{"id":3492,"date":"2020-08-04T22:26:12","date_gmt":"2020-08-04T20:26:12","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3492"},"modified":"2020-08-04T22:26:12","modified_gmt":"2020-08-04T20:26:12","slug":"roman-bunka-band-dein-kopf-ist-ein-schlafendes-auto-edition-goldader-sireena-1980-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/roman-bunka-band-dein-kopf-ist-ein-schlafendes-auto-edition-goldader-sireena-1980-2020\/","title":{"rendered":"Roman Bunka Band \u2013 Dein Kopf ist ein schlafendes Auto \u2013 Edition Goldader\/Sireena 1980\/2020"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"124\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Roman-Bunka-Dein-Kopf-ist-ein-schlafendes-Auto.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3493\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (04.08.2020)<br><br>Soso: \u201eDein Kopf ist ein schlafendes Auto\u201c, behauptete Roman Bunka 1980 auf seinem Solo-Deb\u00fct. Mag man gar nicht glauben, dass es dieses Album vor 40 Jahren wirklich gegeben hat und dass dies kein Fake vom Label Sireena ist, das sich mit Musikfreunden einen Prank erlaubt. Daf\u00fcr ist diese Wundert\u00fcte viel zu speziell: Nicht richtig Art- oder Progrock, aber enorm kunstvoll, dann orientalisch und dann wieder experimentell jazzig. Man h\u00f6rt an er Schwelle zum Synthiejahrzehnt die Siebziger noch eindeutig heraus, und das ist auch gut so. Eindrucksvolle (Wieder-)Entdeckung!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Mit \u201eSi Ga Ni Wa Ta\u201c er\u00f6ffnet die Band das Album noch im Artrockstil, frickelig wie eine nerv\u00f6se Krautrockband, melodisch und atmosph\u00e4risch wie Carsten Bohns Bandstand, verspielt wie Jazz. \u201eNo More Jogging\u201c nimmt das Tempo heraus und die Stimme hinzu, das fiebrige St\u00fcck Experimentalpostpunk h\u00e4tte auch aus der New Yorker No Wave stammen k\u00f6nnen. Im dritten St\u00fcck bittet Bunka: \u201eFrag mich nicht \u2026\u201c \u2013 und l\u00e4sst ausschlie\u00dflich eine Sitar erklingen, also nix mehr mit Rock oder sowas. Auf dem Globus einen Sprung nach Westen macht er dann mit \u201eThe Heat\u201c: Da Bunka nicht nur die Gitarre, sondern auch die Oud beherrscht, klingt das gutgelaunte St\u00fcck, als entspr\u00e4nge es direkt dem Orient, mit arabisch anmutendem Gesang, perkussivem Klatschen, Pfiffen und Trillern.<br><br>Die zweite LP-Seite und somit der Rest der CD bis zum Bonus besteht aus nur zwei langen St\u00fccken, \u201eGlowin\u201c und \u201eHeartbeat\u201c. Das Orientalisch-Arabische bleibt zun\u00e4chst erhalten, nur vertr\u00e4umter, mit Oud und Fl\u00f6te, bis nach \u00fcber der H\u00e4lfte der Westen mit Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard und Gesang die orientalische Struktur aufnimmt und in den Artrock \u00fcberf\u00fchrt. Dort beginnt dann das Finale, ein experimentelles St\u00fcck Kunstmusik, mit klassischen Hardrockanleihen, einer geh\u00f6rigen Prise Frank Zappa und der schr\u00e4gen Art zu Singen, wie Bunka es bereits im zweiten Track praktizierte. F\u00fcr die CD gibt es noch den Live-Take \u201eWhat I Can Do, You Can Do, Too\/On The Corner\u201c obendrauf, der mit dem Miles-Davis-Zitat das un\u00fcberblickbare Spektrum der Band offensichtlich macht.<br><br>Und wer nun ist dieser Roman Bunka \u00fcberhaupt? Seine musikalische Reise trat der 1951 in Frankfurt geborene Bunka mit 20 beim Weltmusikkollektiv Embryo an, und das erkl\u00e4rt wohl auch den weiten Horizont, den sein Solodeb\u00fct hat. Das ver\u00f6ffentlichte er urspr\u00fcnglich \u00fcberdies unter dem Albumtitel als Projektnamen, seinen f\u00fcgten erst Zweitverwerter hinzu. Es wundert auch nicht, dass sich Bunka f\u00fcrderhin mit vielen Weltmusikprojekten zusammentat, mit Dissidenten etwa oder f\u00fcr einen Song mit Ich+Ich. Auch als Filmmusiker f\u00fcr TV-Produktionen machte er sich einen Namen \u2013 sowie \u00fcberhaupt als versierter Weltmusik-Pionier, der an allen erdenklichen Projekten mit dieser Ausrichtung seine Finger im Spiel zu haben scheint. Ein f\u00fcr Uneingeweihte unsichtbarer Gigant.<br><br>Zur Band, die Bunka sich f\u00fcr \u201eDein Kopf ist ein schlafendes Auto\u201c zusammenstellte, geh\u00f6rten seine vorherigen Embryo-Mitmusiker Gerald Luciano Hartwig und Freddy Setz, die gleichzeitig auch das Experimental-Duo mit dem erheiternden Namen Schei\u00df die Wand an betrieben; wer ein Tape mit dem Titel \u201eRock gegen Musik\u201c herausbringt, hat vermutlich vieles begriffen. Hartwig spielt auf Bunkas Album Bass und Sitar, Setz Schlagzeug und Piano, den Rest steuert der Chef selbst bei. Im ZDF lief kurz nach der Ver\u00f6ffentlichung von \u201eDein Kopf ist ein schlafendes Auto\u201c sogar eine Doku \u00fcber die Band. Man kann nur staunen, was bei Sireena alles im Keller schlummert!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (04.08.2020) Soso: \u201eDein Kopf ist ein schlafendes Auto\u201c, behauptete Roman Bunka 1980 auf seinem Solo-Deb\u00fct. 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