{"id":3460,"date":"2020-07-01T21:32:19","date_gmt":"2020-07-01T19:32:19","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3460"},"modified":"2020-07-01T21:32:19","modified_gmt":"2020-07-01T19:32:19","slug":"scope-scope-scope-ii-sireena-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/scope-scope-scope-ii-sireena-2020\/","title":{"rendered":"Scope \u2013 Scope\/Scope II \u2013 Sireena 2020"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"113\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Scope-Scope.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3461\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Scope-II.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3462\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (01.07.2020)<br><br>Jazzrock steht auf dem Etikett der beiden Alben der niederl\u00e4ndischen Band Scope, die die Goldgr\u00e4ber von Sireena nach 45 Jahren erstmals auf CD ver\u00f6ffentlichen d\u00fcrfen. Interessanterweise macht die Musik von I zu II einen Bruch: Aus dem virilen, freien, fr\u00f6hlichen Gemucke wird ein hektisches Formatgedudel. Sicherlich ist die II massentauglicher, aber die I ist aufregender. Auf beiden Alben gleich geil ist der Schlagzeuger: Was der wegmostet, braucht anderswo mindestens zwei Drummer.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das Experiment stand auf der ersten Platte aus dem Jahr 1974 noch im Zentrum des Geschehens: Als Quartett brachte sich jeder Instrumentalist wild ausufernd in die instrumentalen Tracks ein. Die St\u00fccke folgten keinen Songstrukturen, sondern ergaben vielmehr dem Jazz sehr nahe Preziosen mit Raum f\u00fcr Atmosph\u00e4re wie f\u00fcr Experiment gleicherma\u00dfen, ohne auf so etwas wie Groove oder Melodi\u00f6sit\u00e4t komplett verzichten zu wollen. Wenn Frickler mal ruhig spielen, kommt das im Kontrast viel eindrucksvoller, und solche Kontraste gibt es auf der I zuhauf. Dieses Deb\u00fct ist die Folge mehrerer Jahre auf B\u00fchnen; die erste Single, als Duo noch unter dem Namen Strange Power ver\u00f6ffentlicht, f\u00fcgt das Label Sireena dem Album als Bonus an. Keyboard, Fl\u00f6te, Gitarre, Bass und vor allem Schlagzeug: Wenn die Band loslegt, ist jeder mal dran, aber nicht konkret abgesteckt, sondern in die von sich aus schon freidrehenden Tracks eingef\u00fcgt. Hier gibt es richtig was zu entdecken.<br><br>Und das wirft die Band auf der II \u00fcber Bord. Die Tracks wirken pl\u00f6tzlich komponiert, durchdesignt, geradegebogen, poliert. Alles flie\u00dft in geordnete Richtungen, das wilde Experiment bekommt einen Rahmen, das Solieren den festen Platz und die Musik wird pl\u00f6tzlich gef\u00e4llig. Das scheint die Reaktion auf die wohlwollende Resonanz auf das Deb\u00fct zu sein, der Gedanke, dem Publikum jetzt etwas bieten zu m\u00fcssen, und ist sicherlich au\u00dferdem die Konsequenz einer Umbesetzung. Die Band wirkt gez\u00e4hmt, das Avantgardistische fehlt, um die II bemerkenswert und unterscheidbar von anderen chartstauglichen Jazzrockfusionalben zu machen. Einzig das hektische Tempo scheint sich nicht in ein Korsett zw\u00e4ngen zu lassen, da bricht sich der Schlagzeuger Bahn.<br><br>Noch auf der I finden sich zahlreiche Analogien zu anderen Meistern dieser Art, etwa zu Magma oder Frumpy, und wie bei jenen ist auch bei Scope h\u00f6rbar der Schlagzeuger die treibende Kraft, inklusive Solo auf der I sowie der Eigenschaft, sich auch mal zur\u00fcckzunehmen. Der Fl\u00f6te wegen mag man sich gelegentlich an fr\u00fche Krautrockausfl\u00fcge \u00e0 la \u201eRalf &amp; Florian\u201c erinnert f\u00fchlen, in manchen Aspekten an die fr\u00fchen Focus, der Rest ist progressiver Jazzrock mit auf der I mehr Tendenz zum Jazz und auf der II zum Rock.<br><br>Die Geschichte besagt, dass es nach dem zweiten Album zu neueren Umbesetzungen und in deren Folge zur Aufl\u00f6sung der Band kam. Jahrzehntelang versuchten Fans nun, diese beiden Alben wiederzuver\u00f6ffentlichen, und 2020 vermeldet Sireena den gefeierten Vollzug. Der Bandname ist leider schwer googelbar, bei Discogs sind die Niederl\u00e4nder als Scope (15) gef\u00fchrt. Und: Nach Scope waren alle Musiker eher im Jazz aktiv, die II somit wohl als Ausrei\u00dfer zu werten. 1976 aufgenommene Demos wurden erst 2010 als III ver\u00f6ffentlicht und nicht in den Kanon der originalen Scope integriert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (01.07.2020) Jazzrock steht auf dem Etikett der beiden Alben der niederl\u00e4ndischen Band Scope, die die Goldgr\u00e4ber von Sireena nach 45 Jahren erstmals auf CD ver\u00f6ffentlichen d\u00fcrfen. 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