{"id":3433,"date":"2020-05-29T15:39:47","date_gmt":"2020-05-29T13:39:47","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3433"},"modified":"2020-05-29T15:41:14","modified_gmt":"2020-05-29T13:41:14","slug":"the-the-see-withount-being-seen-cineola-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-the-see-withount-being-seen-cineola-2020\/","title":{"rendered":"The The \u2013 See Withount Being Seen \u2013 Cin\u00e9ola 2020"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"123\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/The-The-See-Without-Being-Seen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3434\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (29.05.2020)<br><br>How not to be seen: Es ist reichlich uneinfach, dieses Album zu reflektieren. Matt Johnson, einziges konstantes Mitglied des Projektes The The, nahm \u201eSee Without Being Seen\u201d 1979 als Teenager im Kinderzimmer seines Elternhauses auf und ver\u00f6ffentlichte es als Tape. Mehr als 40 Jahre sp\u00e4ter restaurierte Johnson nun dieses Tape und erg\u00e4nzte es um einige Bonustracks f\u00fcr die erste CD-Ver\u00f6ffentlichung dieses Albums. Das besteht aus rhythmischen Loops mit Stimme und Effekten, die musikalisch aus heutiger Sicht wom\u00f6glich kaum wertvoll sind, daf\u00fcr aber f\u00fcr die Historie von The The. Die CD richtet sich also an den Fan und Komplettisten, der bei Johnson ohnehin so seine liebe Not hat.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Es pluckert, loopt, schnarrt, zerrt, der junge Johnson sondert zu synthetisch erzeugten minimalistischen T\u00f6nen Texte ab. Mit dem, was danach unter dem Moniker The The noch kommen wird und was es zu Recht in die britischen Charts schaffte, haben diese Tracks noch so gut wie gar nichts zu tun. Mit einigem guten Willen mag man vielleicht heraush\u00f6ren, dass sich Johnson damit schon mal in Richtung \u201eBurning Blue Soul\u201c aufmacht, sein offizielles Solo-Deb\u00fctalbum aus dem Jahr 1981, das er erst 1993 dem eigentlichen The-The-Deb\u00fct \u201eSoul Mining\u201c nachtr\u00e4glich voransetzte. Auch das Album klang eher weniger nach Songs als nach Experimenten, wie auch die parallel ver\u00f6ffentlichte Musik mit The Gadgets, strahlte aber schon mehr von der W\u00e4rme ab, die Johnson ab 1982 als The The in seine Songs einflie\u00dfen lie\u00df, mit der Single \u201eUncertain Smile\u201c.<br><br>Man h\u00f6rt es auf \u201eSee Without Being Seen\u201c dem Schlafzimmeravantgardisten an, dass er Bands wie Throbbing Gristle und Cabaret Voltaire als Vorbilder hatte. Der leichte Industrial-Einschlag dringt aus den Tracks heraus, aber eben nur leicht, und doch \u00e4hnelt sich die Vorgehensweise beim Erstellen der St\u00fccke vermutlich sehr. Die Form der Monotonie, die sich aus Loops ergibt, behielt Johnson auch auf seinen sp\u00e4teren Hitalben bei, nur verfeinerte er sein Songwriting erheblich und eignete sich die F\u00e4higkeit an, diese Loops weniger monoton als groovend zu generieren und sie als Hintergrund f\u00fcr gro\u00dfartige Songs zu verwenden. Bis er in den Neunzigern den Bandsound kultivierte. 1979 indes war davon noch nichts wahrzunehmen.<br><br>Die ersten sieben Tracks stammen vom Tape, das Johnson als \u201eSee Without Beeing Seen\u201c damals unter die Leute brachte und dessen Originalspuren er bis k\u00fcrzlich verschollen glaubte. Ein Tape-Rerelease vor einem Jahr beinhaltete drei Bonustracks, auf der CD sind es derer sechs. Bereits seit \u00fcber 20 Jahren lamentiert Johnson dar\u00fcber herum, dass er ja noch so viele unver\u00f6ffentlichte Alben in der Schublade habe. 1999 erschien sein f\u00fcr lange Zeit letztes Album \u201eNakedSelf\u201c auf Nothing, dem Label seines Fans Trent Reznor, und erst 2010 startete Johnson sein eigenes Label Cin\u00e9ola, auf dem er The The als Soundtrackprojekt reaktivierte. Die Record-Store-Day-Single \u201eWe Can\u2019t Stop What\u2019s Coming\u201c sollte 2017 Teil des neuen Albums \u201eThe End Of The Day\u201c werden, das dann aber lediglich mit zwei weiteren Soundtrack-Arbeiten als Kollaborationsprojekt in der \u201eRadio Cin\u00e9ola Trilogy\u201c-Box erschien.<br><br>Und dann gibt\u2019s da noch sein Tape \u201eSpirits\u201c, ebenfalls 1979 aufgenommen und im Groben niemals ver\u00f6ffentlicht, sowie zwei weitere Alben aus der \u201eNakedSelf\u201c-Zeit, die das damalige Label Sony aber zur\u00fcckwies und die Johnson auszugsweise auf seiner Webseite ver\u00f6ffentlichte. Und dann gab\u2019s 1982 noch das Tape \u201eThe Pornography Of Despair\u201c, dessen Tracks es auszugsweise auf Compilations und B-Seiten schafften. Und dann versteckte Johnson den Soundtrack zu \u201eThe Silent Tongue\u201c in der nur 2002 auf David Bowies Meltdown-Festival verkauften Promo-Compilation \u201eFilm Music\u201c. Wenn Johnson nun also sein eigenes Label betreibt: Nur zu, einfach mal die Rarit\u00e4ten zusammenkehren, fr\u00fche Singles, Remix-EPs, Demos, Tapes, und eine sch\u00f6ne Box daraus stricken. Wer \u201eSee Without Being Seen\u201c kauft, l\u00e4sst sich auch daf\u00fcr erw\u00e4rmen. Ganz sicher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (29.05.2020) How not to be seen: Es ist reichlich uneinfach, dieses Album zu reflektieren. 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