voranprescht, dies aber nur, um \u2013 wie im Black Metal \u00fcblich \u2013 einen Soundteppich zu legen, der einem heavy Groove dienlich ist, und die andererseits diesen Fluss mit nicht nur beinahe sch\u00f6nen stillen Instrumentalpassagen in andere Stimmungen \u00fcbertragen, die, \u00e4hnlich der Musik seiner Kollegin Myrkur, gelegentlich in die Folklore neigen. Langweilende Gleichf\u00f6rmigkeit findet hier absolut nicht statt, das Album ist mit musikalischen \u00dcberraschungen nur so gespickt. Und was w\u00e4re der Black Metal ohne hymnische Gitarren und den Dreivierteltakt!<br><br>Als Grundlage f\u00fcr seine Songtexte bedient sich Luk bei den D\u00e4nischen Dichtern Hans Christian \u201eH.C.\u201c Andersen, Emil Aarestrup, Sofus Clausen, Jeppe Aakj\u00e6r sowie bei einem unbekannten Autoren. Diese Auswahl unterstreicht seine gesellschaftliche Haltung: Es geht um die schmerzhaften Schicksale der Bauern und Arbeiter, um Ausbeutung und Leibeigenschaft, um klassische Sozialdemokratie mithin und somit nicht um die typischen antikirchlichen Stereotype, die das Genre in seinen Urspr\u00fcngen bediente. Auch damit bricht Luk also mit dem klassischen Black Metal, der auf Zerst\u00f6rung und Subversion aus ist; sein Black Metal ist ein wertvoller Tr\u00e4ger von Botschaften. Zudem setzt Luk dem streckenweise ins Rechte abgedrehten Black Metal mit seinem Album eine eindeutig linke Position entgegen; und auch trotz eingestreuter Folkelemente feiert Luk hier nicht das Nordische oder die antichristliche Odinverherrlichung, sondern die nordische Folk Music als solche.<br><br>Passend zur Dichtung ist \u00fcberdies auch die Covergestaltung gehalten: Es zeigt einen Ausschnitt aus dem Gem\u00e4lde \u201eUdslidt\u201c (\u201eAbgenutzt\u201c) des sozialrealistischen D\u00e4nischen Malers Hans Andersen Brendekilde aus dem Jahr 1889, das in Odense im Kunstmuseum Brandts zu sehen ist, das wiederum \u2013 typisch D\u00e4nemark \u2013 vor diesem Gem\u00e4lde eine Livesession mit Luk an der Akustikgitarre und einer Cellistin veranstaltete. Das sind mal Ber\u00fchrungs\u00e4ngste.<br><br>Und die Themen passen zur Musik, die Luk selbst zwar als \u201eDepressive Black Metal\u201c bezeichnet, aber da kann man getrost mit ihm dr\u00fcber diskutieren, denn melancholisch sind die St\u00fccke zwar sehr wohl, nur nicht depressiv, und eben auch aggressiv und w\u00fctend und zudem derartig warm, dass man von der titelgebenden Todessehnsucht weit entfernt ist; so lang es Alben wie diese gibt, lohnt es sich zumindest zu leben, da w\u00fcrde man ja etwas verpassen.<br><br>Man kann sich bei dem Sound \u00fcberdies gar nicht vorstellen, dass Luk das Album tats\u00e4chlich als Einmannprojekt eingespielt haben soll. Live zumindest steht ihm eine Band zur Seite und f\u00fcr das Schlagzeug erhielt er au\u00dferdem Unterst\u00fctzung. Und \u201eAbscheu\u201c, so die \u00dcbersetzung des Projektnamens, mag man seinem Gesang vielleicht anh\u00f6ren, ihm gegen\u00fcber entwickeln kann man die nicht. Zudem ist es beruhigend, zu wissen, dass man es mit einem fr\u00f6hlichen, gutgelaunten Menschen zu tun hat, der strahlend wie die helle Sonne durch N\u00f8rrebro flaniert. So nimmt es nicht Wunder, dass er den H\u00f6rer nach einer Dreiviertelstunde beinahe positiv gestimmt aus dem Todesalbum entl\u00e4sst. Mit Vogelgeszwitscher!<br><br>Das Album gibt es \u00fcberdies in verschiedenen fabelhaften Vinyl-Versionen, die allesamt recht schnell vergriffen sind. Ein 24-seitiges Booklet mit allen Texten liegt der Schallplatte bei. Und es lohnt sich nat\u00fcrlich auch, sich gleich mal die Alben von Luks Hauptband Solbrud zuzulegen. Die Todesthematik liegt Luks Wirken \u00fcbrigens schon seit seinen musikalischen Anf\u00e4ngen inne: \u201eD\u00f8dningehjem\u201c lautet der Titel des Demos seiner fr\u00fchen Band Yea And The Moon.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (10.08.2020) Von dem freundlichen Intro mit Akustikgitarre und Cello sollte man sich nicht beirren lassen: Auf \u201eOfte jeg dr\u00f8mmer mig d\u00f8d\u201c, dem zweiten Album von Afsky, hat man es mit Black Metal zu tun. 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