{"id":3495,"date":"2020-08-07T00:47:30","date_gmt":"2020-08-06T22:47:30","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3495"},"modified":"2020-08-07T00:47:30","modified_gmt":"2020-08-06T22:47:30","slug":"paul-weller-on-sunset-polydor-universal-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/paul-weller-on-sunset-polydor-universal-2020\/","title":{"rendered":"Paul Weller \u2013 On Sunset \u2013 Polydor\/Universal 2020"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Paul-Weller-On-Sunset.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3496\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (06.08.2020)<br><br>So klingt das also, wenn der Modfather allm\u00e4hlich in sein Alterswerk \u00fcbergleitet. \u201eOn Sunset\u201c ist ein sch\u00f6nes handgespieltes souliges Popalbum von Paul Weller, mit Songs, die sp\u00e4testens beim dritten H\u00f6ren in Kopf und Herzen feste Pl\u00e4tze gefunden haben \u2013 und mit dem wohl h\u00e4sslichsten Cover seiner Karriere. Was indes fehlt: Biss, Experimente, Rock\u2019n\u2019Roll. Das kann man verkraften, wenn die Lieder so frisch und h\u00fcbsch sind, nur feiert man Weller damit dann nicht gerade als den musikhistorischen Vision\u00e4r, der er eigentlich ist. Es lohnt sich, wie immer, \u00fcbrigens die Deluxe-Version der CD mit den Bonus-Tracks.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Gleich der Einstieg ist wohl am besten gelungen: In \u00fcber sieben Minuten deckt der \u201eMirror Ball\u201c eine Vielzahl ein Stilen ab, beginnt z\u00f6gerlich klimpernd und ufert dann noch \u00fcberraschend opulent aus. Der kann Songs schreiben, der Weller, das kann er seit 45 Jahren und das belegt er mit \u201eOn Sunset\u201c auch heute noch. Seine Lieder sind gleichsam catchy und bisweilen verschachtelt, in der Albummitte l\u00e4sst er sich f\u00fcr \u201eMore\u201c und das Titellied etwa jeweils \u00fcber sechs Minuten Zeit, um sie zu entfalten, mit allen kompositorischen Kniffen, die ihm so einfallen \u2013 und genau diese St\u00fccke sind auch sehr besonders. Funk und Orchester!<br><br>Weil er es sich wohl leisten kann, lud Weller unz\u00e4hlige Mitmusiker f\u00fcr \u201eOn Sunset\u201c ins Studio. Die Idee f\u00fcr die Fl\u00f6ten entlieh er sicherlich bei Amorphous Androgynous, die vor zehn Jahren mal Remixe f\u00fcr \u201eWake Up The Nation\u201c anfertigten. Und er l\u00e4sst es zu, das in Rockkreisen seit den Achtzigern verp\u00f6nte Saxophon auf eine Art einzusetzen, dass man nichts dagegen einwenden kann. Entsprechend weich ist trotz grunds\u00e4tzlichen Rockinstrumentariums die gesamte Musik dieses Albums, weicher noch, als man es The Style Council damals unterstellte. Man mag nicht gleich die Yacht ausparken, Softrock w\u00e4re auch als Etikett zu fies \u2013 Soulpop kommt der Sache nahe, reicht aber der Vielfalt wegen nicht aus.<br><br>Aber. Die Knackigkeit von The Jam oder mittleren Solosachen, die Experimentierfreude der sp\u00e4teren Solosachen, das kommt auf \u201eOn Sunset\u201c nicht zum Tragen. Den Weller indes, den h\u00f6rt man trotzdem heraus, mit seiner angeschmirgelten Stimme und seinen typischen Strukturen. Ein Song hat sogar einen Nullerjahre-Britpoprhythmus, aber das f\u00e4llt nicht gro\u00df negativ auf, weil der Song selbst viel zu ansprechend komponiert ist. Der kann halt, der Weller, und der kann gut.<br><br>So richtig vollst\u00e4ndig ist \u201eOn Sunset\u201c \u00fcbrigens auch erst in der Deluxe-Version, die drei (in Japan vier) exklusive Songs (und ein B\u00fcchlein) beinhaltet, die den Spanungsbogen weiterf\u00fchren, sowie das Titelst\u00fcck mit definitiv passender Orchesterbegleitung sowie der Instrumentalversion eines Albumtracks, bei der man sich schon fragt, was es damit auf sich hat, denn wer will Weller-Songs ohne Weller h\u00f6ren. Ganze Alben gar: Das vorletzte, \u201eA Kind Revolution\u201c, gab es in der Deluxe-Version mit zwei Bonus-CDs, davon eine mit exklusiven St\u00fccken \u2013 und eine mit den Instrumentalversionen des Albums. Die man sich nicht wirklich zweimal anh\u00f6rt.<br><br>15 Alben in 25 Jahren, dazu zahllose EPs, Best-Ofs und Live-Alben, dazu das jeweilige Oeuvre von The Style Council und The Jam \u2013 bei Weller f\u00e4llt das Sammeln schwer. Aber es lohnt sich, und f\u00fcr \u201eOn Sunset\u201c gilt das ebenfalls. Es ist sicherlich keine avantgardistische Gro\u00dftat, aber zeigt Weller als gro\u00dfartigen Songschreiber, der die H\u00e4rten des Lebens gut genug kennt, um auch mal den weichen Seiten den Vortritt zu lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (06.08.2020) So klingt das also, wenn der Modfather allm\u00e4hlich in sein Alterswerk \u00fcbergleitet. \u201eOn Sunset\u201c ist ein sch\u00f6nes handgespieltes souliges Popalbum von Paul Weller, mit Songs, die sp\u00e4testens beim dritten H\u00f6ren in Kopf und Herzen feste Pl\u00e4tze &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/paul-weller-on-sunset-polydor-universal-2020\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-3495","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3495","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3495"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3495\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3497,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3495\/revisions\/3497"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3495"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3495"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3495"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}