{"id":3425,"date":"2020-05-22T17:53:49","date_gmt":"2020-05-22T15:53:49","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3425"},"modified":"2020-05-22T17:53:49","modified_gmt":"2020-05-22T15:53:49","slug":"automat-modul-remixes-1-2-compost-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/automat-modul-remixes-1-2-compost-2020\/","title":{"rendered":"Automat \u2013 Modul Remixes #1 &#038; #2 \u2013 Compost 2020"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Automat-Modul-Remixes-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3426\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Automat-Modul-Remixes-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3427\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (22.05.2020)<br><br>Es ist etwas ins Leere gelauscht, wenn man Remix-EPs betrachten will, deren Originale man noch nicht kennt (weil das Album dazu wegen Corona noch unabgeholt im geschlossenen Plattenladen liegt). Dann muss es eben ohne gehen: Auf bislang zwei 12\u201ces reflektieren Remixer vieler Couleur ausgew\u00e4hlte Tracks des vierten Automat-Albums \u201eModul\u201c. Dabei steht der Dub wie bei den Originalen auch als Remixergebnis ganz weit vorn, das Trippige, Chillige, Repetetive bleibt erhalten und das Elektronische und Technoide halten Einzug in den ansonsten warmen organischen Sound des Trios.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die Musik von Automat pulsiert, schon immer, seit dem Deb\u00fct vor sechs Jahren. Auf einem sich groovend wiederholenden Beat liegen Basslinien, minimalistische Melodien und im Hintergrund vor sich experimentierende Ger\u00e4usche, bisweilen erweitert um menschliche Stimmen, gelegentlich als Gesang zu bezeichnen, h\u00e4ufig von renommierten Stars der Subkulturszene ab 1975. In der Erweiterung dieses Rahmens bewegen sich nun die K\u00fcnstler, die sich remixend an den Tracks zu \u201eModul\u201c bet\u00e4tigen.<br><br>Patrick Pulsinger bel\u00e4sst bei auf der ersten EP seinem St\u00fcck \u201eAnkaten\u201c das Dubbige bei, streckt es aber um mehr als die doppelte Laufzeit und nimmt bedauerlicherweise die Stimme von Lydia Lunch heraus. Latent elektronisch, aber in der Grundstruktur weiter dubbig bleibt \u201eEasy Riding\u201c, geremixt von einem DJ namens Shahrokh Dini. Das titelgebende Sprachsample kehrt als Anker f\u00fcrs Ohr immer wieder; Paul St. Hilaire alias Tikiman zeichnet daf\u00fcr verantwortlich. Die zweite Seite haben Ricardo Villalobos und Max Loderbauer in der Hand, die aus \u201eNothing Strange\u201c einen minimalistisch pluckernden House-Remix und einen noch minimalistischer frickelnden IDM-Remix generieren. F\u00fcr letztere 11 Minuten braucht man zun\u00e4chst einigen Langmut; auf ein m\u00f6gliches Original von Automat l\u00e4sst sich diese Musik trotz eingestreuter Dub-Hallr\u00e4ume nicht einwandfrei zur\u00fcckschlie\u00dfen, er\u00f6ffnet aber trotz ihr Sperrigkeit eine Spielwiese an spannenden Effekten, die mit der Zeit einen eigenen Groove entwickeln, am Sprachsample, erneut von St. Hilaire, entlang sogar mit souligem Anstrich, in Summe an den destruktiven Elektro-Soul von Super_Collider erinnernd.<br><br>Die zweite EP er\u00f6ffnet Acid Pauli, also der fr\u00fchere The-Notwist-Frickler Martin Gretschmann, mit seiner Version von \u201eNothing Strange\u201c. Er treibt dem St\u00fcck viel von dem Verspielten aus und schickt es auf eine vorw\u00e4rtsdr\u00e4ngende, aber doch gem\u00e4\u00dfigt voranschreitende Elektro-Reise, ebenfalls minimalistisch, mit einigen H\u00f6rensw\u00fcrdigkeiten am Wegesrand, darunter einer tempor\u00e4r einsetzenden Synthiefigur. Einmal mehr \u201eNothing Strange\u201c folgt, bearbeitet vom Berliner DJ DeWalta alias David Koch, der dem Track einen anderen Sprachsample hinzuf\u00fcgt und das Minimalistische um etwas groovebetont Hallig-Trippiges erweitert und \u00fcber die Spielzeit hinweg latent, aber wahrnehmbar ver\u00e4ndert. Mit dem \u201eClub Remix\u201c steuert Shahrokh Dini eine zweite Version von \u201eEasy Riding\u201c bei, trotz verwendeter, teils recht fr\u00f6hlicher Dubelemente deutlicher auf die Tanzfl\u00e4che orientiert, nicht so minimalistisch wie seine Kollegen in dieser Runde, sondern w\u00e4rmer, also n\u00e4her an Automat selbst und mit einem Synthielauf, der den Track zum Ende hin noch mehr auflodern l\u00e4sst. Beinahe stressig ist \u201eGhost\u201c, dem Terrence Dixon den heimatlichen Detroit-House-Anstrich verpasst, hartkantig, treibend, s\u00e4mtliche leeren R\u00e4ume vollpackend, zwingend; der \u201eShort Mix\u201c des Tracks fehlt \u00fcbrigens auf der Vinyl-Version und ist lediglich im Download erh\u00e4ltlich. So richtig in den Reggae transferiert Dubvisionist Felix Wolter abschlie\u00dfend das \u201eEasy Riding\u201c, dazu l\u00e4sst sich chillig das innere Dreiblatt anz\u00fcnden.<br><br>Bei Automat nun handelt es sich um ein merkw\u00fcrdig genre\u00fcbergreifend zusammengestelltes Trio, das gemeinsam eine Musik macht, die in keiner der zugeordneten Bands so richtig dominierend auftrat. Umso \u00fcberraschender ist, dass dieses Trio auch noch in unver\u00e4nderter Besetzung ein mittlerweile viertes Album einspielte; Abnutzungserscheinungen gibt es offenbar nicht und der fr\u00f6hlich organische Dub scheint den drei Musikern eine Herzenssache zu sein; das zumindest klingt auf den Alben und EPs stark an. Die Musiker sind: Achim F\u00e4rber (unter anderem einst und jetzt eingesetzt bei Project Pitchfork, Phillip Boa &amp; The Voodooclub, Tito &amp; Tarantula, Die Krupps und Eisbrecher), Georg Huber alias Zeitblom (einst bei Sovetskoe Foto) und Jochen Arbeit (unter anderem Einst\u00fcrzende Neubauten, Die Haut, Sprung aus den Wolken, um nur einige zu nennen). Der Bandname Automat k\u00f6nnte dabei kaum treffender gew\u00e4hlt sein: Wenn die drei erstmal loslegen, erklingt Musik wie von einer Maschine. Hoffentlich nun macht das Riptide bald wieder auf, da liegt noch das Album \u201eModul\u201c parat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (22.05.2020) Es ist etwas ins Leere gelauscht, wenn man Remix-EPs betrachten will, deren Originale man noch nicht kennt (weil das Album dazu wegen Corona noch unabgeholt im geschlossenen Plattenladen liegt). 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